Herkunft des Schnittlauchs
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) ist in Deutschland heimisch und in Flussauen sowie auf Feuchtwiesen anzutreffen. Du kannst die Pflanze aber auch im Garten heranziehen. Die Möglichkeiten zur Verwendung von Schnittlauch sind vielfältig. Das Amaryllisgewächs (Amaryllidaceae) schmeckt beispielsweise zum Frühstück auf dem Brot oder zum Mittagessen in Salaten.
Wie wächst Schnittlauch?
Schnittlauch blüht von Mai bis August. Die Blüten des Schnittlauchs sind rosa- bis lilafarben und eine gute Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Seine schlanken Röhrenblätter erreichen eine Höhe von bis zu 30 cm. Die Blätter stehen in sogenannten Horsten dicht zusammen und ähneln den Binsen, was dazu führt, dass Schnittlauch auch Binsen-Lauch genannt wird.

Die Halme des Schnittlauchs sind als Küchenkraut allseits bekannt. Aber auch die Blüten kannst du zum Kochen verwenden.
Der richtige Boden und Standort für Schnittlauch
Der Mittelzehrer wächst auf fast jedem kultivierten Gartenboden, da er einen mittleren Stickstoffbedarf hat. Die Pflanze bevorzugt Böden, die frisch bis mäßig feucht, nährstoff- sowie humusreich und kalkhaltig sind. Das Kraut gedeiht an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Decke die Samen mit einem Vlies ab, um das Auflaufen bei früher Aussaat zu beschleunigen.
So säst du Schnittlauch aus
Möchtest du Schnittlauch in deinem Garten mit Samen aussäen, muss der Boden frei von Unkraut sein. Die Samen des Schnittlauchs keimen nur sehr langsam bei einer Bodentemperatur von mindestens 5 °C. Mische die Samen mit grobem Sand, um sie gleichmäßiger zu verteilen.
Es hat sich bewährt, die Samen in Aussaatschalen oder Töpfen zu kultivieren. Stelle die Gefäße bei einer Temperatur von 18 °C bis 20 °C auf die Fensterbank.
Ziehst du nur wenige Schnittlauchpflanzen, bietet sich eine Saatscheibe an. Den kleinen Topf füllst du mit magerer Kräutererde. Danach feuchtest du diese gut an. Anschließend bedeckst du sie mit einer 1 cm dicken Erdschicht. Halte die Scheibe gleichmäßig feucht bis die Schnittlauchsamen anfangen zu keimen.
Schnittlauch pflanzen und vermehren

Willst du Schnittlauch vermehren, teilst du die Staude. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr oder der Herbst.
Die Vorkultivierung des Schnittlauchs dauert zwischen vier und acht Wochen. Danach pflanzt du die Pflänzchen in Büscheln von 20 bis 30 Stück in die Erde.
Schnittlauch lässt sich sehr leicht vermehren. Dafür teilst du die Staude im Herbst oder Frühjahr mit einer Gartenschere. Grabe den Wurzelballen einer älteren Pflanze aus und ziehe ihn vorsichtig auseinander. Dadurch trennst du die dicht stehenden Zwiebeln voneinander. Gräser und Unkraut entfernst du aus dem Horst und pflanzt die Teilstücke direkt wieder ein. Sämtliche Röhrenblätter müssen zum Schluss auf eine Höhe von 5 cm abgeschnitten werden.
Schnittlauch richtig pflegen
Schnittlauch ist sehr pflegeleicht. Im Sommer braucht die Pflanze regelmäßig Wasser, da die Röhrenblätter sonst strohig werden. Entferne regelmäßig Unkraut aus den Horsten und dünge den Schnittlauch im Frühjahr mit etwas Kompost. Damit das Kraut buschig wächst, schneidest du den Schnittlauch regelmäßig.
Für die Verwendung im Winter trennst du im Spätherbst ein Stück vom Horst ab und schneidest anschließend die Blätter zurück. Auf einer hellen Fensterbank kultivierst du das Teilstück auch in der kalten Jahreszeit weiter.
Schnittlauch ernten und lagern
Ist der Schnittlauch gut eingewurzelt und die Blätter zwischen 15 cm und 25 cm lang, ist er erntereif. Die Röhrenblätter schneidest du dann mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab.
Vermeide es, den Schnittlauch bei der Zubereitung fein zu hacken, da er sonst ein strenges und stechendes Aroma entwickelt. Stattdessen schneidest du die Blätter am besten mit einer Schere in kleine Stücke.
Frischer Schnittlauch hält sich in der Regel zwei bis drei Tage lang. Stelle ihn dafür direkt nach der Ernte in ein Glas mit Wasser. Das Kraut eignet sich auch zum Einfrieren, indem du es zerschneidest und in einen Gefrierbeutel gibst. Eine Alternative ist, das Kraut klein geschnitten zusammen mit Wasser in Eiswürfel einzufrieren.

Die Ernte ist beim Schnittlauch besonders unkompliziert: Schneide einfach die gewünschte Menge Halme mit einer Schere oder einem Messer ab.
Schnittlauch in Mischkulturen
Schnittlauch kann mit vielen Gemüsearten gepflanzt werden. Der Geruch vertreibt sogar die Möhrenfliege und schützt das Möhrengewächs so vor ihr. Auch Erdbeeren profitieren von der Nachbarschaft des Küchenkrauts, denn es reduziert die Anfälligkeit für Grauschimmel. Bei Gurken sinkt durch Schnittlauch die Infektionsgefahr mit Falschem Mehltau.
Mit Kohlgewächsen verträgt sich Schnittlauch nicht gut. Zudem ist es nicht ratsam, Schnittlauch dort zu pflanzen, wo bereits zuvor ein Schnittlauch-Gewächs stand. Jedoch ist die Pflanze mehrjährig und muss demnach nicht jedes Jahr verpflanzt werden.
Schnittlauchsorten
Schnittlauch gibt es als fein-, mittel- und grobröhrige Sorten. Sie unterscheiden sich in der Blütenfarbe, der Dicke der Röhrenblätter und der Wuchshöhe. Für den heimischen Garten sind feine oder mittlere Sorten beliebt.
Arten mit dickeren Röhrenblättern wie „Nero“ oder „Nelly“ eignen sich sehr gut für Töpfe. Burgunderrote Blüten bildet die Sorte „Forescate“. Möchtest du lieber weißblühenden Schnittlauch haben, bieten sich „Corsican White“, „Elbe“ und „Profusion“ an.
Tipp: Schnittlauch mit weißen Blüten bildet keine Samen. Willst du ihn vermehren, geht dies nur durch Teilung.
Schnittlauch: Krankheiten und Schädlinge
Das Küchenkraut ist anfällig für Rostpilze. Diese erkennst du an runden, orangefarbenen Flecken und hellgrünen Blättern. Besonders in regenreichen Spätsommern kann der Befall zunehmen. Zur Vorbeugung gegen Krankheiten stärkst du Schnittlauch mit Schachtelhalm-Brühe.









