
Orangenbaum – Eigenschaften im Überblick
Woher kommt der Orangenbaum?
Der Orangenbaum (Citrus x sinensis) gehört zur Gattung der Zitruspflanzen, die wiederum Teil der Familie der Rautengewächse (Rutaceae) sind.
Der Orangenbaum ist heimisch in den subtropischen Klimazonen in China. Die Orange, auch Apfelsine genannt, wurde dort aus der Mandarine (Citrus reticulata) und der Pampelmuse (Citrus maxima) gezüchtet. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts kam die Orange dann nach Portugal und von dort in den Rest Europas. Heute ist die Orange die beliebteste Zitrusfrucht weltweit.
Wie sieht ein Orangenbaum aus?
Im Gegensatz zu Zitronenbäumen wächst ein Orangenbaum recht schnell. Er verzweigt sich regelmäßig und bildet eine runde Krone. An seinen jungen Trieben wachsen lange Dornen. Auf Plantagen erreichen die Bäume eine Höhe von 10 m.
Das Laub wächst spiralig um den Zweig. Die ovalen, etwas zugespitzten und dunkelgrünen Blätter sitzen auf Stielen. Orangenbäume sind immergrün, erneuern ihr Laub jedoch etwa alle zwei bis drei Jahre.
Ab Februar öffnen sich die kleinen weißen Blüten. Sie blühen bis in den Juni hinein und duften bereits nach Orange. Orangenbäume sind selbstfruchtbar.
Die Früchte entwickeln sich im Spätsommer und Herbst. Sie besitzen eine dicke Schale mit einer weißen Innenhaut. Reife Orangen bleiben in heißen Ländern grün. Erst wenn sie Kälte ausgesetzt wurden, verfärbt sich die Außenhaut orange. Damit sie die klassische Farbe bekommen, werden früh geerntete Orangen mit Ethylen behandelt.

Der richtige Standort
Der richtige Platz für einen Orangenbaum ist ein sonniger, warmer Standort. Das kann eine nach Süden oder Südwesten ausgerichtete Terrasse oder ein Balkon sein. Das Gehölz sollte vor Regen und Wind geschützt stehen.
Wenn du den Baum in ein Beet pflanzen möchtest, grabe ihn mit dem Übertopf ein, damit du die Pflanze im Winter ausgraben und in ein Winterquartier stellen kannst. Auch ein Wintergarten oder ein helles Südzimmer ist geeignet. Achte bei der Haltung in der Wohnung auf eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das erreichst du zum Beispiel durch Besprühen oder Abduschen der Pflanze.
Der Orangenbaum gedeiht am besten in durchlässiger, frisch-feuchter Erde. Du pflanzt ihn entweder in Zitruserede oder mischst Blumenerde mit Kompost und Perlite oder Kokosfasern. Auf dem Boden bringst du eine Drainageschicht aus Blähton oder Kieseln aus, damit das Wasser gut abfließt.
Orangenbäume richtig pflegen
Orangenbäume musst du häufig wässern. Sobald die oberste Erdschicht trocken ist und die Blätter sich nach innen rollen, muss die Pflanze gegossen werden.
Das Gießwasser soll kalkhaltig sein. Sorge dafür, dass überschüssiges Wasser gut abläuft, um Staunässe zu vermeiden. Einmal wöchentlich gibst du der Pflanze Zitrusdünger während der Wachstumsphase. Auch Grünpflanzendünger ist geeignet.
Orangenbäume solltest du in den ersten Jahren jährlich umtopfen. Bei älteren Exemplaren topfst du erst um, sobald der Durchmesser der Krone größer ist als der des Kübels. Der richtige Zeitpunkt fürs Umtopfen ist Februar vor Beginn der Wachstumsperiode. Der neue Kübel sollte deutlich größer sein als der alte.
Wächst der Baum mit zunehmendem Alter nicht mehr in die Höhe oder Breite, tauschst du lediglich das Substrat aus. Dann kommt die Pflanze wieder in denselben Kübel zurück.

