
Lilien – Eigenschaften im Überblick
Lilien gehören mit ihren großen Blüten zu den schönsten Blumen im Garten. Hast du den Pflanzzeitpunkt im Herbst verpasst, kannst du ihre Zwiebeln auch im Frühling noch setzen. Wir zeigen dir, wie du die Kulturpflanze richtig pflanzt und pflegst.
Woher kommen Lilien?
Die Gattung der Lilien (Lilium) gehört zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Es gibt ungefähr 110 Arten sowie rund 2.000 durch Kreuzungen entstandene Hybriden.
Die Wildformen kommen ursprünglich in den nördlich-gemäßigten und subtropischen Zonen vor – vor allem dort, wo es häufig regnet. Die Madonnen-Lilie (Lilium candidum) ist hingegen im trockenen, östlichen Mittelmeerraum zu finden.
Hierzulande ist die Türkenbund-Lilie (Lilium martagon) heimisch. Sie bevorzugt Laub- und Nadelwälder mit kalkhaltigem Boden und eher kühler Lage. Daher wächst sie auch oberhalb der Waldgrenze auf Bergwiesen.
Aussehen der Lilien

Die Blüten der Lilie sehen je nach Sorte ganz unterschiedlich aus. Die Türkenbund-Lilie blüht in kräftigem Pink mit aufgerollten Blättern.
Lilien sind Zwiebelpflanzen. Die Zwiebeln sind geschuppt. Die Schuppen, eigentlich modifizierte Blätter, dienen als Speicher für Nährstoffe. Allerdings sind die Zwiebeln nicht mit einer schützenden Außenhaut umgeben, weshalb man sie als nackt bezeichnet. Am Boden der Zwiebeln wachsen sogenannte Zugwurzeln, welche die Zwiebel in die Erde ziehen können. Auch an unterirdischen Stängeln können sich Wurzeln und später Tochterzwiebeln ausbilden.
Die Blätter sind in der Regel wechselständig und stiellos. Sie setzen häufig zu mehreren an einem Knoten an.
Lilien werden je nach Art 30 bis 240 cm hoch. Die Blüte bildet sich am Ende des Stiels. Manchmal stehen auch mehrere Blüten als Dolde oder Traube zusammen.
Experten unterscheiden drei Blütenformen:
- trompetenförmig
- schalenförmig
- die Blüten der genannten Türkenbund-Lilien
Bei Letzteren erinnert die Blüte mit ihren eingerollten Blütenblättern an einen Turban.
Je nach Art blühen Lilien zwischen Mai und September, und zwar in fast allen Farben außer Blau. Werden die Blüten befruchtet, reifen die Samen in braunen Kapseln heran. Blätter und Stiele sterben nach der Befruchtung ab. Aus der Zwiebel bilden sich im nächsten Jahr wieder Blätter und Stängel.
Der richtige Standort für Lilien
Welcher Standort der richtige ist, hängt von der Art der Lilie ab. Allerdings mögen alle Lilienarten ein schwach saures Substrat. Zudem bevorzugen die meisten Lilien einen sonnigen Standort. Jedoch sollte der Boden um die Pflanze herum beschattet sein. Das erreichst du beispielsweise mit einer Bepflanzung durch Bodendecker. Hilfreich ist aber auch eine Schicht aus Kompost oder Rindenhumus.
Asiatische Wildarten gedeihen in der Sonne und im Halbschatten. Der Boden darf humus- und nährstoffreich sowie durchlässig sein. Beispiele dafür sind:
- Safran-Lilie (Lilium bulbiferum ssp. croceum)
- Tiger-Lilie (Lilium lancifolium)
- Oster-Lilie (Lilium longiflorum)
Die Türkenbund-Lilie und ihre Hybriden bevorzugen ebenfalls halbschattige Standorte. Ein kalkhaltiger Boden ist von Vorteil. Auch die Madonnen-Lilie mag es tendenziell kalkhaltig, dagegen wächst sie am besten an einem sonnigen Platz.
Ganz ohne Kalk mögen es dagegen die amerikanischen Wildarten. Das sind zum Beispiel die Panther-Lilie (Lilium pardalinum) und ihre Hybriden.
Lilien pflanzen

Grabe für die Zwiebel der Lilie ein etwa 15 cm bis 20 cm tiefes Loch. Lilien solltest du nicht zu flach pflanzen, sonst knicken die Blumen später leicht ab.
Lilien pflanzt du von September bis März. Mit Ausnahme der Madonnen-Lilie. Diese wird zwischen Ende August und Ende September gepflanzt.
Tipp: Mit ein bisschen versetzten Pflanzzeitpunkten kannst du die Blüte ausdehnen.
Da Lilien Staunässe überhaupt nicht vertragen, gräbst du ein etwa 25 cm bis 30 cm tiefes Pflanzloch aus. Als Drainage kannst du zunächst etwas groben Kies einfüllen.
Auf den Kies kommt eine Mischung aus gleichen Teilen Gartenerde, Sand und Kompost. Diese Schicht sollte 10 cm bis 15 cm hoch sein. Darauf setzt du die Zwiebel und bedeckst sie mit ausreichend Sand. Den Rest des Pflanzlochs kannst du wieder mit dem Erdgemisch auffüllen.
Nur bei der Madonnen-Lilie musst du etwas aufpassen. Sie bildet bodenständige Blätter aus. Daher darfst du die Zwiebel nur 2 cm bis maximal 4 cm hoch mit Substrat bedecken.
Ist der Boden besonders anfällig für Staunässe, etwa aufgrund eines hohen Lehmgehalts, pflanzt du die Blume in einem erhöhten Beet.
Pflege der Lilien

