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Woher kommen Kiwis?

Kiwis (Actinidia) werden meist aus Neuseeland importiert. Die ursprüngliche Heimat der Kiwifrucht ist jedoch China. Daher wird sie auch Chinesische Stachelbeere genannt.

Seit mehr als 1.000 Jahren wird die Kiwi in Asien angebaut. In unseren Breiten wächst die exotische Frucht ebenfalls. Allerdings sind für den Anbau großfruchtiger Kiwis eher Weinbauregionen und Gebiete mit milden Wintern und regenreichen Sommern geeignet.

Der Name „Kiwi“ bezieht sich auf den gleichnamigen Vogel, das neuseeländische Nationalsymbol. Er wurde in Europa Ende der 1960-er Jahre zu Marketingzwecken eingeführt.

Das Obst gehört zur Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae). Es gibt mehrere Kiwi-Arten: Am bekanntesten sind die große behaarte Kiwi, die glattschalige Kiwi und die Kiwibeeren.

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So wächst die Kiwi

Die Kiwi ist eine Schlingpflanze – kein Baum, wie oft angenommen wird. Sie ist mehrjährig und sommergrün. Die Pflanze wächst lianenartig und besitzt keinen stabilen Stamm. Daher braucht sie zum Wachsen immer ein Klettergerüst. An diesem hält sie sich mit ihren Schlingtrieben fest.

Die Blütezeit der Kiwipflanze ist von Juni bis Juli. Die großen, radförmigen Blüten sind zunächst weiß und verfärben sich später gelblich. Die Staubblätter sind goldgelb.

Das Gewächs ist zweihäusig, das bedeutet, es gibt nur rein weibliche oder rein männliche Blüten. Neuere Züchtungen sind zum Teil einhäusig. Die Blüten unterscheidest du an ihrer Form: Die weißen Griffel der weiblichen Blüten sind strahlenartig angeordnet und von einem Kranz aus Staubblättern umgeben.

Nur weibliche Blüten bilden Früchte und pro Blütenstand gibt es mehr männliche Blüten. Diese haben viele Staubblätter und kleine Griffel.

Bei den Früchten handelt es sich um Beeren, die eine dicht behaarte, braune Haut haben. Die Frucht besteht im Inneren aus Samenbehältern. Sie verlaufen entlang der Mittelachse und sind miteinander verwachsen. Die Samen sind schwarz. Das Fruchtfleisch selbst ist grün und weich.

Kiwis schmecken aromatisch und säuerlich. Der Geschmack ist am intensivsten, wenn die Früchte ganz ausgereift, aber noch nicht überreif sind. Sie enthalten verhältnismäßig viel Vitamin C.

Weibliche Blüten einer Kiwipflanze mit strahlenförmig angeordneten weißen Griffeln

Die weiblichen Blüten einer Kiwipflanze erkennst du an ihren auffälligen weißen Griffeln in der Mitte.

Der richtige Standort und Boden

Auch in warmen Regionen und Weinbaugebieten pflanzt du die Kiwi idealerweise an einen windgeschützten, warmen, hellen Platz ohne Vollsonne.

Gute Standorte sind Südwest- oder Westwände. Dort verzögert sich der Austrieb im Frühjahr, sodass Schäden durch Spätfröste vermieden werden können.

Der optimale Boden ist locker, nährstoff- und humusreich. Achte auf einen leicht sauren pH-Wert. Kalkreiche Untergründe eignen sich weniger gut für den Anbau der Kiwi. Mische bei Bedarf ein wenig Rhododendronerde in den Boden. Magere Böden besserst du mit Kompost auf.

In großen Töpfen wächst die Kiwipflanze ebenfalls.

Kiwi pflanzen

Kiwis blühen erst nach sechs bis zehn Jahren, wenn du sie aus Samen ziehst. Schneller erntest du die Früchte, wenn du Setzlinge kaufst. Sie bilden bereits nach zwei bis vier Jahren Früchte.

Die Kiwi pflanzt du von Mitte Mai bis August. Setze immer eine weibliche und eine männliche Pflanze, denn nur so befruchten sie sich und bilden Beeren. Der optimale Pflanzabstand dafür ist 3 m bis 4 m.

Bereite den Boden vor dem Pflanzen vor, indem du mit einer Schaufel ein Loch gräbst und Laub- oder Rindenkompost einarbeitest. Wässere zum Schluss die Jungpflanzen kräftig. Lege auch eine Mulchschicht aus: Dadurch trocknet der Boden langsamer aus und erhitzt sich bei Trockenperioden nicht so schnell.

