Warum muss man Kräuter schneiden?
Blumen, Sträucher und Bäume schneidet man regelmäßig. Der Rückschnitt gehört zur Pflanzenpflege. Das gilt auch für Kräuter – ob im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank. Das Schneiden der Küchenkräuter führt dazu, dass sie neue Austriebe bilden. Dadurch wachsen sie kompakter, dichter und gesünder. Pflegst du deine Kräuter richtig, kannst du dich auf eine reiche Ernte freuen.
Kräuter nach Wuchsform schneiden
Der richtige Schnitt hängt von der Wuchsform der Kräuter ab. Bei Kräuterpflanzen unterscheidet man grob drei Arten:
Stauden, die jährlich neu austreiben.
Halbsträucher und Sträucher, die verholzen und Zweige ausbilden.
Ein- und zweijährige Kräuter, die vergehen, wenn ihre Samen reif sind.
Mit dem richtigen Schnitt pflegst du deine Kräuter. Zudem verhindert ein Rückschnitt, dass sie verholzen. Spätestens bei der Ernte nimmst du sowieso einen Schnitt vor, um die aromatischen Triebe und Blätter der Gewächse zu sammeln und anschließend zu verwerten.
Für jede Form des Schnitts benötigst du das passende Werkzeug. Für Kräuter bietet sich eine scharfe und saubere Gartenschere an.
Mehrjährige Kräuter schneiden

Minze schneidest du zur Ernte und im Frühjahr, nachdem sich die Knospen gebildet haben.
Hast du in deinem Garten mehrjährige Kräuter, die stark krautig wachsen, entfernst du immer wieder die äußeren, abgestorbenen Blätter.
Dies machst du bei Stauden wie zum Beispiel Beinwell, Meerrettich oder Schnittlauch, um die Gesundheit zu erhalten. Schneide die Pflanzen im Spätherbst bis zum Boden zurück. Du regst so den Neuaustrieb an. Im Frühjahr schneidest du Minze und Zitronenmelisse, wenn sie ihren Knospenansatz entwickeln.
Würzige Halbsträucher schneiden
Bei Halbsträuchern gehst du beim Schneiden anders vor. Darunter fallen Bergbohnenkraut, Eberraute, Lavendel, Rosmarin und Salbei. Sie verholzen im unteren Bereich. Ein Rückschnitt ist wichtig, damit sie nicht vergreisen und auseinanderbrechen. Wähle dafür einen Tag ab April oder Mai, wenn die Gefahr von Nachtfrösten vorüber ist.
Kürze die immergrünen Triebe um ein bis zwei Drittel ein. Achte beim Schnitt darauf, dass nicht nur Altholztriebe an der Pflanze zurückbleiben. Sie brauchen auch ausreichend junge Triebe, die Blätter tragen.
Tipp: Hoch gewachsene Halbsträucher wie Lavendel und Rosmarin lassen sich auch mit einer Hand-Heckenschere zurückschneiden. Binde dazu den oberen Teil der Pflanze zusammen und schneide dann die Triebe unterhalb der letzten Blüte ab.
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Verholzende Kräuter schneiden
Bei Thymian handelt es sich um einen verholzenden Kleinstrauch. Kürze seine immergrünen Triebe im Frühjahr um rund ein Drittel. In manchen Fällen nimmst du einen zweiten Rückschnitt im Sommer vor.
Die Zitronenverbene kappst du im Frühjahr bis auf den Ansatz der neuen Triebe. So wächst das Kraut kompakter und ansehnlicher.
Kräuter mit einem Schnitt verjüngen

Das späte Frühjahr ist ideal, um Küchenkräuter zu verjüngen. Lavendel kannst du auch noch im Juni oder Juli zurückschneiden.
Die meisten Küchenkräuter vertragen einen Rückschnitt gut. Mit dem Schneiden solltest du aber nicht zu lange warten. Sind die Kräuter bereits alt, verholzt und sparrig, erholen sie sich schlechter von einem radikalen Zuschnitt. Greif deshalb lieber regelmäßig zur Gartenschere.
Ysop dankt es dir beispielsweise, wenn du einen Verjüngungsschnitt im Frühjahr machst und die Pflanze bodennah zurückschneidest.
Etwas später, im Juni oder Juli, verjüngst du Kräuter wie Lavendel. Einige Pflanzen, die von Krankheiten befallen sind, lassen sich unter Umständen mit einem Rückschnitt retten. Ein Beispiel ist die Minze. Ist sie vom Pfefferminzrost befallen, wächst sie nach dem Schnitt oft wieder gesund und kräftig.
Richtiger Ernteschnitt bei Kräutern
Sobald deine Kräuter den Höhepunkt der Reife und des Aromas erreicht haben, wird es Zeit für den Ernteschnitt. Ernte bei einjährigen Kräutern und Stauden wie Basilikum, Currykraut, Petersilie oder Schnittlauch die Blätter, bevor sie erstarken. Bei Bedarf erntest du sie auch vollständig ab.
Manche Pflanzen haben das stärkste Aroma kurz vor der Blüte, zum Beispiel Estragon, Lavendel, Salbei, Thymian und Zitronenmelisse. Manche wiederum entwickeln den besten Geschmack während der Blütezeit – wie Bohnenkraut und Oregano.
Ernte die Kräuter am besten am späten Vormittag, wenn der Morgentau bereits getrocknet ist, an einem sonnigen Tag.









