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Eine Ulme in der Natur

Ulmen sind in der freien Natur meist an Standorten mit ausreichend Wasser zu finden sind. Die Bestände in Europa sind jedoch durch das Ulmensterben bedroht. Im Ratgeber findest du alles Wissenswerte über die Ulme, wie du sie pflanzen und pflegen kannst und welche Sorten weniger anfällig für den Pilz sind.

Woher kommen Ulmen?

Ulmen (Ulmus) gehören zur Familie der Ulmengewächse (Ulmaceae). Sie sind auf der Nordhalbkugel heimisch. In Mitteleuropa sind nur drei Arten von den etwa 30 Arten, die zur Gattung der Ulmen zählen, heimisch. Dies sind die Flatterulme (Ulmus laevis), die Bergulme (Ulmus glabra) und die Feldulme (Ulmus minor). Die meisten Ulmen haben ihre Heimat in Ostasien. Einige Arten wachsen auch in Nordamerika.

Ulmen gibt es bereits seit über 10 Millionen Jahren. Heutzutage sind die Bestände immer stärker gefährdet. Der Grund dafür ist das Ulmensterben. Besonders anfällig für den Pilz, der durch den Ulmensplintkäfer übertragen wird, ist die Bergulme. Die Flatterulme ist für die Krankheit weniger anfällig und auch neuere Züchtungen, zum Beispiel Ulmus x hollandica aus den Niederlanden, sind gegen den Pilz zunehmend resistent.

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So sehen Ulmen aus

Ulmen werden bis zu 40 m hoch. Sie sind winterharte, sommergrüne Bäume und Sträucher. Bis zu 400 Jahre wird eine Ulme alt. Junge Pflanzen haben eine Pfahlwurzel. Daraus entwickelt sich über die Jahre ein starkes Herzwurzelsystem.

Die Kronen sind ausladend. Bis zu 3 m werden die Stämme breit. Die Blätter wachsen wechselständig an kurzen Stielen. Sie sind verkehrt-eiförmig. Der Blattrand ist doppelt gesägt. Dadurch ähneln sie Haselnussblättern.

Im Frühjahr zeigen sich die Blüten in Büscheln. Sie erscheinen noch vor den Blättern. Die Blüten sind unscheinbar und zwittrig. Ab Mai wachsen aus ihnen flache Nussfrüchte. Ein runder Flügel umgibt sie. Der Wind trägt die Früchte an neue Standorte. Dank der Flügel können sie über weite Strecken verbreitet werden. Die Samen sind nur wenige Wochen keimfähig.

Grüne Blätter an einem Ulmenzweig

Die Blätter der Ulme sind recht klein. An der Oberseite haben sie feine Rillen.

Standort und Boden für Ulmen

Ulmen wachsen in der Natur auf Auwiesen, in Bergschluchten und Flusstälern. Sie brauchen eine ausreichende Wasserversorgung. Je nach Art machen ihnen auch 100 Tage Überflutung im Jahr nichts aus.

Der ideale Boden für eine Ulme sollte feucht sowie nährstoff- und kalkreich sein. Achte auf einen warmen, sonnigen bis halbschattigen Standort, wenn du eine Ulme im Garten pflanzt. Und der Baum braucht einen Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 bis 8.

Obwohl Ulmen auch in überfluteten Gebieten wachsen, vertragen sie keine Staunässe. Lockere schwere Lehm- oder Tonböden mit Kies oder grobem Sand auf.

Ulmen pflanzen

Im Frühjahr oder Herbst pflanzt du junge Ulmen. Dafür hebst du ein Pflanzloch aus, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Den Boden lockerst du gut auf. Auf diese Weise wächst die junge Pfahlwurzel an.

Lege auch eine Drainage aus Sand oder Kies in das Loch. Dadurch fließt das Wasser besser ab. Gib dann etwas Kompost oder Hornspäne in das Pflanzloch. Dadurch ist die Ulme für den Beginn gut versorgt.

Vor und nach dem Pflanzen gießt du den Jungbaum gründlich an. Halte die Erde in den ersten Wochen feucht. Mit einer Schicht aus Rindenmulch schützt du die Wurzelscheibe vor dem Austrocknen.

Ulmen pflegen

Ulmen brauchen viel Wasser. Gieße sie vor allem in den ersten Jahren regelmäßig. Ist das Leitungswasser in deiner Region besonders kalkhaltig, wässerst du den Baum zu Beginn mit diesem Wasser, da Ulmen kalkhaltiges Wasser bevorzugen. Im Frühjahr düngst du deine Ulme mit Kompost.

Aufnahme einer großen Ulme von unten

Ulmen werden bis zu 40 m hoch und bis zu 400 Jahre alt.

Ulmen schneiden

Ulmen brauchen im Grunde keinen Schnitt, denn sie wachsen ungeschnitten am schönsten. Entferne nur Äste, die das Aussehen der Krone stören. Das sind Äste, die nach innen wachsen oder über Kreuz.

