
Stangenbohnen – Eigenschaften im Überblick
Stangenbohnen sind hochrankende Kletterpflanzen, die einen beachtlichen Ertrag erzeugen können. Im Ratgeber erfährst du, worauf du beim Anbau der Nutzpflanzen achten solltest, wie du sie richtig pflegst und die Bohnen erntest.
Herkunft
Eigentlich stammen Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris) aus Mittelamerika. Sie gehören zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae) und sind eine Art der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris). Mit der richtigen Pflege kannst du bei Stangenbohnen eine höhere Ernte als bei Buschbohnen erzielen.
So sehen Stangenbohnen aus
Stangenbohnen sind einjährige Kletterpflanzen. Sie wachsen auf bis zu 3 m Höhe heran. Dafür benötigen sie eine Rank- oder Kletterhilfe.
Die Nutzpflanze blüht weiß oder lilafarben, ihre Schmetterlingsblüten stehen dabei in wechselständigen Trauben. Aus ihnen wachsen die 10 cm bis 30 cm langen Bohnen. Die Hülsen sortenabhängig blau, gelb, grün, gestreift oder marmoriert. Auch in der Form unterscheiden sie sich: Sie wachsen platt bis rundlich und die Größe ihrer Samen variiert.
Standort und Boden für Stangenbohnen
An den Boden haben Stangenboden keine hohen Ansprüche. Wichtig ist nur, dass dieser humusreich, tiefgründig und nicht verkrustet ist.
Die Bohnen mögen warme und sonnige Standorte. Auch windgeschützt sollten die Pflanzen stehen, denn der Wind kann dafür sorgen, dass Blüten, Blätter und Hülsen abknicken. Das schadet der Bohnenranke und schmälert die Ernte.
Mischkultur mit Stangenbohnen
Getreide eignet sich gut als Vorfrucht von Stangenbohnen. In Mischkulturen vertragen sich die Klettergewächse jedoch nicht mit allen Pflanzen. Sie sollten nicht mit Rauke, Salat und Spinat angepflanzt werden. Dafür wachsen sie gut in der Nähe von Bohnenkraut, das die Schwarze Bohnenlaus abwehrt.
Drei Jahre lang kannst du Stangenbohnen am selben Standort anbauen. Danach ist ein neuer Platz notwendig, da sich der Boden erholen muss.
Stangenbohnen pflanzen

Stangenbohnen kannst du vorziehen. Damit schützt du sie vor der Bohnenfliege. Nach den Spätfrösten setzt du sie ins Beet.
Bevor du Stangenbohnen in deinem Garten pflanzt, kannst du sie in Töpfen vorkultivieren. Dies ist in der Regel nicht nötig, schützt die jungen Pflanzen aber vor der Bohnenfliege. Lege dafür drei bis vier Samen in einen Topf mit Anzuchterde. Das verwendete Gefäß sollte idealerweise einen Durchmesser von 8 cm haben. Halte die Temperatur bei rund 20 °C und die Erde feucht, bis die Samen keimen.
Mit einem Bambusstab in der Erde haben die jungen Triebe eine Rankhilfe. Gewöhne die Jungpflanzen dann Schritt für Schritt an niedrigere Temperaturen.
Stangenbohnen sind sehr frostempfindlich. Ins Beet setzt du sie daher erst nach den letzten Spätfrösten. Dies ist in der Regel ab Mitte Mai bis Ende Juni der Fall. Die Samen benötigen eine Bodentemperatur von mindestens 8 °C bis 10 °C, um zu keimen. Je wärmer es ist, desto schneller entwickeln sie sich und sind resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge.
Rankhilfen für Stangenbohnen
Stangenbohnen brauchen eine Rankhilfe. Diese setzt du vor der Aussaat in die Erde. Verankere sie für einen stabilen Halt rund 30 cm bis 40 cm tief im Boden. Die Rankhilfe sollte zwischen 170 cm und 200 cm breit sein.
Die Bohnen wachsen auch an Pyramiden gut. Diese bestehen meist aus vier verbundenen Rundstangen, die zusammengebunden oder verschweißt werden. Auch zeltförmig zusammengebundene Bambus- oder Fichtenholzstangen eignen sich für die Kletterpflanze. Stelle dazu rund zwei Meter lange Stangen kreisförmig auf und binde sie an der Spitze zusammen. Du kannst die Stangen aber auch einzeln mit rund 70 cm x 60 cm Abstand zur nächsten Rankhilfe in den Boden eingraben.
Um jede Stange säst du sechs bis zehn Samen. Ein Vorquellen der Keimlinge ist nicht notwendig. Die Samen legst du maximal in eine Tiefe von 3 cm in den Boden. Wässere sie nach der Aussaat ausreichend.
Die Bohnen wachsen gegen den Uhrzeigersinn um die Stange. Leite die Pflanzen vorsichtig an der Stange oder einer raufaserigen Schnur aus Kokos oder Sisal nach oben. Dadurch erleichterst du der Stangenbohne die Anwachsphase. Schütze die Triebspitzen außerdem vor dem Abbrechen.

