
Artischocke pflanzen
Die Artischocke ist als mediterranes Gemüse beliebt, macht aber auch optisch was her. Ob im Gemüsegarten oder als Zierpflanze – wir geben Tipps, wie du die Artischocke pflanzt und pflegst.
Herkunft der Artischocke
Die Artischocke (Cynara scolymus), eine distelartige Gemüsepflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Von dort verbreitete sie sich über Persien und Nordafrika bis nach Westeuropa. Auf den sonnenverwöhnten Kanarischen Inseln gedeiht die wärmeliebende Pflanze ebenfalls.
Inzwischen hält die Artischocke auch in unseren Gärten Einzug. Wir zeigen dir, wie du Artischocken im Gemüsebeet, Hochbeet oder als Kübelpflanze anbauen kannst.
Standort und Boden
Die Artischocke benötigt einen vollsonnigen, windgeschützten Standort, wenn du sie hierzulande im Freiland anbauen möchtest. Ein Platz in Südlage oder vor einer Hauswand eignet sich besonders für die frostempfindliche mediterrane Pflanze.
Neben dem Standort ist der Boden entscheidend für eine erfolgreiche Ernte. Das Blütengemüse ist auf einen nährstoffreichen, lockeren und durchlässigen Boden angewiesen.
Tipp: Mit dem richtigen Substrat kann Regenwasser gut abfließen und du vermeidest Staunässe.
Eher ungeeignet sind schwere Lehmböden, die du zunächst durch die Zugabe von Kompost und Sand auflockern solltest.
Sortentipps

Bevor du Artischocken pflanzt, lohnt es sich, einen Blick auf die verschiedenen Sorten zu werfen, denn das frostempfindliche Gemüse kann einjährig oder mehrjährig angebaut werden.
In kühleren Regionen solltest du auf eine Sorte wie Cynara scolymus „Imperial Star“ setzen, die bereits im ersten Jahr stattliche Blütenknospen ausbildet. Ohne geeigneten Winterschutz oder die Überwinterung in einem frostfreien Quartier übersteht die frostempfindliche Pflanze die kalte Jahreszeit jedoch in der Regel nicht.
Die verschiedenen Artischocken-Sorten unterscheiden sich neben der Frostempfindlichkeit auch hinsichtlich Größe und Wachstumsgeschwindigkeit.
- Imperial Star: schnell wachsende Sorte mit großen Blütenständen, umgeben von dunkelgrünen Hüllblättern.
- Vert de Provence: schnell wachsende Sorte mit kleinen, aber vielen Früchten.
- Green Globe: Sorte mit großen knospigen Blütenständen, fleischigen Blütenböden und grünen Hüllblättern.
- Violetto Chiogga: Sorte mit kleineren Blütenständen und violetten, länglichen Knospen, vergleichsweise widerstandsfähig gegen Frost.
Zeitpunkt für Aussaat und Anzucht
In kühleren Regionen oder wenn du noch im selben Jahr ernten möchtest, ziehst du die Artischocken am besten vor oder du kaufst Jungpflanzen. Der richtige Zeitpunkt für die Vorkultur ist ab Mitte Januar.
Da Artischocken vergleichsweise tief wurzeln, eignen sich insbesondere tiefe Anzuchttöpfe für die Vorkultur. Fülle den Topf mit Anzuchterde, bevor du drei bis vier Samen etwa 1 cm tief einsetzt.
Tipp: Lege die Samen vor der Aussaat einen Tag lang in Wasser ein, damit sie besser keimen.
Mit einem beheizten Gewächshaus schaffst du optimale Bedingungen zum Keimen. Aber auch bei Zimmertemperatur von 18 °C bis 20 °C geht die Saat auf der hellen Fensterbank in der Regel binnen zwei bis drei Wochen auf.
Wenn die Sämlinge etwa 10 cm groß sind und sich die ersten Blätter bilden, pikierst du sie in einzelne Töpfe. Die kräftigsten Jungpflanzen pflanzt du im Mai nach den Eisheiligen ins Freiland. Achte dabei auf einen Abstand von etwa 1 m zwischen den Pflanzen.
Tipp: Das sonnige Hochbeet bietet sich besonders für die Artischocke an, die Mittelmeerklima gewohnt ist. Wenn du die Artischocke in einem großen Kübel kultivierst, den du auf einen Pflanzenroller stellst, erleichterst du dir den Umzug ins Winterquartier.
Im Spätsommer, ab August oder September, sind dann die ersten Artischocken erntereif.
In wärmeren Regionen kannst du Artischocken ab Mitte April auch direkt aussäen.
Mischkultur
Mit ihren prächtigen Blütenköpfen können Artischocken eigentlich für sich alleine stehen. Bei größeren Pflanzabständen kannst du die Lücken im Gemüsebeet mit Salat, Fenchel, Kohl oder Radieschen füllen. Der Vorteil dieser Mischkultur liegt auf der Hand: So musst du seltener Unkraut zupfen.
Ungeeignete Beetnachbarn sind hingegen Knoblauch, Schnittlauch, Sellerie und Zwiebel.
Artischocken richtig pflegen

