
Feldsalat – Eigenschaften im Überblick
Feldsalat (Valerianella locusta), auch Rapunzel oder Ackersalat, bietet sich als typisches Wintergemüse für die Bepflanzung abgeernteter Gemüsebeete an. Beginne im Spätsommer mit der Aussaat, damit du im Herbst und Winter frischen Salat ernten kannst. Erfahre hier, wie du Feldsalat anbaust und pflegst.
Woher stammt Feldsalat?
Feldsalat (Valerianella locusta) ist auch als Rapunzel oder Ackersalat bekannt. In der Schweiz kennt man das Blattgemüse als Nüsslisalat und in Österreich als Vogerlsalat.
Der Feldsalat gehört zu den Baldriangewächsen (Valerianoideae). Schon in der Steinzeit sammelte man die Blätter als Nahrung. Die Urform des Salates ist ein Wildkraut, das zwischen Gräsern und anderen Kräutern wuchs. Seinen Siegeszug als Kulturpflanze trat der Feldsalat erst im 19. Jahrhundert an. Vorher war der Salat, der wild auf magerem Brachland und zwischen Wintergetreide wuchs, als Unkraut verpönt.
In unseren Breiten wird Feldsalat vor allem als Herbst- und Wintergemüse angebaut. Die Herbstsorten haben zarte, hellgrüne Blätter. Die Wintersorten wachsen kompakter und sind robuster. Inzwischen gibt es auch Sorten für den Anbau im Frühjahr.
So wächst Feldsalat
Feldsalat ist winterhart, einjährig und wildwachsend. Die dunkelgrünen, runden bis ovalen Blätter sind in flachen bis aufrechten Rosetten angeordnet. Typisch für die etwa 10 cm langen Blätter ist ihr nussiger Geschmack. Sie enthalten außerdem zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.
Der richtige Standort und Boden

Feldsalat ist eine vergleichsweise anspruchslose Gemüsesorte. Er bevorzugt einen sonnigen Standort und kalkhaltige Böden.
Feldsalat hat zwar eine gewisse Vorliebe für kalkhaltige Lehmböden, stellt ansonsten aber keine besonderen Ansprüche an den Boden, sondern begnügt sich mit dem, was die Vorkulturen im Beet übriggelassen haben. Dadurch gilt er als pflegeleicht und genügsam.
Das und der vergleichsweise späte Termin für die Aussaat machen Feldsalat zu einer idealen Nachkultur, wenn du das Sommergemüse bereits geerntet hast.
Am besten gedeiht der Salat an einem sonnigen Standort.
Anbau in Mischkultur
Kohl und Feldsalat liefern im Winter wichtige Vitamine. Im Beet sind sie jedoch keine guten Nachbarn, sondern nehmen sich dort gegenseitig die Nährstoffe weg. Geeignete Beetnachbarn für den Feldsalat sind hingegen Frühlingszwiebeln.
Aussaat von Feldsalat
Im Beet säst du Feldsalat am besten in Doppelreihen aus. Halte dabei einen Abstand von 5 cm bis 8 cm innerhalb der Doppelreihe ein und lasse etwa 15 cm Abstand zur nächsten. Die Samen setzt du etwa 0,5 cm bis 1 cm tief in den Boden. Bedecke sie mit etwas Erde und drücke das Substrat leicht an. Danach ist es wichtig, dass du die Samen gleichmäßig feucht hältst, damit sie nicht austrocknen.
Innerhalb von etwa drei Wochen sollte das Saatgut aufgehen. Gieße regelmäßig und decke das Beet gegebenenfalls mit einem Vlies oder einer Lochfolie ab, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Ab und zu lüften nicht vergessen, um Pilzerkrankungen vorzubeugen!
Auf Flächen mit wenig Unkraut lässt sich Feldsalat breitwürfig aussäen. Wenn du von Mitte Juli bis Mitte August die Saat ausbringst, kannst du im Herbst von September bis Oktober ernten. Wenn du den Salat als Wintergemüse anbauen und von November bis Januar ernten möchtest, ist Mitte September der richtige Zeitpunkt für die Aussaat.
Tipp: Vor allem in den warmen Sommermonaten kann die Erde schnell austrocknen. Bereite daher vor der Aussaat den Boden gründlich vor, indem du ihn mit einem Grubber auflockerst und danach gut durchfeuchtest. Erst dann bringst du die Samen aus.
Hinweis: Zu dicht gesäter Feldsalat verkümmert: Die unteren Blätter vergilben und die Salatblätter bleiben klein. Um das zu vermeiden, verziehst du die Jungpflanzen, sobald sie ein paar Blätter gebildet haben.
Entferne regelmäßig Unkraut und lockere die Erde zwischen den Pflanzen vor allem nach starken Regengüssen auf.

