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Hecke richtig schneiden

Zuletzt aktualisiert: 24.10.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Gärtner schneidet Hecke mit elektrischer Heckenschere.

Wann Sie ihre Hecke schneiden dürfen, wie Sie das Vorhaben richtig angehen und welche Heckenschere Sie für welchen Schnitt benötigen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Wann ist der Heckenschnitt erlaubt?

Ein regelmäßiger Schnitt sorgt nicht nur dafür, dass Hecken ihre Form behalten, sondern fördert auch das Wachstum sowie dichtes, grünes Zweigwerk. Allerdings gibt es beim Heckenschnitt einige Dinge zu beachten. 

So sind grundsätzlich umfangreiche Heckenschnitte zwischen dem 1. März und dem 30. September gesetzlich verboten (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz). In dieser Zeit ist es untersagt, Hecken abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder ganz zu beseitigen.

Allerdings sind schonende Heckenrückschnitte gesetzlich möglich, sofern das Schneiden der Hecke das Wohl wild lebender Tiere wie Vögel nicht beeinträchtigt. Sie dürfen Ihre Hecken im späten Frühjahr oder Sommer demnach schneiden, wenn es schonende Form- oder Pflegeschnitte sind oder der Rückschnitt der Gesundheit der Pflanzen dient.

Der richtige Zeitpunkt für den Heckenschnitt

Den ersten Schnitt Ihrer Hecke nehmen Sie idealerweise im Frühjahr (Februar) vor, sobald kein Frost mehr zu erwarten ist. Damit sorgen Sie für einen dichten, gleichmäßigen und gesunden Wuchs in der gewünschten Form und Höhe. Ende Juni folgt ein schonender Rückschnitt. Er dient dazu, Unebenheiten auszugleichen, die beim Frühjahrsschnitt nicht sichtbar waren. Um Frostschäden sicher zu vermeiden und das Wachstum nochmals anzuregen, ist ein erneuter Formschnitt im Spätsommer (August/September) empfehlenswert. Hierbei werden schwache Triebe entfernt, die den Winter nicht überstehen würden.

Trübes, bewölktes Wetter ist ideal für den Heckenschnitt. Vermeiden Sie pralle Sonne, sonst könnten angeschnittene Blattspitzen oder Nadeln braun und unansehnlich werden. Um starke Sonne, Hitze und eine damit einhergehende Austrocknung der Sträucher zu vermeiden, können Sie mit der Arbeit auch erst am späten Nachmittag beginnen. Zu dieser Tageszeit ist die Hecke weniger empfindlich, da sich der Saft aus Blättern und kleinen Zweigen bereits in die Stämme zurückgezogen hat.

Gärtner schneidet Hecke mit elektrischer Heckenschere.

Was es beim Schnitt verschiedener Hecken zu beachten gilt

Wahl der richtigen Heckenschere

Bei sehr jungen Gehölzen beziehungsweise Trieben nutzen Sie gegebenenfalls eine Gartenschere. Ansonsten ist die Heckenschere das Werkzeug der Wahl. Während für kleinere Hecken oder jüngere und einzelne Triebe eine einfache Hand-Heckenschere genügt, bietet sich für größere Flächen eine Elektro-, Akku- oder Benzin-Heckenschere an. Für besonders hohe oder schwer zugängliche Hecken sind zudem sogenannte Teleskop-Heckenscheren erhältlich, welche die Reichweite des Schnittes erhöhen.

Bei großen Gärten können Akku- und Benzin-Heckenschere eine komfortable Hilfe sein. Bei einem kleineren bis mittleren Garten genügt oft eine preiswertere Elektro-Heckenschere. Achten Sie hierbei aber unbedingt auf das Anschlusskabel beim Arbeiten.

Sammlung von verschiedenen Gartenwerkzeugen vor hölzerner Werkbank, unter anderem Heckenscheren, Spaten, Besen und Schubkarre.

Welche Heckenschere eignet sich für welchen Schnitt?

Hecke richtig schneiden

Wenn Sie das passende Werkzeug gefunden haben, können Sie mit dem Heckenschnitt beginnen. Um diesen vorzubereiten, spannen Sie eine Schnur entlang der gewünschten Schnittkanten beispielsweise zwischen zwei Stäbe, die Sie in den Boden stecken. So behalten Sie beim Schnitt den Überblick über die gewünschte Heckenform. Viele Heckenpflanzen besitzen giftige Pflanzenteile und können Allergien auslösen. Schützen Sie daher Ihre Haut vor dem Kontakt. Tragen Sie beim Schneiden Ihrer Hecke geeignete Gartenbekleidung wie Schutzbrille, Arbeitshandschuhe und Gehörschutz.

Ideal ist ein Schnitt in Trapezform, sodass der obere Teil der Hecke, die sogenannte Schulter, schmaler ausfällt als die Basis. Auf diese Weise entsteht eine flächige, blickdichte Basis, bei der auch untere Triebe genügend Licht bekommen. Ob es sich bei der Hecke um ein immergrünes oder ein Laubgehölz handelt, spielt dabei keine Rolle. Durch den gleichmäßigen Wuchs bleiben die Pflanzen formstabil, zum Beispiel bei Schneelast.

Bewährt beim Schnitt ist das Verhältnis 1:10 – der obere Rückschnitt in der Breite beträgt in etwa 1/10 des gesamten Höhenrückschnitts. Alternativ ist auch ein rechtwinkliger Schnitt sehr beliebt, der allerdings Lichteinbußen zur Folge hat.

Zeichnung zeigt den richtigen Schnitt von Hecken in Trapezform.
Heckenschnitt in Trapezform am Beispiel einer Ligusterhecker.

Schäden an der Hecke ausbessern

Im Laufe der Zeit kann es vorkommen, dass die Hecke Löcher, kahle Stellen oder Lücken aufweist, die Sie mit verschiedenen Methoden bekämpfen. Um Löcher in der Hecke zu schließen, verbinden Sie zwei Bambusstäbe zu einem Kreuz und legen Sie es waagerecht oder diagonal über die Schadstelle. Schneiden Sie dann die umliegenden Triebe etwas zurück, um das Wachstum und die Verzweigung anzuregen. So beginnen die Zweige, sich um die Stäbe zu ranken und die Lücke ist schon bald verschwunden.

Ein häufig auftretender Makel ist, dass Hecken unten kahle Stellen bekommen und dort keine jungen Austriebe mehr wachsen. Dies ist meist eine Folge der falschen Schnitttechnik: Schneiden Sie nur oben, regen Sie auch nur dort das Wachstum an und der Wuchs wird unregelmäßig. Dies lässt sich korrigieren, indem Sie das Gehölz um circa die Hälfte oder sogar auf ein Viertel zurückschneiden, allerdings nur bis ins lebende Holz. Achten Sie dann darauf, jährlich auch im unteren Bereich an den Seiten immer etwas einzukürzen.

Um Heckenlücken zu schließen, biegen Sie lange Triebe von oben nach unten und fixieren diese am Boden. Hier schlagen die Heckentriebe sogenannte Absenkerwurzeln und treiben neu aus.

Zeichnung: Wuchs der Hecke wird durch Rückschnitt korrigiert.

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