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Jemand hält rote Johannisbeeren vom Strauch in der Hand.

Die winterharten Sträucher der Johannisbeeren lassen sich im eigenen Garten vermehren und pflanzen. Erfahre hier, was du über die Pflege, Ernte und diverse Krankheiten wissen musst.

Woher kommen Johannisbeeren?

Johannisbeeren (Ribes) sind eine eigene Gattung in der Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Die Sträucher sind winterhart. Die Kultur-Sorten wurden aus Kreuzungen der Ursprungsart mit unterschiedlichen Wildarten wie der Felsen-Johannisbeere (Ribes petraeum) gezüchtet.

Die heimische Ursprungsart (Ribes rubrum) ist rot. Die Weiße Johannisbeere ist botanisch gesehen nur eine Farbvariante der Roten Johannisbeere. Darüber hinaus gibt es noch die Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum), die enger mit der Stachelbeere verwandt ist als mit der Roten Johannisbeere. Sie kommt in Auwäldern auf feuchtem Boden vor.

Die Kreuzung zwischen der Schwarzen Johannisbeeren und der Stachelbeere nennt sich Jostabeere.

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Wie sehen Johannisbeeren aus?

Johannisbeersträucher sind sommergrün und besitzen keine Stacheln. Abhängig von der Art können sie bis zu 2 m hoch werden. Rote Johannisbeeren wachsen aufrecht und sind daher auch für Hecken geeignet.

Die grünen Blätter wachsen wechselständig und besitzen lange Stiele. Sie werden zwischen 2 cm und 8 cm breit sowie 4 cm bis 6 cm lang. Die Blätter der Schwarzen Johannisbeere verströmen beim Verreiben einen starken Geruch.

Die grün-gelben Blüten erscheinen ab April und sind eher unscheinbar. Sie sind als Trauben angeordnet. Aus ihnen entstehen die runden 8 mm bis 12 mm großen Früchte. Die Trauben können bis zu 15 cm lang werden, wobei die Schwarze Johannisbeere eher kleine Trauben bildet.

Blätter der Johannisbeere in Nahaufnahme.

Der richtige Standort

Johannisbeeren bevorzugen nährstoffreiche, humose und tiefgründige Böden. Ihr idealer Standort liegt sonnig oder im Halbschatten. Je sonniger der Platz, desto mehr Früchte tragen sie.

Der Boden sollte nicht übermäßig feucht oder trocken sein. Allerdings kommt die Schwarze Johannisbeere mit beiden Extremen besser zurecht als die rote Sorte. Die Sträucher sind zudem sehr frosthart, doch sind die Blüten spätfrostgefährdet.

Johannisbeeren pflanzen

Johannisbeeren kannst du als Containerpflanzen ganzjährig setzen. Achte allerdings auf eine ausreichende Bewässerung. Ideal ist die Pflanzung im Herbst oder Frühjahr. Ebenfalls zu empfehlen ist eine tiefwurzelnde Gründüngung vor dem Einpflanzen.

Johannisbeeren pflanzt du am besten tiefer, als sie zuvor gestanden haben. So bilden sich an der Basis viele neue Triebe und du verjüngst den Strauch. Das Pflanzloch, das du vorher mit einem Spaten ausgehoben hast, füllst du dazu zunächst mit Kompost auf. Dann setzt du die Pflanze hinein und gibst den restlichen Aushub hinzu. Schneide anschließend die Triebe um zwei Drittel zurück.

Pflanzt du mehrere Sträucher, hältst du einen Pflanzabstand zwischen 150 cm und 180 cm ein. Bei Schwarzen Johannisbeeren sind es zwischen 200 cm und 250 cm. Bei mehreren Reihen planst du einen Abstand zwischen den Reihen von 2 m bis 3 m ein.

Johannisbeeren pflegen

Johannisbeeren benötigen reichlich Nährstoffe. Dünge die Sträucher deshalb im Herbst mit verrottetem Mist. Diesen streust du oberflächlich aus. Auch Brennnesseljauche und Hornspäne sind sehr gut dafür geeignet. Mulchst du die Beerensträucher regelmäßig, hält das die Feuchtigkeit im Erdreich und verhindert Unkrautwuchs.

Die Befruchtung übernehmen die Johannisbeeren selbst, jedoch steigert eine Fremdbestäubung durch Insekten den Ertrag deutlich.

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Johannisbeeren schneiden

Jemand schneidet Johannisbeeren mit einer Gartensäge.

Ganz klassisch werden Johannisbeeren als Sträucher kultiviert und geschnitten. Eine Alternative ist die Erziehung an einem Spalier oder als Hochstämmchen. Hochstämmchen sind in der Regel auf die Goldjohannisbeere veredelt, jedoch kommt es oft vor, dass die Äste aufgrund der Last brechen. Dagegen hilft ein Pfahl als Stütze bis zur Veredlungsstelle. Wachsen Wildtriebe aus der Unterlage, entfernst du sie möglichst tief und frühzeitig.

