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Bäume richtig schneiden

Zuletzt aktualisiert: 20.09.20195 Minuten
Hände in Handschuhen schneiden einen Ast mit einer Baumschere ab.

Wenn Sie Bäume schneiden, achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt und die passende Schnittart. Erfahren Sie hier, wie und wann Sie Bäume fachgerecht beschneiden.

Wann ist der Baumschnitt sinnvoll?

Bäume und Sträucher in Ihrem Garten benötigen einen regelmäßigen Rückschnitt, um gesund auszusehen und zu wachsen. Besonders die Kronen der Bäume brauchen ausreichend Luft und Licht, was sich durch das Beschneiden von Ästen und Zweigen bewirken lässt.

Je nach Pflanze ist der ideale Zeitpunkt für einen Baumschnitt unterschiedlich: Obstbäume und Sträucher schneiden Sie von Februar bis März oder von Juli bis August. Frühjahrsblüher können Sie direkt nach der Blüte schneiden, Sommerblüher auch noch bis in den April hinein.

Erfahren Sie im Folgenden, wann und wie Sie Bäume in Ihrem Garten beschneiden und mit welchen Werkzeugen Sie den Rückschnitt bei verschiedenen Ästen vornehmen.

Basiswissen zum Baumschnitt

Baum mit grünen Blättern in einem sehr grünen Wald.

Baumkronen brauchen Licht und Luft, um sich zu entfalten. Bei Obstbäume und Ziergehölze ist daher ein regelmäßiger Gehölzschnitt anzuraten, damit Blüte und Ernte üppig ausfallen. Als Grundregel gilt: Ein starker Rückschnitt ist gut für das Wachstum der Pflanze. Ein geringer Rückschnitt und das Herunterbinden von Zweigen bei jungen Bäumen fördern den Fruchtansatz.

Für einen fachgerechten Rückschnitt am Baum schneiden beziehungsweise sägen Sie die Äste direkt hinter dem Astring – also an der Wulst der Astbasis – von oben schräg nach unten ab. Große, schwere Äste sägen Sie nicht auf einmal ab, da sonst die Gefahr von Ausbrüchen und Absplitterungen entsteht. Gehen Sie hier besser etappenweise vor.

Der erste Baumschnitt erfolgt nach dem Pflanzen: Wird im Frühjahr gepflanzt oder handelt es sich um zweijährige Veredelungen, beschneiden Sie die Bäume direkt. Wenn Sie im Herbst Bäume pflanzen, erfolgt der Schnitt im Frühjahr darauf.

Blüten dienen der Fortpflanzung, kosten die Pflanze aber Energie. Wenn Sie den Fokus bei Ihren Pflanzen zunächst auf das Wachstum legen möchten, entfernen Sie die ersten Blüten. Die Pflanze kann ihre Energie dann in die Wurzelbildung stecken. Mit gestärkten Wurzeln blüht die Pflanze im nächsten Jahr dann wieder.

Warum sollte man Bäume schneiden?

Ein Mann schneidet einen Obstbaum mit einer verlängerten Baumschere. Das Foto ist von unten aufgenommen, sodass der Mann volständig bei der Arbeit zu sehen ist.

Es gibt viele Gründe, Äste und Zweige an Bäumen zu beschneiden. Häufig wachsen sie so dicht übereinander, dass die unteren Triebe nicht mehr ausreichend Licht bekommen. Entfernen Sie deshalb die unteren, vergreisten Äste komplett. So geschieht es auch mit kleinen, alten Zweigen, die nicht mehr tragen, denn hier bilden sich ohnehin keine Blüten mehr.

Obstbäume haben einen Haupttrieb, der die Früchte ausbildet und reifen lässt. Wird der Baum nicht regelmäßig beschnitten, können sich Konkurrenztriebe bilden, die den Fruchtstand am Haupttrieb beeinflussen. Zum Kürzen des Haupttriebs wählen Sie drei bis vier gleichmäßig um den Haupttrieb angeordnete Leitäste aus. Schneiden Sie diese um die Hälfte zurück, sodass ihre obersten Knospen gleich hoch sind. Schneiden Sie dann senkrechte Triebe ab und entfernen außerdem nach innen wachsende Triebe.

Optimaler Schnittzeitpunkt bei Obstgehölzen

Der richtige Zeitpunkt für Baumschnitt und Veredelung

Rote Blüten des Zierapfels Nahaufnahme.

Der optimale Zeitpunkt für einen Gehölzschnitt bei Obstbäumen und -sträuchern ist im Februar/März sowie im Juli/August. Beschneiden Sie Ihre Bäume im Sommer, vertragen diese den Rückschnitt gut, da die Wunden leichter abheilen als im Winter bei Nässe und Feuchtigkeit. Im Winter hingegen sind die meisten Bäume in der Ruhephase und verlieren durch den Rückschnitt weniger Nährstoffe. Außerdem tragen die Bäume im Winter kein Laub, wodurch Sie besser erkennen können, wo ein Schnitt nötig ist.

