Foto eines Heimwerkers beim Bau einer Gartenmauer mit Hammer, Spatel und Wasserwaage

Geklebte Mauer selber bauen – so geht's

Eine Steinmauer bietet sich als Einfriedung oder als Sichtschutz an. Die Anleitung zeigt, wie Sie eine freistehende, geklebte Mauer mit einer reduzierten Unterbauvariante selber bauen können.

Wie lässt sich eine geklebte Mauer bauen?

Für den Bau einer geklebten Mauer wird zuerst der Bereich für die spätere Mauer abgesteckt und ausgehoben. Im Anschluss wird das Fundament errichtet. Bei der hier vorgestellten Variante ist der Unterbau reduziert. Das bedeutet, dass die Tiefe des Betonfundaments geringer ist und der untere Graben stattdessen mit Mineralgemisch aufgefüllt wird. Dies spart einige Aushubarbeiten und Materialkosten, bedingt aber eine geringere Belastbarkeit der Mauer.

Wenn das Fundament steht, müssen die Steine gesetzt und mit Hilfe von Kleber verbunden werden. Optional können Abdeckplatten auf die Mauer aufgesetzt werden. 

Hinweis: Wenn Sie selbst nicht mit Beton umgehen können, holen Sie sich am besten fachkundige Hilfe beim Kleben und Betonieren der freistehenden Gartenmauer, um die volle Stabilität der Mauer zu gewährleisten.

Wussten Sie schon, dass Sie MachbarMacher ganz einfach auch nur für einzelne Arbeitsschritte innerhalb der Projektumsetzung buchen können?

Geklebte Mauer bauen

10 Schritte

1
Bereich der Mauer abstecken
Skizze einer Rasenfläche, die mit Pflöcken und einer gespannten Richtschnur abgesteckt wurde sowie ein Hinweis auf den gestochenen Mastwurf
Auf einen Blick
  • Fläche mit Richtschnur abstecken
  • Oberkante des Belags beachten
So wird's gemacht

Zunächst stecken Sie den Verlauf der künftigen Gartenmauer mit Holzpflöcken und einer Richtschnur ab. Spannen Sie die Schnur, indem Sie diese mit einem "gestochenen Mastwurf" (Knotenname) um die Pflöcke schlingen. Die Richtschnur markiert die geplanten Außenkanten der Wand. Die Schnur muss absolut waagerecht sein und dient für Sie als Orientierungshilfe.

Hinweis: Denken Sie daran, dass die Steine ca. 10 cm unter der Oberkante des vorhandenen Belages liegen sollten. Messen Sie immer von der Richtschnur nach unten.

2
Graben ausheben & Untergrund verdichten
Skizze eines Handwerkers, der einen Graben für die Mauer aushebt sowie Hinweise auf das Abstechen mit einem Spaten und zum Verdichten mit Stampffuß
Auf einen Blick
  • Untergrund säubern & Erde ausheben
  • Unterbau gründlich verdichten
  • Ggf. Schalung setzen
So wird's gemacht

Falls vorhanden, entfernen Sie zunächst die Grasnarbe. Danach heben Sie einen Graben mit ca. 80 cm Tiefe und ca. 20 cm Breite (entspricht angenommener Mauerbreite) aus. Er sollte demnach genau so breit wie die geplante Mauer sein. Ziehen Sie den Graben an den Außenkanten der zukünftigen Wand entlang. Verdichten Sie anschließend den Untergrund mit einem Stampffuß.

Hinweis: Setzen Sie bei sehr sandigem Boden eine Schalung aus Brettern, damit der Graben nicht einstürzen kann.

3
Mineralgemisch in Graben einfüllen
Skizze eines Handwerkers, der Mineralgemisch in den Graben einfüllt sowie ein Hinweis zum Verdichten mit Stampffuß
Auf einen Blick
  • Mineralgemisch einbringen
  • Schichten einzeln verdichten
  • Stampffuß verwenden
So wird's gemacht

Bringen Sie ca. 50 cm Mineralgemisch in mehreren, jeweils ca. 5–10 cm starken Schichten in den Graben ein. Verdichten Sie jede Schicht einzeln, indem Sie mehrfach mit dem Stampffuß über den Bereich fahren. Nach vollständigem Einfüllen und Verdichten sollte die Schotteroberfläche ca. 40 cm unter der Schnur eingebaut sein.

4
Beton für das Fundament mischen
Skizze eines Betonmischers, aus dem Beton in eine Schubkarre gefüllt wird
Auf einen Blick
  • Richtige Menge Beton anmischen
  • Reifezeit beachten & Betonmischer reinigen
So wird's gemacht

Zum Anmischen des Betons wird sauberes und kaltes Wasser in ein Gefäß gegeben und das Material langsam eingestreut. Die Wasserzugabe richtet sich nach der Materialmenge und ist auf der Verpackung angegeben.

Grundregel: 1 kg Estrich benötigt ca. 0,09 l Wasser.

Der Beton für die geklebte Gartenmauer muss erdfeucht bis leicht plastisch sein, damit er gut verarbeitet werden kann. Anschließend wird das Material zum Einbetonieren gut durchgemischt. Hierfür empfiehlt sich ein Betonmischer.

Hinweis 1: Verarbeiten Sie den Beton für das Fundament nicht unter 6 °C, da er sonst nicht abbinden kann.

