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Petersilienwurzel in einer Kiste

Petersilienwurzel ist oft Teil des Suppengrüns und verfeinert Suppen und Eintöpfe. Die Wurzelpetersilie schmeckt aber auch pur. Wir zeigen dir, wie du das Wintergemüse anbaust, pflegst und erntest.

Herkunft von Petersilienwurzel

Die Petersilienwurzel (Petroselinum crispum var. tuberosum) ist auch als Wurzelpetersilie oder Knollenpetersilie bekannt. In Österreich wird sie Peterwurzen genannt. Ursprünglich stammt die Rübe aus dem östlichen Mittelmeerraum und Nordafrika. Teilweise wird auch Westasien als Herkunft genannt.

Es handelt sich bei der Wurzelpetersilie um eine Unterart der Blattpetersilie (Petroselinum crispum var. crispum). Charakteristisch für die Petersilienwurzel ist die stark verdickte Wurzel. Diese ist essbar und dank ihres leicht süßlichen sowie würzigen Geschmacks als Teil des Suppengrüns beliebt.

Aufgrund ihres Aussehens wird die Petersilienwurzel oft mit der Pastinake verwechselt. Beide Rüben zählen zum heimischen Wintergemüse und sind von gelblich-weißer Farbe. Es gibt jedoch Unterschiede: Die Pastinake ist länger und breiter. Im Geschmack erinnert sie an Möhre und Sellerie. Im Vergleich zur Petersilienwurzel schmeckt die Pastinake milder. Das charakteristische Petersilienaroma fehlt bei der Pastinake.

Außerdem wölbt sich der Blattansatz bei der Petersilienwurzel deutlich sichtbar nach oben. Pastinaken haben hingegen einen eingesunkenen Blattansatz.

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Aussehen und Eigenschaften

Die Petersilienwurzel gehört zur Gattung der Doldenblütler (Apiaceae) und ist eine zweijährige Pflanze mit krautigem Wuchs. Ihre Blätter riechen intensiv nach Petersilie und ähneln der Blattpetersilie. Sie sind aber größer und haben ein schwächeres Aroma.

Im ersten Pflanzjahr entwickelt die Petersilienwurzel eine helle, kegelförmige Pfahlwurzel, die unten spitz zuläuft. Der Durchmesser der Rübe beträgt später bis zu 5 cm bei einer Länge von 15 cm bis 20 cm. Sie ist außen gelblich-weiß mit braunen Ringen, das innenliegende Fruchtfleisch ist weiß. Während die Blätter im Winter absterben, ist die Wurzel selbst frosthart.

Im zweiten Jahr entwickelt die Pflanze einen leicht gerillten und hohlen Blütenstängel. Er wird bis zu 90 cm lang. Im Juni und Juli zeigen sich die gelbgrünlichen Doldenblüten.

Petersilienwurzeln liegen beieinander.

Die Petersilienwurzel ähnelt der Pastinake. Beide Wurzelgemüse unterscheiden sich aber in Form und Geschmack.

Der richtige Standort und Boden

Petersilienwurzeln gedeihen im Gewächshaus und im Freiland. Sie bevorzugen einen sonnigen, warmen Standort mit einem tiefgründigen, humusreichen Boden. Stark verdichtete, steinige oder zu nasse Bodenverhältnisse führen zu verformten Pfahlwurzeln.

Tipp: Sehr lehmhaltige Böden lassen sich durch die Zugabe von Sand auflockern. Vor allem nach starken Regengüssen empfiehlt es sich, die Erde um das Wurzelgemüse mit einem Grubber aufzulockern.

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Aussaat von Petersilienwurzel

Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat ist das zeitige Frühjahr. Im März und April profitieren die Wurzeln noch von der winterlichen Bodenfeuchte. Bei späterer Aussaat entwickeln sich die Rüben häufig schlechter und bleiben klein.

Lockere den Boden vor der Aussaat mit einer Grabegabel oder einem Spaten auf. Zurückbleibende Erdbrocken zerkleinerst du mit einem Kultivator. Arbeite dabei 2 l reifen Kompost pro Quadratmeter oberflächlich in das Beet ein.

