
Herbstzeitlose – Eigenschaften im Überblick
Die Herbstzeitlose bringt im Spätsommer und Herbst noch einmal Farbe ins Beet. Im Ratgeber erfährst du, wie du das Knollengewächs richtig pflanzt und pflegst und worauf du dabei achten solltest.
Woher kommt die Herbstzeitlose?
Die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) gehört zur Familie der Zeitlosengewächse (Colchicaceae). Sie ist die wohl bekannteste Art der Familie.
Heimisch ist die Knollenpflanze sowohl in Südeuropa als auch in Mitteleuropa. In freier Natur wächst sie auf frisch-feuchten Wiesen und lichten Auwäldern. Auch auf Streuobstwiesen ist sie zu finden. In einigen Bundesländern steht sie allerdings auf der Liste gefährdeter Wildpflanzen.
Auch in Gärten ist die Herbstzeitlose sehr beliebt. Züchter haben Gartenformen und Hybriden entwickelt. Und so gibt es mittlerweile Sorten mit gefüllten und ungefüllten Blüten in Weiß, Rosa und Pink.
Da die Pflanze für Menschen, Rinder und Pferde hochgiftig ist, ist sie auf beweideten Flächen nicht gern gesehen. Vor allem Jungvieh ist durch das Alkaloid Colchicin gefährdet. Für Ziegen und Schafe ist das Gift nicht gefährlich.
So sieht die Herbstzeitlose aus

Die Herbstzeitlose ist ein attraktiver Blickfang in deinem Garten. Die Blume wird bis zu 25 cm hoch.
Die Herbstzeitlose wird zwischen 10 cm und 25 cm hoch. Die Pflanze wächst aus einer Knolle heraus, wobei diese nach der Blüte abstirbt. Über Tochterknollen lebt die Pflanze aber weiter. Sie treiben neue Blüten im darauffolgenden Herbst.
Ab Mai und Juni bilden die Knollenblumen Kapselfrüchte. Sie enthalten klebrige, schwarze Samen. Diese verbreiten sich durch Wind oder auch mithilfe von Ameisen.
Die Blätter der Pflanze sind lanzettförmig. Sie werden bis zu 25 cm lang und ähneln Tulpenblättern. Ungewöhnlich ist, dass die Blätter erst im Folgefrühling erscheinen. Im Hochsommer trocknen sie dann bereits ein.
Sehr leicht zu verwechseln sind die Blätter mit denen des Bärlauchs. Zudem besiedeln beide Pflanzen etwa dieselben Standorte. Sobald du die Blätter zerreibst, ist der Unterschied allerdings riechbar: Bärlauch duftet stark nach Knoblauch, Herbstzeitlose sind geruchlos.
Hinweis: Alle Teile der Herbstzeitlose sind stark giftig. Auch die Blätter solltest du daher nur mit Handschuhen berühren.
Die Blüte geht im Herbst von August bis Oktoner auf, nachdem die Blätter eingetrocknet sind. Die Tatsache, dass die Herbstzeitlose blattlos blüht, hat ihr im Englischen den Namen „Naked Lady“ (nackte Dame) eingebracht. Aus ihrer Knolle wachsen rosa-lila gefärbte Blütenkelche. Sie sind mit dem Speicherorgan über ein langes, stielartiges Blütenrohr verbunden.
Neben dieser Wildform gibt es auch Zuchtsorten. Sie besitzen weiße oder gefüllte Blüten.
Der richtige Standort
Herbstzeitlose gedeihen am besten auf einem sonnigen bis halbschattigen Platz. Je dunkler der Standort, desto weniger üppig blühen sie. Ist es warm und windgeschützt, stehen die Chancen dagegen besser.
Das Knollengewächs bevorzugt nährstoffreiche und humose Böden. Zwar sollten sie feucht sein, aber durchlässig genug, sodass es nicht zu nass wird.
Herbstzeitlose pflanzen