Vor allem für Jungpflanzen gilt: Der Boden, in dem die Artischocken stehen, sollte niemals austrocknen. Gieße die Artischocken daher regelmäßig, vermeide jedoch Staunässe.
Damit die Pflanze schöne Blütenköpfe ausbildet, ist sie auf eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen angewiesen. Schon vor dem Anbau lässt sich der Boden mit Kompost oder humusreicher Erde aufbereiten. In der Wachstumsphase versorgst du die Artischocke nochmals mit Kompost oder du verwendest Gemüsedünger.
Winterschutz
In unseren Breiten wird die Artischocke oft nur einjährig angebaut, da die mediterrane Pflanze lediglich Temperaturen von bis zu -10 °C verträgt. Der Ertrag fällt jedoch in der Regel ab dem zweiten Jahr größer aus und nimmt nach etwa vier Jahren wieder ab. Mit dem richtigen Winterschutz bringst du die Artischocke – auch mehrfach – gut durch die kalte Jahreszeit.
Im Freiland schneidest du die Staude dazu im Oktober bodennah zurück und bedeckst sie mit einer Schicht aus Laub, Reisig oder Stroh, gemischt mit Sand oder Erde. Diese Mischung häufelst du etwa 30 cm hoch an. Sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, lässt sich der Winterschutz im Frühjahr wieder entfernen.
Alternativ bietet sich die Überwinterung im Gewächshaus oder Keller bei etwa 10 °C bis 15 °C an. Kürze dazu nach der Ernte die Triebe der Artischocke ein und grabe einen möglichst großen Teil der langen Pfahlwurzel aus. Befreie die Wurzel von Erdresten und schlage sie in feuchten Sand ein. Nach den Eisheiligen kann die Artischocke das Winterquartier verlassen und zurück ins Freiland gepflanzt werden.
Hinweis: Denke daran, deine Artischocke auch im Winter ein wenig zu gießen, damit die Wurzel nicht austrocknet.
Tipp: Ältere Artischocken lassen sich durch Teilung vermehren oder du säst nach etwa vier bis fünf Jahren neu aus.
Tipps zu Ernte, Verwendung und Lagerung

Im Mittelmeerraum und darüber hinaus gilt die Artischocke als Delikatesse. Hierzulande beginnt im ersten Jahr ab August die Erntezeit für die essbaren Knospen. Im zweiten Anbaujahr kannst du mitunter schon im Juni ernten.
Artischocke ernten
Achte darauf, dass die Blüten noch fest geschlossen und grün sind. Mit einem scharfen Messer schneidest du oberhalb vom letzten Blatt die Blüte ab. Lasse vor allem dann einen etwa 20 cm langen Blütenstiel dran, wenn du die Artischocke nicht sofort verarbeiten möchtest.
Als Deko und Insektenweide
Sobald sich die Blüten öffnen und die Hüllblätter eine violette Farbe annehmen, sind die Artischocken zu trocken für den Verzehr. Dann bieten sie sich aber noch immer als vergleichsweise ausdauernde Schnittblumen an, die übrigens auch in Trockengestecken schön aussehen.
Tipp: Wenn du die Blüten im Freiland stehen lässt, bereitest du Bienen, Hummeln und Schmetterlingen ein köstliches Freiland-Büfett.
Lagerung
Frisch schmecken Artischocken am besten. Du kannst das Gemüse aber auch einfrieren oder in ein feuchtes Tuch eingeschlagen im Kühlschrank lagern. Alternativ stellst du den Blütenstiel – wie eine Schnittblume – in ein Glas mit Wasser, um die Haltbarkeit zu verlängern.
In der Küche
Artischocken lassen sich vielseitig zubereiten und schmecken auch eingelegt gut. Zunächst werden die Blütenköpfe gewaschen und dann in kochendem Salzwasser gegart. Danach lassen sich die schuppigen Blätter mühelos abziehen. Den spitzen Dorn der unteren Hüllblätter kannst du schon vor dem Kochen wegschneiden. Als besondere Delikatesse gilt der zarte Blütenboden.
Tipp: Während die meisten Sorten der Artischocke als Blütengemüse verzehrt werden, gilt die Gemüseartischocke Cardy (Cynara cardunculus) als Blattgemüse, wobei die Blattstiele und Blätter gegessen werden. Die Pflanze wird in der Regel nur einjährig angebaut.
In der Apotheke
Aufgrund des enthaltenen Bitterstoffs Cynarin wird die Artischocke darüber hinaus zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet und soll beispielsweise den Fettstoffwechsel in Schwung bringen.
Krankheiten und Schädlinge
Artischocken sind vergleichsweise widerstandsfähig gegen Krankheiten. Hin und wieder kommt es aber zu einem Befall durch Blattläuse. Dunkle Stellen können ein Hinweis auf die Schwarze Bohnenlaus sein. Im Garten empfehlen wir einen ausreichenden Schutz vor Schnecken und Wühlmäusen.








