
Tomaten ausgeizen
Beim Ausgeizen werden die Geiztriebe in den Blattachseln entfernt. Warum du Tomaten ausgeizen solltest und wie es richtig geht, erfährst du in diesem Beitrag.
Warum du Tomaten ausgeizen solltest
Tomaten benötigen einen vollsonnigen Standort, um zu gedeihen. Außerdem reagieren die Pflanzen empfindlich auf Staunässe und anhaltend hohe Feuchtigkeit. Nach einem Regenguss ist es wichtig, dass die Blätter schnell abtrocknen. Zu viel Grün nimmt der Tomatenpflanze regelrecht die Luft zum Atmen, lässt weniger Sonne hindurch und verhindert, dass Regenwasser richtig abfließen kann.
Durch das Entfernen der Geiztriebe verhinderst du, dass die Pflanzen zu sehr in die Breite gehen. Insbesondere im Gewächshaus, wo die Anbaufläche begrenzt ist, solltest du daher Tomaten ausgeizen. Das erleichtert dir die Pflege und beugt zudem Pflanzenkrankheiten wie Braunfäule und Krautfäule vor. Vor allem bei Stabtomaten, deren Haupttrieb mit Stäben oder Schnüren gestützt werden muss, solltest du die überflüssigen Triebe ausgeizen. Im Freiland sind die Pflanzen andernfalls anfällig für Windschäden.
Tipp: Auch Kirsch- und Rispentomaten kannst du für kräftiges Wachstum und eine bessere Ernte gelegentlich ausgeizen.
Lässt du alle Triebe ungehindert wuchern, bildet die Tomatenpflanze zwar mehr Fruchtansätze, jedoch bleiben die Früchte in der Regel klein. Wer sich große, saftige Tomaten wünscht, folgt daher am besten dem Credo: „Weniger ist mehr“ – und entfernt ungewollte Seitentriebe.
Der wilde Seitentrieb besitzt außerdem viele Blätter, aber kaum Blüten. Wenn du länger mit dem Ausgeizen wartest, kann der Geiztrieb auch dem Haupttrieb Konkurrenz um Nährstoffe machen. Damit die Tomatenpflanze nicht unnötig Energie in die Geiztriebe steckt, entfernst du sie am besten beizeiten.
Tipp: Übrigens werden nicht nur Tomaten ausgegeizt. Auch bei anderen Gemüsearten aus der Familie der Nachtschattengewächse, wie etwa bei Paprika und Auberginen, entfernt man die wilden Seitentriebe.
Wie erkenne ich Geiztriebe bei Tomaten?

Tomatenpflanzen bilden die Geiztriebe erst nach dem Haupttrieb aus. Ein Geiztrieb wächst stets aus der Blattachsel. Du erkennst die Geiztriebe daran, dass sie zwischen Sommertrieb und Blattstiel emporsprießen. Und: Im Gegensatz zum Haupttrieb besitzen selbst junge Geiztriebe bereits viele Blätter.
Wie geizt man Tomaten richtig aus?

Für optimale Ergebnisse kontrollierst du die Tomatenpflanzen von Juni bis September regelmäßig auf mögliche Geiztriebe.
Tipp: Du musst nicht immer alle Geiztriebe entfernen, die du entdeckst. Wenn du ein bis zwei kräftige Seitentriebe pro Pflanze stehen lässt, sind weiterhin gute Ernteerfolge möglich. Wichtig ist, dass du die Seitentriebe gut abstützt.
Junge Seitentriebe lassen sich einfach mit den Fingernägeln abbrechen. Etwas größere Triebe knickst du zur Seite, bis sie nachgeben und brechen. Bei stärkeren, bereits fasrigen Trieben verwendest du ein scharfes Messer oder eine Gartenschere zum Entfernen.
Tipp: Die ersten Achseltriebe der Saison kannst du ins Wasser stellen und als Stecklinge weiterkultivieren, bis sie nach wenigen Tagen Wurzeln bilden. Pflanze sie dann in einen Topf mit frischem Humus vom Kompost oder verwende herkömmliche Pflanzenerde als Substrat. Zum Anwachsen stellst du die Jungpflanzen erst einmal an einen absonnigen Standort. Sobald die Pflanzen größer sind, können sie in die Sonne umziehen.
Übrigens ist es zur besseren Durchlüftung durchaus sinnvoll, bei Bedarf auch größere Blätter zu entfernen. Verwende hierzu stets ein scharfes Messer und schneide von unten nach oben. Reiße die Blattstiele keineswegs ab. Andernfalls kann es passieren, dass der Haupttrieb Wunden bekommt, was die Pflanze anfällig für Krankheitserreger von Kraut- oder Braunfäule macht.
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Tomatensorten, die du nicht auszugeizen brauchst
Bestimmte Tomatensorten benötigen keinen Rückschnitt der Seitentriebe. Hierzu gehören Buschtomaten, Strauchtomaten und Wildtomaten, die mehrtriebig gezogen werden. Kleinere und dennoch aromatische Früchte sind für diese schwachwüchsigen Tomatenpflanzen charakteristisch. Hinweise dazu, ob die jeweilige Tomatenpflanze ausgegeizt werden sollte oder nicht, findest du auf dem Pflanzenetikett.








