Herbst-Anemonen – Eigenschaften im Überblick
Herbst-Anemonen blühen reichlich und ziehen im Garten alle Blicke auf sich. Wir zeigen dir, wie du die Stauden pflanzt und pflegst.
Woher kommen Herbst-Anemonen?
Herbst-Anemonen (Anemone hupehensis) sind Stauden. Sie gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse. Wild wächst sie in China und Taiwan in höheren Lagen in Gebüschen, an grasigen Hängen und an Flussufern.
Viele moderne Sorten sind Kreuzungen der drei Wildarten „Anemone hupehensis“, „A. tomentosa“ und „A. japonica“. Die ersten Herbst-Anemonen kamen im 19. Jahrhundert aus China und Japan nach Europa.
So sehen Herbst-Anemonen aus
Herbst-Anemonen sind robust und pflegeleicht. Sie eignen sich bestens für spätsommerliche und herbstliche Gärten.
Im Juli öffnen früh blühende Sorten ihre Blüten. Andere Sorten blühen erst im September. Dafür tragen sie ihren Blütenschmuck bis in den Oktober hinein, wenn andere Stauden längst verblüht sind.
Die Blüten von Herbst-Anemonen sind entweder einfach oder gefüllt. Sie sind weiß, zartrosa, pink oder karminrot. Die Stauden erreichen eine Höhe von 60 cm bis 160 cm. Ihr Laub ist leicht behaart und gefiedert.
Standort und Boden
Pflanze Herbst-Anemonen an einem sonnigen Standort oder an eine Stelle im lichten Schatten. Achte darauf, dass die Pflanzen von allen Seiten Sonne bekommen, weil sie sonst nur in Richtung wachsen. Anemonen gedeihen und blühen stärker, je heller ihr Standort ist. An feuchten Plätzen vertragen sie außerdem mehr Sonne.
Weiße Sorten stellen mehr Ansprüche an den Boden als rosa- und pinkfarbene. Herbst-Anemonen pflanzt du auf einen humus- und nährstoffreichen Untergrund. Halte im Sommer die Erde mäßig feucht. Trockenheit und Staunässe schaden den Herbst-Anemonen.
Herbst-Anemonen im Garten verwenden
Kombiniere die Herbst-Anemone im Beet mit anderen Blühern. So entstehen schöne Kontraste.
Kombiniere Herbst-Anemonen mit anderen Stauden. Sie passen zu einer Vielzahl anderer Pflanzen. Besonders attraktive Pflanzpartner sind kontrastreiche Beetpflanzen. Setze zum Beispiel weiße Herbst-Anemonen neben Azaleen mit leuchtend rotem Laub. Das Patagonische Eisenkraut bildet ein feines Blütennetz um die Blüten und Stängel der Anemonen.
Tipp: Wähle als Pflanzpartner Gewächse, die andere Blütezeiten haben. So blüht das Beet bereits im Frühjahr und bleibt ein buntes Farbenmeer bis in den späten Herbst hinein.
Pflanzen und pflegen
Herbst-Anemonen pflanzt du im Frühjahr. Stütze sie mit einem Staudenring, denn die Blüten der Spätsommerblüher wachsen auf dünnen Stängeln. Auch die Wuchshöhe von bis 160 cm macht die Stütze nötig. Der zusätzliche Halt verhindert zudem, dass der Regen die Pflanze herunterdrückt.
Ist die Herbst-Anemone angewachsen, ist sie vergleichsweise robust. Mit ihren dünnen Wurzeln breitet sie sich schnell im Beet aus. Die Staude blüht stärker, wenn sie ausreichend Platz im Garten hat.
Über die Jahre breitet sich die Anemone aus. Daher empfehlen wir dir, sie im Frühjahr zu teilen. So erhältst du auch Pflanzennachwuchs. Teilst du die Staude im Frühjahr, hat die Staude genügend Zeit, um über den Sommer neue Wurzeln zu bilden und auch noch im selben Jahr wieder zu blühen.
