Woher kommen Physalis?
Die Physalis (Physalis peruviana) wird auch Andenbeere oder Kapstachelbeere genannt. Botanisch gesehen, ist der Name nicht ganz korrekt: Physalis benennt die übergeordnete Gattung, die unter anderem auch die Blasenkirsche, die Tomatillo und die Erdkirsche umfasst.
Der deutsche Name Andenbeere deutet auf die Heimat der Physalis hin: die Andenregion von Peru und Chile. Die Pflanze zählt zu den Nachtschattengewächsen. Wurzeln und Blätter der Physalis sind giftig, sie enthalten Alkaloide.
Wie sehen Physalis aus?
Die Physalis ist eine krautige Staude. Sie bildet lange Rhizome und wächst vergleichsweise stark. In ihrem natürlichen Umfeld ist die Pflanze mehrjährig. Weil sie frostempfindlich ist, wird sie hierzulande im Freiland meist nur einjährig kultiviert.
Die Andenbeere erreicht eine Wuchshöhe von 1 m bis 2 m. Sie besitzt herzförmige Blätter. Diese sind wie die Stängel leicht behaart und dadurch samtig weich. Die gelben Blüten haben kleine schwarze Flecken. Nach etwa acht bis neun Wochen werden aus ihnen kleine grüne Laternen. In den Lampions wächst die Physalisfrucht heran. Ist sie erntereif, färbt sich die Laterne von Grün zu Orange.
Die Früchte sind etwa so groß wie Cocktailtomaten und enthalten vergleichsweise viel Vitamin C. Ihr Geschmack ist säuerlich. Du kannst sie in Obstsalaten, Chutneys oder als Dekoration verwenden. Auch getrocknet schmecken sie.

Die Früchte der Physalis wachsen in kleinen Lampions. Sind die Früchte reif, färben sie sich kräftig orange.
Der richtige Standort
Physalis sind als Nachtschattengewächse sehr wärmebedürftig. Ihre Früchte reifen am besten, wenn sie vollsonnig und geschützt stehen. Der Boden ist vorzugsweise locker und nährstoffreich.
In Regionen mit frühen Nachtfrösten oder Frösten spät im Frühjahr wird die Kapstachelbeere kaum Früchte tragen. Allerdings lässt sich die Andenbeere auch im Kübel anbauen. Dann überwinterst du sie im Haus oder im Gewächshaus und kannst sie mehrjährig kultivieren.
Physalis anbauen
Ab Ende Januar ziehst du die Physalis an einem warmen und hellen Ort vor. Dazu gibst du die Samen in Töpfe mit Anzuchterde. Diese gehören an einen hellen Platz mit einer idealen Temperatur von 25 °C.
Du benötigst etwas Geduld, denn die Keimung dauert. Während dieser Zeit hältst du das Substrat gleichmäßig feucht. Die Keimlinge pikierst du etwa zwei Wochen später in eigene Töpfe.
Ins Freiland setzt du die Pflanzen nach den letzten Frösten im Mai. Bei der Pflanzung mischst du etwas Kompost als Dünger unter die Erde.
Pflanze Physalis nicht jedes Jahr an der selben Stelle im Beet. Meide auch Stellen, auf denen du im Jahr zuvor Nachtschattengewächse angebaut hast. Plane außerdem genug Platz ein. Ausreichend ist ein Abstand von 80 cm x 80 cm bis 100 cm x 100 cm.

Ziehe die Physalis ab Ende Januar vor. Ein warmer und heller Ort ist dafür wichtig.
Physalis pflegen
Die Andenbeere braucht ausreichend Wasser, besonders wenn sie Blüten bildet. Vermeide aber Staunässe. Damit die Triebe nicht abbrechen, stützt du sie mit einem Gerüst.
Du kannst Physalis auch mehrjährig kultivieren. Weil sie frostempfindlich ist, gelingt dies jedoch meist nur im Kübel. Willst du Physalis überwintern, schneidest du die Pflanze mit einer Gartenschere nach der Ernte um zwei Drittel zurück und stellst sie an einen hellen und trockenen Ort. Die Temperatur im Winterquartier liegt idealerweise zwischen 10 °C und 15 °C.
Achte auch während der kalten Jahreszeit darauf, dass der Wurzelballen nicht austrocknet. Nach dem Winter gewöhnst du die Pflanze wieder Schritt für Schritt an die höheren Temperaturen und die intensivere Sonneneinstrahlung, bevor du sie ins Freiland stellst.
Tipp: Die Pflanze wächst umso buschiger, je mehr junge Triebe du an den Spitzen kappst.
Physalis ernten
Sieben bis zehn Wochen nach der Blüte erntest du die Früchte der Kapstachelbeere. Ein Zeichen für deren Reife ist die hellbraun-orange Färbung der Lampions.
Der Geschmack der vitaminreichen Beeren erinnert an Ananas und Stachelbeere. Willst du nicht alle Früchte sofort essen, kannst du sie in ihrer Laterne trocken bei 10 °C bis 15 °C eine Zeit lang lagern.

Nach der Blüte dauert es ungefähr sieben bis zehn Wochen bis zur Ernte. Dann sind die süß-säuerlichen Früchte reif.
Sorten-Tipps
„Schönbrunner Gold“: Die Beeren dieser Sorte sind groß und dunkelgelb. Sie schmecken sehr aromatisch.
„Little Lanterns“: Diese Sorte ist sehr ertragreich und eignet sich für die Haltung im Kübel. Ihre Früchte sind klein und orange.
„Peruanische Andenbeere“: Die Beeren sind etwa kirschgroß und reifen früh heran.
„Purple de Milpa“: Die Beeren sind violett und reifen früh. Die Sorte eignet sich für hiesiges Klima.
Physalis vermehren
Vermehren lässt sich die Andenbeere mithilfe von Stecklingen. Dafür schneidest du nach der Ernte bis spätestens Anfang November Kopfstecklinge ab. Diese sind rund 8 cm bis 10 cm lang und haben fünf bis sieben Blätter.
Stecke die Stecklinge in kleine Töpfe mit Erde. Bei etwa 18 °C bis 20 °C entwickeln sie innerhalb etwa drei Wochen Wurzeln. Nach dem Anwurzeln stellst du die Jungpflanzen etwas kühler, bis du sie ab Mai ins Freiland setzt.
Krankheiten und Schädlinge
Physalis sind sehr robuste Pflanzen und wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Im Gewächshaus kann die Weiße Fliege vorkommen. Ist der Sommer sehr feucht, platzen die Früchte auf und bilden Grauschimmel aus.









