
Scheinzypresse – Eigenschaften im Überblick
Scheinzypressen (Chamaecyparis) sind beliebte Heckenpflanzen. Je nach Sorte eignen sich die Pflanzen dieser vielseitigen Gattung aber auch als Solitär- und Kübelpflanzen. Wir geben Tipps zu Standort, Pflege und Rückschnitt.
Was sind Scheinzypressen?
Die Scheinzypressen (Chamaecyparis) sind Teil der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Bis ins 19. Jahrhundert hinein zählte man die Scheinzypressen-Arten noch zur Gattung der Echten Zypressen (Cupressus). Zwischen beiden immergrünen Nadelgehölzen gibt es starke Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede. So bilden die Scheinzypressen unter anderem kleinere Zapfen als Arten der Echten Zypresse.
Scheinzypressen sind immergrüne Koniferen, haben aber keine Nadeln. Sie sehen nicht nur Echten Zypressen, sondern auch Lebensbäumen (Thuja) ähnlich. Im Gegensatz zu Thujen wachsen Scheinzypressen langsamer und aufrechter. Außerdem sind die Zapfen der Scheinzypresse eher rundlich. Die Gattung Chamaecyparis zeichnet sich zudem durch mehr Farbvielfalt aus. Hingegen entwickeln sich Lebensbäume kräftiger. Sie wachsen stärker in die Breite und haben eher längliche Zapfen.
Genau wie bei der Echten Zypresse und der Thuja sind auch bei der „Falschen Zypresse“ alle Pflanzenteile giftig. Bei Hautkontakt mit der Pflanze kann es zu Reizungen kommen. Werden Pflanzenteile verschluckt, sind Übelkeit und Erbrechen möglich.
Tipp: Spielen Kinder im Garten, bieten sich Hainbuche und Bambus als alternative Heckenpflanzen an.
Bislang sind fünf Arten der Scheinzypressen bekannt. Sie sind im Norden Nordamerikas und in Ostasien verbreitet. In ihrer Heimat Nordamerika ist die Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) von forstwirtschaftlicher Bedeutung. Ähnlich begehrt ist das Holz der Nootka-Scheinzypresse oder Alaska-Zeder (Xanthocyparis nootkatensis), die mit Xanthocyparis vietnamensis inzwischen eine eigene Gattung (Xanthocyparis) bildet.
Sortentipps zur Scheinzypresse
Die Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) ist auch im Garten als Zier- und Heckenpflanze beliebt. Je nach Sorte bildet diese Pflanze kegel- bis säulenförmige, teilweise aber auch kompakte, runde Kronen. „Alumii“ gehört zu den kräftigsten Sorten und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 15 m. Zwergformen wie „Pygmea Argentea“ werden hingegen nur etwa 1 m hoch. Von Grün- über Gelb- und Grau- bis hin zu Blautönen ist die Pflanze in zahlreichen Laubfarben erhältlich.
Die Sawara-Scheinzypresse (Chamaecyparis pisifera) findet man ebenfalls oft in Gärten. Gleiches gilt für die Fadenzypresse (Chamaecyparis pisifera var. filifera) und die Gelbe Fadenzypresse (Chamaecyparis pisifera ‚Sungold‘) sowie die Grüne Fadenzypresse (Chamaecyparis pisifera ‚Filifera Nana‘). Diese Züchtungen haben fadenförmige, überhängende Zweige, die flachkugelig bis kissenartig angeordnet sind.
Die Hinoki-Scheinzypresse (Chamaecyparis obtusa) wird auch Muschelzypresse genannt. Der Strauch wächst ausladend buschig bis kissenförmig. Beliebte Sorten sind „Aurora“ mit gelbem Laub und die grüne Variante „Nana Gracilis“. Beide werden jeweils 80 cm bis 100 cm groß.

