
Schleierkraut – Eigenschaften im Überblick
Die zarten rosafarbenen und weißen Blüten des Schleierkrauts bringen Leichtigkeit ins Beet. Wir zeigen dir im Ratgeber, was du über die Staude wissen musst.
Woher kommt Schleierkraut?
Schleierkraut (Gypsophila) ist ein Teil der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Zwei Arten kommen in unseren Gärten bevorzugt vor: Riesen-Schleierkraut (Gypsophila paniculata) und Teppich-Schleierkraut (Gypsophila repens).
Die Heimat des Riesen-Schleierkrauts sind die Rocky Mountains in den USA. Dort wächst es an steinigen und sandigen Standorten. Hierzulande hat es sich mit diesen Vorlieben vom Südosten Europas bis nach Westsibirien angesiedelt.
Die Polster-Variante des Schleierkrauts ist dagegen eher in den Gebirgen in Mitteleuropa verbreitet. Es gedeiht sehr gut auf Schotterfluren und auf Magerrasen in den Alpen und den Pyrenäen.
Wie sieht Schleierkraut aus?
Das Riesen-Schleierkraut wird etwa 1 m hoch und breit. Es wächst buschig. Mit seinen zahlreichen kleinen und feinen Blütenrispen an den vielen verzweigten Stängeln wirkt es wie eine weiße oder rosafarbene Wolke.
Das Teppich-Schleierkraut besitzt nicht weniger Blüten, wird jedoch nur etwa 25 cm hoch.
Die Blütezeit ist zwischen Juni und September. Es gibt rosa blühende Sorten und solche mit gefüllten Blüten.
Die Blätter des Schleierkrauts sind klein und lanzettlich. Ihre Farbe reicht von grau-grün bis blau-grün.

Schleierkraut hat besonders kleine Blätter und Blüten. Es blüht von Juni bis September.
Der richtige Standort
Die Standortvorlieben verrät das Schleierkraut in seinem botanischen Namen Gypsophila: Es bevorzugt kalkhaltige Böden. Die griechischen Wörter „gypso“ (Gips) und „philos“ (Freund) weisen darauf hin. Daher hat das Schleierkraut auch seinen Beinamen Gipskraut.
Der Boden sollte locker und durchlässig sein, denn Staunässe kann Wurzelfäule hervorrufen. Da Schleierkraut in der freien Natur eher magere Böden bevorzugt, solltest du das auch bei einer Pflanzung im Beet berücksichtigen. Sand, Schotter und ein warmer, geschützter Platz sind ideal für ein gutes Wachstum.
Schleierkraut richtig pflanzen
Am besten pflanzt du Schleierkraut im Frühjahr. So können sich die Pfahlwurzeln bis zum Winter tief in die Erde bohren. Setzt du die Staude erst im Herbst, ist Mitte September der späteste Zeitpunkt. Lockere den Boden vor dem Pflanzen in jedem Fall gut auf.
Achte auf einen Pflanzabstand von 80 cm zwischen frisch gesetzten Jungpflanzen des Riesen-Schleierkrauts. Die weniger wüchsige Teppich-Variante kannst du etwas dichter pflanzen. Für einen dichten Blütenteppich rechnest du etwa elf Pflanzen pro Quadratmeter.
Wegen des geringen Nährstoffbedarfs verzichtest du auf Torf oder Kompost beim Pflanzen.
Schleierkraut richtig pflegen
Am perfekten Standort erweist sich Schleierkraut als eine sehr pflegeleichte Beetpflanze. Sie mag es durchlässig, nicht allzu feucht, warm und geschützt.
Im Frühjahr gibst du dem Riesen-Schleierkraut ein bisschen Dünger. Teppich-Schleierkraut benötigt keine zusätzlichen Nährstoffe. Ist dein Boden sehr kalkarm, düngst du die Stauden im Herbst mit Gartenkalk.
Regelmäßig bewässern musst du die Pflanze ebenfalls nicht. Ist der Standort windanfällig, stützt du Riesen-Schleierkraut sowie gefüllte Sorten. Sonst brechen die empfindlichen Triebe ab.
Ist der erste Flor abgeblüht, schneidest du Teppich-Schleierkraut bis etwa eine Handbreit über dem Boden zurück. So erreichst du eine zweite Blüte innerhalb von etwa sechs Wochen.
Zum Verjüngen teilst du den Wurzelballen im Frühling. Verletze die feinen Wurzeln dabei nicht.
Einen besonderen Winterschutz benötigt Schleierkraut im Beet nicht. Es ist frosthart. Kälte verträgt es besser als zu viel Nässe. Das gilt vor allem für in Kübeln kultiviertes Schleierkraut.
Pflanzpartner für Schleierkraut

Lavendel ist ein attraktiver Pflanzpartner für das Schleierkraut. Die lila blühende Pflanze hat ähnliche Ansprüche an den Boden.
Das Riesen-Schleierkraut sorgt mit seinen zarten Blüten für Leichtigkeit im Garten. Entsprechend solltest du auch die Pflanzpartner wählen. Sehr gut passen zum Beispiel:
Bart-Iris
Lavendel
Kugeldisteln
Federgras
Diese vier haben ähnliche Ansprüche an den Standort und Boden wie das Schleierkraut. Ein etwas ungleiches Paar dagegen sind Rosen und Schleierkraut. Sie passen optisch zwar hervorragend zusammen. Jedoch solltest du das Pflanzgebiet des Schleierkrauts dann sehr gut drainieren.
Zu Zwiebelblumen passt Schleierkraut aus einem anderen Grund: Es überdeckt die vergilbten Blätter von Zierlauch oder Tulpen.
Als Bodendecker ist das Teppich-Schleierkraut bestens geeignet. Aber auch als Lückenfüller zwischen Bodenplatten, für Mauern oder Steingärten sieht es sehr dekorativ aus. Attraktive Pflanzpartner sind zum Beispiel:
Küchenschellen
Polster-Seifenkraut
Bergseggen
Sorten-Tipps
„Bristol Fairy“: Das Kraut wächst bis zu 100 cm in die Höhe. Es hat weiße, gefüllte Blüten, die zwischen Ende Juni und Mitte September blühen.
„Flamingo“: Etwas höher wird diese Sorte mit 120 cm. Die rosafarbenen Blüten sind gefüllt und öffnen sich ebenfalls zwischen Ende Juni und Mitte September.
„Rosenschleier“: Diese Hybride wird nur 30 cm bis 40 cm hoch. Ihre rosafarbenen, gefüllten Blüten zeigen sich von Juni bis August.
„Rosa Schönheit“: Diese Teppich-Sorte bildet dunkelrosafarbene Blüten in der Zeit zwischen Mai und Juli.

Das Schleierkraut der Sorte „Rosenschleier“ blüht von Juni bis August. Es wird bis zu 40 cm hoch.
Schleierkraut vermehren
Schleierkraut kannst du aussäen. Die beste Zeit dafür ist zwischen März und Juni. Allerdings kann es sein, dass du dann keine reinen Blütenfarben bekommst und sich Rosa und Weiß mischen.
Polster-Schleierkraut vermehrst du über Grundstecklinge. Diese schneidest du im Frühjahr von jungen Trieben mit einer Wurzelverdickung am Ende ab. Anschließend steckst du sie in einen Topf mit Aussaaterde.
Sowohl die Aussaat als auch Stecklinge haben bessere Chancen, wenn du sie unter Folie großziehst.
Krankheiten und Schädlinge
Die Staude ist sehr robust. Allenfalls Schnecken fressen die jungen Triebe.








