Woher kommt Sellerie?
Bereits die alten Ägypter verwendeten Wildsellerie als Arzneipflanze. Bei uns ist Sellerie (Apium graveolens) etwa seit dem 9. Jahrhundert bekannt und diente zunächst ebenso zu Heilzwecken. Die Wildform des Selleries wächst auf salzhaltigen Böden, in Marschen, Sümpfen und an Küsten.
Wie wächst Sellerie?
Allgemein wird zwischen Knollensellerie (Apium graveolens var. rapaceum), Stangensellerie (Apium graveolens var. dulce) und Schnittsellerie (Apium graveolens var. secalinum) unterschieden.
Sellerie-Arten

Knollensellerie

Schnittsellerie

Stangensellerie
Knollensellerie
Je nach Sorte wird Knollensellerie bis zu 60 cm hoch. Er bildet flachrunde, graubraune, 300 g bis 600 g schwere Knollen aus. Die Knollen sind die unterirdischen, essbaren Speicherorgane des Gemüses. Sie enthalten ätherische Öle und verleihen Suppen sowie Fleisch-, Fisch und Gemüsegerichten ein würziges Aroma. Der Anbau des Knollenselleries erfordert jedoch etwas Fingerspitzengefühl und eine gute Bewässerung.
Stangensellerie
Der Stangensellerie, auch Bleichsellerie genannt, besitzt eine kleinere Wurzelknolle und lange, fleischige Stiele. Um die typische hellgrüne Farbe zu erzielen, werden die Pflanzen mit Erde angehäuft oder mit dunkler Folie umwickelt. Durch den Lichtmangel wird – ähnlich wie beim weißen Spargel – die Bildung von Chlorophyll gehemmt. Es finden sich auch Sorten, deren blasse Farbe bereits angezüchtet ist.
Blatt- und Schnittsellerie
Blatt- und Schnittsellerie bildet meist keine Knollen, sondern dünn verzweigte Pfahlwurzeln. An seinen Stängeln sitzen tiefgrüne Blätter, die viel ätherisches Öl enthalten und gerne als Würzkraut eingesetzt werden.
Der richtige Standort und Boden

Sellerie ist eine starkzehrende Pflanze, die am besten auf fruchtbaren, feuchten und gut gelockerten Böden wächst. Ideale Bedingungen finden sich auf sandigen, humusreichen Lehmböden. Das Beet sollte einen sonnigen bis halbschattigen Standort haben.
Sellerie pflanzen: Fruchtfolge und Mischkultur
Pflanze Sellerie möglichst nur alle vier Jahre in dasselbe Beet. Geeignete Vorfrüchte sind zum Beispiel Hülsenfrüchte oder Winterwicke. Um die Pflanzen vor Kohlweißlingen zu schützen, platziere Kohlgewächse zwischen Sellerie. Sellerie verträgt sich auch mit Lauch sehr gut.
Schnittsellerie ist eine zweijährige Pflanze. Sie benötigt einen Winterschutz, da sie Frost nicht gut verträgt. Günstig ist eine Pflanzung mit Bohnen, Gurken, Knoblauch, Kohl, Kohlrabi, Kräuter, Lauch, Möhren, Porree, Rote Bete, Spinat, Tomaten. Nicht gut eignen sich Mischkulturen mit Erbsen, Kartoffeln oder Mais.
Sellerie aussäen
Knollensellerie und Stangensellerie wird meistens vorgezogen und dann gepflanzt. Säe das Saatgut Ende Februar bis Anfang März in Saatkisten aus. Die Samen solltest du leicht andrücken und gut befeuchten. Am schnellsten keimt das Saatgut an einem hellen Ort bei Temperaturen um 20 °C. Nutze dafür am besten ein Gewächshaus oder stelle die Anzucht auf die Fensterbank.
Nach dem Keinem kannst du die Sämlinge kühler stellen, jedoch möglichst nicht kühler als 15 °C. Auf zu niedrige Temperaturen reagieren die Pflänzchen sensibel und schossen. Sie bilden dabei unerwünschte Blütenstände aus.
Wenn sich die ersten richtigen Blätter zeigen, werden die jungen Selleriepflanzen pikiert und in Töpfe oder Kisten mit mehr Pflanzabstand eingesetzt. Sobald sich die Pflänzchen zu kräftigen, gut bewurzelten Jungpflanzen entwickelt haben, kannst du sie ins Freiland umsetzen. Idealer Zeitpunkt dafür ist nach den Eisheiligen im Mai.
Sellerie pflanzen

