Hauptinhalt

Warum ist ein Naturgarten sinnvoll?

Der Trend hin zum Naturgarten hat handfeste Gründe: Die Zahl der Fluginsekten hat sich zwischen 1989 und 2016 auf ein Viertel des ursprünglichen Bestands reduziert.

Allein das Bienensterben lag in Deutschland in den letzten Jahren mitunter bei über 20 Prozent. Gleichzeitig geht die Zahl der Singvögel zurück, teilen NABU und BirdLife Cyprus unisono mit.

Doch jeder Hobbygärtner kann einen kleinen Teil dazu beitragen, dass sich daran etwas ändert. Den Garten naturnah zu gestalten und möglichst wenige Flächen zu versiegeln, hilft der Natur.

Logo OBI Gartenplaner

Naturgarten planen und gestalten mit dem Gartenplaner

Wenn du bei der Gestaltung deines Naturgartens Hilfe benötigst, lass dich vom OBI Gartenplaner kostenlos beraten.

Was gehört in einen Naturgarten?

Mit Aufruf des Videos stimmen Sie einer Datenübertragung an Youtube zu. Für die Datenverarbeitung durch Youtube gelten deren Datenschutzhinweise. Dieses Video ist im erweiterten Datenschutzmodus von Youtube eingebunden. Mit Ihrem „Klick“ auf das Vorschaubild wird das Video geladen, wozu einmalig Ihre IP-Adresse an Youtube übermittelt wird. Youtube verarbeitet diese Daten danach eigenverantwortlich. Nähere Informationen, zur Datenverarbeitung und Ihren Rechten, finden Sie in der Cookie-Policy von Google. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Mit einem Naturgarten hast du nicht nur einen Hauch von Wildnis direkt vor der Tür. Du schaffst außerdem naturnahe Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren und vergrößerst so die Artenvielfalt in deinem Garten. Naturnah bedeutet: Du pflegst deinen Garten innerhalb der Gesetze der Natur, anstatt gegen sie zu arbeiten.

Das heißt vor allem, dass du der Natur die Chance gibst, sich frei zu entwickeln. Außerdem unterstützt du sie auch dabei. Ein festgeschriebenes Schema gibt es hierbei nicht. Wie du deinen Naturgarten anlegst, kommt ganz auf seine individuellen Gegebenheiten an.

Damit auch das Auge nicht zu kurz kommt, solltest du trotzdem auf eine gute Raumaufteilung, Blickfänge und Sichtachsen achten. Du musst auch nicht auf Gemüsebeete, Sitzplätze oder eine Feuerstelle verzichten. Dann wird aus deinem Naturgarten kein Wildwuchs, sondern ein harmonisches Gesamtwerk.

Ein Naturgarten ist aber nicht per se pflegeleicht. Er benötigt vor allem eine sorgfältige Auswahl der Pflanzen, die an ihrem Standort gut wachsen können. Lässt du alles wachsen, wie es will, kommt dabei nur Wildwuchs heraus, nicht jedoch ein üppiges und schön anzusehendes Paradies für Tiere.

In einen Naturgarten gehören aber im Idealfall heimische Stauden und Gehölze, Rückzugsorte für Tiere, Wasserstellen und ein Komposthaufen.

Attraktive Stauden für deinen Naturgarten im OBI Onlineshop

Totholzhaufen

Totholzhaufen mit Zweigen und Ästen

Gerade im Herbst fällt durch den Heckenschnitt und andere Aufräumarbeiten einiges an Holz an. Aufgeschichtet dient es als Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere wie Insekten, Amphibien, Reptilien, Spinnen, Vögel, Fledermäuse, Igel und Mäuse. Und gerade in den kalten Monaten wird der Totholzhaufen gerne als gemütliches Winterquartier genutzt – vor allem von Igeln.

Als Gestaltungselement kannst du deinen Totholzhaufen als abgrenzendes Element von Beeten nutzen oder mit Begleitpflanzen wie Farnen, Gräsern und Kletterpflanzen optisch aufwerten.

So gestaltest du einen igelfreundlichen Garten.

