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Woher kommen Kartoffeln?

Kartoffeln (Solanum tuberosum) gehören zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und stammen ursprünglich aus dem Andenhochland. In Bolivien und Peru waren sie das Hauptnahrungsmittel für die Inkas. Nach Europa kamen die Knollen im 16. Jahrhundert.

Hierzulande wurde mit dem großflächigen Anbau erst im 18. Jahrhundert begonnen.

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So wachsen Kartoffeln

Die Nutzpflanze wächst aufrecht und wird bis zu 1 m hoch. Die Blütezeit der Kartoffeln ist von Juni bis August. Die fünfzähligen Blüten erscheinen in unterschiedlichen Farben von Weiß über Rosa bis zu Violett. Sie wachsen an den oberirdischen Lauftrieben und haben gelbe Staubbeutel. Aus den Blüten entwickeln sich kirschgroße Beeren, die grün und ungenießbar sind.

Unter der Erde bildet die Kartoffel neue Knöllchen, die durch Tragfäden mit den Wurzelsprossen verbunden werden. Diese Fäden nennt man auch Stolonen. In den Knollen speichert die Pflanze Nährstoffe.

Die Knollenform hängt von der Sorte ab. Sie kann rund, oval oder länglich sein. Auch das Fruchtfleisch hat je nach Kartoffelsorte eine andere Farbe – so gibt es weiße, gelbe, blaue und violette Kartoffeln.

Der richtige Standort und Boden

Pflanze Kartoffeln in einem sonnigen Beet. Achte auf einen leichten bis mittelschweren, tiefgründigen Boden und vermeide Staunässe.

Die Nutzpflanze wächst auch auf kargen Böden – allerdings fällt die Ernte dort geringer aus. Reichere dein Beet vor dem Pflanzen mit reifem Mist und Kompost an.

Fruchtfolge und Mischkultur

Kartoffeln sind eine gute Vorkultur. Sie verbessern den Boden, in dem sie gepflanzt sind. Baue die Pflanze aber nur alle vier Jahre im selben Beet an. Ein regelmäßiger Fruchtwechsel ist wichtig. Auch eine abwechslungsreiche Mischkultur ist nötig.

Du kannst Kartoffeln mit Möhren, dicken Bohnen oder Pastinaken kombinieren. Vermeide aber Tomaten in der Nachbarschaft. Ansonsten können sich Krankheiten von einer Pflanze zur anderen übertragen. Dazu gehört vor allem die Krautfäule. Senf und Ölrettich sind passende Gründünger für ein Kartoffelbeet.

Aneinandergereihte Kartoffel-Pflanzen und andere Gemüse-Sorten auf einem Feld.

Kartoffeln aussäen

Kartoffeln können gesät werden. Allerdings musst du bei der Aussaat einen Punkt bedenken: Die Sämlinge übernehmen nicht alle Eigenschaften der Mutterpflanze. Die Knollen können deshalb eine neue Form und Farbe haben. Mit der Aussaat verminderst du die Gefahr von Viruskrankheiten.

Die Samen befinden sich in den grünen Beeren. Ernte sie, wenn die Früchte weich sind, und lasse sie anschließend zwei Monate nachreifen. Danach holst du die Samen heraus, reinigst und trocknest sie.

Im Februar säst du die Samen in Saatschalen. Stelle die Schalen mit den Samen dazu auf ein Fensterbrett bei 18 °C bis 20 °C und warte, bis sich Jungpflanzen gebildet haben. Diese pflanzt du anschließend in kleine Töpfe. Ab Mitte Mai, also nach den Eisheiligen, pflanzt du sie ins Beet. Achte dabei darauf, den Wurzelballen rund 20 cm in die Erde zu geben.

Kartoffeln pflanzen

Zwar kannst du Kartoffeln aussäen, in den meisten Fällen werden sie jedoch direkt ins Beet gepflanzt. Der Zeitpunkt dafür hängt von der Region und der Sorte ab. In milden Gebieten setzt du frühe Sorten bereits Anfang April. In Bergregionen ist erst Anfang Mai die Zeit dafür. Wichtig ist, dass der Boden mindestens 9 °C warm ist.