Mit einem Vlies über dem Beet bleibt die Erde länger feucht.
Feldsalat vorziehen
Neben der direkten Aussaat ins Freie lässt sich Feldsalat auch im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorziehen.
Setze dazu drei bis fünf Samen in Anzuchtschalen oder Anzuchtplatten. Als Substrat eignet sich Anzuchterde oder eine Mischung aus gesiebtem Kompost, Gartenerde und Sand in jeweils gleichen Teilen. Nach etwa vier Wochen pflanzt du den Feldsalat mit ausreichend Abstand ins Beet oder in Balkonkästen.
Der Vorteil der Vorzucht: Die jungen Pflanzen haben bereits einen Vorsprung gegenüber dem Unkraut, wenn du sie ins Beet setzt.
Pflege von Feldsalat
Damit Feldsalat gut gedeiht, solltest du ihn vor allem in der Anfangszeit gleichmäßig feucht halten, aber Nässe vermeiden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Zupfe außerdem regelmäßig Unkraut.
Steht Feldsalat zu trocknen, gehen die Samen womöglich nicht auf. Erntereife Pflanzen gehen bei Trockenheit schneller in die Blüte.
Überwinternden Feldsalat versorgst du im Februar mit etwas Bio-Gemüsedünger, damit er im Frühjahr weiterwächst.
Feldsalat ernten und verwenden

Etwa acht bis zehn Wochen nach der Aussaat ist Feldsalat erntereif. Schneide die Rosetten mit einem scharfen Messer ab.
Nachdem Feldsalat vergleichsweise lange braucht, bis er keimt, wächst er dann schnell. Schon nach acht bis zehn Wochen kannst du die ersten Rosetten bei Sommeraussaaten schneiden.
Verwende für die Ernte ein scharfes Messer und nimm die Blätter kurz über dem Wurzelansatz ab, um zu vermeiden, dass die Rosetten auseinanderfallen.
Sobald es kälter als 8 °C wird, hört Feldsalat auf zu wachsen. Die nächste Gelegenheit zum Ernten ist dann im Frühjahr.
Von November bis Februar ist es eher dunkel. Dann kann es sein, dass der Feldsalat Nitrat in den Blättern einlagert. Die Gefahr dafür ist im Gewächshaus und unter einer Folie größer als im Beet. Der Stoff ist nicht schädlich, kann sich aber in giftiges Nitrit umwandeln.
Tipp: Bei Tageslicht baut sich Nitrat ab. Schneide den Feldsalat deshalb besser am Abend.
Verarbeite das Gemüse möglichst bald nach der Ernte, denn die Blätter werden schnell welk. Feldsalat lässt sich zum Beispiel als kalter oder lauwarmer Salat mit Speck oder Äpfeln zubereiten.
Winterschutz für Feldsalat
Wenn du Feldsalat auch im tiefen Winter ernten möchtest, deckst du die Beete frühzeitig mit einem Vlies ab. Alternativ kultivierst du Feldsalat im Frühbeet. An wärmeren Wintertagen nimmst du das Vlies ab. Lüfte außerdem das Frühbeet regelmäßig, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Tipp: Aus den kalten Böden kann Feldsalat im Winter keine Nährstoffe ziehen. Versorge die Pflanzen deshalb ab Februar mit Bio-Gemüsedünger. Nimm pro Quadratmeter etwa 50 g Dünger und verteile ihn zwischen den Pflanzreihen.
Sortentipps für Feldsalat

Feldsalat der Sorte „Granon“ wächst besonders schnell und kann bereits ab März ins Freie gesät werden.
Die Sorte „Dunkelgrüner Vollherziger“ bietet sich für die Ernte im Winter und Frühjahr an. Die Sorte hat ovale, feste und eher kleine Blätter mit kräftig hervortretenden Blattadern. Diese robuste Sorte übersteht auch längeren Frost.
Die Sorten „Elan“, „Vit“ und „Favor“ sind winterhart und unempfindlich gegen Mehltau. „Verte à coeur plein“ hat ovale, dunkelgrüne Blätter. Die Biosorte ist frostfest und eignet sich für die Überwinterung im Freiland, sollte aber im Frühjahr zügig geerntet werden, bevor sie in die Blüte geht.
Die Sorte „Granon“ wächst schnell und ist schossfest. Ab März säst du diese Sorte aus. Wenn du den Salat zeitlich versetzt anbaust, kannst du von Mai bis zum nächsten Frühjahr durchgehend ernten.
Krankheiten und Schädlinge
Inzwischen kommt es dank der widerstandsfähigen Sorten nur noch selten zu einem Befall mit Falschem Mehltau. Sollte die Pilzkrankheit doch einmal auftreten, ist meist zu viel Feuchtigkeit dafür verantwortlich.
Aufgrund der späten Aussaat sind bei diesem Herbst- und Wintergemüse Schädlinge kaum von Bedeutung.