Die Ranken der Kiwi werden bis zu 10 m lang. Setze deshalb ein stabiles Klettergerüst. Dafür eignet sich eine Pergola oder ein Spalier.

Kiwi pflegen

Gieße die Kiwi regelmäßig, vor allem in heißen Sommern. Junge Pflanzen brauchen in der Regel keinen Dünger. Bei älteren Pflanzen ist im Frühjahr eine Düngung mit Hornmehl empfehlenswert.

Kultivierst du Kiwis im Topf, achte auf die regelmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Für eine Topfkultur eignet sich ein Kübel mit mindestens 15 l bis 20 l Volumen. Im Topf bleiben Kiwis etwas kleiner als im Freiland. Eine Kletterhilfe ist jedoch auch hier notwendig.

Werden die Triebe zu lang, stutzt du sie von Zeit zu Zeit mit einer sauberen, scharfen Schere.

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Kiwis erziehen und schneiden

Person schneidet Kiwiranke mit einer Gartenschere.

Schneide die Kiwi im dritten Jahr nach der Pflanzung. Nimm dann ein Drittel der Länge der einjährigen Fruchttriebe ab.

Verwende ein Spaliergerüst mit zwei bis drei waagerecht gespannten Drähten. Es muss sehr stabil sein, damit die Kiwis in die Höhe wachsen können. Stelle das Gerüst direkt an der Hauswand auf, wenn du die exotische Frucht dort ziehen willst. Binde die Triebe am Rankgerüst fest. Spanne den untersten Draht auf einer Höhe von rund 80 cm. Danach hältst du zwischen den Drähten jeweils einen Abstand von 50 cm ein.

Alternativ verwendest du eine Laube oder eine Pergola als Kletterhilfe für deine Kiwis. Dabei bindest du die Seitentriebe am Gerüst fest.

In den ersten Jahren ziehst du einen Haupttrieb vom Stamm bis zum obersten Draht. Ziehe anschließend vom hochgebundenen Haupttrieb zwei kräftige Seitentriebe. Diese ziehst du horizontal einmal nach links und einmal nach rechts. Äste, die Früchte tragen, legst du über die Drähte. Mit der Zeit verdichten sich die Ranken der Kiwi. Somit bekommst du einen natürlichen Sichtschutz.

Im August des dritten Jahres nach der Pflanzung nimmst du den ersten Schnitt vor. Dabei kürzt mit einer Gartenschere zunächst die einjährigen Fruchttriebe um ein Drittel ein und lässt sechs bis acht Blätter stehen.

Kürze dann einmal im Jahr auch die Triebenden der Leittriebe. Die großen Schnitte führst du immer im Spätsommer durch, weil die Pflanzen dann weniger stark bluten als im Frühjahr.

Kiwis befruchten

Damit deine Kiwi Früchte trägt, brauchst du mindestens eine weibliche und eine männliche Pflanze. Dabei kann eine männliche Kiwi bis zu sieben weibliche Pflanzen befruchten. Damit das funktioniert, achte auf einen Pflanzabstand von maximal 4 m.

Es gibt auch Züchtungen, die einhäusig sind. Das heißt: Sie haben weibliche und männliche Blüten auf einer Pflanze. Für diese brauchst du normalerweise keine Befruchtersorte. Es lohnt sich allerdings, zwei Kiwipflanzen nebeneinanderzusetzen. Dadurch erhöhst du den Fruchtansatz.

Fehlen Bienen, Hummeln oder andere Insekten für die Bestäubung, legst du selbst Hand an und streichst die Staubgefäße männlicher Blüten vorsichtig über die Griffel der weiblichen Blüten.

Kiwis ernten und verwerten

Neben verhältnismäßig viel Vitamin C enthalten Kiwis auch Kalzium, Eisen, Kalium, weitere Mineralstoffe und Vitamin B1 sowie E. Das exotische Obst gilt außerdem als kalorienarm und reich an Ballaststoffen.

Von Ende September bis Oktober erntest du die Kiwi. Ist es zu kühl, reifen die Früchte nicht immer voll aus. Dann lässt du sie auf der Fensterbank im Haus nachreifen. Damit sich erntereife Kiwis halten, lagerst du sie in einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 12 °C.

Die Kiwis isst du entweder frisch oder verarbeitest sie weiter. Aus ihnen machst du Marmelade und Gelee. Du kannst sie auch einkochen oder für Kuchen und Bowlen verwenden.

Kiwitarte mit Tee

Kiwi ist eine köstliche Zutat für Kuchen oder eine Tarte. Verwende die Früchte möglichst frisch.

