
Clematiswelke – was tun? Tipps zum Vorbeugen und Bekämpfen
Die Clematiswelke ist eine Pilzkrankheit, die in vielen heimischen Gärten auftritt. Der Pilz befällt großblumige Waldreben (Clematis-Hybriden) und lässt die prachtvollen Pflanzen vollständig absterben, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Erfahre im Ratgeber, was du gegen die Clematiswelke tun kannst, und wie du der Krankheit vorbeugst und sie richtig bekämpfst.
Was kann man gegen Clematiswelke tun?
Die Handlungsempfehlungen bei Clematiswelke unterscheiden sich je nach Art der Pilzerkrankungen, denn „Clematiswelke“ fasst zwei unterschiedliche Pilzerreger unter einem Begriff zusammen.
Bei der sogenannten Phoma-Clematiswelke, gut zu erkennen an schnell wachsenden, braun-gelben Flecken auf den Blättern, müssen befallene Pflanzenteile großzügig abgeschnitten und entsorgt werden. Anschließend sollte die Clematis mit einem Fungizid behandelt werden.
Bei der Fusarium-Clematiswelke, der aggressiveren von beiden Krankheiten, bei der ganze Pflanzentriebe ohne erkennbare Anzeichen schnell welken und absterben, hilft nur noch ein radikaler Rückschnitt in Bodennähe.
Was ist Clematiswelke?
Die Clematiswelke ist eine schwerwiegende Pilzerkrankung, die vor allem großblumige Clematis-Arten befällt. Die Pilzinfektion sorgt dafür, dass die Clematis in schnellem Tempo welkt und schließlich vollständig abstirbt.
Die Welke ist für viele Hobby-Gärtner ein echter Albtraum, denn die Clematis (Waldrebe) ist eine beliebte und attraktive Pflanze für den Garten, Vorgarten oder die Gartenparzelle. Mit ihren großen und farbenfrohen Blüten zieht sie die Aufmerksamkeit auf sich. Doch wird der Garten von der Clematiswelke befallen, bleibt von der Blütenpracht nicht mehr viel übrig. Vor allem die beliebte Clematis-Art „Nelly Moser“ hat der Krankheit kaum etwas entgegenzusetzen.
Um die Clematiswelke richtig bekämpfen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass es zwei verschiedene Arten der Welke gibt:
Die Phoma-Clematiswelke
und die Fusarium-Clematiswelke.
Wie du die beiden Pilzerkrankungen unterscheiden kannst und wie du deine Pflanzen richtig behandelst, erfährst du jetzt.

Die Clematis der Sorte „Nelly Moser“ ist wundervoll anzusehen. Leider ist sie jedoch besonders anfällig für die Clematiswelke.
Die Phoma-Clematiswelke und wie du sie erkennst
Ist eine Clematis von der Clematiswelke befallen, handelt es sich in den meisten Fällen um die Phoma-Clematiswelke. Ihr Erreger, der Pilz Ascochyta clematidina, sorgt im Frühjahr für kleine, braun-gelbe Verfärbungen auf den Blättern. Diese werden allerdings sehr schnell deutlich größer und zerstören schließlich das ganze Blatt.
Anschließend macht sich der Pilz auch über die Triebe und Stängel der Clematis her. Das Tempo ist dabei beachtlich: Bei für den Schädling günstigen Witterungsbedingungen (viel Feuchtigkeit und Wärme) kann er innerhalb von zwei Wochen sämtliche Triebe der Pflanze vollständig zerstören.
Die Phoma-Clematiswelke kann alle Clematis befallen, massive Schäden hinterlässt sie jedoch speziell bei den großblumigen Hybriden. Bei anderen Sorten ist es möglich, dass sich der Befall lediglich auf die kleinen Verfärbungen am Blatt begrenzt und keine weiteren Schäden an der Pflanze entstehen.

