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Zwetschgen am Baum

Zwetschgen schmecken wunderbar süß und sind sehr saftig. Wer beim Anbau und der Pflege alles richtig macht, kann reichlich ernten. Wir zeigen dir, was du bei der Pflanzung und Pflege beachten solltest.

Woher kommen Zwetschgen?

Zwetschgen (Prunus domestica subsp. domestica) gehören zu den Pflaumen. Das haben sie mit Mirabellen und Renekloden gemeinsam. Die Gattung der Pflaume gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Je nach Region wird die Zwetschge auch Zwetsche, Quetsche, Zwetschke oder auch Pflaume genannt.

Der Unterschied zwischen Zwetschge und Pflaume ist nicht ganz scharf trennbar. Die Früchte haben viele Unterarten und werden gekreuzt.

Die Zwetschge wächst in Europa, Nordamerika, Afrika und Westasien.

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Wie sehen Zwetschgen aus?

Die Zwetschge ist ein Baum mit einer schmalen Krone. Die Rinde ist graubraun und fast ganz glatt. Der Baum wird 6 m bis 10 m hoch. Seine Triebe sind grün und kahl und haben an der Oberseite kleine Korkwarzen.

Die Blätter des Obstbaums sind gekerbt bis gesägt. Ihre Form ist elliptisch. An der Oberseite sind die Blätter dunkelgrün, an der Unterseite hellgrün.

Die fünfzähligen Blüten zeigen sich ab April. Sie werden etwa 2 cm groß, sind grünlich-weiß und stehen in Büscheln.

Zwetschgen sind dunkelblaue bis blauschwarze Steinfrüchte. Sie werden 4 cm bis 8 cm lang. Reif sind sie von August bis Oktober.

Im Vergleich zu Pflaumen sind Zwetschgen eher länglich und laufen spitz zu. Die Früchte sind ungefurcht und manchmal mit einer dünnen Wachsschicht überzogen. Das Fruchtfleisch ist grüngelb und eher fest, aber dabei saftig. Es lässt sich leicht vom Stein lösen.

Blüten an der Zwetschge

Ungefähr ab April blüht die Zwetschge. Daraus entstehen später die Früchte.

Der richtige Standort

Der Baum braucht einen sonnigen, warmen und geschützten Platz. Der Boden sollte nährstoffreich, humos und feucht sein.

Zwetschge pflanzen

Pflanze die Zwetschge zwischen Spätherbst und Frühjahr an einem frostfreien Tag. Achte dabei auf die Sorte: Nicht selbstbefruchtende Sorten brauchen eine Befruchtersorte. Pflanze diese in etwa 5 m Entfernung.

Hebe mithilfe eines Spatens ein großes Pflanzloch aus und werte den Aushub mit Kompost auf. Setze den Baum ein und tritt die Erde vorsichtig fest. Ein Stützpfahl sorgt in der Anfangsphase für Halt.

Zwetschge pflegen

Hacke die Erde um den Baum im Frühjahr. Im Mai gibst du eine Humusschicht auf die Baumscheibe. Im ersten Jahr gießt du den Baum bei längerer Trockenheit reichlich.

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Zwetschge schneiden

Schneide deine Zwetschge regelmäßig. Bei einem jungen Baum hilft das vor allem dem Kronenaufbau. Später erhöhst du damit die Erntemenge.

Beim Erziehungsschnitt entfernst du mit einer Baumschere ab Ende Juli alle nach außen wachsenden Leit- und Tragäste von den Seitentrieben. Wartest du mit dem Schnitt bis zum Spätherbst, siehst du besser, da der Baum dann sein Laub verloren hat.

Die Blüten bildet die Zwetschge meist an zwei- bis mehrjährigen Fruchtästen. Das Fruchtholz vergreist nach ungefähr vier Jahren. Halte den Baum daher durch den Schnitt vital.

Zwetschge schneiden

Schneide die Zwetschge regelmäßig. So behält sie ihre Form.

Pflanzschnitt bei der Zwetschge

Den Pflanzschnitt machst du immer im Frühjahr. Lasse dabei vier Seitentriebe um den Stamm herum stehen. Diese erziehst du zu Leitästen.

Aufrecht wachsende Konkurrenztriebe zum Leittrieb nimmst du ab. Kürze außerdem die seitlichen Leitäste um ein Drittel ein. Lasse ein nach außen zeigendes Auge stehen.

Erziehungsschnitt bei der Zwetschge

Ende Mai oder ab August entfernst du die Wasserschosse aus der Zwetschge. Das sind steil nach oben wachsende Triebe aus dem alten Holz.

Überzählige Seitentriebe schneidest du im Sommer zurück. Im Frühjahr wählst du pro Leitast etwa acht Seitentriebe aus. Sie sollten nach außen wachsen. Kürze sie um die Hälfte des Zuwachses aus dem Vorjahr ein. Alle anderen Triebe in der Krone schneidest du auf 10 cm zurück.

