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Reife Äpfel hängen an einem Baum.

Egal ob als Most, im Kuchen, im Müsli oder pur – Äpfel sind in Deutschland sehr beliebt. Doch wie lassen sich Äpfel richtig ernten und lagern? Unsere Tipps helfen dir bei der Wahl des richtigen Standorts, des Zeitpunkts, der Sorten und der Lagerung.

Die Apfelsorte bestimmt den Erntezeitpunkt

Wann du einen Apfel ernten kannst, hängt vor allem von der Apfelsorte ab. Aber nicht nur mit theoretischem Wissen lässt sich der beste Zeitpunkt, um Äpfel zu ernten und zu genießen bestimmen, sondern auch durch Fühlen und Riechen. Außerdem helfen dir die folgenden Tipps bei der Apfelernte und -lagerung.

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So erkennst du erntereife Äpfel

Gärtner unterscheiden zwischen Pflück- und Genussreife. Bei Sommeräpfeln sind diese Zeitpunkte häufig die Gleichen. Bei Winteräpfeln wie „Jonagold“ oder „Golden Delicious“ fallen Pflück- und Genussreife hingegen zeitlich nicht zusammen. In dieser Zeitspanne wandeln die Bäume Stärke in Zucker um und bauen gleichzeitig Fruchtsäure ab.

Ein untrügliches Zeichen dafür, dass du deine Äpfel ernten kannst, ist, wenn du ihren Stiel leicht vom Fruchtholz lösen kannst oder nach einem Sturm die ersten Äpfel auf dem Boden liegen. Auch wenn Vögel beginnen, an den Früchten zu picken, weißt du: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um deine Äpfel zu ernten.

Der Apfel selbst verrät ebenfalls, ob er genussreif ist: Die Farbe vieler Sorten wechselt dann von Grün zu Gelb. Wintersorten bekommen zudem eine leicht fettige Oberfläche und setzen viel Saft frei, wenn du sie aufschneidest.

Vertraue bei der Bestimmung des besten Erntezeitpunkts auch auf deine Nase und dein Gehör: Wenn der Apfel an seiner unteren Seite – der sogenannten Fliege – fruchtig nach Most duftet, kannst du ihn ernten. Außerdem liegen dann die Samen im Fruchtfleisch frei. Wenn du den Apfel schüttelst, kannst du die Samen im Kerngehäuse hören.

Im Zweifelsfall ist es ratsam, Äpfel besser früher als später zu ernten, denn Äpfel sind klimakterische Früchte, das heißt sie reifen nach, wenn du sie gepflückt hast. Wenn du zu lange mit der Apfelernte wartest, werden die Äpfel unter Umständen mehlig.

Tipp: Oben am Baum kannst du auf seiner Sonnenseite als Erstes die Äpfel ernten. Im Inneren der Krone brauchen die Früchte ein bis zwei Wochen länger bis du sie ernten kannst.

Äpfel richtig ernten

Eine Frau sammelt heruntergefallene Äpfel auf.

Spätestens dann, wenn die ersten Früchte vom Baum fallen, kannst du anfangen, die Äpfel zu ernten.

Bei Regen oder kurz nach einem Regenschauer solltest du keine Äpfel ernten. Wenn du die Früchte vom Baum pflückst, sollten sie vollständig trocken sein, da sie sonst schnell verderben. Empfindliche Apfelsorten sammelst du am besten in Plastikeimern oder gepolsterten Handkörben. Kräftigere Äpfelsorten kannst du auch in Obstkisten oder Weidenkörbe legen.

Einige Sorten solltest du gleich nach der Ernte essen oder verarbeiten. Andere Äpfel lassen sich dagegen gut und lange einlagern, etwa der sehr aromatische Herbstapfel „Paradies Elegance“. Nach der Ernte Ende September bleibt er kühl gelagert von November bis März genussreif.

Winteräpfel bilden eine glänzende Wachsschicht auf der Oberfläche ihrer Früchte aus. Diese schützt die Äpfel vor Verdunstung und die Äpfel bleiben lange knackig. Reibe die Schicht deshalb auf keinen Fall ab.

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Kleine Helfer für die Apfelernte

Eine Frau steht auf einer Leiter und erntet Äpfel von einem Baum.

