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Regenwasser sammeln und nutzen

Zuletzt aktualisiert: 21.01.20228 MinutenVon: OBI Redaktion
Wassersprenger wässern Rasen neben Teich in Garten

Anstelle von Trinkwasser aus der Leitung eignet sich auch Regenwasser zur Bewässerung deiner Pflanzen und für den Verbrauch im Haus. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du Regenwasser sammeln und nutzen kannst.

Warum Regenwasser sammeln und nutzen?

Wenn du anstelle von Trinkwasser aus dem Wasserhahn Regenwasser verwendest – zum Beispiel, um Pflanzen im Garten zu gießen – sparst du Geld. Die meisten ausgewachsenen Pflanzen kommen ausschließlich mit Regenwasser und ohne künstliche Bewässerung zurecht.

Es gibt aber Ausnahmen: Dazu gehören der Rasen, alle Pflanzen in Töpfen, Kübeln und Gefäßen sowie Nutzpflanzen wie Gemüse, Kräuter und Obststräucher.

Grundsätzlich ist Regenwasser zum Gießen besser geeignet als Trinkwasser aus der Leitung, da es keinen Kalk enthält. Du kannst das gesammelte Regenwasser aber auch nutzen, um den Wasserverbrauch an anderen Stellen in deinem Haushalt zu decken.

Um immer genug Regenwasser zur Verfügung zu haben, fängst du den fallenden Regen durch ein Fallrohr in speziellen Regensammlern wie Regentonnen, Fässern und Zisternen auf.

Weil du deine Wasserkosten mit Regenwasser in vielen Bereichen reduzieren kannst, lohnt sich die Regenwassernutzung fast immer. Denn allein ein Gerät mit einem hohen Wasserverbrauch wie die Toilette schlägt in deutschen Haushalten täglich mit mehr als 40 l zu Buche.

Besitzer eines Gartens müssen zum Beispiel damit rechnen, dass sie für die Bewässerung eines großen Grundstücks über einen Sommer hinweg mehrere 10.000 l Wasser benötigen. Diesen Wasserverbrauch kannst du teilweise mit Regenwasser abdecken und die Wasserkosten entsprechend senken.

Regenwasser sammeln

Frau zapft Regenwasser aus Regentonne in Gießkanne in Garten neben Haus

Mit einer Regentonne oder einem Tank kannst du Regenwasser für deinen Garten sammeln. Der entsprechende Behälter wird an ein vorhandenes Abflussrohr angeschlossen. Wichtig sind eine Überlaufklappe sowie ein Ablass im unteren Bereich des Regensammlers. Dieser Hahn zur Wasserentnahme sollte so hoch sein, dass du eine Gießkanne bequem darunter stellen kannst.

Ein Überlaufventil verhindert, dass die Tonne überläuft, wenn sie voll ist. Überschüssige Liter Wasser fließen dann einfach in die Kanalisation.

Hinweis: Im Winter muss die Tonne entleert werden, da sie sonst platzen kann, sobald das Restwasser gefriert. Halte die Tonne im Sommer verschlossen, da das Wasser sonst Mücken anzieht und sich Algen in der Tonne bilden können.

Eine Alternative zur Regentonne sind Brunnen. Frage vorher bei den zuständigen Behörden nach, ob du in deinem Bundesland oder deiner Gemeinde einen Brunnen zum Sammeln von Regenwasser graben darfst.

Brunnenwasser muss vor dem Gießen auf Schadstoffe untersucht werden, da es oft mit Nitrat belastet ist – Gemüse und andere Pflanzen können dann leicht überdüngt werden.

Tipp: Lass nach längeren Trockenperioden die ersten Liter Wasser vom Dach direkt in die Kanalisation laufen. Dann ist der ganze Staub von den Ziegeln abgespült und du fängst nur noch das saubere Regenwasser auf.

Haus-Garten-Komplettanlagen

Aus einem Wasserhahn fließt Wasser.

