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Taube vor einem Fenster

In großer Zahl können Tauben im Garten oder auf dem Balkon zur Plage werden. Außerdem befürchten viele Menschen die Übertragung von Krankheiten und möchten deshalb die Tauben vertreiben. In diesem Ratgeber erfährst du, welche geeigneten Methoden und Möglichkeiten es zur Taubenabwehr gibt, ohne den Tieren zu schaden.

Unterschiedliche Taubenarten

Die umfangreiche Familie der Tauben (Columbidae) umfasst rund 40 Gattungen und über 300 Arten. In unseren Breiten sind diese Taubenarten in freier Wildbahn zu finden:

  • Ringeltaube (Columba palumbus)

  • Turteltaube (Streptopelia turtur)

  • Türkentaube (Streptopelia decaocto)

  • Hohltaube (Columba oenas)

  • Stadt- oder Straßentaube (Columba livia forma domestica)

Die Stadttaube ist der Kulturnachfolger der Felsentaube (Columba livia) und gilt als rückverwildertes Haustier. Zu einem Großteil gehen die städtischen Tauben auf Haus- und Brieftauben zurück, die sich selbst überlassen wurden. Das Taubenproblem in Städten ist demnach bis zu einem gewissen Grad menschengemacht.

Als ehemaliges Haustier suchen die Vögel nach wie vor die Nähe zum Menschen. Ähnlich wie ihre wilden Verwandten, die Felsentauben, die in Felsspalten nisten, bauen Stadttauben ihre Nester an Balkonen, Fenstersimsen und Mauervorsprüngen.

Ein Taubenpaar, das gelegentlich das Futterhaus im heimischen Garten besucht, wirkt kaum störend. Im Gegenteil, es kann richtig spannend sein, die Vögel zu beobachten. Wenn aber viele Tauben kleineren Singvögeln das Futter streitig machen oder Haus und Garten verschmutzen, kannst du die Tiere mit geeigneten und schonenden Mitteln vertreiben.

Tauben vertreiben – Warum?

Das Nahrungsangebot bestimmt weitgehend, wie viele Tauben in einer Stadt leben können. Durch ein lokales Überangebot schnellt die Population in die Höhe, wodurch die Tiere an manchen Stellen zur Belästigung werden können und als Taubenplage wahrgenommen werden. Vor allem an großen Plätzen vor Einkaufszentren oder Bahnhöfen sind viele Tauben zu finden.

Das urbane Umfeld bietet Tauben ein Habitat, wo sie sich statt von Körnern, Samen, Beeren und Früchten meist von Essensresten und Abfällen ernähren. Das nicht artgerechte Futter kann zu Stress, Mangelernährung und Krankheiten der Vögel führen. Hauptsächlich sind es geschwächte oder kranke Tiere, die die „typischen“ weiß-grünlichen Kotflecken hinterlassen.

Vor allem der Taubenkot, der mitunter nur schwer von Balkonen, Terrassen oder Autos zu entfernen ist, führt dazu, dass einige Großstädte bereits Maßnahmen zur Bestandsregulierung ergriffen haben. Hierzu gehört unter anderem das Fütterungsverbot in vielen Städten sowie die Einrichtung von geeigneten Nistmöglichkeiten, um durch Austausch der Gelege gegen Attrappen den Bestand der Tauben zu regulieren.

Einige Methoden zur Taubenabwehr sehen Tierschutzverbände hingegen kritisch. Hierzu zählen etwa die Jagd durch dressierte Falken und das Abschießen, wodurch sich der Taubenbestand zudem nicht nachhaltig verringern lässt. Außerdem sollen Spannnetze die Tiere aus Hinterhöfen fernhalten, Spikes auf Fenstersimsen und Mauervorsprüngen verhindern, dass sich Tauben an Häusern einnisten, und Abwehrgele und -pasten vertreiben die Tiere. Diese Maßnahmen werden aber oft zur tödlichen Falle – auch für andere Vögel. Deshalb zeigen wir dir schonende Möglichkeiten zur Bekämpfung einer Taubenplage.

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Allgemeine Tipps zur Taubenabwehr

Essensreste ziehen Tauben an. Finden die Vögel bei dir keine Nahrung, suchen sie sich einen anderen Platz. Sauberkeit gehört daher zu den Mitteln, mit denen sich die Ausbreitung von Tauben im Garten und am Haus vorbeugen lassen. Halte den Balkon oder die Terrasse frei von Krümeln, Chips, Nüssen und anderen Lebensmitteln sowie Lebensmittelresten.

Tipp: Wenn du Tauben von der Futterstation fernhalten möchtest, wählst du am besten ein Vogelhaus mit kleinem Eingang und ohne breite Sitzmöglichkeit für die Vögel. Alternativ umhüllst du das Häuschen mit Maschendraht, sodass nur kleine Singvögel hindurchschlüpfen können.