Verwende die Nutzpflanze als erste Kultur im Beet. Sie ist ein Starkzehrer und verbessert den Boden. Gegen Unkraut hackst du die Fläche regelmäßig und häufelst Erde an.

Willst du deine Kartoffeln früh ernten, keimst du sie ab März vor. Dafür brauchst du zunächst eine flache Kiste, die du mit Pflanzenerde befüllst. Lege mittelgroße Knollen bis zur Hälfte in die Erde und stelle die Kiste an einen 15 °C warmen Standort. Dafür bietet sich ein helles Gewächshaus oder ein Wintergarten an. Die Kartoffeln bilden dann kurze und kräftige Triebe. Pflanze sie nach rund sechs Wochen rund 10 cm tief ins Freilandbeet.

Vorgekeimte Kartoffeln wachsen auch bei kühlen Temperaturen weiter. Sie reifen, bevor die Kraut- und Knollenfäule sich ausbreiten kann. Zudem steigt der Ernteertrag um rund 20 %.

Eine Person legt Kartoffel-Knollen in die Erde.

Grabe den Boden gründlich um. Setze die Kartoffeln dann in einem Abstand von 30 cm bis 35 cm in die Erde.

Bevor du Kartoffeln setzt, gräbst du den Boden um. Verwende dafür eine Grabgabel oder einen Spaten. Befreie das Beet von Unkraut und achte auf einen feuchten, lockeren Boden. Anschließend spannst du eine Pflanzschnur. Auf diese Weise erhältst du eine gerade Kartoffelreihe. Alle Pflanzen haben somit die gleiche Fläche zur Verfügung. Mit einer Hacke ziehst du eine Pflanzrille, die 10 cm bis 20 cm tief sein sollte.

Zwischen den Reihen hältst du einen Pflanzabstand von mindestens 50 cm ein. Schütte eine Schicht aus Kompost, Hornmehl oder Hornspänen in die Pflanzrille. Anschließend drückst du die Knollen leicht in die Erde. Halte zwischen ihnen einen Abstand von 30 cm bis 35 cm ein und ziehe die Pflanzenrillen zum Schluss mit einer Harke zu.

Hast du ein kleinteiliges Beet, pflanzt du vier bis fünf Kartoffeln pro Quadratmeter. Du kannst jeden lockeren Gartenboden verwenden, der frei von Unkraut ist. Die ersten Blätter zeigen sich nach zwei bis drei Wochen. Ab diesem Zeitpunkt hältst du die Pflanzen feucht.

Du brauchst aber keinen Garten, um Kartoffeln zu pflanzen. Ein Pflanzsack oder Kübel reicht bereits. Pro Gefäß setzt du nur eine Knolle, wodurch du einen besseren Ertrag erzielst. Wichtig ist ein feuchter Boden ohne Staunässe. Daher sind eine Drainage aus Kies und Abzugslöcher notwendig.

Kartoffeln pflegen

Kartoffeln sind Hackfrüchte. Deshalb ist es wichtig, dass du regelmäßig hackst und Erde anhäufelst. Beginne damit spätestens, wenn sich die ersten Blätter zeigen. Dadurch bleibt der Boden locker, Unkraut fern und es entwickeln sich viele dicke Kartoffeln. Du kannst sie auch mit einer Mulchschicht bedecken, die rund 20 cm dick sein sollte.

Gieße die Kartoffeln regelmäßig. Die ersten Knollen bilden sich etwa drei Wochen nach der Blüte. In dieser Zeit gibst du der Nutzpflanze morgens reichlich Wasser. Dies verringert die Gefahr der Krautfäule.

Düngen musst du die Kartoffeln grundsätzlich nicht. Verteile im Herbst auf dem Beet lediglich etwas Mist. Ansonsten düngst du besser sparsam. Bekommen die Knollen zu viel Stickstoff, wird die Pflanze anfälliger für Krankheiten.

