
Quitten verarbeiten
Quitten sind nicht nur schmackhaft, sondern zudem sehr gesund. Wir haben hilfreiche Tipps für dich zusammengestellt, wie du das Kernobst ernten, lagern und die Quitten verarbeiten kannst.
Herkunft der Quitte
Quitten (Cydonia oblonga) gehören zu den ältesten Kulturobstsorten und wurden bereits vor 6.000 Jahren von den Babyloniern kultiviert. Auch heute finden sich im Iran und rund um den Kaukasus die meisten Sorten des gelben Kernobstes.
Allerdings werden die Früchte inzwischen auch in vielen Gärten hierzulande angebaut und lassen sich zu leckeren, gesunden Gerichten verarbeiten. Die reifen Quittenfrüchte besitzen eine leuchtend gelbe Farbe. Trotz ihres appetitlichen Aussehens sind Quitten im rohen Zustand hart und bitter.
Zu Mus, Gelee oder Kompott verarbeitet sind Quitten jedoch besonders vitaminreich und gesund. Dank ihrer gesundheitsfördernden Nährstoffe wird die Quitte häufig im Rahmen der Naturheilkunde verwendet.
Die beste Zeit für die Quitten-Ernte
Bei der Ernte der Quitten kommt es auf den optimalen Zeitpunkt an. Die Früchte sind zwar erst im Oktober vollständig ausgereift, müssen aber noch vor dem ersten Frost geerntet werden.
Im Haus reifen die bei der Ernte teils noch sehr harten Früchte nach. Ausgereifte Früchte erkennst du an der vollständigen Ausprägung der Farbe und an dem Verlust ihres flaumigen Pelzes.
Möchtest du Quittenmarmelade oder -gelee kochen, erntest du die Früchte etwas früher. Der Pektingehalt und damit die Gelierfähigkeit der Quitten sind zu Beginn der Reife am höchsten.

Ab Oktober sind die Quitten reif. Ernte sie, bevor der erste Frost eintritt.
Quitten richtig lagern
Früh geerntete Quitten lassen sich an einem belüfteten, kühlen Ort lagern. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Keller oder eine Garage mit Fenster. Du kannst die Quitten etwa zwei bis vier Wochen lagern. Kurzfristig kannst du das Obst auch im Kühlschrank zwischenlagern. In dieser Zeit bilden sie ihr vollständiges Aroma aus. Sind die Früchte ausgereift, solltest du die Quitten zügig verarbeiten.
Bewahre die Quitten getrennt von anderem Obst auf, da die Aromastoffe des Kernobstes auf anliegende Früchte übergreifen können. Nutze zudem großzügige Aufbewahrungsbehälter zur Lagerung, damit sich keine Druckstellen bilden.
Quitten verarbeiten: So geht's
Reibe zunächst den weichen Flaum der Quittenfrüchte mit einem Stück Küchenpapier oder einem weichen Tuch ab, da dieser das Aroma verfälschen kann.
Für die meisten Rezepte lässt du die Quitten ungeschält. Entfernst du die Schale dennoch, solltest du sie keinesfalls wegwerfen oder auf dem Kompost entsorgen. Trockne die Schalen stattdessen und verwende sie als selbst gemachten Lufterfrischer oder als Zusatz für Kräutertee-Mischungen.
Quitten enthalten viel Pektin und gelieren gut. Besonders oft werden sie daher zu Kompott, Gelee oder Marmelade verarbeitet. Aber auch Süßmost und Likör lassen sich aus Quitten gewinnen.
Die Quitte dient auch als Zuckerersatz: Kuchen und andere Backwaren erhalten durch etwas beigemengte Quitte eine natürliche Süße und einen besonderen Geschmack.
Quitten zu Gelee verarbeiten

Möchtest du die Quitten zu Marmelade verarbeiten, solltest du sie frühzeitig ernten.
Zutaten:
- 1 kg Quitten
- 750 ml Wasser
- 500 g Gelierzucker (im Verhältnis 1:1)
Nach Belieben kannst du darüber hinaus eine halbe oder ganze Zitrone auspressen und den Saft hinzugeben. Auch ein Esslöffel Rum oder Cognac verfeinert das Gelee.
Und so gehst du vor:
Entferne zunächst den Flaum der Früchte mit einem Küchentuch. Entferne auch die Blüte, den Stiel und die Kerne. Schneide die Früchte anschließend in kleine Stücke und koche sie 20 bis 30 Minuten gar.
Bleibe dabei in der Nähe des Herdes und rühre regelmäßig um, damit nichts anbrennt. Sind die Quitten weich, passierst du sie durch ein grobes Sieb. Durch das Passieren bleibt Quittenmus zurück, welches du im Anschluss beispielsweise zu Quittenbrot verarbeiten kannst. Die abgesiebte Flüssigkeit seihst du durch ein feinmaschiges Tuch, beispielsweise ein Geschirrtuch. So entfernst du verbliebene Rückstände aus dem Saft.
Der zurückbleibenden, leicht zähen Flüssigkeit mischst du den gleichen Anteil Gelierzucker bei. Das heißt: Auf 1 l Flüssigkeit nutzt du 1 kg Zucker. Diese Mischung kochst du nun vier Minuten sprudelnd auf, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Verfeinere das Ergebnis nach deinem Geschmack mit Zitrone, Rum oder Cognac.
Nun machst du eine Gelierprobe. Hierfür gibst du einen oder zwei Teelöffel des heißen Gelees auf einen Teller und beobachtest, ob es nach etwa 2 Minuten fest wird. Bleibt die Probe flüssig, kochst du deine Gelee-Masse noch etwas länger. Gelingt die Gelierprobe, füllst du die Konfitüre in heiß ausgewaschene, saubere, noch warme Gläser ab. Diese verschließt du sofort luftdicht.
Die Quitte als Heilpflanze
Das Obst ist reich an Vitamin C und enthält viel Zink, Natrium, Eisen, Kupfer, Mangan, Fluor und Folsäure. Ähnlich wie Johannisbeeren verfügen Quitten über eine große Menge an Pektin. Dieses geliert nicht nur wie erwähnt gut, es fördert auch die Verdauung und senkt den Cholesterinspiegel. Die in Quitten enthaltenen Gerbsäuren sowie ihr Vitamin A helfen bei Gicht und Arteriosklerose. Dank ihres hohen Kaliumgehalts lindern Quitten auch Müdigkeit und Schwächegefühle.
Besonders gesundheitsfördernd und heilsam sind Quittensamen. Sie enthalten zahlreiche Schleimstoffe. Früher war Quittenschleim eine gebräuchliche Arznei, die in Apotheken verkauft wurde. Der Schleim hilft gegen Sonnenbrand, spröde Haut und entzündete Augen. Getrunken lindert er Halsschmerzen, Bronchitis sowie Magen- und Darmentzündungen.

Quitten enthalten eine Menge Vitamin C und fördern somit das Immunsystem.
So verarbeitest du Quitten zu Quittenschleim
Zutaten:
- Unzerkleinerte Quittenkerne
- Wasser
Möchtest du Quitten zu Schleim verarbeiten, gelingt dir dies in wenigen einfachen Schritten. Setze die Quittenkerne im Verhältnis 1:8 mit Flüssigkeit an. Für ein Kilogramm Samen nutzt du dementsprechend 8 l Wasser.
Lass das Gemisch 15 Minuten lang ziehen und fülle den entstandenen Schleim ab. Je nach auftretenden Beschwerden verwendest du den Quittenschleim nun für die äußerliche oder innerliche Anwendung.