Wenn ein Café oder Restaurant in der Nähe Tauben anzieht, kann auch das an herumliegenden Essensresten oder für die Vögel zugänglichen Mülltonnen liegen. In dem Fall kannst du das Gespräch mit dem Betreibenden suchen, um auf das Taubenproblem aufmerksam zu machen.

Wie die meisten Vögel sind auch Tauben vergleichsweise schreckhaft, sodass sie häufig Reißaus nehmen und sich woanders niederlassen, wenn sie regelmäßig durch Geräusche, Lichtreflexe oder Ähnliches gestört werden.

Hinweis: Der Einsatz von Gift, Fressködern oder gar das Töten der Vögel ist nach dem Tierschutzgesetz verboten. Selbst für Jäger gilt in der Regel im innerstädtischen Raum ein Jagdverbot. Verzichte außerdem auf Sprays oder Gele, die das Gefieder verkleben.

10 Tipps im Umgang mit Tauben

1. Taubennester entfernen und Ei-Attrappen

Viele Gemeinden siedeln Stadttauben in kontrollierte Taubenschläge um. Dort kann auch der Ei-Austausch gegen Attrappen erfolgen, um Tierleid durch Überpopulation vorzubeugen. Im heimischen Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse kannst du unter bestimmten Umständen ähnlich vorgehen, etwa wenn die Tiere in gefährlichen Ecken wie an einer Klimaanlage nisten oder das Nest für natürliche Jäger wie Katzen erreichbar ist.

Stelle sicher, dass es sich tatsächlich um Stadttauben handelt, wenn du ein Nest am Haus entdeckst und entfernen möchtest. Bei Wildtauben kannst du dich an die örtliche Wildtierhilfe wenden.

  1. Ist das Nest noch leer oder sind die Nestlinge bereits flügge, kannst du das Vogelnest entfernen, damit die Tauben nicht weiter oder wieder an dieser Stelle brüten. Trage dabei Handschuhe und eine Atemschutzmaske. Eventuelle Nischen oder Spalten im Mauerwerk schließt du am besten.
  2. Befinden sich Eier im Nest, die nicht länger als vier Tage bebrütet wurden, kannst du diese gegen Plastikeier austauschen und das Nest nach gut zwei Wochen entfernen.
  3. Länger bebrütete Eier oder Nester mit Küken störst du nicht.


Hinweis: Wie alle europäischen Vogelarten unterliegen auch Tauben dem allgemeinen Schutz der EU-Vogelschutzrichtlinie und dem hierzulande geltenden Tierschutzgesetz. Ähnlich wie bei Straßenkatzen ist es jedoch erlaubt, tierschutzgerechte Fortpflanzungsregulation durchzuführen.

Taube im Nest unter einem Welldach.

Entdeckst du das Nest einer Taube, informierst du dich zunächst über die Art und eventuelle Schutzbestimmungen, bevor du das Nest gegebenenfalls entfernst.

2. Tauben vertreiben mit Plastik-Spikes

Spikes zur Taubenabwehr sind zwar erlaubt, aber nicht ungefährlich für die Tiere. Metall-Spikes sollen Tauben davon abhalten, auf Fenstersimsen, Geländern oder Dächern zu landen. An den harten Stacheln können sich die Vögel aber verletzen. Wer auf diese Art der Taubenabwehr nicht verzichten möchte, greift besser zu weichen Kunststoff-Spikes, um Tauben fernzuhalten.

3. Mit abgeschrägten Kanten Tauben vorbeugen

Auf glatten, schrägen Oberflächen finden Tauben nur schwer Halt. Daher nehmen sie meist Abstand davon, an solchen Stellen zu nisten. Mit rostfreien Blechen an Fenstersimsen und Dachvorsprüngen, die du im 45°-Winkel oder steiler anbringst, kannst du Tauben fernhalten.

4. Windräder vertreiben Tauben

Wie schön, wenn die Garten- und Balkondekoration sich auch noch als hilfreich zur Taubenabwehr erweist! Mit Windrädern und Flatterbändern, die sich mit einem Luftzug bewegen, lassen sich Tauben auf sanfte Weise fernhalten. Auf unvorhersehbare Bewegungen und störende Geräusche reagieren Tauben schreckhaft und meiden deshalb Plätze mit Windspielen und ähnlicher Deko.

5. Selbstgemachter Taubenschreck

Aus recycelten Materialien lässt sich ein hervorragender Taubenschreck basteln. Dafür bindest du alte CDs oder DVDs zu einem funkelnden Mobile zusammen. Das hängst du anschließend zum Beispiel an einen Ast. Achte darauf, dass sich die CDs drehen können.

Alufolie eignet sich ebenfalls für diese Art des Taubenschrecks. Dafür schneidest du sie in Streifen und bindest sie zusammen. Die Reflexionen und Geräusche solcher DIY-Windspiele vertreiben die Tauben.

