
Schopflavendel – Eigenschaften im Überblick
Schopflavendel sieht nicht nur optisch attraktiv aus, er duftet zudem auch besonders gut und bietet Insekten Nahrung. Wir zeigen, wie du den Schmetterlingslavendel in deinem Garten pflanzt und pflegst.
Woher kommt Schopflavendel?
Der Schopflavendel (Lavandula stoechas) ist ein Teil der Familie der Lippenblütler. Das hat er mit dem Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) gemeinsam. Seine flügelartigen Blütenblätter haben dem Schopflavendel umgangssprachlich den Namen Schmetterlingslavendel eingebracht.
Seine Heimat sind die warmen Mittelmeerküsten, die Kanarischen Inseln sowie die Insel Madeira. Das macht ihn frostempfindlicher als den Echten Lavendel. Daher ist er hierzulande im Beet eine einjährige Pflanze. Im Kübel solltest du ihn frostfrei überwintern.
Wie sieht Schopflavendel aus?
Schopflavendel wächst buschig und aufrecht. Bei guten Bedingungen wird er bis zu 1 m hoch und ebenso breit. Durch die vielen Blätter an den Trieben und die vielen Verzweigungen wirkt der Halbstrauch sehr kompakt.
Die Blätter werden etwa 4 cm lang, sind lanzettlich und laufen an beiden Enden spitz zu. Ein bisschen sehen sie aus wie Kiefernnadeln. Sie sind immergrün, wachsen gegenständig und fühlen sich etwas ledrig an. Sind sie noch jung, ist ihre Farbe ein silbriges Grün, das sich mit zunehmendem Alter dunkler verfärbt.
Die Blüte ist spektakulärer als die anderer Lavendel-Sorten. Die hellvioletten Hochblätter ragen aus den ährenförmigen Blütenständen heraus. Das wirkt wie ein Haarschopf. Daher kommt auch der Name Schopflavendel.
Darunter befinden sich die Blütenrispen. Sie werden 5 cm bis 8 cm lang und sind malvenfarben. Neuere Züchtungen haben auch rosafarbene und weiße Blüten hervorgebracht. Sie öffnen sich ab Ende Mai und blühen bis Anfang September durch. Ihr Duft ähnelt dem von Kampfer und ist intensiver als beim Echten Lavendel.
Der richtige Standort

Schopflavendel braucht einen warmen Standort. Er sollte mindestens vier Stunden Sonne pro Tag bieten.
Wegen seiner mediterranen Herkunft benötigt der Schopflavendel einen warmen und geschützten Standort. Er verträgt pralle Sonne gut. Mindestens vier Sonnenstunden pro Tag sollten es sein. Die Pflanze duftet umso intensiver, je trockener und wärmer sie steht.
Der ideale Boden ist durchlässig mit einem hohen Sandanteil. Im Gegensatz zum Echten Lavendel verträgt Schopflavendel keinen kalkhaltigen Boden. Der pH-Wert darf leicht sauer bis neutral sein.
Kultivierst du Schmetterlingslavendel im Kübel, empfiehlt sich ein Gemisch aus Blumenerde und Sand oder auch Kräuter- oder Kakteenerde.
Schopflavendel pflanzen
Schopflavendel pflanzt du am besten Mitte Mai. Dann sind die Eisheiligen vorbei. Soll der Halbstrauch in ein Beet, befreist du den Boden zunächst von Unkraut. Als Pflanzabstand haben sich etwa 30 cm bewährt. So können die Pflanzen nach einem Regenguss gut abtrocknen.
Für die Haltung in Kübeln eignen sich Terrakottatöpfe sehr gut. Sie lassen überschüssige Feuchtigkeit verdunsten und passen auch vom Stil her gut zur Pflanze. Du kannst aber auch normale Balkonkästen nehmen. In Töpfe lässt sich Schopflavendel das ganze Jahr über pflanzen. Die unterste Schicht sollte aus Kies oder Blähton bestehen, das sorgt für eine gute Drainage.
Junge Pflanzen sind in den ersten Jahren meist etwas blühfaul. Das legt sich mit der Zeit. Der Schopflavendel blüht als Kübelpflanze meist üppiger als die Beetpflanze, die nur eine Sommersaison durchhält.
Schopflavendel pflegen

