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Ein blühender Holunderstrauch im Salzkammergut

Der Holunder kann ohne den richtigen Schnitt beachtliche Dimensionen annehmen – sowohl im Hinblick auf die Höhe als auch auf die Breite. Wie du deinen Holunder schneiden kannst, um dir die Pflege zu vereinfachen und was es dabei zu beachten gilt, erfährst du hier.

Welcher Schnitt eignet sich für den Holunder?

Der Holunder (Sambucus) benötigt nicht viel Pflege, ist also sehr genügsam: Du musst lediglich ein Pflanzloch graben, die Holunderpflanze einsetzen und angießen.

Aus den Holunderblüten lässt sich im Frühsommer Holundersirup herstellen und im Spätsommer bringt die Pflanze leckere und gesunde Beeren für Mensch und Tiere hervor.

Neben einfacher Pflanzung, schmackhaften Blüten und Beeren kann die Wuchshöhe des Holunders allerdings problematisch werden. Der Holunder kann mehrere Meter hoch wachsen, wenn du ihn nicht schneidest. Er braucht also viel Platz an seinem Standort. Rechne hier mit 7 m x 7 m.

In sehr großen Gärten dürfte der Platz kein Problem sein, doch auf viele Gärtner mit einem kleineren Garten wirkt der Holunder eher abschreckend. Denn der Strauch hat ein enormes Wachstumstempo und gerät schnell außer Form.

Auch ein jährlicher Schnitt hält den Holunder auf Dauer nicht klein. Sinnvoll ist daher der Schnitt zu einem Hochstamm.

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Holundersorten

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), im süddeutschen Raum auch Holler genannt, gibt es in vielen Züchtungen. Aber auch an vielen Waldrändern kannst du Holunderbüsche finden und im Mai und Juni die Blüten riechen.

Dabei unterscheiden sich die gezüchteten Sorten von den Wildsorten in einigen Punkten: Zuchtholunder hat beispielsweise größere Beeren und verrieselt nicht so schnell. Das heißt, dass die Blüten an den Dolden bei Regen nicht so schnell abfallen.

Die Hollerbeeren reifen im August bis September aus. Willst du sie ernten, warte, bis an einer Dolde möglichst alle Beeren vollreif sind. Das erkennst du an der dunkelvioletten, fast schwarzen Farbe.

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Blüten und Beeren: gesunder Holunder

Eine Hand schneidet Holunderblüten ab.

Aus den Holunderblüten kannst du im Frühsommer leckeren Holundersirup machen.

Holunder hat jede Menge gesunde Inhaltsstoffe. Die Beeren strotzen nur so vor Mineralstoffen, Vitaminen, Eisen, Folsäure, Beta-Carotin und ätherischen Ölen. Das macht die Früchte zu einem wahren Schatz für die gesunde Ernährung.

Aus ihnen kannst du Marmelade, Gelee, Fruchtwein, Sirup und Saft machen und damit Drinks und Smoothies veredeln. Auch aus den Blüten kannst du mit etwas Geduld Hollersirup herstellen. Mit Mineralwasser oder etwas Sekt schmeckt dieser im Sommer sehr erfrischend.

Mittlerweile gibt es auch rotbelaubten Holunder mit rosa Blütendolden: „Black Lace“ oder auch „Eva“. Die Ernte fällt zwar ein bisschen weniger üppig aus als bei den Wildsorten, dafür ist der Strauch ein echter Hingucker. Die Sorte „Alba“ hat weißliche Früchte. Diese bereitest du aber genauso zu, wie die Schwarzen.

Hinweis: Die Holunderbeeren enthalten den leicht giftigen Wirkstoff Sambunigrin. Er verursacht Durchfall. Daher solltest du die Früchte nicht roh essen. Verarbeitest du sie mit Hitze, zerfällt das Toxin und verliert seine Wirkung.

Holunder als Hochstamm

Reife Holunderbeeren hängen am Strauch.

Im Spätsommer trägt der Holunder zahllose Früchte, die du zu Holundersaft verarbeiten kannst.

Damit du jedes Jahr reich ernten kannst und du zum Ernten an die Äste kommst, kannst du dir einen Holunder als Hochstamm ziehen. Im Obstbau ist das vor allem bei Äpfeln bereits eine beliebte Methode, damit die Bäume nicht zu groß werden. Aber auch für einen Holunder im Garten ist es eine praktikable Alternative und hat viele Vorteile: So kannst du den Strauch beispielsweise auf eine Höhe schneiden, von der du bequem ernten kannst.

Es gibt zwei Möglichkeiten, deinen Holunder selbst zu einem Hochstamm zu ziehen. Entweder du erziehst einen jungen Holunder und schneidest ihn entsprechend. Oder du schneidest dir ein Steckholz aus einem alten Strauch und ziehst diesen von Beginn an als Hochstämmchen.

Jungen Holunder zum Hochstämmchen schneiden

Für diese Variante benötigst du einen jungen Holunderstrauch. Hiervon wählst du einen möglichst gerade wachsenden und gesunden Trieb aus. Bis auf diesen schneidest du alle Triebe ab. Den übrig gebliebenen Ast entfernst du mit einer sauberen Gartenschere in der gewünschten Höhe.

Wichtig ist, dass die Schnittstelle über drei bis vier schlafenden Augenpaaren liegt. Aus diesen wird später die Krone austreiben. Die Triebe, die unter dieser Krone wachsen, schneidest du ab. Du kannst sie auch abreißen, solange sie noch nicht verholzt sind.

Im ersten Jahr wachsen die Triebe für die Krone. Diese schneidest du nicht. Kürze im Frühling des zweiten Jahres die Triebe bis auf zwei bis vier Augen ein. Aus diesen wachsen dann die Fruchttriebe. Ab dem dritten Jahr schneidest du nur noch die abgetragenen einjährigen Triebe im Spätwinter ab. Etwa 10 cm bis 15 cm lässt du stehen, denn aus diesen wachsen im Jahr darauf die neuen Fruchttriebe. Schneidest du auf diese Weise weiter, bleibt dein Holunderstrauch kleiner als 3 m.

Ein Sambucus Nigra Holunderstrauch mit dunklen Blättern.

„Sambucus Nigra“ heißt der Schwarze Holunder mit botanischem Namen. Je nach Sorte unterscheidet sich der Reifezeitpunkt der Früchte.

Holunder-Steckholz als Hochstämmchen schneiden

Für die zweite Möglichkeit, deinen Holunder kleinzuhalten, schneidest du im Winter einen gerade gewachsenen Trieb ab und steckst ihn in den Boden. Der Trieb sollte etwa 1 m lang sein. Das Steckholz treibt dann im Frühling aus.

Bis Ende Juni schneidest du diese neuen Triebe um ein Drittel zurück. Dadurch verzweigen sie sich. Ab dem Zeitpunkt verfährst du wie beim Rückschnitt des Holunders im vorherigen Abschnitt.

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