
Spitzahorn – Eigenschaften im Überblick
Erfahre in diesem Ratgeber, was du bei der Anpflanzung und Pflege von heimischem Spitzahorn beachten solltest. Außerdem zeigen wir dir den idealen Standort für Ahorn und welche Sorten in den Garten passen.
Woher kommt der Spitzahorn?
Der Spitzahorn (Acer platanoides) ist ein sogenanntes eingesessenes Gehölz in Deutschland. Das heißt, der Baum ist hier heimisch. Daher wird er auch häufig für Rekultivierungen genutzt.
In seinem natürlichen Umfeld kommt der Spitzahorn in den Laub- und Mischwäldern von Westeuropa über Skandinavien bis zum Ural vor. Aber auch in südlicheren Gebieten, wie beispielsweise in der Türkei, wächst der Spitzahorn.
Wie sieht der Spitzahorn aus?
Als Wildform wächst der Spitzahorn einstämmig und mittelhoch und erreicht eine Höhe von 20 m bis 30 m. Die Krone ist ausladend und kann bis zu 20 m breit werden. Als junger Baum wächst der Spitzahorn bis zu 60 cm pro Jahr.
Die charakteristische runde und dichte Krone ist ein Markenzeichen des Spitzahorns. Seine Rinde ist an den Zweigen hellbraun, die Borke am Stamm grau-braun und mit Rissen in vertikaler Richtung versehen.
Die grünen Blätter werden bis zu 20 cm breit und sitzen gegenständig an den Zweigen. Sie sind fünf- bis siebenfach gelappt und mit auffallenden Spitzen versehen, die dem Baum seinen Namen geben. Im Herbst färbt sich das Laub goldgelb mit rötlichen Zeichnungen.
Die Blätter sind dem des Bergahorns (Acer pseudoplatanus) sehr ähnlich. Allerdings sind die Blattlappen hier nicht gespitzt. Auch tritt beim Bergahorn kein Milchsaft aus, wenn du die Blattstiele umknickst.
Im Frühling ist der Spitzahorn einer der ersten Bäume, die blühen. Die Blüten zeigen sich im April gleichzeitig mit dem Austrieb der Blätter oder kurz davor. Sie sind klein und blassgelb und sitzen aufrecht als Doldentrauben an der Pflanze.
Aus den Blüten entstehen die Früchte, die die Form von geflügelten Nüsschen haben. Sobald sie reif sind, färben sie sich braun.

Der Spitzahorn blüht als einer der ersten Bäume im Jahr. Aus den Blüten entwickeln sich später die Früchte.
Der richtige Standort
Spitzahorn gedeiht am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Er verträgt sowohl Schatten als auch Hitze.
An den Boden stellt er keine besonderen Ansprüche. Das Substrat sollte schwach sauer bis alkalisch sein. Ideal ist ein lehmiges und kalkhaltiges Erdreich, wohingegen er moorige und torfhaltige Böden nicht verträgt.
Spitzahorn pflanzen und pflegen
Plane für die Anpflanzung eines Spitzahorns eine ausreichend große Fläche ein, damit sich die Krone gut entwickeln kann.
Lockere einen sehr schweren und nassen Boden vorher mit einer Harke auf, um zu verhindern, dass der Baum vor sich hin kümmert und nicht wächst. Ein Pfahl schützt junge Bäume in der ersten Zeit nach dem Pflanzen davor, bei Sturm umgeweht zu werden.
Tipp: Da es sich beim Spitzahorn um einen Flachwurzler handelt, pflanzt du ihn nicht zu nah an Wege oder Terrassen. Sonst beschädigt er mit seinen Wurzeln die Beläge.
Frisch gepflanzte Bäume wässerst du gut. Eine Mulchschicht hilft dabei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Außerdem fördert Kompost im Frühjahr das Wachstum. Im Winter ist eine Rohrmatte um den Stamm sinnvoll, um vor Frost und Verbiss durch Wild zu schützen.
Spitzahorn schneiden
Etwas ältere Hochstämme sind meist schon fertig erzogen. Dann kannst du auf einen Zuschnitt der Pflanze komplett verzichten. Musst du doch einmal einzelne Äste entfernen, ist der beste Zeitpunkt dafür der Sommer.
Spitzahorn im Garten