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Kartoffeln ernten und verwerten

Wenn die Pflanze in die Ruhephase eintritt, ist es Zeit für die Kartoffelernte. Sie beginnt rund drei Monate, nachdem du gepflanzt hast. Zwischen Juni und Anfang Juli sind frühe Sorten reif. Du erkennst dies an gelben und später verbräunten Blättern. Entdeckst du einen Befall mit Krautfäule, holst du die Kartoffeln sofort aus der Erde. Dadurch greift die Krankheit nicht auf andere Knollen über.

Ernte Kartoffeln an einem sonnigen, trockenen Tag. Zunächst gräbst du eine Staude aus. Lässt sich die Kartoffelschale nicht abreiben und lösen sich die Knollen leicht von den Sprossen, beginnst du mit der Ernte. Verwende dafür eine Grabgabel. Sei dabei vorsichtig, damit du die Kartoffeln nicht verletzt.

Gehe bei der Ernte wie folgt vor: Hebe mit der Grabgabel die oberirdischen Pflanzenteile an. Ziehe sie dann samt Kartoffeln aus der Erde.

Frühkartoffeln lassen sich nicht lange lagern. Verarbeite sie daher zügig. Ernte lagerfähige Spätsorten erst, wenn eine Korkschicht die Knollen umgibt.

Du musst aber nicht die ganze Staude ausgraben. Du kannst auch nur die größten Kartoffeln ernten. Dafür legst du im ersten Schritt vorsichtig die Wurzeln frei. Entnimm die Knollen, die du ernten möchtest. Häufle zum Schluss wieder Erde über die Pflanzreihe. Die übrigen Kartoffeln wachsen weiter. Dieses Vorgehen bietet sich vor allem an, wenn du einen kleinen Garten hast.

Der beste Tag für die Kartoffelernte ist sonnig und trocken.

Eine Person hält geerntete Kartoffeln in der Hand.

Kartoffeln lagern

Lagere Kartoffeln in einem dunklen, kühlen und frostfreien Keller. Je nach Sorte lagerst du sie bis zum Frühjahr. Haben Knollen Verletzungen, Flecken oder sind sie zu klein, sortierst du diese aus. Gesunde Kartoffeln legst du ins Beet, damit sie nachtrocknen. Lasse sie etwa einen Tag lang liegen. Die Erde an den Knollen sollte leicht abbröckeln.

Bei der Lagerung von Kartoffeln gibt es einige weitere Punkte zu beachten. Lagere zum Beispiel nur Knollen ein, die einwandfrei sind. Sie dürfen keine Verfärbungen oder auffällig eingesunkene Stellen haben. Sortiere sichtbar beschädigte oder kranke Kartoffeln immer sofort aus.

Lagere die Knollen möglichst dunkel. Dadurch bildet sich kein gesundheitsschädliches Solanin. Dieses erkennst du an grünen Stellen. Achte auf eine Lagertemperatur von 4 °C bis 6 °C. Ist es wärmer im Keller, baut sich Vitamin C schneller ab. Zudem bilden sich Keime. Ist es zu kalt, also unter 0 °C, wandelt sich Stärke in Zucker um. Die Kartoffeln schmecken dann unangenehm süßlich.

Optimale Lagerbedingungen schützen aber nicht immer davor, dass Kartoffeln faulen. Entdeckst du faulige Knollen, entfernst du sie schnellstmöglich aus dem Bestand.

Kartoffeln lassen sich auch einfrieren, wenn du sie zuvor verarbeitet hast. Gekocht oder in Suppen eignen sie sich problemlos für das Gefrierfach.

Tipp: Lagere Kartoffeln besser in mehreren Kisten statt in einer großen. Damit behältst du den Zustand der Knollen besser im Blick. Verwende luftige Lattenkisten. Diese lagerst du im Keller oder in passenden Vorratsräumen. Plastikkisten oder dichte Behälter eignen sich nicht. Diese fördern die Schimmelbildung. Decke die Kisten mit Zeitungspapier ab. Es verhindert, dass Kartoffeln zu viel Feuchtigkeit verlieren und schrumpfen.

Beliebte Kartoffelsorten

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Kartoffelsorten. Es gibt weltweit über 2.000 davon. Diese unterscheiden sich in vielen Merkmalen. Es gibt Kartoffeln mit brauner, blauer, gelber oder rosafarbener Schale. Das Fruchtfleisch kann gelb, rotviolett oder weiß sein.