Pflanze die Herbstzeitlose zwischen Juli und September. Grabe das Pflanzloch etwa 10 cm tief.
So wie Zwiebelblumen pflanzt du auch die Knollen der Herbstzeitlose zwischen Juli und September, also während der Ruhepause. Je früher du die Knolle in den Boden setzt, desto früher beginnt sie zu blühen. Meist ist das etwa vier Wochen nach der Pflanzung. Hier entscheidet vor allem die Temperatur.
Die Knollen kommen 10 cm bis 20 cm tief in die Erde. Ist der Boden eher trocken, setzt du sie noch ein wenig tiefer. Bewährt hat sich ein Pflanzabstand von etwa 20 cm zur nächsten Knolle. So bleibt ausreichend Platz, dass sich Tochterknollen bilden. Die Chance auf einen dichten Blütenteppich ist entsprechend groß.
Sind die Knollen unter der Erde, musst du sie nur noch kräftig angießen. Sonstige Pflege benötigen die Pflanzen nicht. Entferne allerdings die vergilbten Blätter im Sommer.
Herbstzeitlose im Garten
Herbstzeitlose sehen besonders attraktiv aus, wenn du sie in Gruppen setzt. Das kann am Gehölzrand sein, in der Mitte einer Blumenwiese oder im Rasen. Auch für die Unterpflanzung von Gehölzen wie Hartriegel (Cornus), Ahorn (Acer) oder Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) eignen sich Herbstzeitlose.
Im Beet sind sie passende Pflanzpartner für niedrige Ziergräser, die sich im Herbst gelblich oder rötlich färben. Auch vergilbte Funkien (Hosta) kontrastieren schön mit den lilafarbenen Blüten.
Hast du keinen Garten, holst du dir die Herbstzeitlosen in Schalen oder Töpfen auf den Balkon oder die Terrasse. Das Gefäß sollte nur nicht zu flach sein.

Die Herbstzeitlose wächst auch im Kübel oder Topf.
Sorten-Tipps
Gartensorten wie „Waterlily“, „Alboplenum“ oder „Apollo“ sind Alternativen zur Wildform. Sie besitzen Blüten, die zum Teil gefüllt sind. Ihr Vorteil: Ihre Blüten sind größer und sie sind wüchsiger als die Wildart.
Herbstzeitlose vermehren
Sind die Blätter im Sommer eingezogen, lassen sich Herbstzeitlose sehr leicht teilen. Dazu gräbst du die Pflanzen aus und pflückst die Tochterknollen ab.
Du kannst auch auf Aussaat setzen. Dafür sammelst du die reifen Kapseln und säst die enthaltenen Samen im Sommer in Anzuchtkästen aus. Jedoch braucht es dafür etwas Geduld. Die Sämlinge bilden erst einige Jahre später so große Knollen, dass sie blühen.
Herbstzeitlose als Giftpflanze und Heilpflanze
Die Herbstzeitlose ist in all ihren Pflanzenteilen giftig. Sie enthalten das Alkaloid Colchicin. Bereits kleine Mengen sind für Menschen und einige Tiere tödlich. Beim Umgang mit Herbstzeitlosen solltest du daher unbedingt Handschuhe tragen: Das Gift kann bei direktem Kontakt die Haut reizen.
Der Stoff hat allerdings auch seine guten Seiten. Denn eine Behandlung mit Colchicin kann den Chromosomensatz einer Pflanze vervielfachen. Für Züchter ist das von Bedeutung: Es führt dazu, dass viele Blütenpflanzen größere Blüten und Obstgehölze größere Früchte ausbilden.
In der Naturheilkunde, speziell der Homöopathie, dient Colchicin als Mittel gegen Krankheiten wie Gicht und Rheuma.
Krankheiten und Schädlinge
Ist der Standort von Herbstzeitlosen im Sommer sehr feucht, kann es zu einem Befall mit Grauschimmel kommen. Der Pilz zeigt sich mit einem grauen, samtig aussehenden Belag auf einigen Pflanzenteilen.
Damit sich die Pflanzenkrankheit nicht weiter ausbreitet, schneidest du Knospen und Blüten mit einem scharfen Messer ab. Die Reste entsorgst du im Hausmüll, nicht auf dem Kompost.
Schnecken sind häufige Schädlinge. Sie fressen vor allem die Blätter und Blüten der Herbstzeitlosen.








