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Eisenhut – Eigenschaften im Überblick

Zuletzt aktualisiert: 17.01.20225 MinutenVon: OBI Redaktion
Blühender Eisenhut

Gerade in einem Bauerngarten macht sich der Eisenhut gut. Seine Blüten bereichern vor allem naturnahe Beete. Wir zeigen dir, was du über das Pflanzen und die Pflege der giftigen Staude wissen musst.

Woher kommt der Eisenhut?

Der Eisenhut (Aconitum) ist ein Teil der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Etwa 300 Arten umfasst die Gattung. Von ihnen stammen viele aus Asien, jedoch kommen auch einige aus Mitteleuropa.

In der freien Natur wachsen sie in schattigen Lagen auf nährstoffreichen Böden. Daher sind sie häufig auf feuchten Wiesen, in Auwäldern oder an Berghängen zu finden. Unter Naturschutz stehen beispielsweise der „Blaue Berg-Eisenhut“ (Aconitum napellus) sowie der „Wolfs-Eisenhut“ (Aconitum lycoctonum). Sie blühen im Juni.

Alle Arten des Eisenhuts sind giftig für Menschen und Tiere. Früher erlangte das Gift Aconitin Berühmtheit, da damit Pfeilspitzen präpariert wurden. Es reicht bereits ein intensiver Hautkontakt, um Vergiftungssymptome auszulösen. Sie reichen von vorübergehender Taubheit bis hin zu Übelkeit.

Beim Umgang mit der Pflanze solltest du daher unbedingt Handschuhe tragen. Verzichte außerdem lieber auf die schöne Staude im Beet, wenn du Kinder oder Haustiere hast.

So sieht Eisenhut aus

Es unterschiedliche Arten des Eisenhuts. Einige von ihnen wachsen straff aufrecht, andere winden sich eher. Ihre Wuchshöhe variiert zwischen 10 cm und 3 m. Der Eisenhut hat dunkelgrüne Blätter mit einer rundlichen Form. Teilweise sind sie eingeschnitten.

Je nach Art fängt Eisenhut im Frühsommer an zu blühen. Dazu gehören zum Beispiel der „Gelbe Eisenhut“ (Aconitum lamarckii) und der „Blaue Berg-Eisenhut“. Andere Arten öffnen ihre Blüten im Sommer, wiederum andere erst im Herbst, wie etwa der „Herbst-Eisenhut“ (Aconitum carmichaelii ‘Arendsii’). Er blüht im September und Oktober.

Die Blüten sind als Rispen angeordnet. Sie setzen sich aus vielen blauen Einzelblüten zusammen. Diese sind wie Helme geformt, was ausschlaggebend für den deutschen Namen war, da die Form an Ritterhelme erinnert. Manche Sorten blühen auch in weiß, rosa, gelb und rot.

Blaue Blüten am Eisenhut

Die Blüten des Eisenhuts haben die Form von Ritterhelmen. Daher hat die Pflanze ihren Namen.

Der richtige Standort

Alle Eisenhut-Arten haben ähnlich Ansprüche an ihren Standort und an den Boden. Sie gedeihen am besten in nährstoffreicher Erde. Zudem sollte der Humusboden nicht zu trocken sein. Daher sind Halbschattenplätze sehr gut geeignet. Eisenhut eignet sich also gut zur Unterpflanzung von Laubbäumen und Sträuchern.

An sonnigeren Standorten sollte der Boden stets feucht sein. Mulch oder Bodendecker sorgen dafür, dass die Erde nicht so schnell austrocknet. An zu warmen und zu trockenen Standorten kann es schnell zu einem Befall mit Echtem Mehltau kommen.

Eisenhut pflanzen

Am besten pflanzt du Eisenhut im Frühjahr. Dann hat die Staude genug Zeit, um sich bis zum Winter gut einzuwurzeln. Prinzipiell ist es aber auch möglich, Eisenhut noch im Sommer oder Herbst zu pflanzen.

Da Eisenhut viele Nährstoffe benötigt, gibst du in das Pflanzloch etwas Kompost. Auch eine Handvoll Hornspäne fördert das Wachstum, da diese den notwendigen Stickstoff zur Verfügung stellen.

Wie viel Platz Eisenhut benötigt, hängt von der Art und Sorte ab. Ob er hoch oder eher in die Breite wächst, erfährst du durch die Angaben auf dem Pflanzetikett.

Optimale Bereiche sind der Gehölzrand und Beete, die sonnig bis halbschattig gelegen sind.

