
Schlangengurken – Eigenschaften im Überblick
Schlangengurken, auch als Salatgurken bekannt, eignen sich für den Anbau im Freiland oder Gewächshaus. Wir zeigen dir, wie du die Gurkenpflanzen heranziehst und für eine reiche Ernte richtig pflegst.
Was sind Schlangengurken?
Schlangengurken gehören zur Familie der Kürbisgewächse und sind auch als Salatgurken bekannt. Das zu einem Großteil aus Wasser bestehende Gemüse findet aber nicht nur in Salaten Verwendung. Das kalorienarme Gemüse eignet sich auch für die Zubereitung von kalten Suppen, Dips und erfrischenden Smoothies.
Schlangengurken benötigen viel Wärme und bevorzugen einen sonnigen Standort im Garten. Hervorragende Bedingungen finden die Gurkenpflanzen im Gewächshaus.
So sehen Schlangengurken aus
Wie andere Gurken auch sind Schlangengurken einjährige Pflanzen. Die Blüten sind leuchtend gelb. Die sich daraus bildenden Früchte sind länglich, dunkelgrün und haben eine gerade bis leicht gebogene Form. Je nach Sorte erreichen Schlangengurken eine Länge von 30 cm bis 70 cm.
Die Gurkenpflanzen bilden längliche Triebe aus und benötigen eine Rankhilfe. Ohne Stütze breiten sich Schlangengurken über den Boden aus. Indem du die Gurkenpflanzen hochbindest, erleichterst du das Abtrocknen nach Regenfällen und beugst so Schimmel und Fäulnis vor.
Die meisten modernen Salatgurken-Sorten sind rein weiblich und parthenokarp. Das bedeutet, dass sie aus jeder Blüte eine samenlose Gurke ohne Bestäubung bilden. Häufig dient der Feigenblatt-Kürbis als Veredelungsgrundlage für solche Schlangengurken. In wenigen Fällen werden sie auf Sämlinge des Moschus-Kürbisses veredelt.
Der Vorteil dieser Züchtungen: Sie lassen sich früher ernten und bilden meist kräftigere Früchte aus. Du kannst diese Sorten selber aus Samen ziehen oder fertige Jungpflanzen verwenden.

Bei vielen Sorten bilden sich auch ohne Bestäubung Früchte aus den Blüten. Binde die Pflanzen hoch, um die Gurken vor Fäulnis zu schützen und damit sie mehr Sonne abbekommen.
Der richtige Standort und Boden
Die wärmeliebenden Schlangengurken gedeihen am besten an einem sonnigen Standort. Wähle einen hellen Platz im Garten oder baue die Gurkenpflanzen im Gewächshaus an. Im Freiland empfiehlt sich der Anbau auf einer Mulchfolie mit einer Vlies-Abdeckung.
Schlangengurken bevorzugen humusreichen, lockeren Boden, denn dieser erwärmt sich schneller. Zudem speichert er ausreichend Wasser.
Fruchtfolge und Mischkultur
Schlangengurken sind Starkzehrer. Aus diesem Grund solltest du sie nur alle vier Jahre am selben Standort anbauen. Für die Vorkultur bieten sich Hülsenfrüchte oder Sellerie an.
Gute Beetnachbarn am Rand sind beispielsweise Salat, Kohl und Rote Bete.
Hinweis: Tomaten und Gurken sollten im Gewächshaus nicht direkt nebeneinanderstehen. Der Grund: Zwar benötigen beide Pflanzen viel Sonne, aber Gurken freuen sich auch über hohe Luftfeuchtigkeit ohne Zugluft. Tomaten mögen es hingegen luftiger und neigen unter feuchten Bedingungen zur Braunfäule. In einem größeren Gewächshaus kommen beide auf ihre Kosten, wenn die Tomaten zur Tür hin stehen und Gurken im hinteren Teil des Gewächshauses wachsen.
Schlangengurken aussäen und vorziehen
Die Jungpflanzen von Salatgurken wachsen schnell. Willst du sie für das Beet oder Gewächshaus vorkultivieren, machst du dies deshalb erst drei Wochen vor dem Pflanzen.
Hast du ein beheiztes Gewächshaus, kannst du die Schlangengurken darin schon ab Mitte März vorziehen. Dafür setzt du drei Samen in einen mindestens 8 cm großen Topf, den du zur Hälfte mit Anzuchterde füllst. Halte die Erde stets feucht und lass die Samen bei einer Temperatur von 22 °C bis 24 °C keimen.
Schlangengurken pflanzen
Pflanze die Setzlinge vorsichtig aus, sobald sich zwei bis drei Blätter gebildet haben. Achte darauf, die zarten Wurzeln nicht zu beschädigen. Ab Mitte April lassen sich die Jungpflanzen ins beheizte Gewächshaus bringen. Warte bis Anfang Mai, wenn du sie in ein unbeheiztes Gewächshaus pflanzt. Zwischen den Reihen hältst du einen Pflanzabstand von 130 cm bis 170 cm ein. In der Reihe beträgt der Abstand jeweils 40 cm zur nächsten Pflanze.
Hast du eine veredelte Gurke, setzt du die Veredelungsstelle einen Fingerbreit über den Boden. Mit einer Vliesabdeckung schützt du das Gemüse und speicherst die Wärme.
Pflege

