
Siebenschläfer – Wissenswertes zum Nager
Der Siebenschläfer trägt seinen Namen zu Recht. Er verschläft den größten Teil des Jahres. Wir zeigen dir, was du über den Nager wissen musst.
Was ist ein Siebenschläfer?
Der Siebenschläfer (Glis glis) gehört zur Familie der Bilche (Gliridae). Dort sind auch der Gartenschläfer, die Haselmaus und der Baumschläfer verortet. Wegen seiner Körperform und aufgrund der großen Augen wird er häufig mit dem Eichhörnchen verwechselt. Der Siebenschläfer ist nachtaktiv.
Der Siebenschläfer lebt in Mittelgebirgsregionen, seltener auch in der Tiefebene Nordwestdeutschlands. Der Nager ist nicht leicht zu entdecken. Er macht sich erst in der Dämmerung auf den Weg. Außerdem verschläft er einen Großteil des Jahres. Im Winter ist er daher gar nicht zu sehen.
Wie sieht der Siebenschläfer aus?

Der Siebenschläfer wird nicht sehr groß: Bei 20 cm Länge ist Schluss. Er wiegt etwa 80 g bis 160 g.
Der Siebenschläfer wird bis zu 20 cm lang. Sein buschiger Schwanz misst noch einmal etwa 15 cm. Er erreicht ein Gewicht von etwa 80 g bis 160 g. Das Fell ist grau bis graubraun. Die Bauchseite ist heller. Der Nager wird ungefähr neun Jahre alt.
Mit seinen großen, schwarzen Augen kann der Siebenschläfer auch in der Dämmerung noch gut sehen. Ist es vollkommen dunkel, orientiert er sich mit seinen bis zu 6 cm langen Schnurrhaaren. Im Gesicht und am Kinn hat er außerdem Tasthügel. Das Gehör des Nagers ist sehr gut.
Klettern kann der Siebenschläfer ausgezeichnet. Dafür hat er spitze Krallen und Sohlenballen. Mit ihnen saugt er sich am Untergrund fest. So kann er auch große Höhen erreichen.
Siebenschläfer verständigen sich untereinander mit Quieken, Fiepen, Pfeifen und Zähnerattern.
Der Lebensraum des Siebenschläfers
Der Siebenschläfer lebt in großen Mischwäldern mit Eichen und Buchen. Die Früchte der Bäume dienen dem Nager als Nahrung. In Totholz finden die Tiere Unterschlupf. Auch in Gartenhäusern, Scheunen oder Dachböden sind sie hin und wieder zu finden.
Davon ernähren sich Siebenschläfer
Der Siebenschläfer frisst Bucheckern, Eicheln, Knospen, Rinden und fettreiche Nüsse. Auch Insekten, Schnecken und Vogeleier sowie kleine Jungvögel nimmt er als Nahrung.

Eicheln stehen auf dem Speiseplan des Siebenschläfers. Gleiches gilt neben vielen weiteren Dingen auch für Bucheckern und Nüsse.
Der Winterschlaf des Siebenschläfers
Der Name des Siebenschläfers kommt nicht von ungefähr: Er schläft viel. Das gesamte Winterhalbjahr verschläft er. Im Spätsommer frisst er sich dafür reichlich Winterspeck an und verdoppelt sein Körpergewicht. Von Oktober bis Mai braucht er dann keine Nahrung.
Im Herbst bereitet der Siebenschläfer das Winterquartier vor. In Baum- und Felshöhlen, aber auch in Erdlöchern oder Laubhaufen baut er ein Nest aus Moos, Farnen und Gräsern. Die Tiere graben sich meist ein, um dem Frost zu entgehen.
Im Winterquartier kugelt sich der Siebenschläfer ein. So strahlt er besonders wenig Wärme ab. Seine Körpertemperatur sinkt dennoch auf 5 °C. Der Puls fällt von 300 auf 10. Erst Ende April/Anfang Mai wacht der Siebenschläfer nach kurzen Aufwärm- und Aufwachphasen wieder auf. Acht Monate hat er dann verschlafen.

Der Siebenschläfer hält einen langen Winterschlaf. Er kugelt sich dabei ein. So verliert er weniger Wärme.
Paarung und Nachwuchs des Siebenschläfers
Nach dem Winterschlaf beginnt die Paarungszeit. Dabei scheinen die Männchen schon im Frühjahr zu „wissen“, wie viel Nahrung es im Herbst geben wird, vor allem Bucheckern. Ihre Fruchtbarkeit stellt sich entsprechend ein. Wissenschaftler haben dies noch nicht ganz nachvollziehen können.
Nach einer Tragezeit von rund 30 Tagen gebären Siebenschläfer etwa gegen Anfang August bis Mitte September zwei bis sieben Junge. Nach 21 bis 32 Tagen öffnen diese ihre Augen und fressen sich sofort einen Winterspeck an.
Welche Fressfeinde hat der Siebenschläfer?
Marder, Eulen und Hauskatzen gehören zu den Feinden des Siebenschläfers.
Der Siebenschläfer im Garten
Siebenschläfer darfst du nicht fangen oder bekämpfen. Sie gehören zu den geschützten Arten. Willst du sie vertreiben, setze auf sanfte Mittel wie bestimmte Düfte. So kannst du zum Beispiel vorgehen, wenn sich ein Siebenschläfer auf deinem Dachboden eingenistet hat.
Besonders häufig sind Siebenschläfer in Gärten mit Eichen und Buchen zu finden. Auch Nuss- und Obstbäume sowie Beerensträucher ziehen die Nager an. Baumhöhlen, Nistkästen, Erdhöhlen und Geräteschuppen machen deinen Garten für die Tiere ebenfalls attraktiv. Grenzt dein Garten an einen Laubwald, ist die Chance auf Siebenschläfer besonders hoch.
Lebt ein Siebenschläfer auf deinem Dachboden und stört dich dort nicht, räume und renoviere dort erst nach dem Ende des Winterschlafs. Beim Umgestalten des Gartens behältst du strukturierte Flächen und Büsche beziehungsweise Hecken bei. Hier findet der Siebenschläfer Unterschlupf.








