Woher kommt Radicchio?
Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum) gehört wie Chicorée zur Gattung der Wegwarten (Cichorium). Sie ist ein Teil der Familie der Korbblütler (Asteraceae oder Compositae).
Die Kulturform des Radicchios wurde durch die Nutzung in der italienischen Küche schnell sehr bekannt. Heute wird sie längst nicht mehr nur in Italien kultiviert. Einige Sorten bevorzugen das Klima am Mittelmeer. Andere gedeihen auch bei nördlichem Meeresklima gut. Veroneser Sorten fühlen sich im süddeutschen Raum besonders wohl.
Wie sieht Radicchio aus?
Radicchio ist eine zweijährige Pflanze. Hierzulande wird der Salat jedoch meist einjährig kultiviert.
Radicchio bildet eine kräftige Pfahlwurzel und eine mehr oder weniger dicke Blattrosette. Das hängt von der Sorte ab. Daraus entsteht später ein lockerer Salatkopf mit länglichen Blättern. Zur Erntezeit hin wird er fester.
Die Blätter sind weinrot oder weiß-rot gemustert. Im zweiten Jahr entwickelt sich aus dem Spross der Blütenstand.
Der richtige Standort
Pflanze Radicchio an einen sonnigen bis halbschattigen Ort. Der Boden sollte locker und außerdem humus- und nährstoffreich sein.
Fruchtfolge und Mischkultur
Radicchio gehört zu den Schwachzehrern. Er entwickelt sich gut neben Zwiebeln, Fenchel, Tomaten, Kohlgemüse und Bohnen.
Radicchio säen

Jungpflanzen vom Radicchio setzt du nach den Eisheiligen im Mai ins Beet.
Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat hängt beim Radicchio von der Sorte ab. Hier werden Sorten für die Sommer- und die Herbsternte sowie späte Sorten unterschieden. Die späten Sorten eignen sich für die Überwinterung und die Ernte im Frühjahr.
Hierzulande wird Radicchio allerdings eher selten überwintert. In milderen Lagen kann das aber gelingen. Säe die winterharten Sorten im Juli oder August ins Freiland. Dort vereinzelst du die Pflanzen auf 12 cm x 30 cm. Frühe Sorten säst du von Ende Mai bis Mitte Juli. Die späten Sorten säst du in Reihen mit 30 cm Abstand.
Frühe Aussaaten müssen warm stehen. Bei Temperaturen unter 15 °C neigt Radicchio zum Schossen. Säe den Salat daher bei ungefähr 20 °C in einer Tiefe von 1 cm bis 2 cm aus. Halte die Saat dann etwa 16 °C bis 20 °C warm.
Etwa vier bis sechs Wochen dauert die Jungpflanzenanzucht. Nach den Eisheiligen Mitte Mai kannst du die Pflanzen setzen. In wärmeren Regionen kannst du gegebenenfalls auch schon früher pflanzen. Decke den Salat dann aber mit einem Vlies ab.
Dünne die Sämlinge auf einen Abstand von 25 cm aus. Dann können sich die Blattrosetten gut entwickeln.
Viele Radicchio-Sorten eignen sich auch für die Saat direkt ins Freiland ab Ende Mai. Die Samen bleiben ungefähr vier Jahre lang keimfähig.
Radicchio pflegen
Gieße den Radicchio regelmäßig. Lockere auch die Erde um ihn herum mit einer Gartenhacke von Zeit zu Zeit. Vermeide Staunässe und dünge nur sehr zurückhaltend.
Radicchio ernten und verwenden
Etwa vier Monate nach der Aussaat kannst du Radicchio ernten. Frühe Sorten sind von September bis November reif, späte Sorten im Frühjahr.
Radicchio schmeckt nussig und herb-bitter. Nutze die Blätter zusammen mit anderen Salaten. Zu Pasta schmeckt Radicchio auch. Gare den Salat kurz, dann verliert er die Bitterkeit.
Im Kühlschrank bleibt Radicchio mehrere Tage lang frisch.
Winterschutz für den Radicchio
Entferne bei winterharten Sorten das Blattwerk im September. Lasse nur einen 3 cm langen Strunk stehen. Im Frühjahr treibt die Pflanze neu aus. In kalten Regionen schützt du den Radicchio mit Reisig oder Folie.
Sortentipps

Radicchio der Sorte „Indigo“ wächst sehr schnell. Säe den Salat im März, dann kannst du schon im Juni ernten.
Radicchio ist entweder im Sommer, Herbst oder Frühjahr reif. Auch die Form und Blattfarbe unterscheidet sich bei den verschiedenen Sorten.
Frühe Sorten sind „Burgundy“, „Medusa“, „Palla Rossa“ und „Roter Ballon“.
Zu den späten Sorten gehört „Roter Veroneser“. Dieser Salat ist gut zum Überwintern geeignet.
Eine rosettenbildende Sorte ist „Grumolo verde“. Du säst sie im Juli und lässt sie im Freien überwintern.
Besonders schnell wächst „Indigo“. Du säst die Sorte im März und kannst schon im Juni ernten.
Krankheiten und Schädlinge
Kalziummangel lässt die Blattränder braun werden und faulen. Auch zu viel Wasser kann der Grund dafür sein.
Erdraupen nagen manchmal die Wurzeln an. Schutzmaßnahmen sind beim Radicchio aber nur selten nötig.









