Woher kommen Maiglöckchen?
Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) und ist Teil der Gattung Convallaria. Zuhause ist die mehrjährige Staude sowohl in Europa als auch in Nordamerika und Asien. Das Maiglöckchen wird unter anderem Mai-Blume, Mairöschen oder Mai-Lilie genannt.
Der Artname „majalis“ deutet auf die Blütezeit im Mai hin. Die Pflanze bevorzugt in der freien Natur Buchenwälder und Wiesen. Aber auch in gebirgigen Regionen bis in Höhen von 1.900 m ist das Maiglöckchen zu finden. Meist bildet die Pflanze große Gruppen und ist nicht zu übersehen. Da Maiglöckchen unter Naturschutz stehen, darfst du sie außerhalb deines Gartens in Wäldern oder auf Wiesen nicht pflücken.
Wie sehen Maiglöckchen aus?

Maiglöckchen haben kleine, glockenförmige, meist weiße Blüten.
Maiglöckchen wachsen 15 cm bis 25 cm hoch. Im Frühjahr sprießen die lanzettförmigen, langen Blätter aus dem Wurzelstock. In diesem Stadium sind die Pflanzen leicht mit Bärlauch zu verwechseln, dessen Blätter jedoch stark nach Knoblauch riechen.
Die Blätter wachsen paarweise. Die Ober- und Unterseite ist dunkelgrün gefärbt und die Blattoberseite glänzt. Auch die bogenförmigen Blattnerven fallen sofort ins Auge.
Zwischen den Blättern wächst der Blütenstängel, aus dem die 5 bis 13 glockenförmigen Blüten wachsen. Sie blühen zwischen Mai und Juni. In der Regel sind die Blüten weiß, es gibt jedoch eine besonders pflegeleichte Sorte des Garten-Maiglöckchens mit dem Namen „Rosea“, die hellrosafarbene Blüten besitzt.
Die Blüten entwickeln sich ab Juli zu kleinen, roten Beeren. Jede Beere enthält zwei bis sechs Samen, die von Vögeln gegessen werden. Für Menschen und die meisten Tiere sind dagegen alle Teile des Maiglöckchens giftig.
Maiglöckchen in der Heilkunde
Das Maiglöckchen kann als Heilpflanze bei Herzkrankheiten eingesetzt werden. Seine oberirdischen Pflanzenteile enthalten Glykoside. Früher waren Maiglöckchen in Schnupftabak zu finden. Sie wurden auch bei Schlaganfällen und Epilepsie eingesetzt.
Hinweis: Da die Pflanze stark giftig ist, solltest du sie auf keinen Fall zur Selbstmedikation verwenden.
Der richtige Standort

Im Laubwald findet man das Maiglöckchen recht häufig. Es gedeiht besonders gut auf feuchten und humosen Böden.
Das Maiglöckchen gedeiht am besten in Laubwäldern. Dort bevorzugt es halbschattige bis schattige Plätze mit einem feuchten und humosen Erdreich. Im Garten arbeitest du Kompost in den Boden ein. Auch ein etwas lehmiger oder sandiger Boden mit einem eher sauren pH-Wert (zwischen 4,5 und 6) ist ein Standortvorteil.
Das Maiglöckchen eignet sich zur Unterpflanzung von Gehölzen und als Pflanzpartner von Tulpen und Traubenhyazinthen. Auch als Schnittblumen können sie in Vasen gehalten werden.
Maiglöckchen richtig pflanzen und pflegen
Maiglöckchen vertragen keinen sonnigen Platz und brauchen vor allem nach dem Pflanzen einen gleichmäßig feuchten Boden. Ist die Staude verblüht, schneide die Blütenstände mit einer Schere ab und lasse die Blätter stehen. Damit sie weiterhin buschig wächst, mulche sie im Herbst mit einer Schicht Lauberde oder verrottetem Kompost. Dann musst du sie nicht mehr düngen.
Breitet sich das Maiglöckchen über seine Rhizome zu stark im Beet aus, kannst du sie problemlos mit dem Spaten im Zaum halten.
Maiglöckchen vermehren
Idealerweise vermehrst du Maiglöckchen im Juni oder Juli. Zunächst löst du dafür die flachen Wurzeln aus der Erde. Anschließend gräbst du eine Pflanze mit einer Schaufel vorsichtig aus. Nun pflanzt du sie an ihrem neuen Platz wieder ein.
Willst du nicht ganze Pflanzen versetzen, schneidest du nur einige Wurzelstücke ab. Diese legst du etwa 10 cm tief in die Erde und füllst das Pflanzloch mit Kompost auf. Im kommenden Frühjahr stecken die jungen Pflanzen erstmals ihre Blätter aus der Erde.
Du kannst Maiglöckchen auch im Winter blühen lassen. Dafür teilst du einen Rhizomballen im Herbst und treibst einen Teil im Topf auf der Fensterbank vor. Als Faustregel gilt: Ein 15 cm großer Wurzelknoten bringt etwa sechs Pflanzen hervor. Nach der Blüte pflanzt du den Wurzelballen ins Beet.

Maiglöckchen sind giftig. Die Pflanze enthält in einigen Teilen Glykoside.
Krankheiten und Schädlinge
Einige Maiglöckchen sind anfällig für den Rostpilz (Puccinia sessilis var. Sessilis). Die Bekämpfung ist am erfolgversprechendsten, je früher du damit startest. Entferne alle Blätter und Pflanzenteile, die vom Pilz befallen sind. Entsorge sie nicht im Kompost, sondern über den Hausmüll. Alle Geräte, die du benutzt hast, reinigst du vor dem nächsten Gebrauch sehr gründlich.
Wenn du Grauschimmel (Botrytis cinerea) nicht behandelst, verfaulen die Pflanzen und die Sporen des Pilzes gehen auf benachbarte Stauden über. Eine gute Vorbeugung gegen Grauschimmel ist ein Dünger mit einem hohen Kalium-Anteil.
Ein anderer Schädling an Maiglöckchen ist das Lilienhähnchen. Die Käfer sind 6 mm bis 8 mm groß und an ihrem glänzend roten Äußeren gut zu erkennen. Sowohl als Larve als auch als ausgewachsener Käfer schädigt das Insekt die Blätter der Maiglöckchen. Am besten ist es, die Käfer von Hand abzusammeln oder sie mit dem Gartenschlauch abzuspritzen. Ein bewährtes Hausmittel ist auch Kaffeesatz, den du um die Pflanze herum verteilst.









