Hauptinhalt
Eukalyptus mit Koalabär

Eukalypten (Eucalyptus) formen eine artenreiche Pflanzengattung innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Insbesondere Australien ist für die duftenden Eukalyptusbäume bekannt. Doch auch hierzulande gedeiht Eukalyptus. In diesem Ratgeber erfährst du mehr über Arten, Standort, Pflege und Verwendung.

Woher stammt Eukalyptus?

Eukalyptus (Eucalyptus) ist in Australien und im östlichen Indonesien beheimatet. Insgesamt umfasst die Gattung, die zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) gehört, über 600 Arten, von denen einige auch in anderen Teilen der Welt wachsen, vorwiegend in tropischen und subtropischen Gebieten.

In Australien ist Eukalyptus die beherrschende Baumart. Dort wächst er zu mächtigen Bäumen heran, während er sich hierzulande eher strauchartig entwickelt. Eukalyptus macht etwa 70 % des gesamten Waldbestandes des australischen Kontinents aus und stellt eine wichtige Nahrungsquelle für Koalas dar.

Die hochspezialisierten Tiere sind in der Lage, größere Mengen Zweige zu fressen, die für andere Lebewesen giftig wären. Im Gegensatz zu anderen Tieren können Koalas die enthaltenen ätherischen Öle besser abbauen. Zudem riechen sie offenbar heraus, welche Blätter mehr und welche weniger Eukalyptusöl enthalten. Zerreibst du die Blätter zwischen deinen Fingern, kannst du den charakteristischen frisch-herben Duft, der an Hustenbonbons erinnert, ebenfalls wahrnehmen.

online-retail

Produkte im Shop finden

Finde die passenden Pflanzen im OBI Onlineshop.

So sieht Eukalyptus aus

Eukalypten zeichnen sich durch einen schlanken, aufrechten Wuchs aus. Durch regelmäßigen Rückschnitt wachsen sie dicht und buschig.

Ähnlich wie andere Bäume bildet auch Eukalyptus jährlich eine neue Schicht Borke. Je nach Art verändert sich mit zunehmendem Alter das Erscheinungsbild des Eukalyptusbaums zum Teil erheblich.

Bei Eucalyptus sheathiana löst sich die äußerste Schicht und hängt schließlich in langen Streifen vom Stamm. Ähnlich wie Schuppen blättert die Rinde bei den Arten Eucalyptus diversicolor, Eucalyptus cosmophylla und Eucalyptus cladocalyx vom Stamm ab. Mitunter legt sich die abblätternde Rinde wulstartig um den unteren Teil des Stamms. Der dann freigelegte Stamm erscheint in interessanten Farben und weist oft eine einzigartige Musterung auf.

Mit der Zeit verändert sich auch das Aussehen der Blätter bei den meisten Arten (Heterophyllie). Während Jungpflanzen eiförmige bis runde weiche Blätter haben, laufen die älteren Blätter lanzettlich spitz zu. Diese sind außerdem fester und ledriger. Bei Jungpflanzen sind die Blätter gegenständig um die Zweige angeordnet, bei älteren Bäumen meist wechselständig. Das Laub erscheint grün, blaugrün oder silbrig-grau.

Eukalyptus bildet Einzelblüten. Sie wachsen oft in doldigen Blütenständen. Charakteristisch sind die zahlreichen farbigen Staubblätter. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen schmücken sich Eukalypten nicht mit auffälligen Hüllblättern. Aus den Blüten entwickeln sich die Kapselfrüchte, die man in Australien als „gumnuts“ (Gumminüsse) kennt.

Blüte am Eukalyptus

Die Blüten zeichnen sich durch auffällige Staubblätter in Weiß-, Gelb- oder Rottönen aus.

Standort und Boden

In Australien und Indonesien bekommt Eukalyptus reichlich Sonne ab. Möchtest du Eukalyptus im Garten pflanzen, benötigst du ebenfalls einen vollsonnigen Standort. Idealerweise steht der Eukalyptusbaum zudem windgeschützt.