Oben an der Sonnenseite des Baums solltest du mit dem Ernten der Äpfel beginnen. Die Früchte dort sind zuerst reif.

Ein Apfelpflücker mit Teleskopstiel sowie eine stabile Leiter, etwa eine Thüringer Obstleiter, sind unverzichtbare Helfer bei der Apfelernte. Diese Leitern haben einen dritten Fuß, der dir einen sicheren Stand verleiht. So kannst du die Leiter überall aufstellen, ohne dass sie wackelt. Überprüfe vor dem Aufstieg aber trotzdem noch einmal, wie fest die Leiter steht. Ziehe außerdem feste Schuhe an, wenn du auf die Leiter steigst. Ein gutes Profil verhindert, dass du von den Sprossen der Leiter abrutschst.

Mit einem Apfelpflücker kannst du Äpfel auch vom Boden aus ernten. Dieses Werkzeug hat eine Kunststoffkrone mit Zinnen, mit der sich die Äpfel ganz leicht vom Zweig pflücken lassen. Der unter der Krone befestigte Stoffbeutel fängt die Früchte auf und verhindert, dass sie auf den Boden fallen. Achte darauf, den Beutel nach jedem Apfel zu leeren, um Druckstellen zu vermeiden.

So lagerst du Äpfel richtig

Eine Schubkarre voll mit Äpfeln steht im Garten.

Lass die geernteten Äpfel eine Nacht im Freien auskühlen. Erst dann solltest du sie einlagern.

Sommeräpfel lassen sich nicht lagern, da ihre Schale zu dünn ist. Deshalb verarbeitest du sie am besten direkt. Herbstäpfel wie „James Grieve“ kannst du entweder sofort verzehren, einen leckeren Kuchen aus ihnen backen oder bis Weihnachten lagern. Winteräpfel dagegen schmecken erst ab Dezember, da sie nachreifen müssen.

Vor der Einlagerung solltest du Früchte mit Druckstellen und Kratzern aussortieren, weil sie schnell faulen. Auch wenn Äpfel Wurmlöcher, Apfelschorf oder Faulstellen haben, solltest du die brauchbaren Stücke der Frucht sofort verarbeiten.

Lass deine Ernte außerdem eine Nacht im Freien stehen und auskühlen, bevor du sie einlagerst. Dann packst du sie einlagig mit dem Stiel nach unten in flache Kisten. Diese kommen in ein Kellerregal oder an einen anderen kühlen Ort bei 3 °C bis maximal 6 °C. Den Lagerraum solltest du regelmäßig lüften und auf eine hohe Luftfeuchtigkeit achten. Ideal ist es auch, die Regalbretter mit einem Lappen abzuwischen. So gelagert schmecken Äpfel noch im kommenden März.

Äpfel sollten generell getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten gelagert werden. Während Äpfel nachreifen, verströmen sie das Reifegas Ethylen. Dieses beschleunigt auch die Reifung anderer Früchte und verkürzt deren Haltbarkeit. Eingelagerte Äpfel solltest du darüber hinaus einmal pro Woche auf Faulstellen kontrollieren.

Daran erkennst du Lagerkrankheiten

Zu den Krankheiten, die bei der Lagerung von Äpfeln entstehen, zählt unter anderem die Stippe oder Stippigkeit. Diese ist – anders als der Schorf – keine Pilzkrankheit, sondern eine durch Kalziummangel verursachte Stoffwechselstörung. Sie befällt besonders Früchte, die auf sehr saurem Boden gewachsen sind. Die Stippe erkennst du daran, dass sich unter der Schale braune Flecken bilden. Sie lassen das Fruchtfleisch mit der Zeit bitter werden.

Glasigkeit hingegen ist eine Krankheit, bei der das Fruchtfleisch unter der Schale wässrig und durchsichtig wird. Bei der Lagerung von Äpfeln im Winter wird deren Fruchtfleisch zunächst glasig und anschließend braun. Um Glasigkeit und Fleischbräune zu vermeiden, kannst du Sorten wählen, die für diese Lagerkrankheiten weniger anfällig sind – etwa die Sorten „Freiherr von Berlepsch“, „Jonathan“ oder „Idared“.

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