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 Zwei Gurken an der Ranke

Gurken zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten und kommen in verschiedenen Arten daher. Worauf du bei Auswahl, Aussaat und Pflege achten solltest, erfährst du hier.

Woher kommen Gurken?

Gurken (Cucumis sativus) gehören wie Zucchini und Melonen zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie sind eine der beliebtesten Gemüsesorten.

Da die Samen direkt im Fruchtfleisch liegen, sind die Früchte botanisch gesehen Beeren. Sie stammen ursprünglich aus Indien und werden seit über 3.000 Jahren angebaut, seit dem 19. Jahrhundert auch hierzulande.

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Wuchs und Aussehen der Gurke

Blüte an der Gurke

Gurken bilden sowohl männliche als auch weibliche Blüten aus.

Gurken sind einjährige Pflanzen. Zuerst wachsen sie am Boden liegend, später aber dann kletternd. Abhängig von der Sorte können die Triebe bis zu 4 m lang werden. Es wird unterschieden zwischen Freilandgurken und Salatgurken.

Salatgurken werden auch Schlangengurken genannt. Sie wachsen am besten im Gewächshaus und brauchen ein Rankgerüst. Feld- und Essiggurken kannst du im Beet liegend kultivieren.

Bei den Gurken wachsen weibliche und männliche Blüten in der Regel an einer Pflanze. Es gibt aber auch neue Züchtungen von Salatgurken mit ausschließlich weiblichen Blüten. Diese parthenokarpen („jungfernfrüchtigen“) Sorten tragen auch ohne Bestäubung an jeder Blüte Früchte.

Der richtige Standort

Für Freilandgurken eignet sich ein feuchtwarmes und windgeschütztes Beet. Ideal ist ein locker-humoser Boden. Steht das Beet in voller Sonne, wird das Verschlämmen verhindert.

Auch Schlangengurken bevorzugen einen warmen und hellen Standort. Ihre Wachstumsperiode ist länger, daher ist die Kultivierung im Gewächshaus empfehlenswert. Gurkenpflanzen setzt du im Gewächshaus möglichst so, dass sie nicht von anderen Pflanzen beschattet werden.

Gurken säen und pflanzen

Einige Gurkensorten kannst du direkt ins Beet aussäen. Das gelingt etwa mit Einlegegurken und Freilandsorten mit kleinen Früchten. Zwischen Ende April und Anfang Juli legst du drei Samen in ein Pflanzloch. Zum nächsten Pflanzloch hältst du mindestens 30 cm Abstand.

Eine Alternative ist das Vorziehen der Pflanzen im Gewächshaus. Beginne damit frühestens zwei bis drei Wochen, ehe du die Pflanzen ins Freiland setzt. Sonst werden sie zu groß.

Schlangengurken ziehst du im beheizten Gewächshaus ab Mitte März in Töpfen vor. Auch hier kommen drei Samen in einen Topf. Dieser ist zur Hälfte mit Anzuchterde gefüllt. Eine Umgebungstemperatur von mindestens 20 °C sorgt dafür, dass die Samen schnell keimen.

Nach dem Keimen sollte die Temperatur etwas sinken. Ab Mitte Mai setzt du die Jungpflanzen dann ins Beet. Willst du für etwas zusätzliche Wärme sorgen, helfen dabei über die Jungpflanzen gestülpte Glasglocken oder Einmachgläser.

Kultivierst du Salatgurken im Gewächshaus, pflanzt du die Setzlinge auch schon ab Anfang April in die Erde, sofern das Gewächshaus beheizt ist. Ohne Heizung ist Ende April der bessere Zeitpunkt.

Pflanze die Setzlinge tief ein und häufele sie leicht an. So bilden sich zusätzliche Seitenwurzeln. Bei veredelten Sorten muss die Veredlungsstelle über der Erde liegen. Der Reihenabstand beträgt 130 cm bis 170 cm, der Abstand der Pflanzen zueinander etwa 40 cm.

Eine Person setzt die jungen Gurkenpflanzen mithilfe einer Gartenschaufel ins Beet

Ab Mitte Mai setzt du die jungen Gurkenpflanzen ins Beet.

Wie ist die Fruchtfolge bei Gurken?

Nach einer Gurken-Saison wartest du vier Jahre, bis du auf derselben Fläche wieder Gurken anbaust. Als Vorfrüchte eignen sich Sellerie, Hülsenfrüchte und Getreide. Zwischen den Reihen kannst du Radieschen, Salat und Rucola anbauen. Nach deren Ernte stehen die Gurkenpflanzen allein.

Gurken pflegen

Gurken brauchen viele Nährstoffe und viel Wasser. Nutze bestenfalls lauwarmes Gießwasser, so werden die Früchte nicht bitter. Mit einer Mulchschicht aus Stroh bleibt das Substrat locker und Freilandfrüchte liegen nicht auf dem feuchten Boden.

Während der Wachstumszeit ab Anfang Juni sorgt Hornmehl oder ein organischer Flüssigdünger für die notwendigen Nährstoffe. Im Gewächshaus düngst du Schlangengurken am besten mit einer dünnen Mulchschicht aus Rasenschnitt. Ganz natürlich ist Brennnesseljauche. Diese verdünnst du im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Alternativ ist auch ein organischer Gemüsedünger ab Anfang Juni bestens geeignet.

