
Hartriegel
Der Hartriegel bereichert deinen Garten mit schönen Blüten und Früchten. Erfahre hier, wie du das Ziergehölz richtig pflanzt und pflegst.
Woher kommt Hartriegel?
In den gemäßigten Klimazonen Europas, Nordamerikas und Ostasiens ist die Gattung Hartriegel (Cornus) heimisch. Zur übergeordneten Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) gehören 55 bekannte Arten.
Hierzulande kommen vor allem die beliebte Kornelkirsche (Cornus mas) und der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea) vor. Beide Arten mögen lehmige, kalk- und nährstoffhaltige Böden.
Im Vergleich zur Kornelkirsche ist der Blutrote Hartriegel anpassungsfähiger. Er wächst unter anderem in Auwäldern im Norddeutschen Tiefland. Die Kornelkirsche braucht es wärmer und heller. Zudem kommt sie mit starker Bodenfeuchte nur schwer zurecht.
So erkennst du Hartriegel

Farblich sind Hartriegel-Blüten eher unscheinbar. Allerdings werden sie von vier großen, weiß- bis rosafarbenen Hochblättern umrahmt.
Hartriegel sind in erster Linie wegen ihrer schönen Blüten beliebt. Aber auch ihre Früchte und bunten Herbstblätter sind ein Grund, warum viele Gärtner die Sträucher anpflanzen.
Neben mittelgroßen Sträuchern gibt es Hartriegel auch als kleine Bäume oder Stauden. Zu Letzteren gehört zum Beispiel der Teppichhartriegel (Cornus canadensis). Er wird nur wenige Zentimeter hoch und ist ein ansehnlicher Bodendecker. Seine Blätter stehen sich gegenüber und sind meist sommergrün. Im Herbst verfärben sie sich gelb bis rot.
Die Blumen-Hartriegel (Cornus kousa, Cornus florida, Cornus nuttallii und diverse Hybriden) gehören für viele Gärtner zu den schönsten Blütengehölzen. Ihre Blüten sind farblich eher unscheinbar, werden aber von vier auffälligen Hochblättern in Weiß oder Rosa gerahmt.
Eine besonders schöne Rinde hat der Weiße Hartriegel (Cornus alba). Das gilt vor allem für die Sorte Sibirica. Sie bildet Triebe mit einer intensiv roten Farbe. Es gibt aber auch Varianten mit gelber Rinde wie den Gelbholz-Hartriegel (Cornus sericea). Mit einer besonders intensiv-gelben Rinde fällt Flaviramea auf.
Als Sträucher oder kleine Bäume sind Hartriegel anpassungsfähig und robust. Im Gegensatz dazu stehen die Blumen-Hartriegel. Sie haben andere Ansprüche an Standort und Boden. Letzterer ist idealerweise sandig-durchlässig, frisch sowie humus- und nährstoffreich. Blumen-Hartriegel bevorzugen schattige, luftfeuchte und geschützte Standorte.
Hartriegel im Garten verwenden
In deinem Garten pflanzt du Blumen-Hartriegel in Einzelstellung, damit sie sich frei entfalten können. So bildet das Ziergehölz schöne, ausladende Kronen. Zudem haben ihre abstehenden Seitenzweige mehr Freiraum.
In Gruppen eignen sich Blumen-Hartriegel hervorragend für japanische Gärten. Sie fühlen sich außerdem neben Rhododendren wohl. Das gilt auch für den Teppichhartriegel, der sich ausgezeichnet in Waldgärten einfügt. Diese Art bildet weiße Hochblätter. Andere Hochriegel machen sich in freiwachsenden Hecken gut. Sie kommen mit anderen Pflanzen aus und sind konkurrenzstark.
In öffentlichen Parks und Anlagen steht häufig der Weiße Hartriegel. Das liegt vor allem daran, dass er kaum Ansprüche an seine Umgebung stellt und insofern besonders pflegeleicht ist.
Heimische Arten findest du meist in Naturgärten. Auch als Vogelschutzgehölze in der freien Landschaft sind sie anzutreffen. Als beliebtes Wildobst gilt die Kornelkirsche, deren Früchte reich an Vitamin C sind. Aus ihnen lässt sich leckere Marmelade oder Saft herstellen.

Aus der Kornelkirsche lässt sich Saft oder Marmelade herstellen.
Hartriegel richtig schneiden
Je nach Art brauchen Hartriegel unterschiedliche Pflege. Ein Großteil der Blumen-Hartriegel benötigt zum Beispiel gar keinen Rückschnitt. Sie bilden in der Regel von ganz allein eine schöne Krone. Auch der Blütenansatz ist von Natur aus üppig.
Hast du die großblumige Hybridsorte Venus im Garten, ist dennoch ein Rückschnitt notwendig. Diese Variante wächst sparrig und verzweigt sich nur schwach. Hilf etwas nach, indem du sie gelegentlich mit einer sauberen Baum- oder Gartenschere zurückstutzt.
Einen regelmäßigen Rückschnitt benötigen der Weiße Hartriegel und der Gelbholz-Hartriegel. Der richtige Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr. Nach dem Rückschnitt zeigen die neuen Triebe eine noch intensivere Färbung. Damit sich diese Arten nicht unkontrolliert in deinem Garten ausbreiten, ist es wichtig, die wurzelnden Bodentriebe der Sträucher zu schneiden.
Hartriegel vermehren
Wirf abgeschnittene Bodentriebe nicht weg, wenn du Weißen Hartriegel oder Gelbholz-Hartriegel vermehren möchtest. Pflanze sie einfach an einem neuen Standort ein. Alternativ verwendest du dafür Steckhölzer.
Blumen-Hartriegel werden in der Regel durch Veredelung vermehrt. Durch Aussaat wachsen hingegen vor allem heimische Wildarten heran. Ihre Samen keimen jedoch erst nach der Einwirkung von Frost.

Mit Steckhölzern oder entfernten Bodentrieben lassen sich manche Hartriegelarten leicht vermehren. Bei anderen Arten eignen sich Veredelung oder Aussaat.
Krankheiten und Schädlinge bei Hartriegel
Ob als Blume, Strauch oder Baum – Hartriegel ist in der Regel gut gegen Krankheiten gerüstet. Manchmal befällt Echter Mehltau die Gewächse, ohne dabei größere Schäden anzurichten.
Anders sieht es bei einem Befall durch Anthraknose aus. Die Pilzkrankheit ist vor allem für den Nordamerikanischen Blumen-Hartriegel (Cornus florida) problematisch. Anzeichen für Anthraknose sind eingesunkene, dunkle Blattflecken. Es gibt kaum eine Möglichkeit, befallene Pflanzen zu heilen.
Verhindern lässt sich die Krankheit, indem du die Blumen-Hartriegel Art am richtigen Standort pflanzt. Dieser darf nicht zu heiß sein und braucht einen lockeren und durchlässigen Boden. Bei kleineren Pflanzen treten unter Umständen Schmierläuse auf. Besprühe diese bei Befall mit Pflanzenöl und die Schädlinge verschwinden.