Das Wurzelgemüse säst du in Reihen mit etwa 30 cm Abstand aus. Setze die Samen etwa 1 cm bis 2 cm tief in den Boden ein, bedecke sie mit etwas Erde und drücke diese leicht an. Danach gießt du die Samen vorsichtig an, zum Beispiel mit der Sprühstrahlfunktion der Gartenbrause. Vor allem in der Anfangszeit ist es wichtig, die Saat gleichmäßig feucht zu halten.

Kennzeichne die Saat mit Pflanzenmarkierern. Nach etwa zwei bis vier Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Entferne regelmäßig Unkraut, bis die Saat aufgeht.

Tipp: Als Markiersaat für Petersilienwurzeln bieten sich Radieschen an.

Nach der Keimung vereinzelst du die Pflanzen in der Reihe auf einen Abstand von etwa 7 cm.

Person in Gummistiefeln gräbt Erde mit Spaten um.

Petersilienwurzeln bevorzugen einen humosen, lockeren Boden.

Pflege von Petersilienwurzel

In der Wachstumsphase bis Mitte Juni sind Petersilienwurzeln auf eine ausreichende Wasserzufuhr angewiesen. Gieße das Wurzelgemüse regelmäßig, vermeide aber Staunässe.

Gegen andere Pflanzen im Beet ist Wurzelpetersilie nicht sonderlich durchsetzungsstark. Zupfe deshalb regelmäßig Unkraut.

Die Wurzeln der Pflanze sind winterhart. Bei frostfreiem Boden kannst du die Rüben auch im Winter ernten. Die Blätter vertragen allerdings keinen Frost. Deshalb empfiehlt sich für Petersilienwurzeln ein Winterschutz aus Laub, Reisig, Stroh oder einem Vlies.

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Fruchtfolge und Mischkultur

Petersilienwurzeln zählen zu den Mittelzehrern im Gemüsebeet. Deshalb ist die Einhaltung der Fruchtfolge wichtig. Damit sich der Boden erholen kann, solltest du Petersilienwurzeln erst nach drei bis vier Jahren wieder am selben Standort anbauen. Die Pflanzen reagieren außerdem empfindlich auf andere Doldenblütler wie Sellerie, Koriander und Möhren im selben Beet oder als Vorkultur.

Eine geeignete Vorkultur sind hingegen Bohnen und Erbsen. Hülsenfrüchte geben auch gute Beetnachbarn ab. Mit Mangold, Rote Bete und Spinat lässt sich Petersilienwurzel ebenfalls kombinieren.

Ernte und Lagerung

Erntereife Petersilienwurzel mit Kraut im Gemüsebeet

Im Oktober beginnt die Erntezeit für das Wintergemüse.

Die Erntezeit für das Wintergemüse beginnt im Oktober und reicht bis in den Februar hinein. In milden Wintern mit frostfreiem Boden kannst du nach Bedarf ernten und einzelne Rüben ausgraben. Überwinterte Wurzeln kannst du noch bis April ernten.

Wenn du die gesamte Ernte einfährst, lagerst du Petersilienwurzeln am besten ähnlich wie Möhren oder Pastinaken eingeschlagen in feuchten Sand in einer Holzkiste. Entferne vorher grob die Erde, wasche die Wurzeln aber nicht. Das Kraut kürzt du mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere bis knapp über dem Blattansatz. Wichtig ist, dass die Wurzeln selbst unversehrt bleiben. In einem kalten Keller mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt bleiben die Rüben bis zu sechs Monate lang haltbar.

In Papier eingeschlagen bleibt das Gemüse an einem dunklen, luftigen Ort etwa drei Wochen lang frisch.

Tipp: Wurzelpetersilie ist mit der Blattpetersilie verwandt. Im Sommer kannst du das Kraut ernten und ähnlich wie Petersilie zum Würzen für deine Rezepte verwenden. Schneide immer nur einzelne Stängel ab, um das Wachstum der Rüben nicht zu hemmen.