Erhaltungsschnitt bei der Zwetschge

Von Sommer bis Spätherbst lichtest du nach der Ernte die Gerüst- und Fruchttriebe aus. Alle aufrecht wachsenden Triebe leitest du auf zweijährige Seitentriebe mit Knospen ab. Die Fruchttriebe leitest du auf jüngere Triebe ab.

Verjüngungsschnitt bei der Zwetschge

Meist musst du die Zwetschge nicht verjüngen. Ein Verjüngungsschnitt wird nur nötig, wenn der Baum sehr alt ist und so gut wie nie geschnitten wurde. Ein solcher Baum hat kaum Jungtriebe.

Schneide in einem solchen Fall alle steil stehenden Äste komplett heraus. Die Schnittwunden dürfen allerdings nicht zu groß sein, sonst droht ein Pilzbefall. Um sicherzugehen, kannst du bei dickeren Ästen einen 10 cm langen Zapfen stehen lassen. Nimm diesen nach ein bis zwei Jahren vom Stamm ab.

Vergreistes Fruchtholz kürzt du bis zum nächsten jüngeren Seitentrieb.

Zwetschge befruchten

Viele Zwetschgen sind selbstfruchtbar. Eine in direkter Nähe gepflanzte Befruchtersorte ist dennoch immer ratsam.

Winterschutz für die Zwetschge

Einen jungen Zwetschgenbaum schützt du im Winter mit einem Vlies vor der Kälte. Alte Bäume brauchen keinen Winterschutz.

Zwetschgen ernten und verwenden

Zwetschgenkuchen

Ein saftiger Zwetschgenkuchen ist nur eine Möglichkeit, wie du die Früchte nutzen kannst.

Ungefähr ab Juli sind Zwetschgen reif. Das erkennst du an der blau gefärbten Schale. Ernte immer erst die Früchte auf der Sonnenseite und im äußeren Bereich des Baums. Sie sind als Erstes reif.

Zwetschgen schmecken frisch vom Baum. Wasche sie kurz vor dem Essen gründlich, um die Wachsschicht von den Früchten zu entfernen.

Auch zum Backen, für Desserts und Konfitüren kannst du das Obst verwenden. Nicht zuletzt schmecken Zwetschgen auch zu deftigen Fleischgerichten und in Soßen.

In eine Papiertüte gewickelt bleiben Zwetschgen im Kühlschrank etwa fünf Tage lang frisch. Du kannst das Obst auch Einkochen und Einfrieren.

Sortentipps

Die „Hauszwetschge“ wird im September reif. Sie ist mittel- bis starkwüchsig. Verwende sie als Tafelobst oder zum Backen. Der Baum liefert reichlich Früchte, daher ist er besonders beliebt.

„Katinka“ ist resistent gegenüber dem Scharka-Virus. Die Früchte reifen besonders früh: Schon im Juli kannst du sie ernten. Sie sind süß und aromatisch. Verwende sie zum Backen oder für Desserts.

„Juna“ hat besonders große Früchte. Reif sind sie im August.

Bei „Hanita“ sind die Zwetschgen ebenfalls im August reif. Sie sind besonders groß und wiegen bis zu 45 g. Diese Sorte kannst du auch in kühleren Lagen pflanzen. Sie ist resistent gegen das Scharka-Virus.

Die Zwetschgen der frostresistenten Sorte „Topper“ sind Anfang September reif für die Ernte. Sie sind sehr groß und eignen sich gut zum Backen.

Bei der Sorte „Presenta“ findet die Ernte von September bis Oktober statt. Die Früchte lassen sich gut lagern.

Zwetschgen ernten

Bei der richtigen Pflege wirft ein Zwetschgenbaum reichlich Früchte ab.

Zwetschge vermehren

Vermehre die Zwetschge per Aussaat oder mit Wurzelablegern. Beim Aussäen brauchst du allerdings etwas Geduld: Bis der Baum Früchte trägt, dauert es viele Jahre.

Ähnlich wie bei Pflaumen kannst du die Zwetschge zudem durch Veredelung vermehren.

Krankheiten und Schädlinge

Das Scharka-Virus gehört zu den Bedrohungen der Pflaume und auch Zwetschge. Ist der Baum befallen, hat das vernichtende Auswirkungen auf die Ernte. Die Zwetschgen werden erst gummiartig und fallen dann ab.

Eine weitere Gefahr stellt die Monilia-Fruchtfäule dar. Auch die Schrotschusskrankheit tritt auf. Entferne bei der Schrotschusskrankheit das befallene Laub. Heruntergefallene Blätter entsorgst du regelmäßig.

Pflaumenwickler und Blattläuse gehören zu den Schädlingen an der Zwetschge. Den Frostspanner bekämpfst du mit Leimringen. Bringe sie bis Anfang Oktober an dem Baum an.

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