Die Kartoffelsorten unterscheiden sich auch in Blütenfarbe, Wuchshöhe und Fleischkonsistenz. Es gibt die Knollen von stark mehlig bis festkochend.

Als Saatgut gibt es nur Sorten, die auf der Bundessortenliste stehen. Bekannte Kartoffelsorten sind die mittelfrühe „Agria“ (mehligkochend), „Nicola“ (festkochend) und „Sieglinde“. Letztere ist eine frühe, festkochende Sorte. Ihre Schale ist glatt und gelb. Das Fruchtfleisch ist ebenfalls gelb. Sie steht seit 1954 auf der deutschen Sortenliste. Beliebt ist auch „Highland Burgundy Red“. Es ist eine späte Sorte. Ihr Fleisch ist kräftig marmoriert und rosafarben. Sie eignet sich vor allem für Kartoffelpüree.

Der Geschmack von alten Kartoffelsorten ist meist fein. Eine der ältesten ist „Rosa Tannenzapfen“. Sie bildet 30 bis 35 Knollen pro Pflanzkartoffel. Willst du eine blaue Kartoffel, ist „Blauer Schwede“ eine gute Wahl. Sie liefert einen sicheren Ertrag. Die Blätter sind blau überlaufend.

„Rosara“ ist eine Frühkartoffel mit reicher Ernte. Sie gehört zu den Sorten, die am frühesten reif sind. Dazu gehören auch „Annabelle“ und „Christa“. Aus Ungarn stammt die Neuzüchtung „Sarpo Mira“. Sie ist resistent gegenüber der Krautfäule.

„Bamberger Hörnla“ ist eine schlanke Kartoffel. Sie stammt aus dem Raum Bamberg. Die Sorte ist festkochend. Die Knollen werden mittelgroß. Sie haben eine gelbe bis rosafarbene Schale und helles Fleisch.

Die Kartoffelsorte „Highland Burgundy Red“ ist spät reif. Sie ist rosafarben und stark marmoriert.

Kartoffeln der Sorte „Highland Burgundy Red“

Krankheiten und Schädlinge

Die größte Gefahr für Kartoffeln ist die Kraut- und Knollenfäule. Einen Befall erkennst du an braunen Blättern. Sie zeigen sich meist ab Mitte Juni. Auf der Blattunterseite breitet sich ein silberweißer Pilz aus. Dieser lässt die Pflanze absterben.

Du kannst der Krankheit vorbeugen. Pflanze die Kartoffeln nicht zu dicht. Vermeide auch Tomaten als Pflanznachbarn. Entferne befallene Pflanzen direkt. Wirf sie entweder in den Bio-Müll oder verbrenne sie. Andere Vorbeugemaßnahmen sind ein früher Pflanztermin und das Vorkeimen der Knollen.

Einen Befall mit Nematoden zeigt sich an kleinen und welken Blättern. Du kannst einem Nematoden-Befall mit einer drei- bis vierjährigen Anbaupause vorbeugen. Pflanze in dieser Zeit keine anderen Nachtschattengewächse in dem Beet.

Ein weiterer Schädling ist die Blattlaus. Sie schwächt die Pflanze. Als Folge sinkt der Ertrag von Jahr zu Jahr. Betroffene Pflanzen haben vergilbte und eingerollte Blätter. Es gibt aber feldresistente Sorten dagegen. Auch eine Mulchung mit gehäckseltem Stroh schützt die Pflanzen vor einem Befall durch die Blattlaus.

Der Kartoffelkäfer nutzt die Pflanze als Nahrungsquelle. Er frisst diese an. Auf der Blattunterseite legt er seine Eier ab. Sie sind orange. Auch die Larven fressen an den Blättern. Sammle den Käfer im Frühstadium ab. Dadurch begrenzt du den Schaden. Alternativ verwendest du ein Präparat gegen den Schädling. Dieses kannst du kurzzeitig einsetzen. Es bewährt sich auch im biologischen Anbau.

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