
Nashi-Birne – Eigenschaften im Überblick
Erfahre in diesem Ratgeber, was du bei der Pflanzung und Pflege der Nashi-Birne beachten solltest. Wir zeigen dir, welcher Standort ideal ist, wie du den Baum erziehen und schneiden solltest und was bei der Ernte wichtig ist.
Woher kommt die Nashi-Birne?
Ihre Heimat hat die Nashi-Birne (Pyrus pyrifolia) in China. Sie ist auch als Japanische, Chinesische oder Asiatische Birne bekannt. Ihr Anbaugebiet liegt im gesamten asiatischen Raum, wo es mehr als 100 Sorten gibt.
„Nashi“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet „Birne“. Das Obst gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Nashi-Birnen schmecken ähnlich wie heimische Birnen (Pyrus communis), sind jedoch deutlich wässriger. Sie haben ein recht festes Fruchtfleisch.
Die Form der Früchte ähnelt der von Äpfeln, weshalb die Nashi-Birne auch Apfelbirne genannt wird. Je nach Sorte ist die birnentypische Verjüngung nur schwach ausgeprägt. Manche Nashi-Birnen haben diese gar nicht.
Die Obstbäume überstehen Temperaturen von bis zu -20 °C, sodass sie auch in Mitteleuropa wachsen können.
So sieht die Nashi-Birne aus
Die Wuchshöhe der Nashi-Birne beträgt 7 m bis 15 m. Damit wird sie in etwa so groß wie heimische Birnenbäume. Der Stamm des Gehölzes ist rotbraun.
Die Obstbäume haben rund 10 cm lange Blätter mit einem gesägten Rand. Sie blühen von April bis Mai. Die Blütenstände bestehen aus sechs bis neun Blüten, aus denen sich die kugelförmigen Früchte entwickeln. Die Birnen haben eine glatte Schale, welche bei reifem Obst gelb bis bronzefarben ist.
Der richtige Standort und Boden
Pflanze die Nashi-Birne an einem sonnigen, geschützten Standort. Setze sie in humusreiche, tiefgründige Erde. Der Boden hat im Idealfall einen leicht sauren pH-Wert. Kalkhaltige Böden verträgt das Gehölz im Gegensatz zur heimischen Birne nicht.
Pflanzen und pflegen

Im Frühjahr pflanzt du die Nashi-Birne. Du kannst sie als Hochstamm, Niederstamm oder Spalierobst ziehen. Halte einen Pflanzabstand von rund 2 m zwischen den Bäumen ein.
Vögel und Wespen fressen oft das Obst an. Daher ist es ratsam, die Birnen mit einem Netz zu schützen. Herrschen besonders hohe Temperaturen, gießt du die Bäume kräftig, vermeide aber Staunässe.
Tipp: Lege um die Baumscheibe eine Abdeckung aus reifem Kompost oder Rasenschnitt. So verhinderst du, dass der Wurzelbereich im Sommer austrocknet. Zudem brauchst du keine zusätzliche Düngung.
Jede Fruchtknospe treibt acht bis zwölf Blüten. Sind die Wetterbedingungen gut, entstehen auch genauso viele Früchte. Ein bis zwei Früchte pro Fruchtbüschel lässt du hängen. Alle anderen entfernst du aber frühzeitig, damit die Nashi-Birnen ausreifen.
Nashi-Birne erziehen und schneiden
Üblicherweise ziehst du die Nashi-Birne als Pyramidenkrone. Du kannst sie aber auch als Hohlkrone ohne Mitteltrieb erziehen. Alternativ lässt du das Gehölz als Spalierbaum wachsen. Dies ist abhängig von der Wuchsstärke. So lässt sich der Baum zum Beispiel an einer warmen Südwand kultivieren.
Du schneidest die Nashi-Birne wie anderes Kernobst, also wie Birnen oder Äpfel mit einer geeigneten Baumschere. Unterschiede gibt es bei der Verjüngung des Fruchtholzes. Gehe hier sehr gründlich vor, denn die Nashi-Birne vergreist schneller als heimische Birnen.
Nashi-Birne befruchten
Da viele Sorten der Nashi-Birne sich nicht selbst befruchten können, brauchst du zusätzliche Bestäuber. Dafür bieten sich andere Nashi- oder Birnen-Sorten an. Geeignet sind beispielsweise „Williams Christ“ oder „Gellerts Butterbirne“.
Verwende nur Sorten, die zur gleichen Zeit wie die Nashi-Birne blühen.
Ernten und verwerten

Nashi-Birnen halten sich bei Zimmertemperatur etwa zwei Wochen lang. Iss sie roh oder verarbeite sie weiter.
Früchte tragen Nashi-Birnen ab dem zweiten Standjahr. Gelbe Sorten erntest du bereits Anfang September. Zwei bis drei Wochen später sind auch die bronzefarbenen Früchte reif.
Ernte keine grünen Birnen, denn Nashi-Birnen reifen kaum nach.
Gehe bei der Ernte vorsichtig vor, denn die Früchte sind sehr druckempfindlich. Sie bekommen schnell weiche, matschige Stellen.
Bei Zimmertemperatur lagerst du Nashi-Birnen problemlos für rund zwei Wochen. In einem kühlen und trockenen Keller halten sie vier bis sechs Wochen.
Nashi-Birnen isst du roh oder du verarbeitest sie zu Kompott, Marmelade oder Konfitüre. Sie schmecken auch gut in Obstsalaten und zu pikanten Gerichten.
Beliebte Sorten
An das Klima in Deutschland ist die Sorte „Nijisseiki“ bestens angepasst. Ihre Früchte sind ab Mitte September reif. Die Sorte mit den gelbgrünen Birnen kann sich selbst befruchten.
Frühreif sind die bronzefarbenen und apfelförmigen Nashi-Birnen von „Hosui“. Die Sorte ist nicht selbstfruchtbar. Große, gelbbraune bis bronzefarbene Birnen hat „Kosui“. Die Früchte von „Shinseiki“ haben eine glatte Schale und sind hellgelb.
Aus der Schweiz stammt „Benita“. Sie ist eine Kreuzung der Nashi-Birne mit der europäischen Birne. Ihre Früchte sind groß und gelb und schmecken aromatischer als reine Nashi-Birnen.
Nashi-Birne vermehren
Die Nashi-Birnen in Europa werden auf spezielle Sämlingsunterlagen der heimischen Kultur-Birnen veredelt. Diese eignen sich besser für das Klima hierzulande als klassische Nashi-Unterlagen. „Pyrodwarf“ hat sich als schwach wachsende Unterlage bewährt und passt zu allen Nashi-Sorten. Darüber hinaus verträgt sie Kalk recht gut.
Krankheiten und Schädlinge
Der Birnengitterrost befällt heimische Birnen häufiger, ist aber kaum eine Gefahr für die Nashi-Birne. Stattdessen können Birnenblattsauger oder die Birnengallmücke den Obstbaum befallen.
Gefährlich für Nashi-Birnen ist der Feuerbrand. Für diese unheilbare bakterielle Infektion sind die Gehölze sehr anfällig. Ist deine Pflanze davon befallen, musst du den Befall melden. Entferne und verbrenne betroffene Bäume, um eine Ausbreitung vor allem in Obstanbaugebieten zu verhindern.