Hinweis 2: Nach der Reifezeit (siehe technische Daten) muss der Beton für das Fundament erneut gründlich durchgemischt werden.

5
Beton in den Graben einfüllen
Skizze eines Handwerkers, der Beton aus einer Schubkarre in den Graben für die Mauer füllt
Auf einen Blick
  • Fertigen Beton in Graben einfüllen
  • Beton verdichten & glatt streichen
So wird's gemacht

Füllen Sie Beton in den Graben. Verdichten Sie den Beton mit einem Kantholz oder Stampffuß und streichen Sie ihn glatt. Achten Sie darauf, dass das Fundament eine absolut waagerechte Oberfläche hat. Nutzen Sie eine große Wasserwaage, um die Fläche optimal ausrichten zu können.

6
Beton für das Fundament binden lassen
Skizze des mit Beton befüllten Grabens für die Mauer sowie ein Hinweis zur Trockenzeit
Auf einen Blick
  • Abbindezeit von 48 Stunden einhalten
  • Anschließend ggf. Schalung entfernen
So wird's gemacht

Lassen Sie den Beton ca. 48 Stunden lang abbinden/ruhen.

Hinweis: Sollten Sie eine Schalung gesetzt haben, können Sie diese nach der Abbindezeit heraus nehmen.

7
Erste Steinreihe der Mauer setzen
Skizze der ersten Steinreihe auf Mörtel sowie ein Hinweis zum Festklopfen mit Gummihammer
Auf einen Blick
  • Ausreichend Mörtel anmischen
  • Steine in die Ausgleichsschicht klopfen
  • Mörtel anschließend 24 Stunden trocknen lassen
So wird's gemacht

Mischen Sie eine ausreichende Menge Mörtel laut Herstellerangaben an. Tragen Sie eine ca. 3 cm starke Mörtelschicht auf und setzen Sie die Steine in die Ausgleichsschicht. Klopfen Sie diese im Mörtel mit dem Gummihammer leicht fest. Die Steine müssen höhengleich und in einer Flucht gesetzt werden. Die Richtschnur hilft hier als Orientierung.

Hinweis: Lassen Sie den Mörtel ebenfalls 24 Stunden abtrocknen.

8
Weitere Steinreihen in die Mauer setzen
Skizze einer Mauer, auf die ein Handwerker mit einem Spatel Kleber für die nächsten Steine verteilt
Auf einen Blick
  • Weitere Steine mit Kleber setzen
  • Steine um 3/4 bis 1/2 versetzt übereinander setzen
So wird's gemacht

Setzen Sie weitere Steinreihen, bis Sie die gewünschte Höhe (je nach Herstellerangaben) erreicht haben. Tragen Sie dazu den Kleber in ausreichender Schicht auf und drücken Sie die Steine leicht an. Tragen Sie auch auf die Seite der Steine Kleber auf, damit diese sich verbinden.

Vermeiden Sie Kreuzfugen. Setzen Sie dazu die Steine ca. um 3/4 bis 1/2 versetzt übereinander. Um die Steine genau ausrichten zu können, spannen Sie die Richtschnur bei jeder Steinlage der entstehenden geklebten Mauer.

9
Abdeckplatten setzen
Skizze einer Mauer mit Abschlusskante auf der letzten Steinreihe
Auf einen Blick
  • Ggf. Abschlusssteine mit Kleberschicht setzen
  • Abdeckplatte ggf. mit Steintrennmaschine kürzen
  • Scharfe Kanten entgraten
So wird's gemacht

Wenn, Sie möchten, können Sie Abschlusssteine auf die letzte Steinreihe setzen. Tragen Sie dazu eine ausreichende Kleberschicht auf und drücken Sie die Steine leicht an.

Falls Abdeckplatten gekürzt werden müssen, können diese mithilfe einer Steintrennmaschine auf die passende Länge zugeschnitten werden. Um eventuell entstehende scharfe Kanten an den Elementen zu beseitigen, empfiehlt es sich, die Kanten mit dem Hammer zu bossieren (zu behauen).

10
Abdeckplatten verfugen (optional)
Skizze einer Mauer mit Abdeckplatte, deren Zwischenräume mit Silikon verdichtet werden
Auf einen Blick
  • Zwischenräume der Abdeckplatten verfugen
  • Ggf. Auspresspistole & Silikon nutzen
So wird's gemacht

Um die Mauer langfristig vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen, ist das Verfüllen der Abdeckplatten-Zwischenräume mit transparentem Silikon empfehlenswert. Verwenden Sie hierzu eine Auspresspistole.

Anschließend ist Ihre freistehende, geklebte Gartenmauer fertig.

Was Sie für Ihr Projekt benötigen

  • Absteckpflöcke
  • Schnüre
  • Fäustel
  • Richtscheit
  • Handschuhe
  • Spaten
  • Bodenhacke
  • Zollstock
  • Schaufel
  • Kantholz
  • Wasserwaage
  • Pinsel
  • Gummihammer
  • Maurerkelle
  • Bauwinkel
  • Glättkelle

Tipp

Bei einigen Hilfsmitteln macht aufgrund der Anschaffungskosten ein Kauf nur Sinn, wenn Sie diese auch für weitere Projekte nutzen wollen. Alternativ können Sie solche Produkte auch mieten statt kaufen.

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