Schlangengurken haben einen Wasserbedarf von täglich mindestens 1 l.
Schlangengurken benötigen pro Pflanze täglich 1 l bis 3 l Wasser. Für optimale Ergebnisse empfehlen wir außerdem eine Kletterhilfe. Im Gewächshaus lassen sich die Gurkenpflanzen mit Drähten oder Schnüren hochbinden. Im Beet bietet sich ein Rankgerüst an. Zweimal pro Woche wickelst du Neuaustriebe um die Kletterhilfe oder den Draht. Mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt düngst du die Pflanze im Gewächshaus.
Um die Bodenabdeckung zu verringern, schneidest du von den Seitentrieben unterhalb von 60 cm bis 80 cm überschüssige Blätter mit der Gartenschere ab, sodass nur zwei bis sechs Blätter stehen bleiben. Damit sich die Frucht optimal ausbildet, lässt du pro Blattachsel nur einen Fruchtansatz stehen. Erreicht der Mitteltrieb das Schnurende oder wächst er über die Rankhilfe hinaus, kappst du ihn.
Schlangengurken ernten und verwerten
In der Regel sind Schlangengurken nach sieben bis zehn Wochen reif. In der Erntezeit holst du in der Woche bis zu dreimal Gurken vom Beet. Bei rund 10 °C lassen sich die Gurken für ein bis zwei Wochen lagern.
Verarbeite das Gemüse weiter zu Salat, Tsatsiki oder schneide ein paar Gurkenscheiben in eine Glaskaraffe mit Wasser als sommerliches Erfrischungsgetränk. Du kannst sie aber natürlich auch einfach so essen.

Im Sommer kannst du bis zu dreimal in der Woche ernten. Ideen für die Gurken: Salat, Tsatsiki, erfrischende Getränke oder du genießt das Gemüse pur.
Beliebte Sorten
Für den Anbau im Gewächshaus eignen sich vor allem rein weiblich blühende Sorten. Dazu gehören „Sudica“ und „Dominica“. Letztere wird bis zu 35 cm lang. Dies gilt auch für die Früchte der Sorte „Eiffel“.
Eine neue Sorte ist „Midios“. Sie bildet wohlschmeckende, mittelgroße, saftige Früchte. Für das Freiland eignet sich beispielsweise die vergleichsweise robuste Sorte „Delfs Nr. 1“.
Für den Anbau sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus bietet sich die alte Sorte „Dorninger“ mit zartem Fruchtfleisch an.
Ein festes Fleisch mit feinem Geschmack haben die Früchte von „Long de Chine“. Die Gurke wächst in milden Gebieten auch im Freiland.
Viele Früchte bilden die robusten Sorten „Streits Nr. 5“ und „Selma Cuca“.
Krankheiten und Schädlinge
An Schlangengurken lässt sich hin und wieder Falscher Mehltau beobachten. Der Echte Mehltau tritt insbesondere beim Anbau im Gewächshaus auf. Durch große Pflanzabstände und indem du robuste Sorten wählst, beugst du einem Befall vor.
Gegen Spinnmilben auf den Schlangengurken helfen Nützlinge wie Raubmilben auf natürliche Weise.
Die Gurkenwelke erkennst du unter anderem an schlappen Blättern. Doch auch durch Pflegefehler wie das Gießen mit zu kaltem Wasser kann es passieren, dass die Gurkenpflanzen die Blätter hängen lassen. Um sicherzugehen, schneidest du einen welken Trieb auf. Sind die Leitungsbahnen bräunlich verfärbt, deutet das auf Welkepilze hin und du solltest die Pflanze entsorgen – allerdings nicht auf dem Kompost, um eine weitere Ausbreitung der Pilze im Garten zu vermeiden.








