
Faulbaum – Eigenschaften im Überblick
Der Faulbaum wird von Insekten und Vögeln als Nahrungsquelle geschätzt. Was du über die Pflanzung und Pflege des Baumes wissen musst und wie du ihn verwenden kannst, erfährst du hier im Ratgeber.
Woher stammt der Faulbaum?
Der Gewöhnliche Faulbaum (Frangula alnus) gehört der Gattung der Faulbäume (Frangula) an, welche zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) zählt.
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Faulbaums erstreckt sich von Mitteleuropa bis ins westliche Sibirien und Marokko. Auch in Nordamerika ist der Strauch inzwischen zu finden, ist dort jedoch eingewandert und gilt damit in der Region als Neophyt.
Seine Rinde hat dem Faulbaum seinen Namen eingebracht: Wird sie angeritzt, verströmt sie einen Fäulnisgeruch, welcher als Abwehrmechanismus gegen Wildverbiss wirkt. Ein weiterer Name für das Gehölz ist „Pulverholz“.
So sieht der Faulbaum aus
Der Faulbaum ist sommergrün. Er kann mehrstämmig und verzweigt strauchig oder seltener als Baum wachsen. Als Großstrauch wird der Faulbaum 1 m bis 4 m hoch, einige Exemplare schaffen sogar bis zu 6 m. Als Baum kann er durchaus bis zu 7 m erreichen. Charakteristisch sind seine roten Wurzeln.
Die hellgrünen Blätter sind ganzrandig mit kurzen Stielen. Sie sind wechselständig angeordnet und werden bis zu 7 cm lang und 5 cm breit. Nach oben laufen sie spitz zu. Markant sind die auf der Blattunterseite verlaufenden bogigen Blattadern, die deutlich herausstehen. Die Blätter sind für die grünen Raupen des Zitronenfalters die einzige Nahrungsquelle.
Die Blüten des Faulbaums sind trugdoldig und bestehen aus zwei bis zehn grünweißen Einzelblüten. Sie sind reich an Nektar und blühen zwischen Mai und Juni. Die lange Blütezeit macht das Gehölz zu einer wichtigen Nahrungsquelle für Insekten.
Aus den Blüten entstehen ab Mitte August kleine, kugelige Steinfrüchte, welche zu Anfang rot gefärbt sind. Je reifer sie werden, desto mehr ändert sich die Farbe in Richtung Schwarz. Werden sie nicht vorher von Vögeln gefressen, fallen die Früchte im Herbst ab.

Ab Mitte August bildet der Faulbaum seine kleinen Steinfrüchte aus. Sie sind erst rot und verfärben sich dann schwarz.
Der richtige Standort
Der Faulbaum bevorzugt feuchte Standorte. In der Natur kommt er unter anderem in Birkenmooren, lichten Wäldern, an Böschungen und in Auen vor. In Gärten ist er daher an Teichufern oder an Bachläufen am besten aufgehoben. Der Faulbaum verträgt volle Sonne und auch lichten Schatten.
Der Boden sollte frisch bis nass sein. Ist das nicht möglich, wächst der Strauch auch an trockeneren Standorten. Der Boden kann dann lehmig, sandig oder tonig sein. Wichtig ist, dass der pH-Wert im sauren Bereich liegt.
Faulbaum pflanzen und pflegen
Du pflanzt den Faulbaum in normale Gartenerde, die du vorher mit etwas Kompost vermengst. Nach dem Einpflanzen schlämmst du die Wurzeln gut ein. Decke die Wurzelscheibe mit Rindenmulch ab, so verliert die Erde weniger Feuchtigkeit.
Im Frühjahr braucht der Faulbaum Kompost, mehr musst du nicht düngen. Ist es länger trocken, wässerst du den Strauch.
Solltest du den Faulbaum im Kübel kultivieren, topfst du ihn alle drei Jahre um und wechselst das Substrat aus. Im Winter schützt du das Pflanzgefäß mit einem Vlies oder mit Luftpolsterfolie. Den Kübel selbst stellst du auf eine Holzplatte oder expandiertes Polystyrol.
Faulbaum schneiden
Schneide den Faulbaum im zeitigen Frühjahr. Mit einer Astschere lichtest du den Faulbaum aus und entfernst abgestorbene Äste.
Kappe zudem die alten, dunklen Äste, um das Gehölz zu verjüngen. Achte auf eine schräge Schnittführung und setze knapp oberhalb eines Auges an.
Wähle zum Schneiden einen frostfreien, bedeckten Tag. Notfalls kannst den Baum auch auf den Stock setzen.
Der Faulbaum im Garten

Aus der Rinde des Faulbaums kannst du einen Tee brühen, der bei Verstopfung helfen soll.
Faulbäume haben ein festes Herzwurzelsystem. Daher werden sie gern zur Uferbefestigung verwendet. Aber auch als blickdichte Heckenpflanze macht sich der Strauch gut. Da er säulenförmig wächst, ist er auch als Solitärpflanze für Formschnitte geeignet. So sieht man ihn zum Beispiel in Japanischen Gärten.
Als Balkon- oder Terrassenpflanze lässt sich der Faulbaum auch im Kübel kultivieren.
Früher wurde das Holz des Faulbaums für die Herstellung einer besonders aschearmen Holzkohle verwendet. Daraus wurde auch Schwarzpulver gewonnen, was ihm seinen Zweitnamen „Pulverholz“ einbrachte.
Die Rinde ist zwar nicht wohlriechend, enthält allerdings pharmazeutisch wirksame Stoffe. In Form von Tabletten oder Tee soll sie gegen Verstopfung helfen.
Sortentipps
Säulenförmig und straff aufrecht wächst die Sorte „Fine Line“. Sie wird auch „Farnblättriges Pulverholz“ genannt und erreicht eine Höhe von gut 2,5 m. Ihr Laub ist farnblättrig und wird im Herbst gelb. Die Sorte ist winterhart.
Faulbaum vermehren
Den Faulbaum vermehrst du durch Samen, Absenker oder Steckhölzer. Das Saatgut enthalten die Früchte. Keimlinge gräbst du aus und pflanzt sie an anderer Stelle wieder ein.
Für die Vermehrung per Absenker drückst du einen jungen Seitenast zu Boden und ritzt die Kontaktstelle leicht an. Dann befestigst du den Zweig auf dem Boden, etwa mit einem Stein. Wichtig ist es, die Kontaktstelle feucht zu halten. Bis sich Wurzeln gebildet haben, kann es bis zum nächsten Jahr dauern, dann trennst du den Zweig von der Mutterpflanze.
Krankheiten und Schädlinge

Den Rostpilz entdeckt man besonders häufig am Faulbaum.
Faulbäume sind anfällig für Rostpilze. Gegenüber Krankheiten ist er ansonsten recht unempfindlich.
Der häufigste Schädling ist die Faulbaum-Gespinstmotte. Du erkennst einen Befall an den weißen Spinnfäden. Gegen sie helfen nur Insektizide.
Das Laub ist zudem die einzige Nahrungsquelle für die Raupen des Zitronenfalters. Nehmen sie überhand, setzt du möglichst nur biologische Präparate gegen sie ein.








