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Warum du Kartoffeln lagern solltest

Ab Mitte August werden Kartoffeln reif. Bis zum Herbst kannst du sie je nach Bedarf ernten. Spätestens vor Beginn der ersten Bodenfröste solltest du die Nachtschattengewächse jedoch aus dem Boden geholt haben. Schon wenige Grad unter Null lassen die Kartoffeln weich werden, sie beginnen zu faulen. Grund dafür ist ihre Zellstruktur, die durch Minusgrade zerstört wird.

Kommen im Garten aber solche Mengen zustande, dass du sie gar nicht alle innerhalb kurzer Zeit aufessen kannst, musst du die Kartoffeln richtig lagern. Möchtest du das über einen längeren Zeitraum tun, solltest du bereits bei der Ernte einige Dinge beachten.

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Kartoffeln nicht zu früh ernten

Für den sofortigen Verzehr kannst du Kartoffeln bereits ernten, wenn das Laub noch nicht vollständig abgestorben ist.

Willst du die Kartoffeln jedoch lagern, warte, bis die Triebe komplett abgestorben sind und darüber hinaus noch mindestens zwei weitere Wochen. Während dieser Zeit härtet die Schale aus. Das macht die Kartoffel resistenter gegen Fäulnis, die Knollen lassen sich länger lagern.

Lagerkartoffeln solltest du daher ab Mitte September ernten. Laub und Stängel entfernst du nicht selbst, sondern wartest, bis sie von selbst absterben. Das gilt auch für Blätter, die von der Kraut- und Knollenfäule befallen sind. Ansonsten beendest du den Reifeprozess der Kartoffelknollen vorzeitig, was sie weniger lagerfähig macht.

Auf die Lagerfähigkeit von Kartoffeln wirkt sich auch die Erntetechnik aus. Am besten hebst du die Knollen schonend und vorsichtig mit einer Grabegabel aus dem Beet. Kartoffel-Sorten wie „Linda“, „Algria“ oder „Bamberger Hörnchen“ solltest du erst ernten, wenn sich die Blätter der Kartoffelpflanzen gelb oder braun verfärben und absterben.

Spezialfall: Wann erntest du Frühkartoffeln?
Eine Frau erntet eine Vielzahl an Kartoffeln und platziert diese in einem Korb

Von der Ernte der Kartoffel hängt ab, wie gut sie sich später lagern lässt. Passe die Ernte daher der Sorte entsprechend an.

Vor dem Lagern: Kartoffeln trocknen

Bevor du Kartoffeln lagerst, sollten sie trocken sein. Wähle für die Ernte einen möglichst trockenen Tag. Anschließend lässt du die Kartoffeln etwas nachtrocknen. Dafür wählst du einen regengeschützten, aber luftigen Platz.

Beschädigte Knollen sortierst du bereits jetzt aus. Du kannst sie zwar nicht einlagern, aber dafür sofort verzehren. Die übrigen Knollen solltest du nicht reinigen oder waschen. Die getrocknete Erde ist ein guter Schutz vor Fäulnis.

Für eine schönere Optik im Supermarktregal werden die Kartoffeln in der Regel gewaschen. Anschließend werden sie allerdings mit Chemikalien behandelt, die Fäulnis verhindern sollen. Solche Kartoffeln sind im Handel mit „nach der Ernte behandelt“ gekennzeichnet.

Die richtige Temperatur für die Lagerung

Eine Kiste Kartoffeln wird in einem Schuppen gelagert

Lagere Kartoffeln bei einer Temperatur von unter 5 °C. Sonst fangen die Knollen an zu keimen.

Kartoffeln besitzen eine natürliche Keimhemmung. Diese baut sich innerhalb von fünf bis neun Wochen nach der Ernte jedoch ab – je nach Umgebungstemperatur. Ist sie abgebaut, braucht es eine Lagertemperatur unter 5 °C, damit die Knolle nicht zu keimen beginnt.

Ein unbeheizter, aber frostfreier und gleichzeitig luftiger Keller ist ideal. Wichtig ist, dass kein Frost an die Knollen kommt. Am besten legst du sie in eine Kiste, die du zuvor mit trockenem Stroh isoliert hast. Das sorgt für eine gleichmäßige Temperatur.

Früher lagerten Bauern ihre Kartoffeln in Erdlöchern. Diese waren mit feinem Maschendraht als Schutz vor Mäusen ausgekleidet. Die Kartoffeln lagen darin in einem Bett aus trockenem Stroh, um keine Frostschäden zu erleiden.

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Kartoffeln brauchen Dunkelheit

Die Lagerstätte sollte möglichst dunkel sein. Ist es zu hell, keimen die Kartoffeln schneller. Darüber hinaus färbt die Helligkeit die Schale der Kartoffeln grün. Am besten ist absolute Dunkelheit.

Das Grün ist eingelagertes Solanin. Das ist ein Giftstoff, der in allen Blättern von Nachtschattengewächsen zu finden ist. Verzehrst du lediglich kleine Mengen, ist das Solanin unbedenklich. Trotzdem solltest du alle grünen Teile beim Schälen entfernen. Schmecken die Knollen bitter, ist das ein Zeichen für eine hohe Konzentration von Solanin.

Mehr Wissenswertes über Kartoffeln

Kartoffeln in der Wohnung lagern?

Keimende Kartoffeln in einer Kiste

Die Keimung verhinderst du mit der richtigen Lagertemperatur. Du kannst die Kartoffeln außerdem mit Jute oder Papier abdecken.

Hast du keinen Keller oder ist er ungeeignet, kannst du Kartoffeln auch in der Wohnung lagern. Doch auch hier gilt: Es muss dunkel und kühl sein. Ideal ist eine unbeheizte Vorratskammer. Damit die Knollen nicht vorzeitig keimen, bedeckst du sie mit Jute oder Papier. Achte dabei trotzdem auf eine gute Lüftung. Sie verhindert Schimmelbildung.

Der Kühlschrank eignet sich als Lagerstätte nur für sehr kurze Zeit. Die Temperatur sollte zwischen 4 °C und 6 °C liegen.

Eine weitere Alternative zur Kellerlagerung ist es, die Kartoffeln draußen in einer abgedeckten und mit Stroh ausgelegten Kiste frostfrei zu lagern. Die kann etwa auf dem Balkon oder der Terrasse stehen.

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Äpfel beschleunigen Reifeprozesse

Äpfel verströmen nach ihrer Ernte das Reifegas Ethylen. Kommen Kartoffeln damit in Kontakt, regt das ihre Keimung an. Daher solltest du Äpfel und Kartoffeln in unterschiedlichen Räumen lagern.

Nach einem langen Winter haben fast alle gelagerten Kartoffeln Austriebe gebildet. Das ist nicht weiter bedenklich. Solange die Keime nicht länger als eine Fingerbreite sind, kannst du sie einfach abtrennen.

Runzelige Kartoffeln haben übrigens einen Großteil der eingelagerten Stärke in Zucker umgewandelt. Ist die Knolle nach ihrer langen Lagerzeit jedoch noch einigermaßen fest, kannst du sie problemlos verzehren.

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