Trockenmauern

Trockenmauer mit Sukkulente

Trockenmauern eignen sich als gestalterisches Element in deinem Naturgarten, etwa als Sitzmöglichkeit oder Begrenzung. In den kleinen Mauernischen finden Tiere Unterschlupf: Insekten wie Wildbienen und Hummeln, aber auch Eidechsen, Blindschleichen, Spinnen und Mäuse. Das ist möglich, da die einzelnen Steine nicht durch Mörtel miteinander verbunden sind, sondern trocken aufeinanderliegen.

Besonders schön wirken dabei Mauern aus Naturstein wie Granit, Kalk-, Sandstein, Gneis oder Jura. Größere Lücken innerhalb deiner Mauer kannst du außerdem direkt beim Schichten bepflanzen.

So baust du eine Trockenmauer für deinen Garten.

Nistkästen und Insektenhotels

Insektenhotel in naturnahem Garten
Nistkasten für Vögel in naturnahem Garten

Mit Nistkästen und Insektenhotels hilfst du Vögeln und Insekten, einen Unterschlupf zu finden. Insektenhotels kannst du entweder selber bauen oder in verschiedenen Formen und Größen kaufen. Die Unterkünfte benötigen nicht viel Platz, allerdings sollte in der unmittelbaren Umgebung Nahrung zu finden sein. Je vielfältiger die Blütenpflanzen in der Umgebung, desto vielfältiger die Insekten. Stelle das Insektenhotel an einem sonnigen Platz, regen- und windgeschützt auf.

Nistkästen für Vögel kannst du ebenfalls entweder selber bauen oder in verschiedenen Formen kaufen. Achte darauf, dass sich unter dem Flugloch keine Ansitzstange befindet, damit Räuber nicht in den Nistkasten gelangen können. Anbringen solltest du deinen Nistkasten in etwa 2 m bis 3 m Höhe, an einem Ort, an dem das Einflugloch weder zur Wetterseite (Westen) ausgerichtet noch der prallen Sonne ausgesetzt ist. Achte außerdem darauf, dass der Nistkasten niemals nach hinten überhängt, damit kein Regen eindringt.

Der beste Zeitpunkt, um ihn anzubringen, ist der Herbst. So können Vögel deinen Nistkasten direkt zum Überwintern nutzen.

Hier erfährst du, wie du ein Insektenhotel selbst bauen kannst.

Nistkästen und Insektenhotels für deinen Garten im OBI Onlineshop

Auf Pestizide, chemische Dünger und Torf verzichten

Erde unter Sträuchern

Bei der Gestaltung deines naturnahen Gartens solltest du unbedingt auf chemische Dünger und Pestizide verzichten. Denn diese Mittel dienen dazu, Lebewesen zu zerstören, anstatt sie zu bewahren. Durch die Verwendung von torffreier Erde verhinderst du außerdem die Zerstörung der Moore durch den Torfabbau.

Heimische Stauden und Gehölze

Naturnahe Gartengestaltung mit heimischen Pflanzen

Ein weiterer wichtiger Faktor für eine naturnahe Gartengestaltung ist die Auswahl der Pflanzen. Kurzgeschorener Rasen sowie exotische Gehölze und Formschnitthecken bieten für heimische Tiere nur einen geringen Nutzen. Wesentlich reicher ist der Lebensraum für Tiere bei einer breiten Auswahl an heimischen Arten. Schließlich haben sich heimische Pflanzen und Tiere im Laufe einer gemeinsamen Entwicklung immer weiter aneinander angepasst. Insbesondere Insekten sind sogar von bestimmten Nahrungspflanzen abhängig: So ernähren sich beispielsweise 81 Tierarten von der oft als Unkraut bezeichneten Quecke.

Um dieses Verhältnis zu unterstützen, genügt es bereits, wenn du Kleinstrukturen nach dem Vorbild der Natur gestaltest, um unterschiedlichen Tieren Nahrung, Verstecke und Nistplätze zu ermöglichen. Hast du nicht genügend Platz für eine Hecke aus heimischen Wildsträuchern wie Berberitze (Berberis), Weißdorn, Schwarzer Holunder oder Hainbuche (Carpinus betulus), findest du vielleicht Ecken für ein paar Wildrosen. Achte bei der Auswahl der Pflanzen darauf, dass du Stauden mit unterschiedlichen Blühzeitpunkten wählst, um ein ganzjähriges Nahrungsangebot zu schaffen.