Eine Rankhilfe bringt Stangenbohnen auf den richtigen Weg. Sie wickeln sich immer entgegen dem Uhrzeigersinn um den Stab oder das Gerüst.
Stangenbohnen pflegen
Wässere die Bohnen vor allem während der Blüte bis zum Fruchtansatz. Lege dafür einen Wasserschlauch einmal pro Woche für 10 bis 15 Minuten in dein Bohnenbeet.
Hacke zudem regelmäßig den Boden, um den Ertrag zu erhöhen. Durch Anhäufeln kannst du gerade zu Beginn der Kultur das Wurzelwachstum anregen. Vermeide außerdem Staunässe.
Düngen brauchst du Stangenbohnen nicht. An ihren Wurzeln leben Knöllchenbakterien, mit deren Hilfe die Pflanzen Stickstoff binden können.
Stangenbohnen ernten und verarbeiten
Bis die Früchte der Stangenbohne reif sind, vergehen rund zehn Wochen. Ernte die Bohnen, wenn sie beim Biegen glatt durchbrechen. Die Kerne zeichnen sich noch nicht durch die Hülse ab. Pflücke die Schoten bei trockenem Wetter. Bei Regen steigt ihre Anfälligkeit für Pilzkrankheiten. Am besten eignet sich ein sonniger Vormittag, nachdem der Tau getrocknet ist.
Erntest du die Bohnen alle zwei bis vier Tage, erhöhst du den Ertrag der Pflanze. Die Schoten lassen sich in einem feuchten Tuch für mindestens zwei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. Kochst du die Bohnen ein, sind sie rund ein Jahr lang genießbar.
Möchtest du aus den Schoten Samen gewinnen, lässt du einige Früchte an den Ranken ausreifen. Warte, bis sie angeschwollen sind. Anschließend löst du die Samen aus der Hülse.
Hinweis: Die Bohnen sollten in jedem Fall vor dem Verzehr gekocht werden. Dadurch zerfällt der giftige Pflanzenstoff Phasin.
Nach etwa zehn Wochen sind die Stangenbohnen reif. Ernte sie dann bei trockenem Wetter.
Sorten der Stangenbohne
Es gibt unzählige Sorten der Stangenbohnen. Einige von ihnen haben grüne Bohnen, andere bilden bunte Schoten. Die „Blauhilde“ hat zum Beispiel blaue Bohnen. An die regionalen Boden- und Klimaverhältnisse haben sich die Sorten „Berner Landfrauen“ und „Neckarkönigin“ angepasst.
Letztere gehört zu den frühen und ertragreichen Sorten. Sie bildet grüne Früchte. Gleiches gilt für die „Perle von Marbach“. Mit „Neckargold“ erhältst du eine Stangenbohne, die mittelspät reift sowie robust und ertragreich ist. Sie ist eine gelbe Variante der „Neckarkönigin“. Ebenfalls gelbe Bohnen liefern die Sorten „Berner Butter“ und „Goldmarie“. Sie bilden Hülsen mit einer Länge zwischen 20 cm und 25 cm.
Die marmorierten Schoten der „Forellenbohne“ werden später reif. Dafür ist die Sorte sehr ertragreich. Die bereits erwähnte Sorte „Berner Landfrauen“ hat blau-violette Bohnen und ist eine traditionelle Variante. Dies gilt auch für die „Blauhilde“ mit ihren violetten Hülsen. Beim Kochen verfärben sich die Bohnen grün. Hohe Erträge und resistent gegen den Bohnenmosaikvirus ist „Matilda“.
Stangenbohnen: Krankheiten und Schädlinge

Schnecken machen sich häufig an Stangenbohnen zu schaffen. Entdeckst du die Tiere, sammle sie sorgfältig ab.
In der frühen Wachstumsphase zählen die Bohnenblattlaus und Schnecken zu den größten Schädlingen der Stangenbohnen. Gegen Letztere hilft ein Schneckenschutz. Unter Umständen befällt Bohnenrost die Pflanzen. Im Frühjahr erkennst du den Pilz an weißen Pusteln auf den Blättern und Stängeln. Im Sommer sind diese braun. Ist deine Bohne befallen, entsorgst du sie direkt im Hausmüll und nicht im Kompost.
Grauschimmel befällt die Pflanze bei zu feuchtem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit. Dem beugst du vor, indem du die Stangenbohnen an einen luftigen Standort kultivierst.









