Woher kommen Melonen?
Melonen gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie sind also kein Obst, sondern zählen zum Fruchtgemüse.
Ihr Ursprung liegt in Süd- und Zentralafrika. Heute werden in Asien, besonders in China, die meisten Melonen angebaut. Aber auch die Türkei, Ägypten, der Iran und Indien produzieren das Kürbisgewächs. In Europa sind vor allem Italien und Spanien die größten Erzeugerländer.
Hierzulande sind es die milden Regionen, in denen ein Melonenanbau möglich ist.
Wie sehen Melonen aus?
Melonen bilden sehr lange, rankende Triebe mit dunkelgrünen und behaarten Blättern. Es handelt sich dabei um einjährige Pflanzen. Männliche Blüten sind leuchtend gelb. Die weiblichen Blüten bringen bis zum Herbst die Früchte hervor. Je nach Sorte sind sie unterschiedlich geformt und gefärbt und auch verschieden groß. Das Fruchtfleisch kann weiß, orange, rot oder grüngelb sein und beinhaltet zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Karotin.
Melonen unterteilen sich in diese nur entfernt miteinander verwandten Typen:
Zuckermelonen (Cucumis melo) und
Wassermelonen (Citrullus lanatus).

Wassermelonen bringen ausgereift ein stattliches Gewicht auf die Waage: Bis zu 10 kg können es werden.
Die Blätter von Wassermelonen sind gefiedert und dunkelgrün oder grün gestreift. Die Früchte sind meist walzenförmig und wiegen bis zu 10 kg.
Zuckermelonen lassen sich hingegen in drei Arten einteilen:
Cantaloupe-Melonen: Ihr Fruchtfleisch ist fest und orangefarben. Die Schale ist je nach Sorte glatt oder runzelig und besitzt längliche Furchen.
Netzmelonen: Ihre Schale sieht aus, als wäre sie von einem Netz überzogen. Das Fruchtfleisch ist mild und süß.
Honigmelonen: Sie haben eine glatte, manchmal auch leicht gerippte Schale. Ausgereift ist die Schale zitronengelb oder olivgrün.
Der richtige Standort für Melonen
Melonen bevorzugen einen sonnigen und warmen Platz. Der lockere und nährstoffreiche Boden sollte sich schnell erwärmen können. Das ist ein Grund dafür, dass Melonen meist im Gewächshaus wachsen.
Zuckermelonen können auch im Freiland gedeihen. Damit der Boden schnell warm wird, kannst du eine schwarze Mulchfolie nutzen. Eine Alternative für Zuckermelonen ist der Anbau in Töpfen.
Wassermelonen kommen ursprünglich aus der Wüste, daher sind sie wärmeliebender als Zuckermelonen. Auf Kälte reagieren sie sehr empfindlich, weshalb sie in Gewächshäusern am besten aufgehoben sind.
Neuere Züchtungen beider Melonenarten gedeihen in sonnigen und windgeschützten Beeten. Ihre Früchte sind jedoch etwas kleiner.
Aussaat und Fruchtfolge von Melonengewächsen
Melonen musst du etwa vier Wochen lang vorziehen. Bei Wassermelonen sind es etwa sechs Wochen. Die Samen säst du einzeln in kleine, etwa 8 cm breiteTöpfe mit lockerer, humusreicher Erde. Die Töpfe kommen an einen warmen und hellen Standort. Halte das Substrat immer leicht feucht. Die Temperatur sollte konstant bei etwa 25 °C liegen.
Vor dem Auspflanzen ins Freiland härtest du die Setzlinge ab. Die Außentemperatur darf nach dem Auspflanzen nicht mehr unter 10 °C fallen.
Kultivierst du Melonen im Gemüsebeet, rechne viel Platz ein. Andere Pflanzen sollten sie nicht beschatten. Da Melonen Starkzehrer sind, nutzt du als Vorkultur eine Gründüngung.