Orangenbaum schneiden
Einen Orangenbaum musst du nicht schneiden. Abgesehen von gelegentlichen Korrekturen oder dem Entfernen von störenden oder kranken Ästen kannst du den Baum in Ruhe wachsen lassen.
Regelmäßiges Entspitzen hält ihn allerdings in Form und lässt ihn dichter wachsen. Orangenbäume kannst du zu jederzeit schneiden; die Pflanzen sind sehr schnittverträglich.

Orangenbäume richtig überwintern
Der Orangenbaum ist nicht winterhart. Unterhalb einer Temperatur von 12 °C fallen die Wurzeln in die Winterruhe und leiten kein Wasser in die Blätter weiter.
Der optimale Platz für ein Winterquartier ist ein frostfreies Gewächshaus. Dort sollte die Temperatur nachts nicht unter 5 °C sinken und tagsüber nicht zu stark steigen. Ist es im Winterquartier zu dunkel, wirft die Pflanze ihre Blätter ab. Diese bildet sie im kommenden Frühjahr aber wieder neu. Bei einer Überwinterung im warmen Wohnzimmer stellst du den Orangenbaum möglichst hell. Du gießt und düngst ihn wie gehabt weiter.
Sorten-Tipps
Orangenbäume bilden drei Gruppen:
Blond-Orangen: Die bekannteste Sorte dieser Gruppe ist „Valencia“. Die Früchte sind sehr saftig.
Navel-Orangen: Sie besitzen einen kleinen Nabel und bilden große Früchte. Das Laub ist dunkelgrün. Diese Sorte wächst kompakt und lässt sich gut in Kübeln halten.
Blut-Orangen: Sie haben rotes Fruchtfleisch und schmecken herber. Für den Kübel eignet sich besonders „Sanguinella“. Ihre Früchte sind klein, dunkelrot und kernlos. „Tarocco“ besitzt große, kernlose Früchte mit viel Vitamin C.

Orangenbaum vermehren
Ein Orangenbaum ist in der Regel veredelt. Das macht ihn robuster und kompakter. Du vermehrst ihn aber auch über Stecklinge, die du im Frühjahr oder Herbst von der Mutterpflanze nimmst. Im Idealfall sind sie unten bereits leicht verholzt.
Pro Zweig sollten drei bis fünf Knospen zu sehen sein. Du entfernst die unteren Blätter und tauchst die Schnittstelle in Bewurzelungspulver. Dann steckst du die Kopfstecklinge in eine Mischung aus Anzuchterde und Sand. Zwei der Knospen sollten unter der Erde liegen.
Algenkalk verbessert die Bewurzelung. Jetzt benötigen die Stecklinge nur noch ausreichend Wasser und eine Folie als Abdeckung für eine gleichmäßige Luftfeuchte. Stecklinge bevorzugen Bodentemperaturen um die 28 °C. Am besten ist daher eine beheizbare Anzuchtstation oder ein Standort in Heizungsnähe. Nach vier bis sechs Wochen sollten sich die ersten Wurzeln gebildet haben.
Auch eine Aussaat ist möglich. Dafür benötigst du reife Früchte mit Kernen. Diese wäschst du und lässt sie 24 Stunden lang trocknen. Dann kommen die Samen etwa 2 cm tief in Anzuchterde. Allerdings blühen die Bäume oft erst nach zehn Jahren.
Krankheiten und Schädlinge
Färben sich die Blätter gelb, handelt es sich oft um eine Chlorose, also einen Kalzium- oder Eisenmangel. Ein passender Dünger schafft Abhilfe. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, kann das zu einem Befall mit Wollläusen, Spinnmilben oder Schildläusen führen.
Dunkle Flecken im unteren Stammbereich und fallende Blätter weisen auf die sogenannte Grundfäule hin. Die Krankheit ist ansteckend, weshalb ein befallener Baum entfernt werden muss.