Schlangengurken im Gewächshaus leitest du mithilfe von Schnüren in die Höhe. Damit sich der Neuaustrieb um die Schnur wickelt, leitest du ihn um diese herum.

Da ein zu früher Fruchtansatz die Pflanzen schwächt, kappst du bis auf eine Höhe von 80 cm alle Seitentriebe nach dem ersten Blatt. Auch der Haupttrieb sollte später nicht zu lang werden. Im Freiland kappst du den Haupttrieb nach dem fünften oder sechsten Blatt. So regst du die Bildung von Seitentrieben an.

Im Freiland wachsen die Gurken entweder am Boden oder an einem Spalier. Dafür kannst du beispielsweise einen etwa 2 m hohen Maschendraht nehmen oder ein Rankgitter.

Gurken ernten

Gurken ernten

Ungefähr acht bis neun Wochen nach der Saat kannst du die Gurken ernten. Ernte häufig: Umso mehr Früchte entwickelt die Pflanze.

Die ersten Früchte reifen rund acht bis neun Wochen nach der Aussaat. Je häufiger du erntest, desto mehr neue Fruchtansätze entwickelt die Pflanze. Schlangengurken kannst du bis zu dreimal pro Woche ernten. Bei Essiggurken ist es sogar täglich nötig.

Nach der Ernte halten sich Gurken im Gemüsefach des Kühlschranks etwa eine Woche lang. Verzehre sie, solange sie fest sind. Sie lassen sich auch einlegen oder einkochen. Nur zum Einfrieren sind sie nicht geeignet.

Sorten-Tipps: Salatgurken, Feldgurken und Einlegegurken

„Eiffel“ und „Dominica“ werden bis zu 35 cm lang. „Paska“ und „Printo“ bringen mittellange, bis 20 cm große Früchte hervor. Zum Naschen eignen sich die 10 cm kleinen Früchte von „Iznik“ oder „Picolino“. „Helena“ ist eine neue Züchtung mit langen, glatten Früchten. „Conqueror“ ist eine bekannte, ältere Sorte mit großen Früchten.

Diese Sorten sind für Gewächshäuser geeignet. Sie sind parthenokarp, das heißt, sie entwickeln ihre Früchte ohne vorherige Befruchtung und Samenbildung. Meist sind sie auch frei von Bitterstoffen. Als F1-Hybride weisen sie zudem eine Resistenz gegen die häufigsten Krankheiten auf.

„Gergana“ ist eine Salatgurke, die du im Freiland kultivieren kannst. Auch „Johanna“, „Hoffmanns Giganta“ oder „Chinesische Schlangen“ kannst du in milden Lagen in einem sonnig-warmen Beet draußen kultivieren. Ziehe die Jungpflanzen dann im Gewächshaus vor.

„Qualitas“ ist ebenfalls freilandgeeignet. Sie ist ertragreich und wächst schnell. „La Diva“ wächst auch im Freiland. Sie bildet Früchte mit wenig Kernen und ganz ohne Bitterstoffe.

„Marketmore“ mit glatten und dunkelgrünen Früchten eignet sich für die Zubereitung als Senfgurke, die „Dickfleischige Gelbe“ wird bis zu 2 kg schwer.

„Vorgebirgstraube“ und „Vert Petit de Paris“ ist sehr gut einzulegen. „Picklebush“ ist eine klassische Einlegegurke. Bei etwa 15 cm Länge kannst du sie auch als kleine Landgurke ernten. „Limona“ bildet runde, gelbe Früchte. Die Sorte „Weiße Apfelgurke“ ist dem Namen entsprechend weiß und apfelförmig.

Dill und Gurken ernten

Ernte Dill und Gurken frisch in deinem Garten. Lege das Gemüse dann ein.

Krankheiten und Schädlinge

Falscher Mehltau tritt am häufigsten auf. Gelbe, abgegrenzte Flecken auf der Oberseite der Blätter kennzeichnen den Befall. Sie werden später braun, dann stirbt das Blatt ab.

Achte beim Gießen darauf, nur den unteren Bereich der Pflanze zu befeuchten. Als Vorbeugung gießt du die Pflanzen alle zwei Wochen mit Ackerschachtelhalmjauche. Ein Rankgerüst hilft zudem dabei, dass die Blätter bei Feuchtigkeit schneller abtrocknen. Werden Blätter schlaff, ist das ein Hinweis auf Gurkenwelke.

Ist es im Gewächshaus zu trocken, tritt Echter Mehltau vermehrt auf. Auf der Blattoberfläche zeigt sich dann ein weißer Pilzrasen. Auch hier sterben die Blätter mit der Zeit ab. Vorbeugend hilft ein größerer Pflanzabstand. Pflanzt du direkt resistente Sorten wie „Bella“, kommt er gar nicht erst auf.

Spinnmilben fühlen sich im Gewächshaus wohl. Gegen sie helfen unterschiedliche Nützlinge wie Netzflügler und Raubwanzen. Entdeckst du Fraßschäden am Wurzelhals der Jungpflanze, kann das von Tausendfüßern stammen.

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