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Rhododendron

Zuletzt aktualisiert: 01.12.20215 MinutenVon: OBI Redaktion
In vielen Farben blühender Rhododendron.

Der Rhododendron, auch Alpenrose genannt, ist einer der farbenprächtigsten Blütensträucher und schmückt hierzulande viele Gärten. Damit auch dein Rhododendron üppig und lange blüht, geben wir dir hier Tipps zum Anpflanzen und zur Pflege.

Woher stammt der Rhododendron?

Die Gattung Rhododendron wird der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) zugeordnet und besteht aus über 1.000 Arten. Darunter finden sich sowohl 15 cm große Zwergsträucher als auch bis zu 20 m hohe Bäume.

Fast alle für den Garten geeigneten Arten des Rhododendrons kommen ursprünglich aus Ostasien. Dort wachsen sie in artenreichen Laub- oder Mischwäldern bevorzugt auf sauren, gleichmäßig feuchten Böden.

Im Alpenraum sind die Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) und die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) heimisch. Beide kommen auch in anderen Gebirgen in Süd- und Osteuropa vor. Sie besiedeln lichte Nadelwälder und Gebüsche auf humusreichen Böden.

Aussehen vom Rhododendron

Pink blühender Rhododendron.

Ein leuchtendes Pink ist nur eine von vielen Farben, in denen Rhododendron blüht. Sogar blaue Blüten kann man beim Rhododendron finden.

Der Rhododendron wächst meist sehr langsam und bildet wechselständige Blätter aus. Diese sind radial um seine Zweige herum angeordnet.

Fast jede Sorte der Alpenrose ist immergrün. Allerdings fällt das Laub je nach Art sehr verschieden aus. Die meisten Rhododendren haben eiförmige bis längliche, ganzrandige Blätter. Die Ränder sind in der Regel leicht nach unten gewölbt.

Während das Laub austreibt, ist es bei manchen Arten von einem weißen, gelben oder rostroten Filz überzogen. Dieser schützt die Blätter vor Sonnenbrand und entwickelt sich über den Sommer zurück. Der Rhododendron bildet seine Blütenknospen bereits im Vorjahr aus. Sie öffnen sich bei den meisten Arten im April und Mai. Der Vorfrühlingsrhododendron blüht sogar schon im März, noch bevor seine Blätter austreiben.

Rhododendren blühen in mehr Farben als Rosen. Es finden sich sogar blau blühende Arten wie Rhododendron impeditum.

Der richtige Standort für Rhododendron

Was ihren Standort angeht, sind Rhododendren sehr anspruchsvoll. Der Boden sollte unbedingt kalkfrei sein, die Erde sehr locker und humusreich sowie idealerweise möglichst durchgehend feucht.

Die meisten Rhododendren bevorzugen einen Standort im kühl-feuchten, lichten Schatten unter nicht zu raumgreifenden Bäumen. Die heimische Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) bietet sich als Schattenspender an.

Yakushimanum-Hybriden und einige Wildarten des Rhododendrons gedeihen auch an sonnigeren Standorten, wenn sie dort einen ausreichend feuchten Boden vorfinden.

Rhododendron pflanzen

Bevor du einen Rhododendron pflanzt, solltest du den Boden gut vorbereiten. Ist der Boden eher sandig, reicherst du ihn mit viel Laubkompost und Rindenhumus an. Auch verrotteter Kuhmist hilft dabei, den Boden humoser zu machen.

Lehmige Böden sind dagegen eher verdichtet. Deshalb ziehst du in diesem Fall eine Drainageschicht aus kalkfreiem Kies in das Pflanzloch ein. An solchen Standorten pflanzt du bestenfalls Inkarho-Rhododendren. Das sind Sorten der großblumigen Hybriden und Yakushimanum-Hybriden, die auf der lehm- und kalktoleranten Inkarho-Unterlage veredelt wurden.

Tipp: Setze den Rhododendron nicht zu tief in den Boden und decke die Wurzelscheibe nach der Pflanzung mit einer ordentlichen Schicht Mulch aus Laub oder kompostierter Rinde ab.

Den Rhododendron pflegen

Gieße Rhododendron nie mit Leitungswasser, da es zu kalkhaltig ist. Nimm ausschließlich Regenwasser, es sei denn, das Leitungswasser ist absolut kalkarm.

Ebenso wichtig ist es, Rhododendron im Frühling rechtzeitig zu düngen. Nur dann bildet er schönes, dunkelgrünes Laub und viele Blütenknospen. Streue dazu in seinem Wurzelbereich Horndünger oder organischen Rhododendron-Dünger aus.