Weiße, Rote und Schwarze Johannisbeeren schneidest du aufgrund des Fruchtverhaltens unterschiedlich. Worauf es ankommt, erfährst du im Folgenden.

Rote und Weiße Johannisbeeren schneiden

Bei Roten und Weißen Johannisbeersträuchern sind die kurzen Seitentriebe an zwei- bis dreijährigen Gerüsttrieben die ertragreichsten. Daher schneidest du alle vierjährigen und älteren Äste mit einer Gartensäge tief am Boden ab.

Diesen Rückschnitt machst du entweder nach der Ernte oder im zeitigen Frühjahr. Darüber hinaus lichtest du regelmäßig abgestorbene oder zu dicht stehende Triebe aus. So kommt mehr Licht ins Innere. Lasse am besten in jedem Jahr zwei bis drei kräftige Jungtriebe nachwachsen. So kommt ein Strauch auf etwa acht bis zwölf kräftige Triebe.

Schwarze Johannisbeeren schneiden

Die Früchte bei Schwarzen Johannisbeersträuchern bilden sich hauptsächlich am einjährigen Holz. Daher schneidest du die abgetragenen Ruten regelmäßig nach der Ernte dicht über dem Boden heraus. Pro Jahr lässt du zwei bis drei starke Neutriebe nachwachsen, sodass nicht mehr als acht Hauptäste stehen bleiben.

Wie erntest und verwertest du Johannisbeeren?

Johannisbeerkuchen liegt auf zwei Tellern garniert mit Himbeeren.

Reif sind die meisten Früchte zwischen Juni und Juli, bei Schwarzen Johannisbeeren ist es tendenziell erst im August soweit. Je länger du mit der Ernte wartest, desto süßer werden die Früchte. Durch ihren hohen Pektingehalt sind Rote und Weiße Johannisbeeren bis zu zwei Wochen lang haltbar.

Johannisbeeren sind ideal für Marmeladen und Gelees. Aber auch frisch vom Strauch, auf Desserts, Eis oder im Quark schmecken sie gut. Sie lassen sich zudem einfrieren. Dafür vereinzelst du die Beeren auf einem Tablett und stellt das Ganze in die Gefriertruhe. Erst danach gibst du die Beeren in einen Gefrierbeutel. Beim Einkochen werden die Beeren matschig.

Sorten-Tipps

Rote Johannisbeersorten:

  • „Heroes“: sehr ertragreich, eher früher reif und mit großen Beeren

  • „Jonkheer van Tets“: starkwüchsig und frühreif, ebenfalls mit großen, saftigen Beeren, etwas säuerlich

  • „Rondom“: bildet große Beeren, mittelspäte Reife, sehr robust und ertragreich

  • „Roter Holländer“: traditionelle und robuste Sorte, leicht herbe und säuerliche Beeren

  • „Heinemanns Rote Spätlese“: für eine späte Ernte ab August geeignet, mit mittelgroßen, hellroten Früchten, sehr gute Marmeladen- und Gelee-Sorte

Weiße Johannisbeersorten:

  • „Weiße aus Jüterbog“: robuste Sorte, die mittelfrüh reift

  • „Weiße Versailler“: süß-säuerliche Früchte an besonders langen Trauben

Weiße Johannisbeeren hängen an einem Strauch.

Schwarze Johannisbeersorten:

  • „Goliath“: große Beeren an kurzen Trauben, die Pflanze ist gut frosthart, für schwere und feuchte Böden geeignet

  • „Rosenthals Langtraubige“: große Beeren, hoher Vitamin-C-Gehalt

  • „Ometa“: mittelgroße Früchte an langen Trauben, ebenfalls hoher Gehalt an Vitamin C

Johannisbeeren vermehren

Um Johannisbeeren zu vermehren, nutzt du Steckhölzer. Im Frühwinter schneidest du aus langen Trieben Hölzer mit einer Länge zwischen 15 cm und 20 cm heraus. Diese steckst du in humusreiche und feuchte Gartenerde. Sobald die Steckhölzer bewurzelt sind, treiben sie im Frühjahr neu aus.

Krankheiten und Schädlinge

Je besser du auf eine gute Nährstoffversorgung achtest und die Pflanzen regelmäßig zurückschneidest, desto gesünder bleiben sie. Es ist sinnvoll, bei der Pflanzung bereits auf resistente Sorten zu setzen.

Johannisbeeren sind anfällig für Echten Mehltau sowie die Rotpustelkrankheit. Vorbeugend gegen Pilzkrankheiten helfen Schachtelhalm- und Brennnesselbrühe. Wermut als Unterpflanzung macht den Strauch robuster gegen Säulenrost.

Auch die Johannisbeerblasenlaus kann den Strauch befallen. Die Maulbeerschildlaus macht sich durch einen dichten, weißen, filzigen Belag bemerkbar. Ein starker Wasserstrahl und eine Bürste helfen bei der Bekämpfung.

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