
Outdoor-Sofa bauen – Experteninterview
Deine neue Terrasse, eine neue Sonnenliege oder gleich eine ganze Lounge-Ecke zum Entspannen – DIY-Projekte gibt es viele. Bei der Planung und Umsetzung gibt es einiges zu beachten. Unser Experte Julian weiß ganz genau, worauf es dabei ankommt. Im Interview verrät er uns, wie er in nur 24 Stunden für uns eine ausziehbare Outdoor-Couch gebaut hat und gibt Tipps, wie du dein neues Projekt zu Hause umsetzen kannst.
Die Challenge: Ein Schlafsofa in 24 Stunden
Hi Julian! Glückwunsch zur bestandenen OBI Challenge. Willst du uns erzählen, was dich zum OBI Experten macht?

Ich bin seit 5 Jahren Teil des OBI Teams und kenne dementsprechend natürlich das Sortiment im OBI Markt ganz genau. Von Fragen rund um das nächste DIY-Projekt bis hin zu echten Problemen stellen mich unsere Kunden jeden Tag vor neue Herausforderungen. Manchmal bin ich Problemlöser, manchmal ein Freund. Gemeinsam finden wir immer eine Lösung, die alle glücklich macht.
Privat bin ich auch auf Instagram (@vandebark) sehr aktiv und teile auf meinem Kanal viele DIY-Projekte. Ich habe zum Beispiel meine Werkstatt selbst ausgebaut und mit Schränken, Aufbewahrungsmöglichkeiten und Werkzeughaltern ausgestattet. Aber auch große Projekte wie Terrassen, Beete und vieles andere gehe ich gerne an. Mit der Zeit habe ich ein echtes Gespür dafür entwickelt, was beim Heimwerken funktioniert und was nicht.
Wie bist du an unsere OBI Challenge rangegangen?
Zuerst habe ich mir überlegen, ob alles in den vorgegebenen 24 Stunden machbar ist. Es gab schließlich viele Vorgaben. Die Couch sollte einen Getränkehalter, Spotlights und ein Aufbewahrungsfach beinhalten, das war eine echte Herausforderung. Danach musste ich darüber nachdenken, für welchen Verwendungszweck und welchen Bereich das Sofa gedacht ist. In unserem Fall war die Couch für den Außenbereich bestimmt. Dafür musste ich entsprechende Materialien einplanen. Nicht alle Materialien sind für die Nutzung im Freien geeignet.
So gelingt dein DIY-Projekt

Was waren die größten Herausforderungen bei der Outdoor-Couch und kann ich sie zuhause nachbauen?
Die größte Herausforderung war, alle Sonderideen unterzubringen. Die Aufbewahrungsmöglichkeit für die Polster hatte ich kurzzeitig vergessen. Als mir das aufgefallen ist, dachte ich kurz: Auweia! Aber ich habe improvisiert und am Ende hat alles sehr gut funktioniert. Ich habe angenommen, die Ausziehfunktion wäre anspruchsvoll umzusetzen. Aber eigentlich ist sie ganz einfach, wenn man weiß, wie sie funktioniert. Im Video sieht man gut, wie ich das gelöst habe.
Natürlich kannst du dir dein eigenes Schlafsofa in den Garten stellen. Der Gedanke beim Bauen war, dass es jeder die Couch umsetzen kann. Solange man keine zwei linken Hände hat, klappt das!
Wie gehe ich am besten bei der Planung vor? Holst du dir vor dem Bau eines Projekts Inspiration?
Vor der Challenge konnte ich mir natürlich keine Inspiration holen, ich wusste ja gar nicht, was mich erwartet. Aber normalerweise mache ich das schon. Im OBI Magazin findest du online viele Projekte, die du selbst umsetzen kannst. Oft gibt es sogar komplette Bauanleitungen. Die kannst du als Basis für dein eigenes Projekt benutzen. Wenn du viel selbst machst, hast du wahrscheinlich schon eine Liste mit Dingen, die du gerne bauen möchtest. Bei der OBI Challenge habe ich nur einen Umschlag mit der Aufgabe bekommen! Da musste ich sofort schalten. Ich habe mich beim Planen aus verschiedenen Einzelstücken bedient. Aus einem Sofa mit Klapptisch, einem normalen Sofa und einer Ausziehfunktion habe ich am Ende das Outdoor-Sofa kombiniert.
Wenn ich selbst so ein Projekt plane, worauf muss ich achten? Gibt es häufige Fehler, die ich vermeiden kann?

