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Geklebte Mauer selber bauen – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 30.09.20214 MinutenVon: OBI Redaktion
Foto eines Heimwerkers beim Bau einer Gartenmauer mit Hammer, Spatel und Wasserwaage

Eine Steinmauer bietet sich als Einfriedung oder als Sichtschutz an. Die Anleitung zeigt, wie du eine frei stehende, geklebte Mauer mit einer reduzierten Unterbauvariante selber bauen kannst.

Wie lässt sich eine geklebte Mauer bauen?

Für den Bau einer geklebten Mauer wird zuerst der Bereich für die spätere Mauer abgesteckt und ausgehoben. Im Anschluss wird das Fundament errichtet. Bei der hier vorgestellten Variante ist der Unterbau reduziert. Das bedeutet, dass die Tiefe des Betonfundaments geringer ist und der untere Graben stattdessen mit Mineralgemisch aufgefüllt wird. Dies spart einige Aushubarbeiten und Materialkosten, bedingt aber eine geringere Belastbarkeit der Mauer.

Wenn das Fundament steht, müssen die Mauersteine gesetzt und mithilfe von Kleber verbunden werden. Optional können Abdeckplatten auf die Mauer aufgesetzt werden. 

Hinweis: Wenn du selbst nicht mit Beton umgehen kannst, hole dir fachkundige Hilfe beim Kleben und Betonieren der frei stehenden Gartenmauer, um die volle Stabilität der Mauer zu gewährleisten.

Geklebte Mauer bauen

10 Schritte

1
Bereich der Mauer abstecken
Skizze einer Rasenfläche, die mit Pflöcken und einer gespannten Richtschnur abgesteckt wurde sowie ein Hinweis auf den gestochenen Mastwurf
Auf einen Blick
  • Fläche mit Richtschnur abstecken
  • Oberkante des Belags beachten
So geht das

Zunächst steckst du den Verlauf der künftigen Gartenmauer mit Holzpflöcken und einer Richtschnur ab. Spanne die Schnur, indem du diese mit einem "gestochenen Mastwurf" (Knotenname) um die Pflöcke schlingst. Die Richtschnur markiert die geplanten Außenkanten der Wand. Die Schnur muss absolut waagerecht sein und dient dir als Orientierungshilfe.

 

Hinweis: Denke daran, dass die Steine etwa 10 cm unter der Oberkante des vorhandenen Belages liegen sollten. Miss immer von der Richtschnur nach unten.

So geht das

2
Graben ausheben & Untergrund verdichten
Skizze eines Handwerkers, der einen Graben für die Mauer aushebt sowie Hinweise auf das Abstechen mit einem Spaten und zum Verdichten mit Stampffuß
Auf einen Blick
  • Untergrund säubern und Erde ausheben
  • Unterbau gründlich verdichten
  • Ggf. Schalung setzen
So geht das

Falls vorhanden, entfernst du zunächst die Grasnarbe. Danach hebst du einen Graben mit etwa 80 cm Tiefe und etwa 20 cm Breite (entspricht angenommener Mauerbreite) aus. Er sollte demnach genau so breit wie die geplante Mauer sein. Ziehe den Graben an den Außenkanten der zukünftigen Wand entlang. Verdichte anschließend den Untergrund mit einem Stampffuß.

 

Hinweis: Setze bei sehr sandigem Boden eine Schalung aus Brettern, damit der Graben nicht einstürzen kann.

So geht das

3
Mineralgemisch in Graben einfüllen
Skizze eines Handwerkers, der Mineralgemisch in den Graben einfüllt sowie ein Hinweis zum Verdichten mit Stampffuß
Auf einen Blick
  • Mineralgemisch einbringen
  • Schichten einzeln verdichten
  • Stampffuß verwenden
So geht das

Bringe etwa 50 cm Mineralgemisch in mehreren, jeweils etwa 5 cm bis 10 cm starken Schichten in den Graben ein. Verdichte jede Schicht einzeln, indem du mehrfach mit dem Stampffuß über den Bereich fährst. Nach vollständigem Einfüllen und Verdichten sollte die Schotteroberfläche rund 40 cm unter der Schnur eingebaut sein.

So geht das

4
Beton für das Fundament mischen
Skizze eines Betonmischers, aus dem Beton in eine Schubkarre gefüllt wird
Auf einen Blick
  • Beton anmischen
  • Reifezeit beachten und Betonmischer reinigen
So geht das

Zum Anmischen des Betons wird sauberes und kaltes Wasser in ein Gefäß gegeben und das Material langsam eingestreut. Die Wasserzugabe richtet sich nach der Materialmenge und ist auf der Verpackung angegeben.

Grundregel: 1 kg Estrich benötigt 0,09 l Wasser.

Der Beton für die geklebte Gartenmauer muss erdfeucht bis leicht plastisch sein, damit er gut verarbeitet werden kann. Anschließend wird das Material zum Einbetonieren gut durchgemischt. Hierfür empfiehlt sich ein Betonmischer.

 

Hinweis 1: Verarbeite den Beton für das Fundament nicht unter 6 °C, da er sonst nicht abbinden kann.