Wildblumenwiese

Mit Aufruf des Videos stimmen Sie einer Datenübertragung an Youtube zu. Für die Datenverarbeitung durch Youtube gelten deren Datenschutzhinweise. Dieses Video ist im erweiterten Datenschutzmodus von Youtube eingebunden. Mit Ihrem „Klick“ auf das Vorschaubild wird das Video geladen, wozu einmalig Ihre IP-Adresse an Youtube übermittelt wird. Youtube verarbeitet diese Daten danach eigenverantwortlich. Nähere Informationen, zur Datenverarbeitung und Ihren Rechten, finden Sie in der Cookie-Policy von Google. Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Eine Wildblumenwiese ist pflegeleicht, schön anzusehen und bietet nützlichen Insekten ein breites Nahrungsangebot. Um sie anzulegen, solltest du den Boden auflockern und die Samenmischung daraufstreuen und den Boden dann festigen. Die Samenmischung musst du nicht selbst zusammenstellen, es sind spezielle Wildblumenmischungen und Seed Balls erhältlich. Wichtig ist, dass du auf das Aussäen heimischer Pflanzen achtest sowie darauf, dass mit der Zusammensetzung vom Frühling bis in den Herbst hinein auf deiner Wiese stets etwas blüht. Gemäht werden muss die Wildblumenwiese im Jahr nur ein bis zweimal. Nutze hierfür am besten eine Hand- oder Motorsense oder einen Rasentrimmer.

Bietet dein Garten nicht genügend Raum für eine ganze Blumenwiese, kann schon ein selten gemähter Randstreifen für viele Tiere als Lebens- und Nahrungsgrundlage dienen. Damit gibst du Wildpflanzen wie Klee, Löwenzahn und Margariten die Möglichkeit zu wachsen und Insekten anzulocken.

store

Wildblumen im OBI Onlineshop finden

Finde die passenden Wildblumen für deinen Naturgarten im OBI Onlineshop.

Wasserstellen

Miniteich mit Bepflanzung als Wasserstelle in naturnahem Garten

Ob kleine Vogeltränke oder weitreichender Teich – eine Wasserstelle bereichert deinen Naturgarten. Gerade an heißen Tagen benötigen die Tiere in deinem Garten viel Wasser. Platziere einen Stein oder ein Stück Holz in einer Vogeltränke, um auch kleineren Tieren zu ermöglichen, sicher zu landen, zu trinken und wieder hinauszuklettern. Hast du etwas mehr Platz in deinem Garten, kannst du einen Miniteich in einem Fass, Terrakottatopf oder anderem großen Gefäß anlegen und sogar mit Pflanzen bestücken.

Ist dein Garten groß genug für einen eigenen Teich, sorgst du damit nicht nur für eine Abkühlung an heißen Tagen. Mit einer vielfältigen und heimischen Bepflanzung wird dein Teich zum Lebensraum für Kleinlebewesen wie Frösche, Kröten, Molche und Libellen.

So legst du einen Fertigteich in deinem Garten an.

Kompost anlegen

Kompost in naturnahem Garten

Einen Kompost aufzusetzen ist nicht nur eine Möglichkeit, Garten- und Küchenabfälle zu entsorgen und diese als reichhaltigen Dünger und Mulch für deine Beete weiter zu verwerten. Er zieht außerdem Kleinstlebewesen an, die mit ihren Ausscheidungen die Erde fruchtbar machen und damit für die Umwandlung von Pflanzenmaterial in Humus verantwortlich sind. Diese Insekten locken wiederum Vögel und Säugetiere wie Spitzmäuse in deinen Garten, die im Kompost eine reichhaltige Nahrungsquelle finden. Denn sie ernähren sich von den Spinnen, Würmern, Raupen und Käferlarven.