Was tun bei der Phoma-Clematiswelke?
Bei der Clematiswelke zählt vor allem eines: schnelles Handeln. Je eher der Befall bemerkt wird, desto besser stehen die Chancen, die Pflanze zu retten.
Der Befall zeigt sich immer zuerst auf den älteren Blättern der Clematis, die sich eher im unteren Bereich der Pflanze befinden. Ab Mai sollten die Blätter daher regelmäßig auf Verfärbungen untersucht werden. Entdeckst du Anzeichen der Clematiswelke, entfernst du die Blätter großzügig. Behandle dann die gesamte Pflanze mit einem geeigneten Fungizid und behalte sie im Auge.
Bei schnellem Eingreifen und wenn der Pilz noch keine Triebe befallen hat, stehen die Chancen gut, dass die Pflanze sich erholt. Ist die Krankheit aber schon ins Innere der Triebe eingedrungen und bricht sie immer wieder aus, hilft in der Regel auch die Fungizid-Behandlung nichts mehr. Dann bleibt nur noch ein Radikalschnitt.
Beachte, dass das von der Phoma-Clematiswelke befallene Laub andere Clematis in deinem Garten anstecken kann. Das gilt sogar dann, wenn die Pflanzenreste vollkommen vertrocknet oder schon mehrere Monate alt sind. Achte deshalb darauf, dass du alle abgeschnittenen Blätter im Hausmüll entsorgst.
Die Fusarium-Clematiswelke und wie du sie erkennst
Die andere Form der Clematiswelke, die Fusarium-Welke, wird vom Pilz Coniothyrium clematidis-rectae ausgelöst. Diese Krankheit tritt jedoch deutlich seltener auf als die Phoma-Clematiswelke.
Der Pilz kann nur dann Schaden an der Clematis anrichten, wenn er über Verletzungen an den Trieben in das Holz der Pflanze eindringen kann. Solche kleinen Risse können z. B. während der Gartenpflege entstehen. Es ist aber auch möglich, dass Temperaturschwankungen zu Verletzungen am Holz führen.
Der Pilz setzt sich dann im Inneren der Clematis fest und verschließt dort die Leitungsbahnen, die für den Wassertransport in der Pflanze verantwortlich sind. Folglich kann die Clematis dann kein Wasser mehr durch die Leitungsbahnen leiten, sodass die über der infizierten Stelle liegenden Blätter und Blüten innerhalb kürzester Zeit anfangen zu welken.
Stellst du fest, dass einzelne Triebe deiner Clematis absterben, ohne dass die Blätter Verfärbungen aufweisen, kannst du fast sicher sein, dass du es mit der Fusarium-Clematiswelke zu tun hast.
Dieser Pilz braucht hohe Temperaturen für seine Entwicklung. Die Fusarium-Welke tritt daher vor allem in den warmen Monaten ab Mitte Juni auf. Dabei sind speziell Jungpflanzen betroffen.

Bei der Fusarium-Welke sterben große Teile der Pflanze ohne erkennbare Anzeichen ab.
Was tun bei der Fusarium-Clematiswelke?
Mit Fungiziden kannst du bei der Fusarium-Clematiswelke nichts ausrichten. Stellst du fest, dass deine Clematis schlagartig zu welken beginnt, ohne die typischen Anzeichen der Phoma-Clematiswelke aufzuweisen, schneide sie umgehend bodennah ab.
Vermeide zudem unbedingt, die Clematis bei einem Pilzbefall stark zu gießen – durch die welken Blätter, die einen Wassermangel nahelegen, ist dies für viele die erste Maßnahme. Doch durch übermäßiges Gießen kann zusätzlich zum Pilzbefall auch noch ein Schaden an den Wurzeln der Clematis entstehen.
Pflanzenreste mit Clematiswelke fachgerecht entsorgen
Egal, ob ein Befall mit Phoma- oder Fusarium-Welke – ein Rückschritt der Clematis ist immer nötig. Dabei ist der richtige Umgang mit den von der Clematiswelke befallenen Pflanzenresten sehr wichtig, um einen weiteren Befall im Garten zu verhindern.
Da die Pilzinfektion hochansteckend ist, sollten die Pflanzenreste stets im Hausmüll entsorgt werden. Vermeide es unter allen Umständen, befallene Pflanzen auf den Kompost zu geben oder im Garten liegenzulassen. Auch bei einem Radikalschnitt solltest du alle Pflanzenreste entsorgen, auch wenn sie augenscheinlich noch nicht vom Pilz befallen sind.
Wie kann ich der Clematiswelke vorbeugen?