Einen schönen, dichten Wuchs erhältst du, wenn du den Baum nur mäßig auslichtest. Wurzelschösslinge solltest du entfernen. Für Ulmen ist der optimale Zeitpunkt für einen Schnitt zwischen Februar und März, also im Spätwinter.

Verwendung und Sorten

Viele Städte und Dörfer bepflanzten früher ihre Marktplätze mit Ulmen. Noch heute vorhandene Bestände gelten oft als Naturdenkmal. Denn die Bäume werden bis zu 400 Jahre alt.

Ulmen eignen sich vor allem für große Gärten. Die drei in Europa heimischen Ulmenarten werden alle sehr groß: Am größten ist Bergulme mit bis zu 40 m Wuchshöhe, gefolgt von der Flatterulme mit 35 m und der Feldulme mit bis zu 30 m Höhe. Auf einer Freifläche im Garten kommen diese Bäume gut zur Geltung.

Von der Bergulme gibt es auch die Sorten „Camperdownii“ und „Horizontalis“. Diese sogenannten Hänge- oder Trauerulmen bleiben mit 2,5 m bis 8 m deutlich kleiner als die Bergulme und wachsen schirmförmig mit herunterhängenden Ästen. Als Solitärbaum im Beet oder auf einer Rasenfläche können diese Sorten auch in kleineren Gärten verwendet werden.

Ebenfalls für kleinere Gärten geeignet sich auch eine besondere Zuchtform der Ulme, die sogenannte Goldulme (Ulmus x hollandica „Wredei“). Diese wird zwar bis zu 10 m hoch, hat aber einen schlanken Wuchs. Der Blattaustrieb der Ulme ist gelb und die Blätter sind gedreht oder kraus, was dem Baum ein interessantes Aussehen verleiht.

Ulmen finden auch in der Holzindustrie Verwendung. Das Holz der Ulme wird Rüster genannt. Auch die Ulme selbst wird teilweise als Rüster oder Rusten bezeichnet. Eine schöne Maserung und ein geringes Schwindmaß zeichnen das Holz der Ulme aus. Es wird vor allem für die Innenausstattung verwendet – unter anderem für Furniere, Möbel, Parkett, Treppen oder Vertäfelungen.

Ulmen an einer Kirche

Ulmen sind stattliche Bäume. Sie können sogar Gebäuden wie dieser Kirche den richtigen Rahmen geben.

Ulmen vermehren

Ulmen lassen sich aus Samen vermehren. Verwende dafür aber möglichst frische Samen. Sie sind nur für kurze Zeit (wenige Tage) keimfähig.

Befindet sich im Inneren des Flügelblattes ein harter, grün-bräunlicher Kern, ist der Samen frisch. Lege ihn in feuchte Anzuchterde. Den Samen deckst du mit einer dünnen Schicht Erde zu. Bis die Samen auflaufen, hältst du das Substrat feucht.

Nach kurzer Zeit keimen die Samen bereits. Eine Alternative ist die Vermehrung mit Stecklingen und Wurzelschnittlingen.

Welche Schädlinge und Krankheiten gibt es bei Ulmen?

Das sogenannte Ulmensterben ist eine große Gefahr für die Bäume. In Europa hat die Krankheit bereits große Teile des Ulmenbestandes zerstört. Pilze der Gattung Ophiostoma lösen die Krankheit aus. Sie gelangte Anfang des 20. Jahrhunderts aus Asien nach Europa. In den USA befällt sie mittlerweile ebenfalls die Ulmen. Einen Befall erkennst du welken Blättern. Sie rollen sich ein und verfärben sich braun.

Im Mai verbreitet der Ulmensplintkäfer den Pilz. Die ersten Symptome zeigen sich bereits nach wenigen Wochen an den Bäumen. Der Pilz verschließt die Gefäße. Die Bäume können das Wasser nicht mehr in die Zellen transportieren. Dies führt dazu, dass die Ulme abstirbt. Die Krankheit selbst kannst du nicht bekämpfen. Stattdessen gehst du gegen den Splintkäfer vor.

Ist ein Baum vom Ulmensplintkäfer befallen, musst du ihn sofort fällen und den Käfer vernichten. Nur im Frühstadium der Krankheit kannst du den Baum mit einem tiefen Rückschnitt retten. Dies ist allerdings nicht immer erfolgreich. Häufig betroffen sind Bergulmen. Die Flatterulme hingegen ist sehr robust gegen die Krankheit. Aus den Niederlanden gibt es neue Züchtungen, die eine Resistenz gegen den Pilz aufgebaut haben, wie beispielsweise Ulmus x hollandica.

Ulmen werden zudem von Ulmen-Glattblattläusen und Gallmilben befallen. Einen Befall bekämpfst du mit Brennnesselsud.

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