Es gibt auch Haus-Garten-Komplettanlagen mit Hauswasserwerkpumpen. In ihnen wird das gesammelte Regenwasser gereinigt, sodass du es als Brauchwasser für die Toilettenspülung oder zum Wäschewaschen verwenden kannst. Im Haus ist dann eine separate Regenwasserzuleitung notwendig. Generell ist die Montage einer solchen Anlage daher bei einem Hausneubau einfacher, da dabei die separate Versorgungsleitung direkt verlegt werden kann. Du kannst solch eine Anlage jedoch auch nachrüsten.

Mit Regenwasser kannst du bis zu 50 % deines Trinkwassers im Haushalt ersetzen. Zu einer Regenwassernutzungsanlage gehören ein Wasserspeicher aus Beton oder Kunststoff, ein spezielles Rohr, ein Filtersystem sowie eine Pumpe.

Die Anlage für den Haushalt sollte von einem Fachbetrieb eingerichtet werden. Der wichtigste Grundsatz ist, dass es keine direkte Verbindung zwischen Trink- und Regenwasserkreislauf geben darf.

Wenn du dich für einen Regenwassertank im Keller entscheidest, muss dieser aus lichtundurchlässigem Kunststoff bestehen, da sich sonst Algen in dem Gefäß bilden. Für besonders regenreiche Tage benötigt der Speicher zudem einen Überlauf. Außerdem solltest du die Anlage in besonders trockenen Perioden auch mit Trinkwasser befüllen können. Bei der Installation einer Regenwassernutzungsanlage im Haus werden in der Regel Kunststofftanks aus Polyethylen verwendet.

Wenn du überlegst, Regenwasser im Garten oder im Haushalt zu nutzen, solltest du dir auch Gedanken über den Aufbau deines Dachs machen: Nur Dacheindeckungen aus Ton, Schiefer oder Beton eignen sich als Sammelfläche für Regenwasser, das auch fürs Haus genutzt werden soll. Ideal für den Einbau einer Hausanlage ist zudem ein recht großes und schräges Dach.

Regenwasseranlagen zur Gartenbewässerung sind bei den Behörden nicht anzeige- oder meldepflichtig. Wenn du das Regenwasser als Brauchwasser im Haus verwenden möchtest, musst du jedoch den zuständigen Wasserversorger informieren. Eine gesonderte Genehmigung ist nicht nötig. Falls du Regenwasser nutzt, kannst du bei deinem Wasserversorger eine formlose Teilbefreiung für die Trinkwasserversorgung beantragen.

Informiere dich, ob deine Gemeinde den Bau von Regenwassernutzungsanlagen finanziell fördert. Das notwendige Speichervolumen eines Regenwassertanks wird vom Hersteller berechnet. Grundlage bilden die Niederschlagsmenge in deiner Region, die Dachfläche sowie die Personengröße des jeweiligen Haushalts.

Regenwasseranlagen

Bewässerungssystem aus Erdtanks für Regenwasser neben Haus in Garten

Komplette Regenwasseranlagen können große Mengen Regenwasser sammeln und speichern. Sie werden wie eine Zisterne ins Erdreich eingelassen. Ihre Montage ist aufwendig, da sie mit einem Kran eingesetzt werden müssen.

Solche Betonspeicher können auch bei einem hohen Grundwasserstand eingebaut und gegen Auftrieb gesichert werden. Durch eine beruhigte Zuführung des Regenwassers reichert sich das Wasser mit Sauerstoff an. Zudem wirbelt sich das Sediment nicht auf. Eine Saugpumpe befördert das Regenwasser über ein eigenes Leitungsnetz zu den Verbrauchsstellen.

Die richtige Größe deiner Zisterne berechnest du nach einer Faustformel: Bei einer Dachfläche von 100 m² und einem jährlichen Niederschlag von 800 mm brauchst du einen Tank mit einer Speichergröße von etwa 3.000 l.

Tipp: Erkunde dich bereits beim Kauf, ob sich die Zisterne später mit zusätzlichen Tanks erweitern lässt – oftmals stellt sich erst bei der Nutzung heraus, ob das zunächst geplante Volumen letztlich ausreicht.