Verwendung

Die Rübe der Petersilienwurzel schmeckt aromatischer als Blattpetersilie. Beides findest du meist in einem Bund Suppengrün. Inzwischen gibt es aber auch jede Menge Rezepte, in denen Petersilienwurzel die Hauptrolle spielt. Wie wäre es mit Petersilienwurzelsuppe oder einem Püree aus Wurzelpetersilie?

Gekocht, gebraten oder püriert ist Petersilienwurzel eine passende Beilage zu Fleisch- und Fischgerichten. Roh gibt sie Salaten eine würzige Frische.

Außerdem lässt sich Wurzelpetersilie als Tee aufgießen. Das Heißgetränk findet etwa bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege Verwendung. Dabei soll Apiol eine Rolle spielen.

Hinweis: Petersilienwurzel wirkt harntreibend. Durch den Verzehr größerer Mengen kann es zu Nierenschäden kommen. Schwangere sollten Petersilienwurzeln nicht zu sich nehmen. Größere Mengen können wehenauslösend wirken.

Petersilienwurzel in der Küche

Petersilienwurzel eignet sich unter anderem zum Würzen von Suppen und Eintöpfen.

Sortentipps

Die bekannteste Sorte der Petersilienwurzel ist auch die älteste. Sie heißt „Halblange“ und hat mittellange, glatte, kegelförmige Wurzeln. Sie liefert gute Erträge und schmeckt insbesondere gekocht angenehm würzig.

Auch die Sorte „Alba“ ist von intensivem Geschmack. Die Wurzeln eignen sich zur längeren Lagerung und zum Einfrieren.

Die Sorte „Konika“ hat feste, lange Wurzeln mit einer glatten Oberfläche. Im August beginnt die Erntezeit für die Blätter, die intensiv schmeckenden Wurzeln erntest du ab dem späten Herbst.

Die Petersilienwurzel „Arat“ gilt als ertragreich. Sie hat breitköpfige, lange und aromatische Wurzeln. Von März bis September säst du sie aus. Schon 50 bis 70 Tage später sind die Rüben erntereif. Das Kraut verwendest du wie Blattpetersilie.

Besonders schnellwüchsig ist die Sorte „Lange Oberlaaer“. Ihre Wurzeln sind gestreckt, kegelförmig und etwa 20 cm lang. Die Sorte schmeckt kräftig und würzig. Dadurch bieten sich diese Petersilienwurzeln insbesondere für Mischgemüse an.

Krankheiten und Schädlinge

Petersilienwurzel mit Grün

Durch die lange Keimdauer kann es zu Verwechslungen mit Unkraut kommen, das schneller sprießt. Markiere deshalb die Aussaatstellen im Beet.

Im Beet kommt es mitunter zu Verwechslungen mit Unkraut, da Petersilienwurzeln vergleichsweise lange brauchen, bis sie keimen. Durch Pflanzenmarkierer verhinderst du, dass du die Pflänzchen aus Versehen jätest.

Gelb verfärbte Blätter deuten auf einen Magnesiummangel hin. Färbt sich das Kraut rot, liegt das oft an zu feuchten Bodenverhältnissen. Aber auch die Maden der Möhrenfliege können für den Defekt verantwortlich sein. Bei einem Befall durch die Möhrenfliege solltest du die Wurzeln ausgraben und umgehend entsorgen.

Tipp: Mit engmaschigen Insektenschutznetzen schützt du die Petersilienwurzel. Verwende zum Düngen außerdem besser Kompost statt Mist, um einem Befall vorzubeugen.

Rote Verfärbungen sowie Wachstumsstörungen können auch Anzeichen für einen Befall mit Nematoden sein. Wenn du auf die richtige Fruchtfolge achtest, haben diese Schädlinge aber kaum eine Chance. Mischkulturen mit Radieschen, Rettich, Tomaten oder Ringelblumen sind ebenfalls sinnvoll.

Vergilbte und gekräuselte Blätter deuten meist auf einen Befall mit Blattläusen hin. Eine starke Dusche aus dem Gartenschlauch genügt meist schon, um gegen Blattläuse vorzugehen.

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