Ja, die gibt es. Bei Holz wie Douglasie wird gerne mal das Vorbohren weggelassen. Machst du das, kann das Holz beim Verschrauben brechen, weil es sehr hart ist. Das ist sehr ärgerlich. Außerdem solltest du das Material nicht zu knapp kalkulieren. Bricht dir ein Bauteil, kannst du es vielleicht nicht mehr neu fertigen. Grundsätzlich gilt: Auf Fehler solltest du vorbereitet sein, die können immer passieren. Berechne im Vorfeld etwas Verschnitt ein.
Bevor du dein Projekt angehst, solltest du auch unbedingt die Warenverfügbarkeit prüfen. Informiere dich, ob das benötigte Material im Markt vorhanden ist. Diese Kleinigkeiten sind die häufigsten Fehler, die sich leicht vermeiden lassen.
Wähle das richtige Material!
Was muss ich bei der Materialwahl beachten?
Wichtig ist, dass du dir überlegst, wofür du dein DIY-Stück nutzen möchtest. Es gibt Dinge, die baust du, weil du sie zu einem bestimmten Event brauchst. Andere Stücke sollen das ganze Jahr draußen stehen bleiben. Möchtest du dein Werkstück langfristig nutzen, brauchst du Materialien, die der Belastung gewachsen sind. Für die Outdoor-Couch habe ich Douglasien Holz gewählt, weil es besonders witterungsbeständig ist. Aber auch bei kleinen Teilen musst du auf das Material achten. Edelstahlschrauben rosten nicht und bleiben deshalb lange stabil. Entscheidest du dich für Kiefern- oder Fichtenholz, musst du jedes Jahr eine neue Lasur, Öl oder einen Lack auftragen. Das bedeutet zusätzliche Arbeit.
Ein kleiner Tipp von mir: Wirf Holzreste und Altholz nicht gleich weg. Du kannst es super wiederverwenden. Aus einem alten Sichtschutzzaun habe ich zum Beispiel ein Hochbeet mit Sitzgelegenheit für meinen Garten gebaut – das sieht wirklich gut aus und hilft, Müll zu vermeiden.

Hast du Tipps, wie Holz im Außenbereich lange schön bleibt?
Für die Holzpflege im Außenbereich gibt es viele Möglichkeiten. Du kannst eine Holzart wählen, wie die Douglasie, die mit der Zeit grau wird. Das sieht man oft bei verkleideten Giebeln. Das Ergrauen wirkt als natürlicher Holzschutz. Wenn dir das Grau optisch nicht gefällt, gibt es auch spezielle Produkte, die die Farbe des Holzes wieder herstellen. Holzentgrauer wird aufgetragen und dann mit dem Hochdruckreiniger wieder entfernt. Danach sieht das Holz wie neu aus und du kannst es nach Belieben behandeln.
Im Fall der Douglasie kannst du zu Douglasien-Öl greifen. Das wirkt als Schutz vor Witterungseinflüssen und bringt die natürliche Maserung zur Geltung. Du kannst Holz auch lackieren, das ist allerdings ein bisschen aufwendiger und auch später beim Nacharbeiten mit hohem Aufwand verbunden. Eine Lasur für den Außenbereich solltest du jedes Jahr erneuern. Denke daran, alle Einzelteile vor der Montage mit einem Holzschutz zu versehen, damit du auch wirklich deine gesamte Konstruktion behandelst. Bei der Nachbehandlung reicht es, nochmal über die sichtbaren Flächen zu gehen.
Fang mit kleinen Projekten an!
Wenn ich mir ein so großes Projekt wie eine Outdoor-Couch noch nicht zutraue, was wäre ein gutes Einsteiger-Projekt?
Du kannst zuerst immer an Reststücken aus Holz üben. Trau dich einfach anzufangen! Vielleicht startest du mit einem Teelichthalter und steigerst dich dann mit jedem Projekt.
Wenn es nicht gleich ein Schlafsofa aus Holz sein soll, kannst du eine Bank für deinen Außenbereich fertigen. Das ist ein großes Projekt, das du leicht selbst angehen kannst. Da hast du im Handumdrehen ein Erfolgserlebnis. Nimm zum Beispiel zwei U-Steine aus dem Gartenbau und bau dir eine Auflage aus Holz. Mehr braucht es für den Anfang gar nicht.
Du kannst das Rad nicht immer neu erfinden, auch Nachbauen ist erlaubt. Wenn du zum Beispiel eines meiner Projekte nachbaust, ist das für mich ein Zeichen der Anerkennung. Natürlich solltest du es nicht als die eigene Idee ausgeben. Ich freue mich immer, wenn mein Name genannt wird.