Erfahre hier, wie du einen Kompost richtig anlegst.
store

Komposter im OBI Onlineshop finden

Finde den passenden Komposter für deinen Naturgarten im OBI Onlineshop.

Wildgehölze im Naturgarten

Ein Weg mit Rindenmulch und Holzschwellen.

Auch die Wege in deinem Garten kannst du naturnah gestalten. Nutze dafür Holzschwellen und groben Rindenmulch.

Ideal als Grundlage für einen Naturgarten ist ein eingewachsenes Grundstück mit einem alten Baumbestand und dichten Sträuchern. In den großen Bäumen sind Eichhörnchen und Spechte zu Hause und im Unterholz fühlen sich Insekten wohl.

Zwar lässt sich ein wilder Garten auch auf einem weniger eingewachsenen Grundstück anlegen. Allerdings brauchst du ein bisschen Geduld, bis die Bäume so groß sind, dass sie als Behausung für Tiere dienen können.

Beispielsweise sind die Winterlinde (Tilia cordata) oder Apfelbäume geeignete Hausbäume. Auch eine Stieleiche (Quercus robur) passt gut, da sie vielen heimischen Insekten eine Herberge bietet. Sie braucht jedoch einiges an Platz.

Pflanzt du neue Sträucher, solltest du heimische Gehölze wählen. So bilden beispielsweise der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) oder der Eingriffelige Weißdorn (Crataegus) im Herbst Früchte. Diese sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel.

Naturecke statt Naturgarten

Ein Garten mit zahlreichen, bunt blühenden Pflanzen.

Du kannst statt einem Naturgarten auch eine kleine Naturecke mit Stauden und Kräutern anlegen.

Du musst nicht gleich deinen kompletten Garten umgestalten. Auch kleine Ecken kannst du naturnah verändern. Es reichen sogar schon ein bis zwei Quadratmeter Fläche aus. Es sollte allerdings ein sonniges Plätzchen sein, in dem das ganze Jahr etwas blüht.

Achte darauf, dass du auf einer so kleinen Fläche ausschließlich Stauden und Kräuter pflanzt. Auf Gehölze kannst du verzichten. Übrigens lassen sich so auch Vermieter leichter überzeugen, wenn ein solches Eckchen beim Auszug schnell wieder in eine Wiese umgewandelt werden könnte.

Auch wenn Brennnesseln und Disteln sehr insektenfreundlich sind: Du kannst auf viele andere Stauden ausweichen. So bescheren dir beispielsweise Salbei (Salvia officinalis), Minze (Mentha), Melisse (Melissa) oder Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) nicht nur herrlichen Duft. Die Stauden beziehungsweise Halbsträucher gelten als Bienenweiden und werden auch von Schmetterlingen geliebt.

Kräuter kannst du sowohl zur Zierde als auch zum Würzen in der Küche verwenden. Im Beet passen Fetthenne (Sedum), Borretsch (Borago officinalis), Habichtskraut (Hieracium) und Königskerzen (Verbascum) gut zusammen.

Passene Kräuter und mehr für deine Naturecke im OBI Onlineshop.

Weitere Tipps für einen Naturgarten

  1. Früchte und Samen für Vögel:
    Verzichte darauf, im Herbst Früchte, Samen und Beeren von Bäumen und Sträuchern zu schneiden. Sie sind nicht nur ein Winterschmuck, sondern ernähren auch viele Vögel im Winter.
  2. Bodendecker:
    Ein bewachsener Boden ist stärker gegen Erosion geschützt als offene Erde. Außerdem bieten die Pflanzen wiederum einen Lebensraum für viele Kleintiere und Insekten. Achte daher auf einen durchgehenden Bewuchs in deinen Beeten.
  3. Kein englischer Rasen:
    Statt eines sauber geschnittenen Rasens darf es auch eine Wiese sein. Blumenwiesen mit Klee, Gänseblümchen oder Löwenzahn sind wesentlich pflegeleichter.
Logo Gartenplaner

Naturgarten planen und gestalten mit dem Gartenplaner

Wenn du bei der Gestaltung deines Naturgartens Hilfe benötigst, lass dich vom OBI Gartenplaner kostenlos beraten.

Das könnte dich auch interessieren