Alternativ zum Saatgut pflanzt du Jungpflanzen direkt in dein Beet.
Setze Knollensellerie möglichst hoch in die Erde. So können sich die Knollen gut ausbilden. Zu tiefes Pflanzen kann die Wurzeln verformen. Eine zu flache Pflanzung kann zu Nebenwurzeln führen, was die Qualität der Knollen beeinträchtigt. Um die richtige Tiefe zu finden, orientiere dich an der Position, die die Jungpflanzen in den Töpfen oder im Anzuchtbeet hatten.
Setze die Pflanzen mit einem Abstand von mindestens 50 cm x 50 cm ins Beet, um Krankheiten wie der Septoria-Blattfleckenkrankheit vorzubeugen, kann der Anbau mit einem Abstand von 70 cm x 70 cm notwendig sein.
Schnittsellerie ist recht pflegeleicht, sollte aber vor Frost geschützt werden. Die Pflanze kann verwildern, da sie sich leicht selbst aussät. Schnittsellerie bevorzugt halbschattige bis sonnige Standorte und humose, durchlässige, leicht feuchte Böden. Er wird im Haus oder Gewächshaus vorkultiviert oder direkt ins Freiland gesät. Du kannst die Pflanze auch in einem Kübel anpflanzen.
Sellerie pflegen
Knollensellerie und Stangensellerie benötigen lockere Böden. Darum solltest du den Boden mit einer Gartenhacke regelmäßig hacken und lockern. Mische dem Boden vor dem Auspflanzen reifen Kompost bei.
Besonders wichtig ist eine gute Wasserversorgung. Trockenheit kann zum Schossen der Pflanzen führen. Den höchsten Wasserbedarf hat Sellerie von Mitte August bis Anfang Oktober. Dann solltest du die Pflanzen ein- bis zweimal täglich bewässern. Damit das Wasser nicht zu schnell wieder verdunstet, bedecke das Beet mit Mulch.
Die Knollenbildung wird mithilfe von kalireichem Dünger gefördert. Außerdem verhindert er, dass das Fleisch der Knollen fleckig wird und die Pflanze verkümmert. Durch organischen Dünger wie Hornspäne werden die Knollen nicht hohl.
Außerdem kannst du die Pflanzen gelegentlich mit salzhaltigem Kochwasser gießen. Düngen solltest du zweimal während der Kulturzeit: im Sommer und im Herbst. Steinmehl und geringe Mengen Gartenkalk fördern zusätzlich das Wachstum.

