Woher kommt Porree?
Porree (Allium porrum) ist ein Amaryllisgewächs und wird auch Lauch genannt. Er stammt vermutlich aus Italien und kam von dort im Mittelalter nach Mitteleuropa. Der Vorfahre des heutigen Porrees ist eine Kulturform des Ackerlauchs.
Porree hat eine entschlackende Wirkung und wurde früher oft zur Anregung der Nieren und zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt.
So wächst Porree
Porree wächst als zweijähriges Wurzelgemüse und wird bis zu 80 cm groß. Die Pflanze hat im Gegensatz zur Wildform keine Zwiebel. Dafür wächst ein dichtes Wurzelwerk.
Die Blätter sind im Schaftbereich miteinander verwachsen und hängen riemenartig über. Im Schaft sind sie weiß bis hellgrün, während sie am oberen Ende eine blaugrüne Farbe aufweisen.
Der richtige Standort und Boden

Porree braucht einen humus- und nährstoffreichen Boden. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein.
Wenn du Porree pflanzen willst, benötigst du einen sonnigen bis halbschattigen und feuchten Standort. Achte auf einen tiefgründigen, humus- und nährstoffreichen Boden. Porree verträgt sowohl Hitze als auch Kälte gut.
Porree pflanzen: Fruchtfolge und Mischkultur
Pflanze Porree am besten in ein Beet, in dem zuvor Frühkartoffeln gewachsen sind. Für eine Mischkultur bieten sich Gurken, Kohlrabi, Majoran, Möhren, Rettich, Salat und Sellerie an. Vermeide aber Busch- und Stangenbohnen, Erbsen sowie Rote Bete.
Porree aussäen
Wann du Porree aussäst, hängt davon ab, wann du ernten möchtest. Sommerporree ziehst du bereits ab Januar im Gewächshaus oder auf einer Fensterbank. Ab März kannst du die Pflanzen ins Frühbeet setzen. Winterporree säst du ab Mai direkt ins Freiland.
Für die Aussaat eignen sich am besten flache Schalen. Lege dafür zwei Samen in Erdpresstöpfe oder Topfplatten mit einem Durchmesser von 3 cm bis 4 cm.
Tipp: Wenn du die Samen mit einem Sud aus Baldrian behandelst, keimen sie schneller.
Porree pflanzen

Alternativ zum Aussäen setzt du Jungpflanzen direkt ins Beet ein. Setze den Porree in einem Pflanzabstand von 15 cm bis 20 cm und halte eine Lücke von 40 cm bis 60 cm zwischen den Reihen ein.
Kürze die Blätter von kräftigen Pflanzen bei der Sommerpflanzung um ein Drittel. Dadurch verdunstet weniger Wasser.
Pflanze den Porree in 15 cm tiefe Rillen und stelle das Gemüse senkrecht in die Erde. Achte darauf, dass keine Erde in die Blattachseln fällt. Gieße die Jungpflanzen so an, dass die Erde eingeschlämmt ist und der Porree fest steht.
Porree pflegen
Gelegentlich bearbeitest du die Erde zwischen den Reihen mit einer Gartenhacke. Häufe außerdem die Lauchstangen mit Erde an und gieße die Pflanzen regelmäßig, um die Ernteerträge zu verbessern. Durch das Anhäufeln werden die Schäfte glatt und weiß. Beim Winterporree dient dies außerdem als Schutz vor dem Durchfrieren.
Hinweis: Häufe die Erde nur bis knapp unterhalb der Blattachseln an, denn sie soll nicht in die Blattringe fallen.
Bereite das Beet vor der Pflanzung großzügig mit Kompost vor. Alle zwei bis vier Wochen düngst du das Gemüse mit ein wenig Beinwell- oder Brennnesseljauche im Gießwasser. Alternativ streust du ein wenig organischen Gemüsedünger aus, den du beim Anhäufeln oberflächlich einarbeitest.
Du kannst Porree nicht nur durch Anhäufeln bleichen, sondern auch durch Lochpflanzung. Stich dafür mit einem Pflanzholz 20 cm tiefe Löcher in den Boden und setze die Pflanzen darin ein. Gießt du den Porree an, bekommen die Wurzeln engen Bodenkontakt. In Abständen häufelst du sie zweimal mit Erde an. So erhältst du zarte, bleiche Schäfte mit einer Länge von 40 cm bis 50 cm.