Bei allen großblütigen Rhododendren solltest du zudem die Blütenstände herausbrechen, sobald sie verwelkt sind. So regst du den Strauch dazu an, neue Knospen zu bilden.

Einen besonderen Winterschutz brauchen Rhododendren nicht. Immergrüne Arten können ihre Blätter bei Frost einrollen. Dadurch reduzieren sie die Verdunstung von Wasser. Trotzdem können die Wintersonne oder ein trockener, eisiger Ostwind die Pflanzen schädigen. Schütze daher ungeschützt stehende Rhododendren im Winter mit einem Vlies.

Hinweis: Der Rhododendron ist giftig. Trage deshalb immer Handschuhe, wenn du an der Alpenrose zugange bist. 

Rhododendron schneiden

Jemand schneidet eine Rhododendronblüte mit einer Gartenschere.

An sich braucht der Rhododendron keinen Rückschnitt. Für eine schönere Form kannst du die Schere jedoch ab und zu ansetzen.

Im Grunde ist es nicht nötig, Rhododendron zu schneiden. Einen Form- sowie einen Rückschnitt verträgt der Strauch dennoch, sofern er bereits gut eingewurzelt ist.

Allerdings hat er auf schweren Böden selbst nach Jahren noch Probleme, mit seinem feinen, empfindlichen Wurzelwerk das Erdreich zu durchdringen. Deshalb solltest du vor jedem Rückschnitt prüfen, ob dein Rhododendron wirklich gut eingewurzelt ist.

Rhododendren im Garten

Rhododendren können zu riesigen Hecken heranwachsen. Sie reagieren aber empfindlich auf zu viel Wurzelkonkurrenz.

Daher sollte die Pflanze nur mit Stauden wie Funkien (Hosta) oder Bodendeckern wie der Schaumblüte (Tiarella) verpartnert werden. Geeignete Sträucher als Pflanzpartner sind beispielsweise die Zaubernuss (Hamamelis), der Blumen-Hartriegel (Cornus kousa) oder der Schneeball (Viburnum).

In Waldgärten lassen sich Rhododendren auch solitär oder gruppenweise unter Kiefern setzen. Manche niedrigwüchsigen Arten gedeihen auch in halbschattigen Steingärten, die etwas kühler sind.

Zur Haltung im Pflanzkübel eignen sich die meisten Rhododendren dagegen nicht gut. Dort ist der Boden nur selten so gleichmäßig feucht, wie es die Sträucher benötigen.

Arten des Rhododendrons

Die beliebtesten Sortengruppen für den Garten sind die der großblumigen Hybriden und die Yakushimanum-Hybriden. Zu Letzteren zählt beispielsweise die Sortengruppe „Polaris“. Diese wächst kompakt und verträgt auch Sonne. 

Weitere Rhododendron-Züchtungen sind unter anderem die Williamsianum-Hybriden und die Repens-Hybriden. Diese haben große, meist rote Blüten.

Rhododendron vermehren

Rhododendron-Ableger in der Erde.

Rhododendron lässt sich durch Ableger oder auch Stecklinge vermehren.

Kleinwüchsige Rhododendren lassen sich aus Stecklingen ziehen. Dafür solltest du aber ein Gewächshaus und die passende Ausstattung haben.

Die meisten großblumigen Hybriden und Yakushimanum-Hybriden werden heute von Baumschulen auf unbewurzelte Stecklinge der Sorte „Cunningham’s White“ oder auf die kalktolerante Inkarho-Unterlage veredelt.

Möchtest du deinen Rhododendron mit möglichst wenig Aufwand vermehren, tust du dies mithilfe eines Ablegers.

Krankheiten bei Rhododendren

Bisweilen leidet Rhododendron auch an Blattflecken-Krankheiten und Echtem Mehltau. Dieser befällt allerdings nur sommergrüne Arten und Sorten.

Stehen Rhododendren auf undurchlässigen und staunassen Böden, leiden sie mitunter am Triebsterben (Phytophthora). Das ist eine Welkekrankheit, die einzelne Zweige und manchmal auch die gesamte Pflanze absterben lässt.

Die Rhododendronzikade legt ihre Eier in die Knospen des Rhododendrons. Dabei überträgt sie einen Pilz, der die Knospen absterben lässt. Ein Indiz für einen Befall mit der Rhododendron-Netzwanze sind grau marmorierte Blattoberflächen.

Auch Dickmaulrüssler schaden dem Blühstrauch. Du erkennst sie daran, dass sie die Blätter am Rand buchtenartig anfressen.

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