Eisenhut pflegen

Eisenhut düngst du regelmäßig mit Kompost und Hornspänen. Hat die Staude ausgeblüht, schneidest du die welken Blüten ab. Den Stängel kappst du erst, sobald auch die Blätter verwelkt sind.

Eisenhut ist eine ausdauernde Staude. Nach sechs bis zehn Jahren wird es dennoch Zeit für eine Verjüngung. Dann teilst du die Pflanze im Frühjahr oder im Herbst. „Herbst-Eisenhut“ und „Wolfs-Eisenhut“ teilst du jedoch ausschließlich im Frühjahr.

Grabe dafür mit einem Spaten den Wurzelstock aus und trenne die kleineren Wurzeln von der Hauptwurzel ab. Die einzelnen Stücke pflanzt du wieder ein. Sie sollten etwa 2 cm mit Erde bedeckt sein. Auch hier gibst du zuvor etwas Kompost ins Pflanzloch.

Beim Ausgraben, Teilen und Einpflanzen trägst du Handschuhe

Hohe Eisenhut-Arten neigen dazu, auseinanderzufallen. Daher stützt du sie mit einem Staudenring oder bindest sie zusammen und stabilisierst sie mit einem Stab.

Eisenhut wird nach der Blüte geschnitten

Schneide den Stängel des Eisenhuts ab, wenn die Blätter daran verwelkt sind.

Pflanzpartner für den Eisenhut

Eisenhut ist sehr gut für sonnige bis halbschattige Plätze geeignet. Er ist daher ein guter Pflanzpartner für Stauden mit ähnlichen Ansprüchen. Hohe Eisenhut-Arten sind ideal, um sie als Leitstaude zu nutzen. In Einzelstellung kommen sie besonders gut zur Geltung.

Die dunklen Blüten kontrastieren am besten mit helleren Blüten. Das können in einem sonnigeren Beet zum Beispiel Hoher Sommer-Phlox, Silberkerze oder die Indianernessel (Monarda didyma) sein.

Für Halbschattenbeete empfehlen sich die hellviolette Herbst-Anemone sowie die weiße Prachtspiere (Astilbe) für eine attraktive Kombination. In Bauerngärten findet man Eisenhut oft zusammen mit Fingerhut (Digitalis) oder Glockenblumen (Campanula).

Ein dunkler Hintergrund ist für weiße oder hellgelbe Sorten des Eisenhuts von Vorteil. Dadurch wirken etwa der heimische „Wolfs-Eisenhut“ oder der „Gelbe Eisenhut“ besonders gut.

Wähle niedrige Begleitpflanzen, da die unteren Blätter des Eisenhuts mit der Zeit häufig welken. So kannst du die kahlen Stellen kaschieren.

Sortentipps

„Berg-Eisenhut“: Er blüht ab Juni und wird etwa 1,20 m hoch.

„Wolfs-Eisenhut“: Auch diese Sorte blüht bereits ab Juni mit kleinen, cremegelben Blüten. Wolfs-Eisenhut wird etwa 80 cm hoch.

„Garten-Eisenhut“: Diese Hybride wird 1,20 m hoch und blüht im Juli in Blau oder Weiß-Blau.

„Lockerer Eisenhut“: Die Sorte blüht ab Juli tiefviolett und kann bis zu 1,50 m hoch werden. Besonders gut ist dieser Eisenhut im Halbschatten aufgehoben.

„Herbst-Eisenhut“: Er blüht in einem dunklen Blau-Violett ab September und im Oktober. Die Pflanze wird etwa 1,40 m hoch.

Zweifarbiger Garten-Eisenhut

Der zweifarbige Garten-Eisenhut zieht mit seinem attraktiven Farbverlauf alle Blicke auf sich.

Eisenhut vermehren

Am einfachsten ist die Vermehrung von Eisenhut, wenn du den knolligen Wurzelstock teilst. Einige Arten kannst du auch aus Samen ziehen. Die Samen stratifizierst du kurzzeitig, setzt sie also der Kälte aus, bevor du sie zwischen November und März aussäst. So verlieren sie ihre Keimhemmung.

Krankheiten und Schädlinge

Eisenhut ist recht widerstandsfähig. Gelegentlich treten Echter Mehltau oder die bakterielle Blattfleckenkrankheit auf. Sehr selten kommt Falscher Mehltau vor.

Ist der Standort zu nass, kann es zur Sklerotium-Fäule oder Verticillium-Welke kommen. Dann musst du den kompletten Wurzelstock entfernen.

Ist der Standort dagegen zu warm, sonnig und trocken, kann sich die Schwarze Bohnenblattlaus ausbreiten. Auch wird die Staude dann anfällig für die Cyclamenmilbe und die Minierfliege.

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