Beim Teilen stichst du mit einem Spaten die Ballen großzügig aus. Zerteile die Ballen und pflanze sie an einem neuen Standort ein. Wässere sie anschließend.
Damit sich Herbst-Anemonen nicht selbst aussäen, schneidest du sie nach der Blüte mit einer scharfen Schere.
Mit einer Stütze gibst du deiner Herbst-Anemone Halt. So steht sie auch bei Regen stabil.
Winterschutz
Sobald die Staude gut eingewachsen ist, ist sie winterhart. Allerdings dauert es bis dahin bis zu zwei Jahre. Schütze deine Herbst-Anemonen daher in den ersten Wintern. Dies ist vor allem bei einer Herbstpflanzung nötig. Schütze sie mit einer Decke aus Reisig oder Laub oder einer Matte aus Jute.
Beliebte Sorten
Die „Serenade“ ist eine starkwüchsige Sorte der Herbst-Anemone. Sie wurde 1960 erstmals gezüchtet. Die Staude wird bis zu 150 cm groß. Sie braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort. An den Boden hat sie keine Ansprüche, sie wächst auf fast allen Untergründen. Ihre Blüten sind altrosa, etwa 6 cm groß und haben ein gelbes Staubgefäß.
„Pamina“ blüht besonders reich. Die rund 5 cm großen Blüten dieser Herbst-Anemonen-Sorte sind leuchtend dunkelrosa. Sie sind halbgefüllt und besitzen kräftig gelbe Staubgefäße. Die Staude wächst kompakt. Sie erreicht eine Höhe von 60 cm bis 90 cm.
„Wirbelwind“ hat auffällige Blüten. Sie sind reinweiß und wachsen propellerartig verdreht. Sie werden rund 6 cm groß. Die Blüten besitzen bis zu 25 Kronblätter, die schmal und leicht gerollt sind. Am äußeren Kranz sind die Blütenblätter oft grünlich gefärbt. Die Sorte wächst auf eine Höhe von 80 cm bis 120 cm heran. Von Anfang September bis Ende Oktober ist die Blütezeit dieser Staude.
„Praecox“ gehört zu den früh blühenden Sorten. Sie blüht bereits im Juli. Die Staude erreicht eine Höhe von bis zu 80 cm. In der Staudensichtung erhielt diese Sorte wegen ihrer Blühfreude die Bewertung „ausgezeichnet“. Die Blüten sind rosafarben und etwa 6 cm groß. Sie haben häufig fünf Kronblätter, in wenigen Fällen auch bis zu acht.
Herbst-Anemonen der Sorte „Praecox“ blühen besonders früh im Jahr. Schon im Juli zeigen sich die Blüten.
Herbst-Anemonen vermehren
Sind die Herbst-Anemonen verblüht, entwickeln sich die Samenstände. Sie haben weiße Flaumbüschel. Diese bleiben bis in den Spätherbst an den Stauden. In den Büscheln lagern die schwarzen Samen. Diese kannst du direkt aussäen.
Dabei besteht die Möglichkeit, dass die neuen Pflanzen andere Eigenschaften als die Mutterpflanze haben. Für sortenechte Pflanzen bietet sich daher eher die Vermehrung mit Schnittlingen an. Im Herbst schneidest du sie aus den langen Ausläufern. Lege zunächst die Wurzeln frei. Schneide sie in 3 cm bis 5 cm lange Stücke. Stecke sie senkrecht in den Boden und bedecke sie mit rund 2 cm Erde. Gieße sie zum Schluss an.
Krankheiten und Schädlinge
Krankheiten befallen die Herbst-Anemone so gut wie nicht. Blattläuse können allerdings Rußtau verursachen. Du erkennst ihn an schwarz gefärbten Blättern. Schneide befallenes Laub zurück und vertreibe die Blattläuse mit einem Mittel. Gegen die Pilzerkrankung hilft den Pflanzen ein Fungizid. Ab und zu befallen auch Mehltau und Nematoden die Pflanzen.
Färben sich die Blätter gelb, ist der Boden zu alkalisch.