Die Clematis ist eine ausgesprochen attraktive Zierpflanze, da lohnt sich ein genauerer Blick – hier auf die Blüte der Sorte „Mayleen“.
Um zu vermeiden, dass du deine Pflanzen an die Clematiswelke verlierst, empfehlen wir dir, die folgenden Tipps für die Clematis-Pflege und zur Vorbeugung gegen Pilzkrankheiten zu berücksichtigen:
Wähle einen passenden Standort für die Clematis aus. Wohl fühlen sich die Pflanzen vor allem an halbschattigen und vor Regen geschützten Plätzen.
Pflanze Clematis am besten in einem lockeren und humusreichen Boden. Lockere den Boden um bestehende Clematis regelmäßig auf und reichere ihn mit neuem Laubhumus an.
Achte auf eine ausreichende Pflanztiefe der Clematis. Ideal ist eine Tiefe, bei der die untersten zwei Knospenpaare gerade noch mit Erde bedeckt sind.
Schütze die Wurzeln der Clematis mit einer Wurzelsperre vor anderen Pflanzenwurzeln in deinem Garten.
Sorge mit einem Schattiernetz für Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung, da dies der Pflanze schaden kann.
Halte das Beet um die Clematis sauber, indem du alle abgeworfenen Blätter der Pflanze regelmäßig entsorgst.
Starker Wind, der für viel Bewegung im Astwerk der Clematis sorgt, kann mechanische Verletzungen begünstigen. Pflanze Clematis also nach Möglichkeit an einem windgeschützten Standort. Du kannst die Äste zudem an Pflanzstäben oder an einem Rankgitter befestigen.
Achte auf eine bedarfsgerechte Bewässerung der Clematis und vermeide Staunässe an den Wurzeln, da dies die Pflanze schwächen kann.
Auch die Clematis regelmäßig zu schneiden, kann Krankheiten und Pilzbefall vorbeugen.
Tipp: Ein bewährtes Hausmittel, um Clematis-Pflanzen zu stärken, und der Pilzerkrankung so vorzubeugen, ist Salicylsäure bzw. Acetylsalicylsäure. Dieser Wirkstoff kann den Schutzmechanismus von Pflanzen stärken und so die Abwehr gegen Bakterien und Pilze erhöhen.
Salicylsäure ist in vielen herkömmlichen blutverdünnenden Medikamenten, wie z. B. in Kopfschmerzmitteln, zu finden. Um die Pflanze damit gezielt zu stärken, kannst du die Tabletten in Wasser auflösen und die Lösung dann als Gießwasser nutzen.
Widerstandsfähige Clematis-Sorten
Ein weiterer Tipp, um der Clematiswelke vorzubeugen, ist, auf widerstandsfähige Clematis-Sorten zu setzen. Anders als ihre großblumigen Verwandten sind vor allem kleinblättrige und kleinblumige Sorten weniger anfällig für die Pilzerkrankungen. Zu den widerstandsfähigen Sorten zählen unter anderem:
Clematis Viticella (italienische Clematis)
Auch diese Clematis-Arten sind nicht vollständig vor einem Pilzbefall sicher, doch der durch die Welke verursachte Schaden hält sich hier meist in Grenzen und beschränkt sich oft nur auf das Blattwerk der Pflanzen. Das erhöht die Überlebenschancen der Clematis deutlich.

Besonders kleinblättrige und kleinblumige Clematis-Sorten erweisen sich als robust gegenüber der Clematiswelke.
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Clematiswelke: Ist die Pflanze verloren?
Ist deine Clematis von der Phoma-Clematiswelke oder der Fusarium-Clematiswelke befallen, solltest du sofort reagieren. Ist nichts mehr zu retten, hilft nur der bodennahe Schnitt.
Verloren ist die Clematis deshalb aber nicht unbedingt: Die Krankheiten befallen nur die oberirdischen Pflanzenteile. Auf die Wurzeln der Clematis hat die Welke keine Auswirkungen. In einigen Fällen erholen sich die Pflanzen daher auch wieder und treiben neu aus. Doch dafür bedarf es etwas Geduld: Der Neuaustrieb kann bis zu drei Jahre dauern.

Hast du die Clematiswelke erfolgreich bekämpft, hast du gute Chancen, dass deine Pflanze zu alter Blütenpracht zurückkehrt.








