
Farne vermehren
Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du Farne im Garten vermehren kannst. Erfahre hier, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, an welchen Standort du sie pflanzt und was du dabei beachten solltest.
Prähistorische Pflanzen
Farne gibt es schon seit über 300 Millionen Jahren. Sie gehören zu den Gefäßsporenpflanzen und weisen weltweit etwa 12.000 verschiedene Arten auf. Davon wachsen rund 170 in Europa.
Die Gewächse sind pflegeleicht und lassen sich gut vermehren. Dafür stehen dir drei verschiedene Methoden zur Verfügung.
Farne teilen und vermehren
Am sichersten vermehrst du Farne durch Teilung. Dies geht mit allen Arten, die weitverzweigte Rhizome, mehrere Rhizomköpfe oder Triebknospen tragen. Rhizomköpfe sind Ansatzstellen für die Wedeltrichter.
Zum Vermehren durch Teilung gräbst du die Farne zusammen mit dem Wurzelstock aus. Mache dies im Frühjahr und gehe dabei vorsichtig vor. Mit dem Spaten teilst du kleine Farne. Stich dafür handgroße Stücke ab, die mindestens zwei Triebknospen haben.
Bei größeren Farnen wie dem Straußfarn legst du die Rhizome frei. Der richtige Zeitpunkt dafür ist Anfang Frühjahr. Teile das Rhizom in mehrere Stücke, wovon jedes mindestens eine Triebknospe besitzt. Anschließend pflanzt du die Teilstücke ein.
Pflanze sie in Töpfe mit nährstoffarmer Aussaaterde und halte die Erde feucht. Über den Winter stellst du die Gefäße an einen hellen, frostfreien Standort. Im Frühjahr pflanzt du die jungen Farne ins Beet.

Vermehre Farne durch Teilung. Dafür gräbst du die Pflanze mit den Wurzeln aus.
Farne mit Brutknollen vermehren
Manche Farne sind nicht zur Teilung geeignet. Königsfarn, Schildfarn und Schriftfarn lassen sich hingegen mit Brutknospen oder Sporen vermehren. Sicherer als das Aussäen ist die Methode mit sogenannten Brutknöllchen, die auf der Unterseite der Wedel sitzen.
Je nach Art sind sie punkt-, nieren- oder strichförmig. Der richtige Zeitpunkt für diese Vermehrungsmethode ist der Spätsommer.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Lege zunächst den Wedel des Schildfarns samt Brutknöllchen flach auf den Boden. Du kannst auch den Wedel von der Mutterpflanze abtrennen. Lege ihn in eine Aussaatschale mit ungedüngter Erde.
- Drücke mit Drahtklammern den Wedel fest auf die Erde. Nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln und neue Blätter.
- Mit einem Messer trennst du nach einigen Wochen die bewurzelten Jungpflanzen ab. Setze sie in Töpfe mit feuchter, torfhaltiger Erde.
Mit Sporen vermehren

Viele Farne breiten sich mit Sporen selbst aus. Für die gezielte Aussaat schneidest du im Sommer einen Wedel ab. Wähle einen, der an der Unterseite feinen Staub aufweist. Lege den Wedel mit der Sporenseite nach unten auf ein Blatt Papier.
Lass ihn zwei Tage so ruhen. In dieser Zeit fallen die meisten Sporen aus. Streue diese anschließend in eine flache Anzuchtschale mit nährstoffarmer Erde.
Hinweis: Gehe dabei sehr vorsichtig vor, denn die feinen Sporen werden sonst von einem leichten Windstoß verstreut.
Lege die lichtkeimenden Sporen auf die Erde und sprühe sie mit ein wenig Wasser an. Anschließend deckst du die Schale mit Klarsichtfolie oder einer Haube ab. Halte die Erde stets feucht und lüfte die Schale regelmäßig, um Schimmelbildung zu verhindern.
Die Kultivierung von Sporen braucht viel Zeit. Setze die Jungpflanzen erst nach etwa einem Jahr ins Beet.
Standort für Farne
In der Natur wachsen Farne in Wäldern. Daher wählst du für sie einen schattigen Standort. Der ideale Boden ist humos, locker und gleichmäßig feucht. Es sollte keine Staunässe auftreten.
Tipp: Lasse das herabgefallene Laub von Bäumen und Sträuchern verrotten, um die richtigen Bedingungen zu schaffen.
Hirschzungenfarn, Rippenfarn und Schriftfarn wachsen in steinigem Terrain. In schmalen Mauerspalten gedeihen der Braune Streifenfarn und der Tüpfelfarn.
In der Regel sind Farne pflegeleicht und langlebig, wenn die Umgebung für sie optimal ist. Versorge Steingarten-Farne mit ausreichend Feuchtigkeit und Schatten. Nur der Schriftfarn kommt auch mit Sonne und ein wenig Trockenheit aus.
Farne im Garten
Da es viele verschiedene Arten von Farnen gibt, kannst du sie auf unterschiedliche Weise im Garten verwenden. Die Gewächse eignen sich als Vorder- oder Hintergrund für Beete, für die Begrünung von Baumscheiben oder Trockenmauern.
Pflanze beispielsweise in Bereichen mit lichtem Schatten unter Laubbäumen Frauenfarn oder Grannen-Schildfarn. Pfauenradfarn, Straußfarn und Wurmfarn breiten sich schnell selbst aus und sind deshalb für die Begrünung von größeren Schattenflächen geeignet. In Einzelstellung setzt du den Königsfarn. Auf diese Weise kommt er besser zur Geltung.








