
Hopfen pflanzen und pflegen
Nicht nur als Brauzutat, sondern auch im Garten macht sich Hopfen ausgezeichnet. Die Kletterstaude eignet sich zum Beispiel als dekorativer Sichtschutz. Hier findest du Informationen zu Hopfen, wie du das Gewächs anpflanzt und anschließend richtig pflegst.
Wie sieht Hopfen aus?
Hopfen ist eine sogenannte rechtsschlingende Kletterpflanze. Ihre Triebe umschlingen alles, was sich in der Nähe befindet. Darüber hinaus wächst Hopfen sehr schnell: pro Tag um bis zu 30 cm. Die Kletterranken werden 2,5 m bis 7,5 m hoch. Wie hoch sie wachsen, hängt auch von der Qualität des Bodens und den Nährstoffen ab, die die Pflanze vorfindet.
Zwar stirbt die Pflanze im Winter oberirdisch ab, doch aus dem Wurzelstock treiben im Frühjahr regelmäßig neue Triebe aus.
Blätter und Blüten

Dank des dichten Blätterwuchses lässt sich Hopfen gut als Sichtschutz nutzen.
Die Blätter der Hopfenpflanze sind sommergrün und gegenständig. Ihre Form kann jedoch sehr unterschiedlich sein. Es gibt Hopfensorten, die rundliche Blätter ausbilden, andere sind eiförmig oder gelappt. Die Blattstiele besitzen kleine Borsten, die Ränder der Blätter sind gesägt.
Die Blüten des Hopfens sind zweihäusig angelegt. Eine Pflanze kann also entweder nur männliche oder nur weibliche Blüten tragen. Für eine Bestäubung sind daher mindestens zwei Pflanzen notwendig. Die Blüten der männlichen Pflanze sind unscheinbar und grüngelb. Sie wachsen in Rispenform von Juli bis in den August hinein in den Blattachseln.
Die weiblichen Blüten sind dagegen auffälliger. Sie sind hellgrün und ähneln leicht Fichtenzapfen. Ihre Deckblättchen verfärben sich bis zur Fruchtreife teilweise rotbraun. Hopfenfrüchte von Kultursorten beinhalten ein klebriges Harz, das auch für den Geschmack von Bier verantwortlich ist.
Der richtige Standort
Der ideale Standort für eine Hopfenstaude ist sonnig bis halbschattig. Die Pflanzen bevorzugen einen lockeren, leicht feuchten und nährstoffreichen Boden. Vor allem Stickstoff sollte reichlich vorhanden sein. Daher verwundert es nicht, dass mehr als 80 % des hierzulande vorkommenden Hopfens im sonnigen Bayern angebaut werden.
Hopfen lässt sich aber auch hervorragend im Pflanztopf halten. Durch sein dichtes Laubwerk und den schnellen Wuchs eignet er sich zum Beispiel für die Berankung von Pergolen und anderen Terrassenüberdachungen.

Hopfen gehört zu den Kletterpflanzen. Du kannst ihn daher auch wunderbar einsetzen, um Pergolen oder andere Gartenobjekte zu begrünen.
Hopfen richtig pflegen und schneiden
Der beste Pflanzzeitpunkt für Hopfen ist das Frühjahr. Prinzipiell ist aber auch ein Pflanzen im Herbst möglich. Im ersten Jahr legt der Hopfen wenig zu, da sich zuerst ein dichtes Wurzelwerk bilden muss.
Achte nach dem Pflanzen darauf, dass die Erde nicht trocken wird. Dabei kann eine Schicht Mulch helfen.
Denke auch schon beim Einpflanzen an eine stabile Rankhilfe. Neben speziellen Rankgittern kannst du auch verspannte Drähte nutzen.
Hopfen hat einen hohen Bedarf an Stickstoff. Daher bereitest du sandige Böden idealerweise gut mit Kompost vor. Aber auch in den Folgejahren profitiert die Staude von einer regelmäßigen Kompost- oder Horndünger-Zugabe. In trockenen Sommern muss der Hopfen zudem gegossen werden.
Der Spätwinter ist der richtige Zeitpunkt, um den Hopfen mit einer Gartenschere herunterzuschneiden. Im Februar schneidest du alle Triebe bis auf den Boden zurück. Sie gehören auf den Kompost. Breiten sich die Kletterranken zu unkontrolliert aus, kannst du auch im Sommer zurückschneiden.
Hopfen im Garten
Hopfen ist dank seiner Wuchsfreude eine ideale Begrünung von Sichtschutzelementen, Pergolen und Rankgittern am Haus. Auch in Hecken findet die dekorative Kletterstaude ihren Platz. Besonders geeignet ist sie auch für Naturgärten, da der Hopfen eine Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen ist.
Als Begleitstauden eignen sich Kletterpflanzen wie Edelwicken (Lathyrus odoratur) oder die Trichterwinde (Ipomea). Auch diese beiden wachsen sehr schnell. Andere mehrjährige Kletterer eignen sich nur, wenn du sie zum Winter ebenfalls komplett herunterschneiden kannst, da der Hopfen sonst wenig Chancen hat, sich im Frühsommer zu regenerieren. In Frage kommt beispielsweise die Italienische Waldrebe (Clematis viticella) oder verschiedene, spät blühende Clematis-Sorten.
Weitere Hopfen-Sorten
Der Gold-Hopfen (Humulus lupulus „Aureus“) besitzt ein schmückendes, gelbgrünes Laub. Die Sorte wächst etwas weniger stark als die Wildform und eignet sich daher ausgezeichnet für Rank-Obelisken im Beet. Die Hopfenzapfen kannst du trocknen und zum Beispiel als Tee verwenden.
Andere Sorten, wie sie etwa von Landwirten professionell angebaut werden, sind für die Verwendung im Garten weniger interessant.

Aus Hopfen wird längst nicht nur Bier gemacht. Du kannst dir auch einen Hopfentee daraus brühen.
Hopfen vermehren
Am einfachsten lässt sich Hopfen vermehren, indem du den Wurzelstock teilst. Das kannst du sowohl im Frühjahr als auch im Herbst tun. Es ist auch möglich, einfach einen Trieb abzutrennen und ihn in humoser, feuchter Erde anwurzeln zu lassen. Such dir dafür einen eher schattigen Platz aus. Alternativ lässt du den Trieb in einem Wasserglas vorwurzeln.
Hopfen bildet Rhizome. Aus diesen unterirdischen Sprossen entstehen jedes Jahr neue, wuchsfreudige Pflanzen. Bleiben beim Verpflanzen Rhizomteile im Boden zurück, sprießen auch aus ihnen wieder neue Hopfenpflanzen.
Krankheiten
Es gibt vor allem drei Krankheiten, die dem Hopfen im eigenen Garten zu schaffen machen können: Zum Beispiel ist die Pflanze anfällig für die Verticillium-Welke, bei der einzelne Triebe verenden oder manchmal sogar die ganze Pflanze abstirbt. Auch Echter Mehltau kann auftreten. Ihn erkennst du an kleinen Pusteln auf und unter den Blättern, die sich zu weißen Flecken entwickeln können. Grauschimmel-Befall zeigt sich hingegen über ein Welken einzelner Pflanzenteile, vor allem der Blätter- und Doldenspitzen.