Die Hinoki-Scheinzypresse ist eine beliebte Zwergkonifere, beispielsweise für den Vorgarten.
Wie sehen Scheinzypressen aus?
Scheinzypressen nehmen innerhalb der Koniferen eine Sonderstellung ein. Während die meisten Pflanzen dieser Ordnung Nadelgehölze sind, haben diese Sträucher genau genommen keine Nadeln, sondern weiche schuppenartige Blätter. Auf den abgeflachten Zweigen sitzen kleine, rundliche Zapfen. Die Triebe wachsen je nach Sorte leicht nach unten geneigt oder hängen herab.
Scheinzypressen sind einhäusig, das bedeutet, männliche und weibliche Blüten wachsen auf derselben Pflanze. Die männlichen Blüten sind stecknadelkopfgroß und leuchten anfangs orangerot. Später trocknen sie dunkelbraun ein.
Standort und Boden
Scheinzypressen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen geschützten Standort. Der Boden sollte frisch bis feucht und sandig-lehmig sein. Ideal ist ein alkalischer bis schwach saurer Boden.
Besonders gut entwickeln sich Scheinzypressen an einem luftfeuchten, eher kühlen Platz. Sie vertragen Schatten und Trockenheit besser als Lebensbäume, sind aber etwas empfindlicher gegenüber Frost.
Verwendung der Scheinzypresse
Ähnlich wie Lebensbäume gelten auch Scheinzypressen vielerorts als Pflanzen für den Friedhof. Die große Sortenvielfalt gibt dir aber jede Menge Gestaltungsspielraum. Wie die Koniferen letztlich wirken, hängt maßgeblich davon ab, wie du sie im Garten einsetzt.
Pflanzungen allein mit Scheinzypressen verschiedener Sorten wirken im Garten tatsächlich eher unnatürlich. Eine als Solitärpflanze verwendete Sawara-Scheinzypresse schafft hingegen einen ansprechenden Blickpunkt.
In der Grabbepflanzung geben vorwiegend die Zwergformen der Scheinzypresse den Ton an. Inzwischen finden sie als winterharte, immergrüne Kübelpflanzen auch den Weg auf die Terrasse oder den Balkon. Auch im Stein- oder Heidegarten machen sie sich gut. Die aufrecht wachsenden Sorten der Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana) werden häufig als immergrüne Heckenpflanzen genutzt. Mit „Alumii“ und „Columnaris“ lassen sich blickdichte, schmale Hecken pflanzen.
Idealerweise pflanzt du Scheinzypressen im Garten als Solitärgehölz oder in kleinen Gruppen. Unterschiedliche Sorten mit verschiedenen Laubfarben wirken oft unruhig. Eine harmonische Wirkung erzielst du, indem du mehrere Scheinzypressen derselben Sorte zusammen mit immergrünen oder Laub abwerfenden Bäumen pflanzt.
Das Formgehölz ist auch in der Miniatur-Variante als Bonsai beliebt.

Eine Hecke aus Scheinzypressen bietet einen ausgezeichneten Wind- und Sichtschutz.
Scheinzypressen schneiden
Scheinzypressen vertragen einen Schnitt sehr gut. Schneide deine Hecke idealerweise einmal im Jahr. Ein guter Zeitpunkt ist Ende Juni um den Johannistag herum.
Mit einem regelmäßigen Rückschnitt bleiben vor allem Hecken in Form. Achte darauf, nur beschuppte Triebe zurückzuschneiden. Kappst du mit der Hecken-, Garten- oder Baumschere tiefer sitzende Zweige, kann es zu kahlen Stellen kommen. Denn Scheinzypressen treiben aus dem Altholz, genau wie Lebensbäume, nicht mehr aus.
Hältst du die Scheinzypresse als Gartenbonsai, bringst du sie zweimal im Jahr in Form. Denke daran, dass ein Stamm oder Ast kahl bleibt, wenn du seine Seitenzweige einmal abgenommen hast.
Pflegetipps der Scheinzypresse
Der Wurzelballen von Scheinzypressen sollte niemals austrocknen. Staunässe vertragen die Koniferen genauso wenig. Gieße die Pflanze daher, wenn sich die oberste Bodenschicht trocken anfühlt.
Vor allem Jungpflanzen sind zu Beginn darauf angewiesen, dass du sie regelmäßig mit Wasser versorgst. Gieße die Pflanzen durchdringend, bevor die Erde austrocknet. Im Winter gibst du nach Frostperioden etwas Wasser, wenn es länger trocken war.
Scheinzypressen im Kübel benötigen im Winter einen schattigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Mit einem Vlies um den Kübel schützt du die Pflanzen vor Frost. In der Wachstumsphase versorgst du die Zwergkoniferen regelmäßig mit flüssigem Grünpflanzendünger. Bei Scheinzypressen im Beet reicht etwas Kompost im Frühjahr.

Die Scheinzypresse gedeiht auch im Kübel. Pflege sie regelmäßig mit Flüssigdünger für Grünpflanzen.
Scheinzypressen vermehren
Wildarten der Scheinzypressen kannst du grundsätzlich durch Aussaat vermehren. Chamaecyparis lawsoniana und Chamaecyparis pisifera bilden auch hierzulande Samen aus. In der Regel nutzt man aber Stecklinge für die Vermehrung. Verwende dabei sogenannte Risslinge, also von den Haupttrieben abgerissene Seitenzweige, die du in mageres Substrat steckst.
Bis sich neue Triebe bilden, kann es mehrere Wochen bis Monate dauern. An den frischen Trieben erkennst du, dass die Vermehrung gelungen ist.
Muschelzypressen lassen sich mit Stecklingen weniger gut vermehren. Sie wachsen besonders langsam. Meist veredelt man diese Art deshalb mit Sorten wie Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana). Dabei werden Sämlinge seitlich angeplattet.
Krankheiten und Schädlinge
Die Thuja-Miniermotte befällt auch Scheinzypressen. Außerdem können sich die Triebspitzen, vor allem durch Pilzkrankheiten, braun färben. Andere mögliche Ursachen für braune Triebe sind Wassermangel, Staunässe, Streusalz und Spätfrost.