6. Haustieren Auslauf geben

Hast du Hunde oder Katzen, können sie zum Wächter von Garten oder Balkon werden. Lässt du sie im Außenbereich herumlaufen, schreckt das Vögel ab. Sichere den Balkon bei Bedarf mit einer entsprechenden Schutzvorrichtung.

Tauben gehen Katzen aus dem Weg und Hundebellen mögen die Vögel genauso wenig. Das Revier der potenziellen Jäger meiden sie lieber.

Graue Katze beobachtet weiße Taube von der Fensterbank aus.

Wenn Katzen oder Hunde auf den Balkon dürfen, schreckt auch das Tauben ab.

7. Mit Tierhaaren gegen Tauben

Um Tauben zu vertreiben, müssen Haustiere nicht dauernd den Außenbereich bewachen oder gar aktiv gegen die Vögel vorgehen. Bereits der Geruch von Hunde- oder Katzenhaaren wirkt abschreckend. Verteile die Tierhaare dafür gezielt auf dem Balkon oder der Terrasse.

Die Vögel gewöhnen sich jedoch schnell an die Gerüche. Sorge daher für Abwechslung, indem du beispielsweise die Haare verschiedener Haustiere nutzt.

8. Plastik-Rabe als Vogelscheuche

Raben, Eulen, Habichte oder Bussarde sind natürliche Feinde der Taube. Deshalb eignet sich auch eine Attrappe als Vogelscheuche, um Tauben fernzuhalten. Dabei gilt: Je realistischer der Fressfeind wirkt, desto wirkungsvoller ist er. So gibt es Modelle, die Raben im Flug zeigen oder mithilfe eines Bewegungssensors Krächzlaute abgeben, sobald sich ein Vogel neben der Attrappe niederlässt. Zudem kannst du den Vogelschreck mit etwas Alufolie zum Glitzern bringen.

Hinweis: Achte auf eine sichere Befestigung. Trifft ein fallendes Plastiktier zum Beispiel eine Person auf dem Gehweg unter dem Balkon, haftest du dafür.

Tipp: Wechsle den Standort von Plastikvögeln am besten regelmäßig. Tauben sind schlau genug, um zu bemerken, wenn sich ein vermeintlicher Feind nicht bewegt.

9. Balkon mit Taubennetz schützen

Eine simple Methode, um Tauben von deinem Balkon fernzuhalten, ist ein Vogelschutznetz. Auch wenn es nicht besonders schmückend ist, ist der Nutzen des Netzes groß – vor allem wenn du es mit großen Taubenschwärmen zu tun hast. Wähle ein möglichst engmaschiges Netz, damit sich weder Tauben noch Singvögel darin verheddern können.

Alternativ bieten sich auch dünne Spanndrähte an, um Tauben vom Landen abzuhalten. Auf den Spanndrähten finden sie keinen Halt und fliegen weiter.

10. Tauben vertreiben mit professioneller Unterstützung

Hat keiner der vorherigen Tipps gegen die Taubenplage geholfen, kannst du dich auch an die Stadtverwaltung wenden. Bitte, wenn möglich, auch deine Nachbarn, dein Anliegen zu unterstützen. Zusammen könnt ihr die Stadt dazu bewegen, ein geeignetes Taubenkonzept zu erarbeiten.

Im Umgang mit Tauben ist außerdem die örtliche Wildtierhilfe oder der Tierschutz eine gute Anlaufstelle.

Tauben als Überträger von Krankheiten?

Tauben sind in der Regel nicht gefährlicher als andere Haus- und Wildtiere. Aber der Kontakt mit kranken Tieren und deren Kot kann auch Menschen krank machen. So sind Tauben zu ihrem schlechten Ruf als „Ratten der Lüfte“ gekommen.

In freier Wildbahn ernähren sich die Tiere eher von Körnern oder Samen. Nicht artgerechtes Futter wie Essensreste und Abfälle begünstigt Krankheiten und dünnflüssigen Taubenkot, der meist nur schwer zu entfernen ist. Gesunde Tiere scheiden hingegen festen Kot aus.

Hinweis: Zur Sicherheit solltest du, wenn du Taubenkot entfernst, stets eine Atemschutzmaske und Handschuhe tragen. Beim Entfernen von Kot wird Staub aufgewirbelt, der zu allergischen Reaktionen führen und gegebenenfalls Krankheitserreger übertragen kann. Ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung kann dich bei der Beseitigung professionell unterstützen.

Erkrankte Tauben erkennst du zum Beispiel daran, dass sie apathisch auf belebten Plätzen sitzen, häufig mit aufgeplustertem, verschmutztem Gefieder. Kranke oder verletzte Tauben solltest du keinesfalls mit nach Hause nehmen, um sie selbsttätig zu pflegen. Stattdessen kannst du sie der örtlichen Wildtierhilfe, dem Forstamt oder Tierschutz melden.

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FAQ – Fragen und Antworten zum Tauben vertreiben

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