Plane für Melonen genügend Platz im Beet ein. Sie beginnen klein, werden aber beachtlich groß.
Melonen pflanzen
Die Setzlinge pflanzt du ab Mitte Mai ins Gewächshaus. Ein sonniges Frühbeet oder ein Folientunnel sind gute Alternativen dazu.
Der Pflanzabstand beträgt 80 cm bis 100 cm. Kompost sorgt für die notwendigen Nährstoffe. Rankgitter helfen den Pflanzen dabei, in die Höhe zu wachsen, falls am Boden nicht viel Platz sein sollte. Das Wachstum in die Höhe erleichtert zudem die Ernte und die Melonen entwickeln sich besser.
Melonen pflegen
Das Wichtigste bei der Melonenpflege ist regelmäßiges Gießen. Das Wasser sollte für die empfindlichen Pflanzen etwas angewärmt sein. Zeigen sich die ersten kleinen Fruchtansätze, wässerst du die Pflanzen alle zwei bis drei Tage. Dabei bemisst du die Wassermenge so, dass die Erde bis in 20 cm Tiefe durchfeuchtet wird. Dünge die Melonen einmal pro Woche.
Im Juni entspitzt du die Pflanzen. Du schneidest den Haupttrieb nach dem vierten oder fünften Blatt mit einer geeigneten Gartenschere ab. Auf diese Weise entstehen Seitentriebe. Auch diese entspitzt du später nach acht bis zehn Blättern. An den verzweigten Trieben bilden sich weibliche Blüten und später die Früchte. Pro Fruchttrieb lässt du zwei bis drei Blätter stehen. Darüber hinausgehende Triebspitzen kappst du.
Wachsen deine Melonen im Gewächshaus, ziehst du den Haupttrieb bis unter das Dach. Die Seitentriebe entfernst du komplett bis auf eine Höhe von 80 cm bis 100 cm. Eine Pflanze sollte drei bis fünf Früchte tragen. Dann werden sie gut ernährt und reifen aus.
Beim Anbau auf dem Boden jätest du regelmäßig Unkraut und bedeckst den Boden mit einer Lage Stroh oder Brettern. So schützt du die Früchte vor Bodenkontakt und somit gegen Fäulnis.

Melonen brauchen reichlich Wasser und den richtigen Schnitt. Dann entwickeln die Pflanzen viele aromatische Früchte.
Wann sind Melonen reif?
Melonen sind ab Ende Juli reif. Je nach Sorte kann das auch erst im August der Fall sein. Wann Cantaloupe- und Netzmelonen reif sind, kannst du an ihrem Duft erkennen.
Außerdem bildet sich bei Cantaloupe-Melonen ein runder Riss um den Stielansatz. Aus weiteren feinen Haarrissen treten dann Zuckertropfen aus. Je reifer Netzmelonen werden, desto sichtbarer sind die typischen Korkzellen auf der Schale.
Honigmelonen siehst du ihre Reife nicht unbedingt an. Wassermelonen klingen beim Klopfen hohl und dumpf, wenn sie erntebereit sind. Trocknet die Fruchtranke ein, ist das ein sicheres Zeichen für die Ernte. Schneide dann den Stiel mit einem scharfen Messer ab.
Netzmelonen und Wassermelonen lagerst du bei 7 °C bis 10 °C und einer hohen Luftfeuchtigkeit. Cantaloupe-Melonen solltest du dagegen schnell verzehren.
Verschiedene Melonensorten
Weltweit gibt es mehr als 150 Melonen-Sorten. Ein Großteil davon sind jedoch sogenannte F1-Hybriden. Das heißt, dass ihre Samen nicht als Saatgut dienen können.
Cantaloupe-Melonen gedeihen hierzulande am ehesten. Darunter fallen unter anderem folgende Sorten:
„Streits Freiland Grüngenetzt“ ist eine früh reifende Freiland-Sorte mit kleinen aromatischen Früchten.
„Köstliche aus Pillnitz“ ist eine Sorte für das Gewächshaus oder ein sehr warmes Freilandbeet.
Zu den Netzmelonen zählen:
„Benarys Zuckerkugel“ ist eine aromatische, mild-süße Sorte.
„Kolchosniza“ gedeiht im Gewächshaus oder im Freiland und besitzt weiches Fruchtfleisch mit süßem Aroma.
Honigmelonen-Sorten sind unter anderem:
„Petit Gris de Rennes“ besitzt kleine, süße Früchte und reift auch in weniger warmen Regionen.
„Blenheim Orange“ zeigt genetzte, duftende und süße Früchte.
Zu den Wassermelonen gehören diese Sorten:
„Sugar Baby“ ist eine Sorte, die früh reift und süß ist.
„Red Star F1“ ist gegen die Fusarium-Welke resistent.

Melonen sind im Sommer eine leckere Erfrischung. Je nach Sorte sind sie mehr oder weniger süß.
Krankheiten und Schädlinge von Melonengewächsen
Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch und bildet sich Staunässe, kommt es zu Pilzkrankheiten wie der Fusarium-Welke. Dann sterben die Melonenpflanzen innerhalb von Tagen ab. Achte daher auf einen ausreichenden Pflanzabstand und baue Melonen nicht als Fruchtfolger von Kürbissen an.
Vor allem Honigmelonen werden im Freiland häufig von Pilzen befallen. Vorbeugend hilft eine Schachtelhalmjauche. Diese spritzt zu an drei Tagen hintereinander alle zwei Wochen.
Zuckermelonen sind anfällig für Echten und Falschen Mehltau. Hier hilft es, auf resistente Sorten auszuweichen. Auch ein Fruchtwechsel alle vier Jahre ist empfehlenswert. Zur Stärkung gießt du Schachtelhalmtee.
Bei Melonen im Gewächshaus kann es zu einem Befall mit Blattläusen kommen. Dagegen helfen Nützlinge wie Marienkäferlarven oder Mittel gegen Blattläuse.