Gieße Schopflavendel mit kalkarmem Wasser. Regenwasser ist ideal für die Pflanze.
Schopflavendel kommt gut mit Trockenheit und Hitzewellen zurecht. Er benötigt nur wenig Wasser. Das allerdings sollte kalkarm, also gut abgestanden oder gefiltert sein. Am besten ist Regenwasser. Staunässe verträgt die Pflanze gar nicht. Bei Kübelhaltung solltest du den Untersetzer daher immer ausleeren, wenn sich dort Wasser sammelt.
Nach der Blüte kappst du die Triebe um etwa die Hälfte. So regst du die Triebe zu einer zweiten Blüte an. Schneide die Pflanze jedoch nicht ins mehrjährige Holz zurück.
Düngen und Mulchen musst du den Lavendel nicht, er bevorzugt es karg. Lediglich zum Austrieb im Frühjahr kannst du ihn mäßig düngen.
Braucht Schopflavendel einen Winterschutz?
Schopflavendel ist nicht winterfest. Nur in sehr milden Regionen kannst du ihn draußen überwintern, aber selbst dann benötigt er einen guten Schutz.
Zudem sollte die Pflanze auch schon etwas älter sein, um im Freien zu überwintern. Der Boden darf im Winter nicht zu nass werden. Als Winterschutz dienen ein Vlies oder Reisig.
Jungen Schopflavendel holst du im Winter ins Haus und quartierst ihn bei 5 °C bis 10 °C in einem hellen Zimmer ein. Das kann ein kühler Wintergarten oder ein Treppenhaus sein. Die Pflanze benötigt zwar während des Winters nur wenig Wasser, trotzdem sollte die Erde nicht austrocknen.
Nach dem Winter schneidest du den Schopflavendel etwas zurück und topfst ihn um. Dabei kannst du auch das Wurzelgeflecht lockern und die Wurzeln etwas kappen. So unterstützt du die Bildung von Blüten.
Schopflavendel im Garten
Wegen seiner Frostempfindlichkeit ist Schopflavendel hierzulande meist in Töpfen und Kübeln zu finden. So lässt er sich zum Beispiel auch als Schnittblume nutzen. Auch Duftsäckchen kannst du mit den Blüten befüllen. Der optimale Erntezeitpunkt ist kurz vor dem Aufblühen.
Im Garten eingepflanzt ist Schopflavendel in Kräuterbeeten oder Steingärten zu finden. Auch in Staudenbeeten sieht er gemeinsam mit Astern, Fetthenne (Sedum), Schleierkraut (Gypsophila) oder Zierlauch (Allium) sehr dekorativ aus. Zudem ist er eine wahre Insektenweide.
Sorten-Tipps
Besonders große Blüten, die zudem sehr lange halten, besitzt die Sorte „Marshwood“.
„Kew Red“ ist eine neue Züchtung mit roten Blütenköpfen. Die Hochblätter sind weiß.
Von „New Madrid“ gibt es eine ganze Serie von Pflanzen, die unterschiedliche Blütenfarben haben: von weiß über rosa bis violett und rot. Sie duften jedoch nicht ganz so intensiv.
„Anouk“ dagegen verströmt einen sehr starken Duft. Die Sorte blüht dunkelviolett und hat silbergraue Blätter.

Schopflavendel hat auffällige Blüten. Oft geht von ihnen ein intensiver Duft aus.
Schopflavendel vermehren
Schopflavendel vermehrst du mit Stecklingen oder durch Aussaat. Die Samen gibst du im Februar in Anzuchtschalen. Da Schopflavendel ein Lichtkeimer ist, drückst du die Samen nur leicht an und streust ein bisschen Erde darüber. Die Oberfläche feuchtest du mithilfe einer Sprühflasche an. Ein bis zwei Wochen später sind die ersten Keimlinge zu sehen. Diese kannst du nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie setzen.
Stecklinge nimmst du im Frühjahr. Du schneidest etwa 10 cm bis 15 cm lange, junge Triebe ab und entspitzt sie. Zudem entfernst du die unteren Blätter. Anschließend kommen die Stecklinge in einen kleinen Topf mit Anzuchterde. Um die Luftfeuchtigkeit konstant zu halten, hilft eine Folie oder ein Mini-Gewächshaus.
Der Topf sollte hell und warm stehen, vermeide aber direkte Sonneneinstrahlung. Sobald der Steckling neue Blätter bildet, kannst du ihn ins Freiland setzen.

Vermehre den Schopflavendel mit Stecklingen. Die unteren Blätter nimmst du ab.
Krankheiten und Schädlinge
Schopflavendel ist recht robust, denn die ätherischen Öle halten viele Schädlinge fern.
Meist sind Fehler in der Pflege der Grund für Krankheiten wie Schimmel oder Wurzelfäule. Vermeide deshalb beispielsweise zu nassen Boden.