Am besten gedeiht Eukalyptus auf lockeren, durchlässigen Böden. Das Substrat sollte sandig-lehmig, frisch bis feucht und eher sauer mit reichlich Nährstoffen sein. Auf kalkhaltige Untergründe sowie hartes Wasser reagiert Eukalyptus empfindlich.

Möchtest Eukalyptus als Kübelpflanze kultivieren, nutzt du eine Schicht aus Blähton oder Kies für die Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Blumenerde sowie Komposterde eignen sich als Substrat.

Pflege

Eukalyptus lässt sich als Kübelpflanze kultivieren, die du im Herbst ins Winterquartier holst. Bedingt winterharte Arten können die kalte Jahreszeit in Regionen mit milden Wintern auch draußen verbringen. Pflanze den Eukalyptus dazu am besten aus. Ein guter Zeitpunkt hierfür ist im Frühsommer. Größere Sträucher und Bäume stützt du mit einem Stab oder einer Rankhilfe.

Ob im Kübel oder im Freiland – Eukalyptus braucht während der Wachstumsphase vom Frühjahr bis zum Herbst regelmäßig Wasser. Die kalkempfindliche Pflanze gießt du am besten mit Regenwasser.

Kübelpflanzen versorgst du im Frühjahr und Sommer wöchentlich mit flüssigem Pflanzendünger. Solange der Boden ausreichend Nährstoffe liefert, brauchst du einen freistehenden Eukalyptusbaum im Garten nicht zu düngen. Gelegentlich bietet sich eine Düngegabe an, um das Wachstum anzuregen.

Ist der Kübel stark durchwurzelt, wird es Zeit, den Eukalyptusbaum in ein nur leicht größeres Pflanzgefäß umzutopfen. Dadurch vermeidest du einen unnötigen Wachstumsschub. Ein guter Zeitpunkt zum Umtopfen ist nach der Winterruhe im Frühjahr. Gehe dabei vorsichtig vor und achte darauf, die empfindlichen Wurzeln nicht zu verletzen.

care-calendar

Gartenpflege leicht gemacht - mit dem Pflegekalender

Der Pflegekalender von OBI führt dich mit saisonalen Pflegetipps, detaillierten Anleitungen und Erinnerungen für To-dos durch dein Gartenjahr.

Eukalyptus schneiden

Eukalyptus schneiden

Eukalyptus ist sehr gut schnittverträglich. Durch regelmäßigen Rückschnitt wächst die Pflanze schön kompakt.

Garten-Eukalyptus schneidest du normalerweise nicht. Allerdings brauchen Kübelpflanzen einen regelmäßigen Rückschnitt, um nicht zu sehr in die Höhe zu schießen. Lange Triebe stutzt du mit der Garten- oder Baumschere.

Tipp: Wirft der Baum die Blätter ab, ist das ein Hinweis auf Trockenheit. Nach einem großzügigen Rückschnitt treibt die Pflanze in der Regel wieder neu aus. Achte darauf, das Substrat stets frisch und leicht feucht zu halten. Vermeide aber Staunässe.

Winterschutz

Nur wenige Arten vertragen Frost. Der widerstandsfähige Tasmanien- oder Mostgummi-Eukalyptus (Eucalyptus gunnii) eignet sich besonders für den Anbau auf der Nordhalbkugel. Die bedingt winterharte Art verträgt Temperaturen bis -15 °C, kurzzeitig sogar bis zu -20 °C. Achte trotzdem auf einen guten Winterschutz. Um Bodenfrost zu vermeiden, kannst du mulchen oder Reisig auslegen. Den Stamm schützt du mit einer Kokosfasermatte, Schilfrohrmatte oder Sackleinen vor Frostrissen.

Frostempfindliche Arten, die du im Kübel kultivierst, ziehen während der kalten Jahreszeit in ein helles, ungeheiztes Winterquartier. Optimal sind Temperaturen von 5 °C bis 10 °C. Ist es zu dunkel oder zu trocken, verliert der immergrüne Baum meist seine Blätter. Deshalb bietet sich ein kühler Wintergarten oder ein frostfreies Gewächshaus als Winterquartier an. Im Frühjahr kommen die Pflanzen wieder nach draußen auf die Terrasse oder den Balkon.

Tipp: Mit einem Pflanzenroller erleichterst du dir den Transport.