Verblühte Blüten schneidest du ab. Den Stiel lässt du allerdings stehen, bis auch die Blätter abgestorben sind.
Sind die Blüten verblüht, schneidest du sie mit einer Gartenschere ab. So vermeidest du, dass die Pflanze unnötig viel Energie in die Bildung von Samen steckt. Den kompletten Stiel entfernst du jedoch erst, wenn auch die Blätter absterben. Decke den Rest der Pflanze mit humusreicher, gedüngter Erde oder Kompost ab.
Bevor die Lilien im Frühjahr wieder austreiben, empfiehlt sich eine Portion Volldünger. Achte jedoch darauf, dass der Stickstoffanteil nicht zu hoch ist. Während des Austriebs solltest du die Pflanze noch ein- bis zweimal mit Flüssigdünger versorgen.
Lilien im Garten und auf der Terrasse
Lilien sind typisch für Bauerngärten. Dort sind sie in einem sonnigen Beet zusammen mit Stauden oder einjährigen Pflanzen am besten aufgehoben.
Um ihre üppigen und bunten Blüten besonders hervorzuheben, empfiehlt sich eine farblich eher dezente Hintergrundbegleitung. Das können zum Beispiel Gehölze mit dunklem Laub oder dunklen Nadeln sein.
Selbst wenn du keinen eigenen Garten hast, sondern nur eine Terrasse oder einen Balkon, musst du nicht auf Lilien verzichten. Denn die Zwiebelblume lässt sich auch hervorragend in Kübeln pflanzen.
Diese brauchen allerdings einen guten Wasserablauf. Denn Lilien mögen es zwar gern feucht, mit Staunässe kommen sie aber nicht gut zurecht.
Für Töpfe eignen sich kleinere Lilien-Sorten, die nicht höher als 70 cm werden. Das sind beispielsweise die orangerote Sorte „Avignon“ oder „Cordelia“, die goldgelb blüht.
Auch die rosafarbene „Le Rève“ und „Marco Polo“ sowie die nur 40 cm hohe „Mona Lisa“ kommen infrage. Ihre zartrosa Blüten sind dunkel gesprenkelt, haben dunkelrosafarbene Adern und duften besonders intensiv.

Die Blüten der Lilien setzen im Garten besondere Akzente. Pflanze um sie herum Gewächse, die der Blume optisch keine Konkurrenz machen.
Lilien-Sorten
Asiatische Lilien sind besonders beliebt aufgrund ihrer Blüten. Zudem sind sie recht einfach zu pflegen.
Die Madonnen-Lilie gilt wegen ihrer reinweißen Blüten als Symbol für Reinheit und Unschuld.
Ebenfalls sehr beliebt ist die Türkenbundlilie mit ihren aufgerollten Blütenblättern in den unterschiedlichsten Farben.
Lilien vermehren
Du kannst Lilien aussäen, wenn du die Samen ausreifen lässt. Von Hybrid-Arten erhältst du jedoch keine sortenreinen Nachkommen. Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat ist zwischen Januar und Ende Februar. Dabei sollte der Standort je nach Lilienart 15 °C bis 20 °C warm sein. Habe bei der Aussaat Geduld, denn die erste Blüte kommt erst nach vier bis fünf Jahren.
Willst du Pflanzen mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze, vermehrst du sie vegetativ. Während der Ruhephase nimmst du dafür Tochterzwiebeln oder Zwiebelschuppen von der Mutterzwiebel ab und pflanzt diese neu ein. Die Schuppen sollten noch etwas Zwiebelboden beinhalten, sonst können sie nicht wurzeln.
Um sicherzugehen, ziehst du die Nachkommen in Töpfen bei 10 °C bis 12 °C vor. Aber auch hier dauert es zwei bis drei Jahre, bis die neuen Pflänzchen blühen. Ähnlich gehst du auch mit Brutzwiebeln, die am unterirdischen Stängelansatz ausgebildet werden, vor. Diese überwinterst du in einem Gemisch aus Torf und Sand in einem dunklen, kühlen Raum.
Krankheiten und Schädlinge

Lilienhähnchen greifen die Blätter der Lilien an. Sammle die Schädlinge ab und bestäube die Pflanze mit Gesteinsmehl, um die Käfer loszuwerden.
Leider sind Lilien für unterschiedliche Schädlinge und Krankheiten anfällig. Grauschimmel (Botrytis) kommt vor allem bei feuchtwarmem Wetter vor. Die Pilzkrankheit erkennst du an den rot-braunen Flecken auf den Blättern. Vorbeugend kannst du Schachtelhalm Sud spritzen und die Lilien nicht zu dicht pflanzen. Auch Lavagesteinsmehl hilft.
Die Blume wird außerdem von der Zwiebelbodenfäule (Fusarium) befallen. Diese lässt sich aber durch das Setzen von gesunden Zwiebeln meist verhindern.
Wühlmäuse lieben die Lilien-Zwiebeln. Die Pflanzung im Drahtkorb schafft hier Abhilfe. Ein kleinerer Schädling ist das sogenannte Lilienhähnchen. Dabei handelt es sich um einen roten Käfer, der sich von den Blättern der Lilie ernährt. Auch seine Larve macht sich an der Pflanze zu schaffen. Dagegen hilft nur das Absammeln und das Bestäuben mit Gesteinsmehl. Das Mehl hilft auch gegen Blattläuse.
Auf die Blüten hat es die Lilienfliege abgesehen. Von Mai bis Juni legen die Weibchen ihre Eier in die noch grünen Lilienknospen. Die Larven fressen sich durch das Innere der Blüte und zerstören sie so. Hier hilft nur noch ein Insektenschutzmittel.