Porree ernten und verwenden
Sommerporree erntest du zwischen Anfang Juli und Ende August. Die Erntezeit für Herbstporree ist von September bis Dezember und für Winterporree von Dezember bis Ende Mai.
Samenfeste Winter-Sorten verwendest du auch für die Saatguternte. Dafür bietet sich die Sorte „Freezo“ an. Die kräftigsten Pflanzen lässt du über den Winter stehen, sodass sie im Frühsommer Blütenbälle bilden. Im Sommer schneidest du die vertrockneten Stängel ab. Trockne die Dolden an einem warmen, luftigen Ort und drisch zum Schluss die Samen aus.
Lagere Porree eingeschlagen in Erde oder Sand in einem kühlen Keller. Für einige Tage bleibt das Gemüse auch im Kühlschrank frisch. Wickle es dazu in eine Plastiktüte oder -folie, damit der zwiebelartige Geruch nicht auf andere Lebensmittel übergeht. Lauch kannst du auch einfrieren, ihn aber dann nur noch tiefgekühlt verarbeiten. Nach dem Auftauen verändern sich sonst die Textur und der Geschmack.
Für die Verarbeitung von Porree in der Küche entfernst du zunächst die äußerste Schicht, die Wurzelscheibe und die oberen Enden der grünen Blätter. Spüle das Gemüse unter fließendem Wasser gründlich ab. Die grünen Pflanzenteile haben einen intensiveren Geschmack als die gebleichten.
Porree eignet sich zum Kochen, Dünsten, Schmoren, Blanchieren oder Anbraten. Er kann als Beilage verwendet werden und passt in Suppen, Quiches, Eintöpfe und Aufläufe. Roh gibst du den Lauch zum Beispiel in einen Salat.
Sommerporree hat einen feinen Geschmack. Bereite das Gemüse schonend zu, um die Vitamine und Elemente der Pflanze zu erhalten. Du kannst auch das herb schmeckende Porreegrün und die bis zu 15 cm langen Teile oberhalb des weißen Schaftes verarbeiten.
Tipp: Lauch profitiert von Gewürzen wie Chili, Estragon, Kerbel, Kümmel, Liebstöckel, Muskatnuss, Petersilie und Thymian.
Pro 100 g hat Lauch nur 61 kcal. Zudem enthalten 100 g des Gemüses 45 % Vitamin K, 100 % Betacarotin und 25 % Vitamin C des empfohlenen Tagesbedarfes. Für die Darmflora ist der hohe Inulin-Gehalt positiv und das Betacarotin hat antioxidative Eigenschaften. Diese sollen vor schädlichen freien Radikalen schützen. Außerdem enthält das Gemüse das Spurenelement Mangan, das für eine bessere Aufnahme von Vitamin B1 sorgt.

Porree schmeckt gut und ist gesund. 100 g des Gemüses decken den täglichen Bedarf an Betacarotin.
Porree überwintern
Im Herbst ist es wichtig, die Beetreihen anzuhäufeln. Dadurch entwickeln sich die langen weißen Schäfte und die Erde schützt das Gemüse vor dem Durchfrieren. Bei lang anhaltendem Frost schützt du deinen Porree zusätzlich mit einer doppelten Lage Gartenvlies.
Empfehlenswerte Sorten
Für den Anbau von Sommerporree im Gewächshaus, Frühbeet und im Freien gibt es zahlreiche geeignete Sorten. Dazu gehören „Albana“, „Alma“, „Bavaria“ und „Tropia“.
Bedingte Winterhärte haben diese Herbstporree-Sorten: „Ducal“, „Elefant“, „Gino“ und „Herbstriesen“.
Empfehlenswerte Sorten für Winterporree sind „Blaugrüner Winter“, „Natan“, „Genita“ und „Siegfried“.
Krankheiten und Schädlinge

Lauchmotten gehören zu den Schädlingen am Porree. Die Puppen kleben im Kokon an den Blättern.
Porree ist ein robustes und pflegeleichtes Gemüse, das nur vereinzelt Schädlinge und Krankheiten aufweist. Bekannte Schädlinge am Lauch sind die Zwiebelfliege, Lauchmotten und Nematoden.
Eine Pilzerkrankung ist beispielsweise die Papierfleckenkrankheit. Du erkennst einen Befall an weißen Flecken auf den Blattspitzen. Entferne infizierte Pflanzenteile und -reste gründlich, da der Pilz mehrere Jahre in Dauerkörpern im Boden überleben kann. Deshalb wechselst du auch jedes Jahr das Beet für den Anbau von Lauch.
Zeigen sich orangefarbene Flecken und Pusteln, ist der Rostpilz dafür verantwortlich. Dieser nistet sich auf den äußeren Blättern ein. Da du diese bei der Verarbeitung sowieso entfernst, ist eine Bekämpfung nicht nötig.
Der häufigste Schädling ist die Lauchfliege. Ihre Larven fressen kleine Gänge in die Blattspitzen, sodass die betroffenen Pflanzen im Inneren faulen und absterben. Meist bemerkst du das erst bei der Ernte.
Tipp: Schütze deinen Porree mit einem feinmaschigen Gemüseschutznetz. Spanne dieses direkt nach dem Pflanzen über das Beet.