Besondere Arten

  • Der Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans) zählt zu den größten Laubbäumen weltweit. Bei einem etwa 400 Jahre alten Exemplar auf Tasmanien wurde eine Wuchshöhe von 99 m und ein Stammumfang von knapp 13 m gemessen. Damit ist der „Centurion“ der zweitgrößte Laubbaum der Welt.
  • Der vergleichsweise kältetolerante Mostgummi-Eukalyptus (Eucalyptus gunnii) ist hierzulande auch in Gärten und Parks als Ziergehölz zu finden.
  • Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten geht vom Zitronen-Eukalyptus (Eucalyptus citriodora) kein Hustenbonbon-Aroma aus. Stattdessen verströmt diese Art einen frischen Zitrusduft. Der Zitronen-Eukalyptus eignet sich auch als Zimmerpflanze, sollte aber öfter geschnitten werden.
  • Besonders farbenprächtig kommt der Purpur-Eukalyptus (Eucalyptus ficifolia) mit seinen tiefroten Blüten daher, die sich gegen Ende August zeigen.
  • Eine ebenfalls optisch hervorstechende Art ist der Regenbogen-Eukalyptus (Eucalyptus deglupta), der jedoch nur in beheizten Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit gedeiht. Der Name geht auf den regenbogenfarbenen Stamm zurück – ein echter Hingucker, zum Beispiel im Wintergarten.

Verwendung

Eukalyptus im Kübel eignet sich zum Begrünen von warmen, vollsonnigen Terrassen und Dachgärten. Dort verbringt der Strauch die Sommermonate im Freien. Alternativ stellst du ihn in einen Wintergarten oder ein Gewächshaus. Dort zeigt er das ganze Jahr über sein frisches Grün.

Eukalyptus ist ein schnell wachsender Baum mit aufrechtem Wuchs. So hat er auch in der Forstwirtschaft eine große Bedeutung als Zellstofflieferant. Als Schnittholz wird nur das Holz alter Bäume bestimmter Arten verwendet.

In Australien ist das Gehölz eine wichtige Nahrungsquelle für Koalas. Auf anderen Kontinenten gilt Eukalyptus als Neophyt. In Südamerika breitet sich der Baum zum Beispiel schnell aus.

Eukalyptus als Heilpflanze

Eukalyptusöl in der Flasche

Eukalyptusöl wirkt antibakteriell und schleimlösend. Man findet es deshalb auch in Hustenmitteln.

Rund 3,5 % Eukalyptusöl enthalten die Blätter des Baums. Es hilft vor allem bei Erkältungskrankheiten. Das Öl ist schleimlösend und antibakteriell. Du findest es in vielen Hustenmitteln.

Auch in Hustenbonbons oder Erkältungsbäder ist Eukalyptus ein wichtiger Inhaltsstoff. Dieser lindert Hustenreiz und Beschwerden im Rachenraum. Selbst in Zahnpasta, Tinkturen für die Haut, Duschgel oder medizinischer Seife werden die Inhaltsstoffe des Eukalyptus verwendet.

Eukalyptus vermehren

Alle Eukalyptus-Arten lassen sich durch Aussaat vermehren. Die besten Aussichten auf Erfolg hast du mit hochwertigem Saatgut. Die Samen keimen bei etwa 20 °C.

Eine weitere Möglichkeit sind Stecklinge von der Mutterpflanze. Das Vermehren gelingt auf diese Weise jedoch nicht immer, da sich nur sehr langsam Wurzeln an den Zweigen bilden.

Krankheiten und Schädlinge

Eukalyptus gilt als widerstandsfähig. Die enthaltenen ätherischen Öle halten die meisten Schädlinge fern. Ab und zu findet man Blattläuse oder Wollläuse am Gehölz.

Trockenheit und Lichtmangel können den Pflanzen zusetzen. Die Bedingungen im Winterquartier begünstigen bei Kübelpflanzen die Entstehung von Grauschimmel.

Garten planen und gestalten mit dem Gartenplaner

Wenn du bei der Gestaltung deines Wunschgartens Hilfe benötigst, lass dich vom OBI Gartenplaner kostenlos beraten.

Das könnte dich auch interessieren