Ein kugelförmiger Spitzahorn wirkt im Garten besonders attraktiv.
Spitzahorn passt gut in Naturgärten. Er dient als Nistplatz für Vögel sowie als Nahrungsquelle für Insekten. Als Hausbaum ist er vor allem für große Gärten geeignet. Etwas kleiner wächst der Kugelahorn, der maximal 6 m hoch und breit wächst. Das ist eine kompaktere Zuchtform des Spitzahorns.
Kombinierbar ist das Gehölz mit Stauden, aber auch Zwiebelblumen sowie immergrünen oder auch anderen herbstfärbenden Sträuchern.
Als Flachwurzler lässt Spitzahorn allerdings nur konkurrenzstarke Pflanzen und Gehölze in seiner Nähe zu.
Sorten-Tipps
„Cleveland“: Die Krone ist regelmäßig und geschlossen. Er ist mit 15 m Höhe etwas kleiner als die Wildart und zeigt eine gelb-orange Herbstfärbung. Er verträgt Hitze sehr gut.
„Columnare“: Diese Sorte wächst aufrecht mit einer im Alter schmal-kegelförmigen Krone. Sie wird bis zu 15 m hoch und 7 m breit. Der Laubaustrieb ist rötlich, die Herbstfärbung goldgelb.
„Drummondii“: Seine Blätter sind cremeweiß umrandet, im Austrieb sind sie zartrosa. Die Sorte wird 10 m bis 12 m hoch und 7 m bis 9 m breit. Sie wächst sehr langsam.
Blutahorn „Faassen’s Black“: Das dunkelrote Laub ist im Austrieb hellrot. Die lockere, kegelförmige bis rundliche Krone wird 8 m bis 10 m breit. Der Baum wächst bis zu 15 m hoch. Diese Sorte zeigt keine Herbstfärbung.
Kugelahorn „Globosum“: Diese Sorte besitzt eine dichte und kompakte runde Krone. In Hausgärten ist sie die beliebteste Variante.

Spitzahorn der Sorte „Drummondii“ hat cremeweiß gerandete Blätter. Der Baum wird bis zu 12 m hoch.
Spitzahorn vermehren
Für eine Aussaat erntest du im Herbst die Nüsschen des Spitzahorns. Bis zum Frühjahr lagerst du sie kühl und trocken. Anfang Januar streust du die Samen in feuchten Sand und stellst das Gefäß an eine schattige Stelle im Garten, wo es vor Nagern und Vögeln geschützt ist. Mitte März verlagerst du die Samen in Anzuchtschalen oder direkt in den Garten, wobei du die Schalen immer leicht feucht hältst. Häufig sät sich Spitzahorn auch selbst aus.
Die unterschiedlichen Sorten werden meist durch Veredelung (Okulation) vermehrt. Dabei schiebst du die Augen der Edelsorte im Sommer hinter die Rinde eingewurzelter Spitzahorn-Sämlinge. Für diese Art der Vermehrung solltest du jedoch Erfahrung mitbringen.
Krankheiten und Schädlinge
Anfällig ist Spitzahorn für Echten Mehltau und die Teerfleckenkrankheit. Beide Krankheiten werden durch Pilze verursacht.
Die Teerfleckenkrankheit ist erkennbar an kleinen, dunklen Flecken. Im frühen Stadium der Krankheit sind diese noch sehr fein gesprenkelt, später werden sie größer, rundlich und tiefschwarz. Allerdings richtet die Krankheit keinen größeren Schaden an, sondern ist mehr ein kosmetisches Problem.
Sehr anfällig ist der Spitzahorn für Blattläuse. Aber auch sie sind nicht schädlich für das Gehölz. In Regionen mit einer hohen Dichte an Kaninchen ist es außerdem sinnvoll, einen Schutz vor Wildverbiss anzubringen.