 

Hinweis 2: Nach der Reifezeit (siehe technische Daten) muss der Beton für das Fundament erneut gründlich durchgemischt werden.

So geht das

5
Beton in den Graben einfüllen
Skizze eines Handwerkers, der Beton aus einer Schubkarre in den Graben für die Mauer füllt
Auf einen Blick
  • Beton in Graben einfüllen
  • Beton verdichten und glatt streichen
So geht das

Fülle Beton in den Graben. Verdichte den Beton mit einem Kantholz oder Stampffuß und streiche ihn glatt. Achte darauf, dass das Fundament eine absolut waagerechte Oberfläche hat. Nutze eine große Wasserwaage, um die Fläche optimal ausrichten zu können.

So geht das

6
Beton für das Fundament binden lassen
Skizze des mit Beton befüllten Grabens für die Mauer sowie ein Hinweis zur Trockenzeit
Auf einen Blick
  • Abbindezeit von 48 Stunden einhalten
  • Ggf. Schalung entfernen
So geht das

Lasse den Beton etwa 48 Stunden lang abbinden/ruhen.

 

Hinweis: Solltest du eine Schalung gesetzt haben, kannst du diese nach der Abbindezeit heraus nehmen.

So geht das

7
Erste Steinreihe der Mauer setzen
Skizze der ersten Steinreihe auf Mörtel sowie ein Hinweis zum Festklopfen mit Gummihammer
Auf einen Blick
  • Mörtel anmischen
  • Mauersteine in die Ausgleichsschicht klopfen
  • Mörtel anschließend 24 Stunden trocknen lassen
So geht das

Mische eine ausreichende Menge Mörtel gemäß Herstellerangaben an. Trage eine etwa 3 cm starke Mörtelschicht auf und setze die Steine in die Ausgleichsschicht. Klopfe diese im Mörtel mit dem Gummihammer leicht fest. Die Steine der Reihe müssen höhengleich und in einer Flucht gesetzt werden. Die Richtschnur hilft hier als Orientierung.

Hinweis: Lasse den Mörtel ebenfalls 24 Stunden abtrocknen.

So geht das

8
Weitere Steinreihen in die Mauer setzen
Skizze einer Mauer, auf die ein Handwerker mit einem Spatel Kleber für die nächsten Steine verteilt
Auf einen Blick
  • Steine mit Kleber setzen
  • Reihen versetzt übereinander kleben
So geht das

Setze weitere Reihen, bis du die gewünschte Höhe (je nach Herstellerangaben) erreicht hast. Trage dazu den Kleber in ausreichender Schicht auf und drücke die Steine leicht an. Trage auch auf die Seite der Steine Kleber auf, damit diese sich verbinden.
Vermeide Kreuzfugen. Setze dazu die Steine versetzt übereinander. Die Hälfte bis drei Viertel der Fläche sollte sich überschneiden. Um die Mauersteine genau ausrichten zu können, spanne die Richtschnur bei jeder Reihe der entstehenden geklebten Mauer.

 

Hinweis: Je nach Bundesland gibt es andere Vorschriften, wie hoch eine Mauer sein darf. Informationen dazu findest du in dem Bebauungsplan deiner Gemeinde.

So geht das

9
Abdeckplatten setzen
Skizze einer Mauer mit Abschlusskante auf der letzten Steinreihe
Auf einen Blick
  • Ggf. Abschlusssteine mit Kleberschicht setzen
  • Abdeckplatte ggf. mit Steintrennmaschine kürzen
  • Scharfe Kanten entgraten
So geht das

Wenn du möchtest, kannst du Abschlusssteine auf die letzte Steinreihe setzen. Trage dazu eine ausreichende Kleberschicht auf und drücke die Steine leicht an.

Falls Abdeckplatten gekürzt werden müssen, können diese mithilfe einer Steintrennmaschine auf die passende Länge zugeschnitten werden. Um eventuell entstehende scharfe Kanten an den Elementen zu beseitigen, empfiehlt es sich, die Kanten mit dem Hammer zu bossieren (zu behauen).

So geht das

10
Abdeckplatten verfugen (optional)
Skizze einer Mauer mit Abdeckplatte, deren Zwischenräume mit Silikon verdichtet werden
Auf einen Blick
  • Zwischenräume der Abdeckplatten verfugen
  • Ggf. Auspresspistole und Silikon nutzen
So geht das

Um die Mauer langfristig vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen, ist das Verfüllen der Abdeckplatten-Zwischenräume mit transparentem Silikon empfehlenswert. Verwende hierzu eine Auspresspistole.

Anschließend ist deine frei stehende, geklebte Gartenmauer fertig.

So geht das

Das benötigst du für dein Projekt

  • Absteckpflöcke
  • Schnüre
  • Fäustel
  • Richtscheit
  • Handschuhe
  • Spaten
  • Bodenhacke
  • Zollstock
  • Schaufel
  • Kantholz
  • Wasserwaage
  • Pinsel
  • Gummihammer
  • Maurerkelle
  • Bauwinkel
  • Glättkelle

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