Kiwis überwintern

Die meisten Sorten der Kiwi sind winterhart. Dennoch schützt du frisch gepflanzte Setzlinge im Winter. Decke den Boden um die Pflanzen mit Rindenmulch ab. Eine zusätzliche Schicht aus Tannenreisig dient als Wind- und Sonnenschutz für die Triebe.

Im Kübel ist die Kiwi frostempfindlicher – vor allem an den Wurzeln. Daher holst du sie in den kalten Wintermonaten ins Haus. Stelle die Topf-Kiwi an einen kühlen, lichten Standort.

Im März treibt sie wieder aus. Dann stellst du die Kiwi wieder ins Freie. Ein Frostschutz ist dann nicht mehr nötig: Für kurze Zeit verträgt sie auch Minusgrade.

Beliebte Sorten

Eine bewährte Sorte der Kiwi ist „Hayward“. Sie hat große, behaarte Früchte, die bis zu 7 cm lang werden. Dabei haben sie ein Gewicht von rund 100 g. Der späteste Erntezeitpunkt ist nach den ersten leichten Frösten. Früchte bilden sich erst ab dem vierten Standjahr. Da die Sorte zweihäusig ist, brauchst du eine Befruchtersorte. Dafür bietet sich die männliche Sorte „Atlas“ an.

„Bruno“ und „Monty“ sind mit ihren schmalen, zylindrischen Früchten ebenfalls beliebte Kiwisorten. Stark wüchsig und früh blühend ist die rein weibliche Sorte „Abbott“. Ihre Früchte sind walzenförmig und mittelgroß und ab Ende Oktober reif. Ihr Geschmack ist sehr süß. Männliche Befruchtersorten sind „Matua“ und „Nostino“.

Die Sorte „Jenny“ trägt viele Früchte und ist selbstfruchtend. Ihre Kiwis sind rund 4 cm lang, wiegen etwa 20 g und schmecken süß. Ab Mitte Oktober sind die Früchte reif. Lasse sie im Weinbauklima am Strauch ausreifen. Ist es kälter in deiner Region, lässt du sie im Haus nachreifen. Die Sorte befruchtet auch großfruchtige zweihäusige Kiwisorten. Den Ertrag erhöhst du mit einem männlichen Pflanzenpartner.

Die Mini-Kiwis stammen von einer Wildart der Kiwi. Sie werden oft auch Kiwibeeren genannt. Ihr Vorteil ist, dass sie frosthärter sind als großfruchtige Sorten. Zudem brauchen sie weniger Wärme. Die Pflanzen tragen viele Früchte mit glatter Schale. Daher kannst du sie auch ungeschält essen.

Eine Sorte davon ist „Weiki“, die auch als „Bayern-Kiwi“ bekannt ist. Sie entstand an der Foschungsanstalt Weihenstephan aus Selektionen der Mini-Kiwi und der Schwarzen Kiwi. Die Früchte von „Weiki“ sind walnussgroß. Sie schmecken süß und enthalten vergleichsweise viel Vitamin C. Bereits ab Ende September sind sie reif. Die Sorte ist resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Bis zu 30 kg bringt eine Pflanze an Ernte. Allerdings brauchst du eine männliche Befruchtersorte.

Eine selbstfruchtende Mini-Kiwi ist „Issai“. Bis zu 18 m hoch wächst die Pflanze. Sie gilt als äußerst frosthart. Nach zwei bis drei Jahren trägt die Schlingpflanze bereits grüne, glattschalige Früchte. Sie werden bis zu 4 cm groß und schmecken ebenfalls sehr süß.

Kind greift in eine Schale mit Kiwibeeren.

Kiwibeeren haben eine eher glatte Schale. Du kannst sie ungeschält essen.

Kiwis vermehren

Du vermehrst Kiwis mithilfe von Stecklingen. Im Frühsommer schneidest du sie von der Mutterpflanze ab. Die Stecklinge sind rund 15 cm lang und bleistiftdick. Nimm nur Triebe, die eine verholzte Rinde und drei bis vier Augen haben. Die Blätter entfernst du bis auf einige wenige an der Triebspitze.

Du steckst sie in Anzuchttöpfe mit magerer Anzuchterde. Anschließend senkst du die Gefäße in den Boden. Wähle dafür einen schattigen, windgeschützten Standort und lege über die Stelle eine dicke Mulchschicht aus Stroh. Ist der Topf durchwurzelt, pflanzt du die Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz.

Krankheiten und Schädlinge

Kiwis sind in der Regel sehr robuste Pflanzen. Sie können aber von Blattläusen oder Schildläusen befallen werden. Seltener leiden sie an Pilzkrankheiten.

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