Ziersträucher bilden durch den Schnitt verstärkt Jungtriebe aus. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt richtet sich bei ihnen nach der Blüte:
Frühjahrsblüher wie die Forsythie können direkt nach der Blüte geschnitten werden. Schneiden Sie die Triebe bis knapp über dem Boden ab. Sommerblüher können Sie noch bis März oder April zurückschneiden.

Um Bäume zu veredeln, schneiden Sie die sogenannten Reiser, also kräftige, einjährige Triebe während der Winterruhe im Dezember oder Januar. Sie können die Reiser auch im Winter schon veredeln. Falls Sie mit der Veredelung bis zum Frühjahr warten möchten, lagern Sie die Reiser kühl aber frostfrei.

Obstbäume veredeln Sie idealerweise im April. Dann können Sie auch Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren durch Absenker oder Ableger vermehren. Schnittstellen an Bäumen und Sträuchern, die größer als 3 cm sind, bieten Krankheitserregern eine ideale Angriffsfläche. Es ist daher sinnvoll, sie immer mit Wundbalsam zu verschließen.

Der richtige Zeitpunkt für Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitt

Großer, dicker Ast ohne Blätter eines älteren Baumes auf hellem Himmel im Hintergrund.

Der richtige Schnitt richtet sich nach dem Alter der Bäume und Sträucher.
Alte Bäume, die kaum mehr neue Triebe bilden, sollten einen Verjüngungsschnitt erhalten. Dabei wird die Krone um etwa ein Drittel zurückgeschnitten.

Bei Obstbäumen kann ein Auslichtungsschnitt erfolgen, sobald sie das Laub abgeworfen haben. Sie können den Auslichtungsschnitt bis in den Januar hinein vornehmen. Wählen Sie dazu einen sonnigen, frostfreien Tag. Beim Auslichten entfernen Sie totes, krankes oder beschädigtes Holz und schneiden eng stehende, sich kreuzende oder reibende Zweige weg. Außerdem werden nach innen wachsende Triebe entfernt.

Ziergehölze lichten Sie idealerweise alle 2 bis 3 Jahre aus. Dazu entfernen Sie an der Basis der Sträucher einige alte Äste. Denken Sie hier daran, Wunden im Bodenbereich zu verschließen.

Schutz für den Baum

Schnittstelle von abgeschnittenem Ast wird mit Wundverschlussmittel behandelt.

Versorgen Sie die Schnittwunden am Baum mit Wundverschlussmittel. Die durch den Rückschnitt entstandenen Wunden sollten möglichst schnell heilen, damit keine Krankheitserreger in den Baum dringen.

Schneiden Sie Überreste am Ast glatt ab. Überbleibende Stücke bilden einen Nährboden für Krankheiten und es entstehen nach oben wachsende Triebe, die keine Früchte tragen. Glatte Schnittstellen lassen sich zudem besser mit Wundschlussmittel bestreichen und wirkt dort wie ein Pflaster.

Stellen, die von Obstbaumkrebs befallen sind, entfernen Sie mit Säge und Stemmeisen. Befallene Stellen sehen aus wie eine schlecht verheilte Wunde. Stark befallene Äste beschneiden Sie komplett mit der Säge. Verschließen Sie anschließend die Schnittwunde.

Zum Schutz vor den Raupen des Frostspanners, Blutläusen und Ameisen empfiehlt sich ein Raupen- und Ameisen-Leimring. Um Spinnmilben und Schildläuse zu vermeiden, behandeln Sie die Gehölze kurz vor dem Austrieb mit einem Austriebsspritzmittel gegen Spinnmilben, Schildläuse etc.

Das richtige Werkzeug für den Baumschnitt

Zwei Frauen im Garten schneiden einen Baum. Die Frau links betätigt einen Häcksler, die Frau recht schneidet den Baum mit einer langen Schere. Im Hintergrund schneidet ein Mann die Hecke.

Mit der richtigen Schere geht das Schneiden der Bäume leichter von der Hand. Vom kleinen Zweig bis zum dicken Ast sind unterschiedliche Scherentypen gefragt.

Kleinere Äste schneiden Sie mit der zweischneidigen Bypass-Schere. Scharf geschliffene Ober- und Untermesser ergeben bei dünnen Ästen einen präzisen Schnitt. Diese Messer eignen sich aber nicht für dickere Äste, da die Scheren sich leicht spreizen.

Für dicke Äste verwenden Sie stattdessen eine robuste Amboss-Schere. Die keilförmige Klinge gleitet von oben her mit starkem Druck auch durch dicke Äste und spaltet sie. Äste, die weit oben am Baum wachsen, erreichen Sie vom Boden aus bequem mit einer Teleskop-Astschere.

Die Schnittabfälle können Sie mit einem Häcksler zerkleinern und so leicht kompostieren. Gehäckselt können Sie das Schnittgut beispielsweise zum Abdecken von Beeten verwenden.

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