Pumpenarten für die Regenwassernutzung

Gartenpumpe neben Wasseransammlung in Garten mit Frau im Hintergrund, die Pflanzen und Rasen wässert

Um das Regenwasser aus einer Regentonne oder einer ins Erdreich eingelassenen Zisterne bequem entnehmen zu können, nutzt du eine entsprechende Pumpe. Schmutzwasser- und Teichpumpen kommen auch mit kleineren Schwebe- und Schmutzteilchen im Wasser klar.

Je tiefer der Tank liegt beziehungsweise je höher das Wasser gepumpt werden muss, desto stärker muss auch die Pumpenleistung sein. Die meisten Regenwassertanks enthalten bereits eine Pumpe, deren Leistung auf das Volumen und die Größe angepasst ist.

Hauswasserwerk

Eine Person öffnet eine Hauswasserpumpe vor einer Waschmaschine

Eine Hauswasserwerkpumpe gewährleistet einen gleichmäßigen Wasserdruck. Dieser ist wichtig, wenn du das Regenwasser als Brauchwasser im Haus verwenden möchtest.

Viele Geräte wie zum Beispiel Waschmaschinen benötigen einen gleichmäßigen Wasserdruck. Auch für den Betrieb von Rasensprengern oder Sprühanlagen im Gewächshaus sind Hauswasserwerkpumpen besser geeignet als einfache Pumpen.

Hauswasserautomaten sind komfortabel: Am Info-Display kannst du jederzeit die Fördermenge, den Druck und eventuelle Störungen ablesen.

Gartenpumpen

Gartenpumpe zwischen Blumenkübeln auf Terrasse

Gartenpumpen gibt es in vielen verschiedenen Modellen. So kannst du je nach Bedarf die richtige Pumpe mit der notwendigen Leistung wählen.

Je nach GartengrößeAnzahl der Regenfälle und örtlichen Gegebenheiten wie einer Hanglage gibt es leichte, robuste Einsteigermodelle oder leise Komfortpumpen mit einem Edelstahlgehäuse.

Regenfasspumpen

Frau hält Regenfasspumpe in Regenfass

Statt mühsam Wasser mit der Kanne aus einer großen Regentonne zu schöpfen, kannst du es mit einer Regenfasspumpe fördern. Hänge einfach die Pumpe ins Fass oder in die Tonne, schließe den Gartenschlauch mit einer Gießbrause an und schalte sie ein.

Tipp: Es gibt auch Pumpen mit aufladbaren Akkus, mit denen du den Garten bis zu einer Stunde bewässern kannst. So benötigst du keinen Stromanschluss in der Nähe der Regentonne oder des Fallrohrs.

Tauchdruckpumpen

Hand hält Tauchwasser-Druckpumpe in Gulli

Zur Förderung von Wasser aus größeren Tiefen brauchst du eine Tauchdruckpumpe. Mit ihr förderst du preiswertes Brunnen-, Quell- oder Grundwasser. Tauchdruckpumpen gibt es schon für Brunnen mit einem Durchmesser ab 100 mm und für tiefe Quellen und große Zisternen.

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Regenwasser filtern

Eine Person wäscht sich die Hände.

In der Fachwelt wird darüber gestritten, wie hygienisch Regenwasser ist. Das Wasser kommt in der Luft mit Schadstoffen in Berührung und kann sich in der Regenrinne auf dem Dach zum Beispiel mit Vogelkot vermengen.

Um auf Nummer sicher zugehen, solltest du also auch die Sauberkeit des Regenwassers im Blick behalten. Die Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e. V. rät Hausbesitzern, bei einer Regenwassernutzung in jedem Fall auf geeignete Dachflächen ohne besondere Belastung wie zum Beispiel durch Tauben zu achten.

Setze zudem ein Filtersystem zwischen Auffangfläche und Regenwasserspeicher ein. Schütze das gesammelte Regenwasser auch vor Algen, Lichteintritt und Kanalgasen. Lasse die Anlage regelmäßig von einem Fachbetrieb kontrollieren und warten. Das Regenwasser ist dann ohne Einschränkungen einsetzbar.

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