Sellerie ernten und verwenden
Die Ernte von Knollensellerie kann im Oktober starten. Am besten bewahrst du die geernteten Knollen mit Zeitungspapier umwickelt im Kühlschrank auf. Auf Plastikbeutel solltest du verzichten, da die Knollen darin schnell faulen.
Für die Einlagerung der Knollen schneidest du vor Frostbeginn im Oktober und November alle Wurzeln, Blätter sowie Faulstellen ab und legst die Sellerieknollen in eine Kiste mit Sand. Es ist wichtig, dass die Umgebung eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweist, kühl und frostfrei ist. Achte zudem darauf, dass er Kopf der Knolle sowie die Herzblätter nicht von Sand bedeckt sind.
Auch mit der Ernte des Stangenselleries kannst du ab Oktober beginnen, indem du die Pflanze samt Wurzel aus der Erde ziehst. Aufgrund seiner Frostempfindlichkeit solltest du Stangensellerie stets vor dem ersten Nachtfrost ernten. Du kannst jedoch bereits ab Juni einzelne Stängel des Stangenselleries abschneiden und ernten, sofern du den unterirdischen Part der Pflanze nicht beschädigst.
Lagern kannst du den Stangensellerie am besten im Kühlschrank. Bei Temperaturen um den Nullpunkt herum bleiben die Stängel bis zu vier Wochen lang frisch. Für eine längere Lagerung legst du den Sellerie in eine Kiste, die du mit feuchtem Sand befüllst. Vorab solltest du die Stiele noch rund 10 cm über den ersten Blattverzweigungen abschneiden und obenrum mit etwas Zeitungspapier einschlagen.
Die Blätter des Schnittsellerie können im ersten Jahr fortlaufend ab Ende Juli bis Mitte Oktober oder bis zum ersten Frost geerntet werden. Lässt du die Herzblätter stehen, kannst du alle vier Wochen ernten.
Empfehlenswerte Sorten
Sorten des Knollenselleries
Die verschiedenen Sorten von Knollensellerie können oval, rund, platt oder kegelförmig sein. Beliebt sind aufgrund ihrer Optik beispielsweise die "schneeweißen" Züchtungen. Knollensellerie-Gewächse unterscheiden sich nicht nur in ihren äußerlichen Merkmalen, sondern auch in ihrer Lagerfähigkeit, Resitenz gegenüber Krankheiten und der Schossfestigkeit.
„Prinz“: Diese Sorten ist besonders pflegeleicht, für das Gewächshaus geeignet und besitzt weißes, festes Fleisch.
„Ibis“: Dieser Knollensellerie besitzt eine gute Schossfestigkeit und eine weißfleischige, runde Knolle mit einem nussigen Geschmack.
„Monarch“: Diese große, hellfarbige Art eignet sich besonders für die Lagerung und zeichnet sich durch einen milden Geschmack aus.
„Mars“: Die Sorte Mars ist besonders widerstandsfähig gegen den sogenannten Sellerierost und bildet grünweiße, dicke Knollen.
„Giant Prague“: Dieser weißfleischige Knollensellerie besitzt einen süßen Geschmack.
Sorten des Stangenselleries
„Tall Utah“: Diese milde Sorte ist besonders ertragreich.
„Spartacus“: Dieser Stangensellerie bildet Stiele mit bis zu 50 cm Länge, ist frühreif und aufrechtwachsend sowie widerstandsfähig gegenüber Krankheiten.
„Darklet“: Diese Frühsorte des Stangenselleries kannst du bereits ab Juli ernten.
„Tango“: Das Gewächs liefert Stängel mit einem feinen, würzigen Aroma und ist resistent gegenüber Blattfleckenkrankheiten, Seitentriebbildung und Schossen.
Krankheiten und Schädlinge
Typische Krankheiten von Sellerie sind die Septoria-Blattfleckenkrankheit und der Sellerieschorf.
Die Septoria-Blattfleckenkrankheit, umgangssprachlich auch als Sellerierost bezeichnet, wird von einem Pilz verursacht. Dabei bilden sich auf den Blättern gelblich-braune bis graubraune Flecken, in deren Mitte schwarze Pünktchen erkennbar sind. Die Blätter vergilben und sterben ab. Bei Knollensellerie bleibt der außerdem der Knollenzuwachs aus.
Auch der Sellerieschorf ist eine Pilzkrankheit, Er macht sich durch zunächst graue, später bis zu zwei Millimeter dicke, rotbraune aufbrechende Krusten an der Knolle bemerkbar. Die Pilzkrankheit tritt vor allem bei zu feuchter Witterung auf.
Wenn du bereits Probleme mit der Blattfleckkrankheit oder Sellerieschorf in deinem Garten hattest, baue bevorzugt widerstandsfähige Sellerie-Sorten an. Setze Knollensellerie nicht zu eng ins Beet. So können die Pflanzen nach Regenfällen schneller abtrocknen. Wichtig ist außerdem eine geeignete Fruchtfolge, da die Pilze auch im Boden überdauern können. Zusätzlich kannst du bei Bedarf ein geeignetes Fungizid eingesetzen.
Typische Schädlinge von Sellerie sind Wühlmäuse. Zur Vorbereitung des Beetes kannst du ein Schutzgitter als Hindernis vergraben.
Tipp: Was du gegen Wühlmäuse tun kannst, erfährst du in unserem Ratgeber.
Die Selleriefliege kann sowohl die Knolle als auch die Staude schädigen. Beuge einem Befall vor, indem du die Pflanzen mit einem engmaschigen Pflanzenschutznetz abdeckst. Hat sich die Selleriefliege bereits ausgebreitet, helfen meist nur Pflanzenschutzmittel.
Auch Schnecken sind typische Schädlinge des Apium Graveolens. Schütze deine Selleriepflanzen ebenso mit einem geeigneten Schutzzaun oder einem Schneckenschutz.









